FI Schutzschalter und Schaltnetzteil, Badewanne

  • Ich habe gerade eine Diskussion und bin teilweise etwas irritiert. Daher hoffe ich hier mal auf Rat.

    Ein Bekannter (ja, wirklich ein Bekannter) hat ein Aquarium und dort mehrere Pumpen drin. Nun hat er seinem Sohn eine Strömungspumpe geschenkt, die dieser immer mit in der Badewanne* nimmt. Sie wird über ein Schaltnetzteil mit 24V betrieben.

    Ich halte das für ziemlich gefährlich, denn wenn mal ein Defekt im Schaltnetzteil ist und auf der Pumpenseite volle 230 Volt anliegen, dann löst da kein FI aus.


    Ist das so, dass da kein FI auslöst oder kommt es auf die Umstände (metalischen geerdeten Gegenstand anfassen, andere Person anfassen, jemand anderes steigt in die Badewanne) an?


    Falls der FI nicht auslöst, welchen Personenschutz gibt es dann? Trenntrafo?


    *eine nicht geerdete Acrylbadewanne. Elektrische Leitfähigkeit des Wassers wird nicht berücksichtigt. Annahme: ausreichend leitfähig.

  • Peter1953

    Hat den Titel des Themas von „FI Schutzschalter und Schaltnetzteil, Badewannl“ zu „FI Schutzschalter und Schaltnetzteil, Badewanne“ geändert.
  • Ist das so, dass da kein FI auslöst oder kommt es auf die Umstände (metalischen geerdeten Gegenstand anfassen, andere Person anfassen, jemand anderes steigt in die Badewanne) an?

    Wie funktioniert ein RCD? Er löst aus, sobald der Strom vom L vom Strom im N abweicht. Vereinfacht gesagt, vom L fließt der Strom in den Verbraucher, und im N wieder zurück. Ist der Strom in beiden Zweigen gleich, dann löst der RCD nicht aus.


    Damit nun im obigen Fall der RCD auslöst, muss also irgendwo ein Ableitstrom entstehen, der die Balance zwischen L und N aufhebt. Das ist üblicherweise ein Strom gegen "Erde" (PE). Das kann auch über die WW oder KW Leitungen entstehen, (Kupferrohre?). Ansonsten würde die Wanne samt Inhalt auf Netzpotential angehobenleiben) (Leitfähigkeit Wasser oder Person soll ja unberücksichtigt bleiben).


    Die Schutztrennung befindet sich im Netzteil. Was hier notwendig ist, sollte in der EN60335 stehen. Versagt diese Trennung, dann kommt es darauf an, was für ein Fehler genau auftritt. Es ist sehr gut möglich, dass der Stromfluss so hoch wird, dass der LS auslöst. Das ist aber, wie der Name schon sagt, ein Leitungsschutz und kein Personenschutz.


    Ein Fall bei dem sich ein Stromfluss durch eine Person in der Wanne ergibt, ist ebenso denkbar. Das kommt darauf an, wie die Person gerade mit der Pumpe hantiert, und ob diese vielleicht auch einen Fehler hat, oder durch Überstrom defekt wird.


    Da ich in meiner Karriere schon unzählige Netzteile gestresst und zerstört habe, kann ich nur sagen, dass ich niemals etwas mit in die Badewanne nehmen würde, das in irgendeiner Form eine Verbindung zum Stromnetz hat, egal wieviel Schutztrennung sich dazwischen befindet.

    Das Risiko mag gering sein, aber mir wäre es zu hoch. Vor allen Dingen vor dem Hintergrund, dass viele Produkte auf den Markt kommen, die nur unzureichend geprüft sind.

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  • Da ich in meiner Karriere schon unzählige Netzteile gestresst und zerstört habe, kann ich nur sagen, dass ich niemals etwas mit in die Badewanne nehmen würde, das in irgendeiner Form eine Verbindung zum Stromnetz hat, egal wieviel Schutztrennung sich dazwischen befindet.

    Das Risiko mag gering sein, aber mir wäre es zu hoch. Vor allen Dingen vor dem Hintergrund, dass viele Produkte auf den Markt kommen, die nur unzureichend geprüft sind.

    Dem kann ich nur zustimmen!


    Wenn ueberhaupt netzgebunden dann nur mit Sicherheitstrafo (= sichere Trennung von anderen Stromkreisen mittels Sicherheitstrenntransformator nach DIN EN 61558-1) als SELV (Safety Extra-Low Voltage, erdfrei) oder PELV (Protective Extra-Low Voltage), d.h. galvanisch getrennt, am besten DGVU / RiSu konform.


    Oder noch besser Akkus oder Batterien. Wobei 24 V hier vermutlich zum Problem werden...

  • Selbst wenn der FI auslöst, dann kann die Zeit ausreichen um Kammerflimmern zu erzeugen, womit man dann auch weg vom Fenster ist, wenn nicht sofort Hilfe herbei eilt. Jeder Mensch ist gesundheitlich nun mal anders gestrickt, auch wenn man sich fit und gesund fühlt.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • ... da gab es doch vor kurzem einen Fall, bei dem ein Mädchen gestorben ist, weil es ein Handy mit in die Badewanne nahm. Das Handy hin noch am Ladekabel und dieses an der Steckdose...

    Ich würde solche Experimente, wie mit der Strömungspumpe, auch nicht machen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich glaibe, da ist aber das Netzteil mitsamt einer 3er Steckdose in die Wanne gefallen. Bin mir aber nicht sicher

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  • Ich glaibe, da ist aber das Netzteil mitsamt einer 3er Steckdose in die Wanne gefallen.

    Bei allen derartigen Todesfällen in D und A geriet meines Wissens bisher immer die Mehrfachsteckdose in Kontakt mit Wasser oder ganz ins Wasser.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Mal von allen technischen Möglichkeiten abgesehen, sagt einem doch eigentlich der gesunde Menschenverstand, dass Strom und Wasser gleichzeitig eine sehr ungesunde Kombination (für Menschen und Tiere) sein können. Das habe ich nicht nur von meinen Eltern sondern auch in der Schule gelernt.

    Da kann ich wirklich nur mit dem Kopf schütteln bei soviel Unbermuft bzw. Fahrlässigkeit.


    VG M.