falsche Miteigentumsanteile im Kaufvertrag

  • Ein Käufer will eine ETW kaufen und stellt im Kaufvertragsentwurf fest, dass Miteigentumsanteile falsch sind, trotzdem in dem Objekt schon 4 Wohnungen verkauft wurden.


    Der vom Architekten erstellte Aufteilungsplan der Wohnungen hatte in einer Wohnung einen Fehler. Die von ihm errechnete Wohnfläche betrug 103,25 QM weil ein Rechenfehler war und die 17,57 Qm (Hälfte der Terrasse) nicht mit gerechnet wurden. Die tatsächliche Wohnfläche betrug 120,25 Qm.

    Damit ist der Miteigentumsanteil an dieser Wohnung zu niedrig angegeben und alle Miteigentumsanteile der bereist verkauften und beurkundeten Wohnungen sind falsch denn sie müssten einen niedrigen Anteil haben, was sich ja auch auf die Nebenkosten auswirken würde.

    Im Kaufvertragsentwurf ist ebenfalls die falsche Qm Zahl eingetragen und damit auch ein falscher Miteigentumsanteil.

    Der Käufer sollten diesen Kaufvertrag mit augenscheinlich falschen und dem Bauträger bekannten Miteigentumsanteilen unterschreiben. Was er abgelehnt hat.

    Der Bauträger hat daraufhin den Verkauf abgesagt.



    Welche rechtlichen Folgen hat das für die bereits verkauften Wohnungen?

    Ist das ein Grund den Notarvertrag kurz vor den Unterzeichnung platzen zu lassen?

    Danke für eine Einschätzung.

  • Ist das ein Grund den Notarvertrag kurz vor den Unterzeichnung platzen zu lassen?

    Eine von mir technisch betreute Erwerberin hat nach einer solchen Erkenntnis die Teilungserklärung und den Kauf in Frage gestellt. Darauf hin wurden erst die Teilungserklärung im Umlaufverfahren geändert und dann alle notariellen Kaufverträge mit großem Aufwand ebenfalls korrigiert. Das geht, ist aber sehr viel Arbeit und kostet den Bauträger viel Geld.


    Juristisch kann ich Dir nicht weiterhelfen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich spekuliere einmal:

    In der Regel ist die Miteigentumszahl auf die qm bezogen. sozusagen 1:1

    Wird der Fehler bekannt, stimmt die Gesamtzahl auf das Objekt nicht und die Eigentumszahlen je Wohnung auch nicht.

    Aber was für folgen hat das? Ich seh nur das die Miteigentumszahl nicht mit den qm der Wohnung bzw die des ganzen Objekts nicht übereinstimmt.

    So könnte z.b. eine Wohnanlage mit fiktiven 3000m² eine MZ von 3000 haben, oder eben 3300.

    Die MZ ist ja nur ein Schlüssel zur Umlage von Folgekosten und laufenden Kosten.

    Ob jetzt eine 90m² Wohnung mit einer MZ von 90 oder 99 angesetzt wird ist eigetlich wurscht. solange es anteilig auf die Gesamtanlage stimmt. (in Prozent oder Bruch).

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • chieff : Das checke ich nun nicht.


    Ich habe von dieser juristischen Lage nun keine Ahnung, aber möchte einwerfen: Wurden alle Wohnungen nach dem gleichen Prinzip berechnet? Ist nur bei der einen Wohnung die Terrasse nicht mitgerechnet und bei den anderen schon?


    Wurde explizit nach WFlV /DIN 277 berechnet? Wurde irgendwo festgehalten, welcher Berechnungsstandard verwendet wurde?


    Hintergrund: Bevor man einen Streit losbricht, mal schauen, ob überhaupt die Basis stimmt.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Anda

    Kauf ich Wohnung X für 120000€ in einem Objekt, ist es unerheblich wie groß das Objekt selbst ist. ob es nun 1/16 tel oder 5 % der Gesamtanlage ist, ist für den Kauf der Sache zu 95% unerheblich.

    Was sagt den die Miteigentumszahl aus? = Bezogen auf die Wohnung garnichts. Bezogen auf das Objekt, wie groß dein Anteil am Objekt ist.

    Für was braucht man die Miteigentumszahl? Hauptsächlich für die Abrechnung der Nebenkosten und die Umlage der Investitionen.

    Man braucht sie ggf noch für die Jahresversammlung, wenn man Stimmrecht nach Anteilen hat. (Aber das wird erst interessant wenn jemand mehrere Wohnung im Objekt hat und über eine Merhheit dadurch kommen würde.)

    Mehr Einfluss kann ich mir auf die Miteigentumszahl gerade nicht raussaugen.


    Auf den TE bezogen, ist es doch viel wichtiger das die Angaben die im Expose angegeben wurden zur Wohnung passen. Wird Sie mit 80m² angegeben, soltle sie auch 80m² haben. Weniger ist schlecht. Mehr ist theoretisch besser. Aber die Angabe der Miteigentumzahl ist da eigentlich nicht drin und sagt auch nichts über den Wert der Wohnung aus.

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