Welches Heizsystem wählen?

  • Welches ist Euerer Meinung nach das beste Heizsystem, das z.Zt. im Neubau aber auch Altbau eingebaut werden sollte.


    Wenn ich früh morgens mit meinem Hund draußen laufe, dann komme ich an 3 Häusern vorbei, die eine Wärmepumpe installiert haben und ich muß feststellen, dass diese auch schon Laufgeräusche abgeben. Im Haus drin, wenn es ein Neubau ist, hört man das sicher nicht, oder doch?


    Mit der Ölheizung geht es ja dem Ende entgegen, aber was baut man dann i n bestehende Häuser der 50er, 60er, 70er Jahre ein, wo ja auf Dämmung kein Wert gelegt wurde?

    Grüßle

    Dachser




    Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt (Gandhi)

  • o.k., freilich hat jeder andere Nutzungsbedingungen wegen dem eigenen Bedarf und auch Größe des Objekts.

    Aber eine Ölheizung kann man doch nicht mehr guten Gewissens empfehlen, oder?

    Grüßle

    Dachser




    Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt (Gandhi)

  • Ölheizungen sind tatsächlich nicht mehr State of the Art.

    Ansonsten ist die Palette der Möglichkeiten breit.


    Warum eigentlich neue Heizung in ungedämmte Altbauhütten? Energieverschwendung bleibt rs in jedem Fall.

    Zuerst mal die Gebäudehülle dämmen und dann für den minimierten Heizenergiebedarf die passende Heizung auswählen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Welches ist Euerer Meinung nach das beste Heizsystem, das z.Zt. im Neubau aber auch Altbau eingebaut werden sollte.

    Das beste Heizsystem gibt es nicht, aber vielleicht das für den Anwendungsfall am besten passende Heizsystem.


    Da stellen sich zuerst einige Fragen.

    - Ist die Versorgung mit Erdgas möglich?

    - Mit welchen Systemtemperaturen soll die Heizung arbeiten

    - Hat man Zugriff auf günstiges Brennholz? (Eigener Wald o.ä.)

    usw.


    Du hast richtig erkannt, dass LWP nicht ganz lautlos arbeiten. Sie werden in Neubauten oft eingesetzt, weil das kostengünstig möglich ist. Der Anbieter macht sich über die Betriebskosten aber weniger Gedanken, das ist ja Sache des späteren Hauseigentümers.


    Bei den Betriebskosten ist eine SWP im Vorteil, genau so wie GW WP (Grundwasser) oder DV (Direktverdampfer). Hier muss man aber die höheren Investitionskosten berücksichtigen, die durch die Erschließung der Quelle (Tiefenbohrung, Flächenkollektor, Brunnen etc.) anfallen. Ist das Grundstück zu klein, dann lässt sich dort nun mal kein Flächenkollektor unterbringen, egal ob als Graben oder wie auch immer.


    Wärmepumpen allgemein lassen sich in Neubauten gut einplanen, im Bestand wird das schon schwieriger. Im Bestand macht einem die notwendige Systemtemperatur schnell einen Strich durch die Rechnung. Wärmepumpen die auf hohe Heiztemperaturen ausgelegt werden müssen, können aber nicht effizient betrieben werden (auch wenn manche Hersteller das versprechen, ein Blick in die Datenblätter genügt). Somit muss man im Bestand zuerst einmal Geld in die Hand nehmen, um die Heizflächen anzupassen. Größere Heizkörper, evtl. als Gebläsekonvektor (hat auch Nachteile hinsichtlich Lärm), Flächenheizungen wie FBH oder Wandheizung, usw. Das alles kostet erst einmal Geld.


    Sind höhere Systemtemperaturen notwendig, also typischerweise in Bestandsgebäuden, dann kann sich eine Gasbrennwerttherme als interessante Lösung herausstellen, oder ein Pelletkessel, evtl. in Kombination mit Scheitholz, sofern kostengünstig als Brennstoff verfügbar.


    Bei Gasbrennwertthermen braucht es sinnvollerweise erst einmal einen Hausanschluss. Die Lösung mit Flüssiggastank wird meist teurer. Hier muss man aufpassen und Angebote genau studieren. Viele Anbieter liefern eine günstige Heizlösung und binden den Käufer vertraglich an die Lieferung von Flüssiggas, was dann nicht immer günstig abgerechnet wird. Hier ist also Vorsicht angesagt.


    Bei Erdgas sollte man sich halt darüber im Klaren sein, dass es auch da eine Abhängigkeit gibt, und somit der Marktpreis stark variieren kann. Die Situation ist also vergleichbar mit Erdöl.


    Pelletkessel sind eine Alternative, aber bis das Teil betriebsbereit im Keller steht, gehen einige Scheine über die Ladentheke, trotz Förderung. Hier wird in der ganzen Lieferkette richtig Geld gedruckt. Da sind dann Preise über 20T€ keine Seltenheit, und man wird kaum einen Handwerker finden, der einem eine wirklich günstige Lösung einbaut. Ist auch logisch. Warum einen Auftrag mit 5.000,- € Gewinn abarbeiten, wenn man in der gleichen Zeit problemlos das Dreifache verdienen kann.

    Der Pelletpreis war in den vergangenen Jahren sehr attraktiv. Ob das so bleibt wenn der Bedarf drastisch ansteigt, da kann man nur spekulieren.

    Was man auch nicht vergessen sollte, ein Pelletkessel hat einen etwas höheren Wartungsbedarf, und man muss ihn in kürzeren Abständen reinigen, als beispielsweise eine Gasbrennwerttherme.


    Somit bleibt in meinen Augen nur eine Lösung. Man muss zuerst die Rahmenbedingungen abklären, und dann heißt es rechnen, rechnen und noch einmal rechnen.

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  • Bei Gas (Erdgas/Flüssiggas) muss als Erstes die Frage nach der Verfügbarkeit und der Lagerung beantwortet werden:


    - Gibt es einen Erdgasanschluss ?

    (ggf: Was würde ein Erdgasanschluss kosten?)


    - Wo kann ein Flüssiggastank stehen und wie kommt ein großer schwerer LKW dorthin zum Einbauen, Austauschen, Befüllen, nachfüllen?


    Wärmepumpen werden i.d.R. in Neubauten eingesetzt, die gut gedämmt sind und wenig Heizleistung benötigen und zudem i.d.R. mit großflächigen Fußbodenheizungen ausgestattet sind, die eine niedrige Vorlauftemperatur haben. Wärmepumpen neötigen einen leistungsfähigen Stromanschluss und - je nach Art - Kollektorfläche im Boden oder ausreichend große Stellplätze mit entsprechender Entfernung zum Nachbarn.

    Kann das auf dem Grundstück realisiert werden?

    Kann ausreichend Heizleistung installiert werden?

    Können Fußbodenheizungen nachgerüstet werden (Raumhöhe, Türhöhen, Zusatzgewicht, ... ) ?


    Wenn man sich die Rahmenbedingungen und die Systemvoraussetzungen der verschiedenen Heizsysteme 'mal objektbezogen anschaut, wird i.d.R. nur die zweitbeste oder die drittbeste Heizung für dieses eine gegenständliche Objekt übrig bleiben. Aber es ist dann die passende.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Wärmepumpen neötigen einen leistungsfähigen Stromanschluss ......

    Das ist korrekt, aber bei den typischen EFH glücklicherweise kaum noch ein Thema. Selbst ältere EFH lassen sich mit Heizleistungen im Bereich 10-15kW heizen, el. Leistung also deutlich unter 5kW. Das kann auch ein normaler Hausanschluss problemlos ab.

    Neben der technischen Seite gibt es natürlich auch noch die administrative Seite (Meldung beim Versorger/VNB, Tarif etc. )


    Bei MFH mit hoher Heizlast sieht die Welt wieder anders aus. Vor vielen Jahren habe ich das für ein MFH gerechnet, am Ende wurde es eine Kaskade bestehend aus 3 bzw. 4 LWP. Die Leistungs"regelung" erfolgte über das Zu- und Abschalten einzelner Geräte. Die Anlage läuft heute noch mit einer JAZ von ca. 3,2, inkl. WW Erzeugung.

    Auf Inverter & Co., wurde aufgrund Verfügbarkeit und des günstigen Preises verzichtet. Eine SWP war in der Stadt nicht möglich, zu wenig Grundstücksfläche und Schwierigkeiten bei der Genehmigung von Tiefenbohrungen.

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  • Sie werden in Neubauten oft eingesetzt, weil das kostengünstig möglich ist

    Ergänzung: Sie werden meistens auch deshalb eingesetzt, weil man das Gebäude damit relativ einfach über die EnEV hieft. Sobald was nicht regenratives kommt wie Öl und Gas wirds schon ziemlich sportlich und ist im Endeffekt ohne Zusätze wie Solar/ PVa-Anlage nicht machbar (mittlerweile)

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ist also irgendwie so, egal für welches System man sich entscheidet, gibt man sich in die Hände dritter. Gas-, Strom-,Pellet überall sind Lieferpreise wahrscheinlich ein Problem. Einzig Holz aus dem Wald und da weiß man nicht, wie lange man das gesundheitlich selbst sägen und spalten kann.

    Wahrscheinlich werden deshalb viele ihr Ölheizung drin lassen, bis sie kaputt sind, oder aber der Ölpreis dramatisch steigt. Die anderen Produktze wie Strom, Gas und Pellet steigen ja aber auch und müssen installiert werden. Also gar nicht so günstig, was kostet denn ein Gasanschluß ins Haus zu legen?

    Einen Flüssiggastank würde ich nicht im Garten oder gar noch vor dem Haus haben wollen, allein wegen der Optik, sieht man auch nicht so häufig.

    Grüßle

    Dachser




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  • Wahrscheinlich werden deshalb viele ihr Ölheizung drin lassen, bis sie kaputt sind, oder aber der Ölpreis dramatisch steigt. Die anderen Produktze wie Strom, Gas und Pellet steigen ja aber auch und müssen installiert werden. Also gar nicht so günstig, was kostet denn ein Gasanschluß ins Haus zu legen?

    Das ist in den meisten Fällen auch ökonomisch sinnvoll. Du hast ja auch nicht gefragt, ob sich eine Umrüstung lohnt, sondern was Du in ein altes Haus einbauen solltest. Es gibt ja auch immer noch Häuser mit Einzelfeuerstätten.
    Eine Zentralheizung würde ich nur ersetzen, wenn es unbedingt notwendig ist.


    Ein Gasanschluss kann zw. 1000 und 10000 Euro kosten. Das musst Du Deinen Versorger fragen. und einen Flüssiggastank siehst Du deshalb nicht so häufig weil die oftmals hinter Hecken versteckt sind oder eingegraben wurden.




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    M.G.Wetrow

  • Wahrscheinlich werden deshalb viele ihr Ölheizung drin lassen, bis sie kaputt sind, oder aber der Ölpreis dramatisch steigt.

    Das ist aus wirtschaftlichter Sicht meist eine sinnvolle Lösung. Die Frage ist ja, ob der Kessel laut EnEV sowieso entsorgt gehört. Wenn nicht, dann kann man wohl unterstellen, dass der Kessel hinsichtlich Effizienz nicht das schlechteste am Markt ist. Weiterhin gilt es zu beachten, dass so ein Heizkessel ja entsprechende Investitionskosten verursacht hat, und allein schon deshalb sollte er, wenn irgendwie möglich, bis an´s Ende seiner Tage betrieben werden.


    Weitere Faktoren können eine Rolle spielen, müssen aber nicht. So kann es vielleicht sinnvoll sein, wenn man schon an seine Rente denkt, dass man solche größeren Investitionen vorzieht, evtl. kann man auch noch EIgenleistung erbringen, usw.



    was kostet denn ein Gasanschluß ins Haus zu legen?

    Da gibt es keine pauschalen Preise. Die erste Frage ist, ob überhaupt ein Anschluss möglich ist (Versorgungsnetz in der Straße vor dem Haus verfügbar?). Wenn ja, dann spielt der Aufwand (Entfernung, Erdarbeiten etc.) eine Rolle. Manche Netzbetreiber fördern den Anschluss mit einem Preisnachlass.


    Dann liegt im besten Fall der Anschluss im Haus. Jetzt geht es weiter, sprich die Versorgung der Gasbrennwerttherme. Befindet sich diese in räumlicher Nähe? Ansonsten steigen auch die Installationskosten für die Gasbrennwerttherme.


    Ein weiterer Punkt der gerne vergessen wird, der Schornstein. Wenn da vorher ein älterer Ölkessel am Werkeln war ist eine Sanierung unumgänglich. Für Pellets passt der Querschnitt nicht, für eine GBW braucht es sowieso ein LAS.


    Da gibt es also eine Menge "Kleinigkeiten" die sich summieren, und dann am Ende sieht man erst, wieviel der Spaß kostet. Man darf also nicht den Fehler machen, und irgendwelche "Sonderangebote" für den Austausch einer Gastherme heranziehen. Diese passen in 99,999% der Fälle nicht.


    Dann noch das Thema "erneuerbare" Energien nicht vergessen, das Anda oben indirekt angesprochen hat. Ich möchte dazu ergänzen, dass ein Anteil erneuerbare Energie notwendig ist, so dass meist dann auch noch eine Anlage für Solarthermie installiert wird (werden muss), sofern nicht vorhanden. Bei einer WP oder Pelletkessel entfällt diese Pflicht.


    Es gibt also eine Menge Dinge zu beachten.

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  • Die Frage ist ja, ob der Kessel laut EnEV sowieso entsorgt gehört.

    Ganz ehrlich? Ganz ganz wenige Kessel fallen unter diese Verordnung. Ich hab bald Energieausweis Nr 800 und so alte Ölkessel kann ich an einer Hand abzähhlen. Rückfragen bei den Schornsteinfegern Mittelfranken ergab ein ähnliches Bild. Die meisten Kessel sind schon Niedertemperaturkessel im Sinne der EnEV

    Ein weiterer Punkt der gerne vergessen wird, der Schornstein. Wenn da vorher ein älterer Ölkessel am Werkeln war ist eine Sanierung unumgänglich. Für Pellets passt der Querschnitt nicht, für eine GBW braucht es sowieso ein LAS.

    Like, ganz genau. Auch wenn man einen neuen Ölkessel einbaut -> der muss auch ein Brennwertgerät sein-> neuer Schornstein.

    Dann noch das Thema "erneuerbare" Energien nicht vergessen, das Anda oben indirekt angesprochen hat. Ich möchte dazu ergänzen, dass ein Anteil erneuerbare Energie notwendig ist, so dass meist dann auch noch eine Anlage für Solarthermie installiert wird (werden muss), sofern nicht vorhanden. Bei einer WP oder Pelletkessel entfällt diese Pflicht

    ? ?? Meines Wissens nur bei Neubau (oder Sonderfall größere Erweiterung bestehendes Gebäude).

    Ansonsten gilt das Verschlechterungsgebot, also keinen schlechteren Kessel einbauen.


    Was ich immer wieder mal sehe und mich interessieren würde: Es gibt so kleine Pelletsheizungen, die an Heizkörper angeschlossen werden können. Warmwasser dann meist elektrisch über DLE oder ähnliches. Finde ich eine interessante Variante, weiß aber davon weniger, wie teuer im Verbrauch, und wie effizient das ist.

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  • ? ?? Meines Wissens nur bei Neubau (oder Sonderfall größere Erweiterung bestehendes Gebäude).

    Ich kenne jetzt nur BaWü, und da gilt das m.W. auch bei Ersatz eines Heizsystems. Den genauen Wortlaut müsste ich jetzt nachlesen, steht im EWärmeG.


    Hat also mit EnEV nichts, oder nur am Rande, zu tun.

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  • Früher gab es einen esentlichen Faktor zur Entscheidung der Heizart.

    Will ich abhängig sein, oder Brennstoff auf vorrat haben.


    Heute gibt es:

    Brennstoff

    CO2

    Anschaffungskosten

    Betriebskosten

    Fördermöglichkeiten

    NT Heizsystem oder nicht vorhanden/geplant.

    Ökologisch oder nicht.

    Platzbedarf.


    Kann man sagen das Heizölheizung schlecht ist? Auf welche belange bezogen?

    auf co2 ja

    Auf Platzbedarf? mässig

    Flexibler EInsatz unabhängig von Heizflächen.

    Investitionsaufwand?


    Beratung von Sanierungswilligen ist schwierig geworden.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Ein guter Freund hat ein Haus um Bj.1900. Das Haus wird unten von der Oma bewohnt, die mit Holz derart einheizt, dass wohl oben die Wärme zu spüren ist. Oben haben sie Nachtspeicheröfen und keinerlei andere Heizungen. Viel Geld ist nicht vorhanden und auch die Nachtspeicherheizungen sind nicht mehr die jüngsten. Was soll man da denn anraten?

    Grüßle

    Dachser




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  • Ölheizungen sind politisch unerwünscht. Das hat mit Logik nichts zu tun, und leider versagen dann auch alle Argumente. Man kann wohl niemandem ruhigen Gewissens den Ersatz eines Ölkessels durch ein neueres Modell empfehlen. Das funktioniert nur noch, wenn man sehr kurzfristig denkt und die Investition schnell abschreibt. Mittel- und längerfristig wäre mir das Risiko zu hoch.

    Ein Rückgang des Heizölverbrauchs wird zu Steuerausfällen führen, die natürlich wieder kompensiert werden müssen. Das wird den Preis unabhängig vom Weltmarkt für deutsche Verbraucher in die Höhe treiben, da bin ich mir ziemlich sicher.


    DIe spannende Frage wird sein, was kommt als nächstes?

    Ob Pellets oder Holz, Erdgas oder Wärmepumpen, es finden sich immer Argumente die gegen deren Einsatz sprechen.


    Ich habe ein Problem damit, dass el. Strom derzeit als Heilmittel für alles betrachtet wird. Ob Mobilität, Beheizung, Warmwasser, für alles gibt es el. betriebene Lösungen, aber niemand macht sich anscheinend Gedanken darüber, wo dieses Energiemengen her kommen sollen.


    Unnötig zu sagen, dass Holz (Pellets, Scheitholz) auch schnell an ihre Grenzen kommen, wenn wirklich mal ein großflächiger Einsatz möglich sein soll. So schnell können die Bäume gar nicht wachsen.

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  • Ich habe ein Problem damit, dass el. Strom derzeit als Heilmittel für alles betrachtet wird. Ob Mobilität, Beheizung, Warmwasser, für alles gibt es el. betriebene Lösungen, aber niemand macht sich anscheinend Gedanken darüber, wo dieses Energiemengen her kommen sollen.


    Unnötig zu sagen, dass Holz (Pellets, Scheitholz) auch schnell an ihre Grenzen kommen, wenn wirklich mal ein großflächiger Einsatz möglich sein soll. So schnell können die Bäume gar nicht wachsen.

    Da haben wirs wieder, wir verbrauchen einfach zu viel! Aber wie kann man jetzt zum sparen animieren, wenn doch die Preise m.E. im Keller sind?

    Vernunft, im Leben nicht. Ich habe heute Morgen noch zu meiner Frau gesagt, wenn die meisten FridayforFuture-Teilnehmer mal auch sich selbst kritischer beurteilen würden. Die meisten, die ich kenne, haben gar keine Ahnung vom Energie sparen, die wollen nur ihr Ego beruhigen, meist kommt die Antwort "das hat man heute eben so".

    Grüßle

    Dachser




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  • Ich kenne jetzt nur BaWü, und da gilt das m.W. auch bei Ersatz eines Heizsystems.

    das ist nur in BaWü so (zumindest kenne ich jetzt kein anderes Bundesland das das auch so fordert).

    15% müssen "regenerativ" sein/werden, aber das ist sehr schwammig. 10% kann man wohl z.B. über einen "Biogasvertrag" (kostet / kWh quasi das Gleiche wie ein Vertrag mit fossilem Erdgas...ist ja quasi auch das Gleiche) holen, 5% über die Erstellung eines "Zukunftskonzepts"...gibt´s für ein paar hundert €.

    Wer also z.B. bereits mit Gas heizt und nur auf Brennwert umstellt, kommt trotzdem noch ohne technische Zusatzmaßnahmen aus.

    Den regenerativen Anteil bei Gas im Neubau, kann man heute oft auch über eine KWL mit WRG erreichen. Knapp, aber mit detaillierte WB Berechnung idR machbar.

  • Aber wie kann man jetzt zum sparen animieren, wenn doch die Preise m.E. im Keller sind?

    Na ja, wirklich im Keller sind die Energiepreise nicht.


    Eine Möglichkeit wäre, wenn Förderung zielgerichtet eingesetzt würde, und davon auch etwas bei den Endkunden landen würde. Bisher ist es so, dass jegliche Förderungen in der Lieferkette abgeschöpft wird. Für den Endkunden ist es völlig egal, denn er hat nichts davon.


    Schau DIr die Preise für Pelletkessel, PV, Solarthermie, usw. an. Mit jedem Euro Förderung erhöht sich am darauf folgenden Tag der Preis. Geht die Förderung zurück, dann sinken die Preise.


    Wichtige Maßnahmen, wie beispielsweise das (Wärme)Dämmen von Gebäuden, werden unterlassen, weil die Preise mit jedem Euro Förderung gestiegen sind. Zielvorgabe ist einfach, dass sich eine Maßnahme halt irgendwann in 30 jahren rechnen soll. Das muss man halt mit Zahlen irgendwie hinbiegen, notfalls mit extrem steigenden Energiepreisen.

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  • 10% kann man wohl z.B. über einen "Biogasvertrag" (kostet / kWh quasi das Gleiche wie ein Vertrag mit fossilem Erdgas...ist ja quasi auch das Gleiche)

    Keine Ahnung ob das jeder Anbieter im Lieferprogramm hat, und zu welchem Preis. Nachweise einholen und aufbewahren, wurde bei einem Bekannten schon kontrolliert.

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  • Wenn ich ein Haus aus den 70igern in Größe 10x9m 1,5-geschossig dämmen würde, dann würde das vielleicht 20.000,-€ kosten, ist das realistisch?

    Wenn dieser also mit Öl heizt und für den Liter 80ct bezahlt, dann braucht er im Jahr 1600,-€, würde er 30%sparen durch die Dämmung, dann spart er rund 500,-€/Jahr. Nun kommt natürlich die spannende Frage, wie schnell der Ölpreis steigt, sonst erlebt er es nicht, bis die Sache sich gelohnt hat.

    Grüßle

    Dachser




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  • 10% kann man wohl z.B. über einen "Biogasvertrag" (kostet / kWh quasi das Gleiche wie ein Vertrag mit fossilem Erdgas...ist ja quasi auch das Gleiche) holen,

    Bauherren von mir haben das grad durchexerziert: Statt "quasi das Gleiche" hat der Contractor in dem Fall + ca. 60 % Betriebskostenzuschlag haben wollen. Keine Ahnung, ob das repräsentativ ist.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn ich ein Haus aus den 70igern in Größe 10x9m 1,5-geschossig dämmen würde, dann würde das vielleicht 20.000,-€ kosten, ist das realistisch?

    Die Summe ist denkbar. Hängt halt von den Flächen ab.

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  • Geht ja auch nicht um ein paar € hin oder her.

    Als Energiesparer kann ich da nur anraten, mit Energie vernünftig umzugehen und das eigene Verhalten zu überdenken, dann kann er viel mehr sparen:P

    Grüßle

    Dachser




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  • Bauherren von mir haben das grad durchexerziert: Statt "quasi das Gleiche" hat der Contractor in dem Fall + ca. 60 % Betriebskostenzuschlag haben wollen. Keine Ahnung, ob das repräsentativ ist.

    hm...jetzt müsste man in die BaWü Bedingungen genau reinschauen, was Biogas genau heißt bzw. was da gefordert wird.


    Aber ich denke, es muss "echtes" Biogas sein und nicht nur CO2 Ausgleichsmaßnahmen, und hier gibt es Anbieter die zwischen 1 und max 30% Beimischung anbieten.

    Am häufigsten sind 10% Biogasanteil, das würde dann 10% regenerative Energien bedeuten die auch gefordert sind.

    Dann ist z.B. in Stuttgart der günstigste mit 10% Biogas ~12% teurer als fossil.

    Bei 15k kWh: 775€ für fossil, 864€ für Biogas mit 10% Beimischung. (jeweils ohne Bonus)


    Also Ja, wenn echtes Biogas gefordert ist, dann ist es etwas teurer, aber keine 60% (ok, jetzt müsste man jede PLZ in BaWü durchprüfen, aber für den Großteil wird sich ein ähnliches Bild ergeben) .

  • Das ist zwar richtig, aber irgendwann sind diese Möglichkeiten ausgeschöpft.

    Aus einem alten VW Käfer macht man nun mal kein Energiesparauto, höchstens man lässt ihn in der Garage stehen.

    Bei einem Haus ist es ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass man dieses ja meist bewohnt bzw. bewohnen muss.


    Ich habe schon viel optimiert, aber wie gesagt, irgendwann stößt man an Grenzen. Man kann sein Leben nicht derart einschränken, nur um Energie zu sparen. Ein Haus muss man im Winter nun mal beheizen, sonst braucht man kein Haus. Da kann man ein bisschen an den Zeiten drehen, ein bisschen an den Temperaturen, und dann wird es schon eng. Optimierung an der Anlage bedeutet dann meist auch (kleinere) Investitionen.


    Spätestens dann muss man überlegen, ob man mit den Ergebnis zufrieden ist, oder ob man weiter optimieren möchte. MIt jedem Schritt steigen dann die Investitionskosten. Wer aus einem 70er Jahre Haus ein PH machen möchte, muss halt viel Geld in die Hand nehmen (ja ich weiß, das Beispiel ist ein bisschen bei den Haaren beigezogen).


    Wenn es um die Fassadendämmung geht, dann lässt sich das Einsparpotenzial relativ einfach ermitteln. Knackpunkt sind dann die Investitionskosten, wobei man sich schon fragen kann, warum eine Fassadendämmung für ein EFH bei Materialkosten von vielleicht 20,- €/m² am Ende doch 20.000,-€ und mehr kosten kann. Das gilt analog für eine Erneuerung der Heizungsanlage.


    Ja ich weiß, es lässt sich für alles eine mehr oder weniger plausible Erklärung konstruieren, aber genau das ist der Grund, warum solche Maßnahmen unverhältnismäßig teuer werden.

    Ich habe es schon oft geschrieben, solche Fördermaßnahmen sind eine Wirtschaftsförderung und nicht um dem Hauseigentümer etwas Gutes zu tun.

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