wenn für ein großes Gebäude keine geprüfte Statik vorliegt ...

  • Also wenn, wenn für die 120.000 m2 Nutzfläche eines öffentlichen Gebäudes von rd. 180.000 m2 keine Baugenehmigung, keine geprüfte Statik und auch keine bauaufsichtliche Abnahme vorliegen, obwohl das Gebäude schon rd. 80 Jahre in Gebrauch ist, ... kommt man ins Grübeln ... z.B. weshalb man für Gebäude mit deutlich geringerer Fläche überhaupt Bauanträge stellen soll ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • *hust* Ein Bagger wäre evt günstiger als 10 Millionen in die "Datenaufnahme zu stecken um den Ist Zustand zu klären.

    :lach: soviel zum Poppulismus. ;)

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • *hust* Ein Bagger wäre evt günstiger als 10 Millionen in die "Datenaufnahme zu stecken um den Ist Zustand zu klären.

    naja, nach Wikipedia handelt es sich bei diesem Gebäude immerhin um ein herausgehobenes "Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland" und um Sir Norman Foster zu zitieren um „die Mutter aller Flughäfen“. Diese Metapher bekräftigte er 2009 und fügte hinzu: „Tempelhof müsste eine Sache des nationalen Gewissens sein ...".


    Die vielfachen historischen Bezüge vom Beginn der dt. Verkehrsfliegerei, als Monumentalbau des Nationalsozialismus, als Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiterlager, als der Knotenpunkt der Luftbrücke bis hin zum kalten Krieg, als Startpunkt für auszufliegenden Flüchtlinge, die aus der DDR nach West-Berlin gekommen waren, die einmalige Konstruktion und schließlich der Volksentscheid über die Stilllegung verbieten - zumindest für mich - einen Abriss.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Naja, ich bin weiterhin der Meinung, dass man zumindest die zum Flugvorfeld befindlichen Gebäude zu einem zentralen Deutschen Museum für Luftfahrt machen sollte. So etwas wie ein Deutsches Smithonian. Es bietet sich geradezu an etwas Luftfahrtbezogenes dort unterzubringen. Genug Außenfläche ist ja vorhanden um große Exponate auszustellen und auch genug große Hallen um die wertvolleren Ausstellungsstücke unterzubringen. Und genug sonstige Räume für Verwaltung und Geschichtsforschung zu dem Thema. Wo, wenn nicht an diesem geschichtsträchtigen Ort?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Naja, ich bin weiterhin der Meinung, dass man zumindest die zum Flugvorfeld befindlichen Gebäude zu einem zentralen Deutschen Museum für Luftfahrt machen sollte.

    Zitat von Tagesspiegel, s.o.

    In die Hangars 5 bis 7 sollen das Alliierten-Museum, ein Technikmuseum und ein Mediencampus kommen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Gibt es eigentlich für den BER einen Bauantrag? ;-)


    Früher gab es doch bei den Bauämtern noch Architekten, Ingenieure und Statiker. Wenn die Stadt jetzt Bauherr und Planer ist, wo soll sie den Bauantrag einreichen ?


    Und bei besonderen Bauten fängt man u.U. schon mal an zu buddeln, während die Vorplanungen gerade erst starten.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Gibt es eigentlich für den BER einen Bauantrag? ;-)

    Ja, gibt es und auch eine Genehmigungsbehörde und eine Genehmigung - wie man liest. Aber, der Klarheit halber: Der Flughafen BER entsteht im Land Brandenburg, nicht im Land Berlin!

    Früher gab es doch bei den Bauämtern noch Architekten, Ingenieure und Statiker. Wenn die Stadt jetzt Bauherr und Planer ist, wo soll sie den Bauantrag einreichen ?

    Garnicht. Entsprechend besonders qualifizierte Mitarbeiter nehmen dann laut BauO Bln die Funktion der Bauaufsicht wahr und erteilen sich selbst die Genehmigung, besser: Stellen die Einhaltung der BauO sicher und nehmen das Bauwerk am Ende auch formal ab. Aber, wie gesagt, das gilt in Berlin, der BER aber wird in Brandenburg errichtet, damit gilt dort die BauO von Brandenburg! Und was darin dazu steht, weiß ich nicht. Als ich 'mal in BRB ein Rathaus mit geplant habe, wurde das damals noch förmlich durch die Bauaufsicht abgenommen. Aber da hatte die Gemeinde auch ihre örtliche Stadtentwicklungsgesellschaft als Auftraggeber zwischengeschaltet.

    Und bei besonderen Bauten fängt man u.U. schon mal an zu buddeln, während die Vorplanungen gerade erst starten.

    In Tempelhof wurde erstmal (19irgendwaszwanzig) nicht beantragt, dann gebaut, dann doch beantragt, dann war plötzlich Krieg und kein Material mehr da und auch keine Leute und dann kamen die Amerikaner und sind eingezogen und dann war Luftbrücke und dann waren noch mehr Amerikaner da und ... und Linienflugverkehr mit Düsenflugzeugen und ... irgendwas war halt immer. Und dann wollte kürzlich irgend ein subalterner Beamter für einen Umbau einfach 'mal den Abgleich mit der bestehenden Genehmigung und hat festgestellt, dass es die nicht gibt, und auch keine geprüfte Statik ... und der Brandschutz noch nie auch nur ansatzweise die jeweils geltenden Vorschriften eingehalten hat.


    Für den Fernsehturm im Ostteil soll es übrigens auch keine Baugenehmigung geben: "Bauen ohne Baugenehmigung".

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Für den Fernsehturm soll es übrigens auch keine Baugenehmigung geben: "Bauen ohne Baugenehmigung".

    Das scheint nicht zu stimmen, siehe hier.


    Zitat: "Als im März 1965 der DDR-Staatsaratsvorsitzende Walter Ulbricht am Alexanderplatz in Berlin Mitte die Abrißbirne schwingen ließ, um Platz zu Schaffen für den Bau des höchsten Gebäudes Deutschlands, dem Fernsehturm (368 Meter), lag dafür nicht einmal eine Baugenehmigung vor. Erst als schon ein dicker Schornsteinrumpf 30 Meter aus dem Boden ragte, wurde dem Schwarzbau offiziell die Baugenehmigung erteilt."


    Außerdem ist in Diktaturen bekanntlich einiges möglich, wo sich dem Rechtsstaatler die Zehennägel kräuseln.

    Gibt es eigentlich für den BER einen Bauantrag? ;-)

    Ja, sogar eine Genehmigung. Um den Bau zu Ende bringen zu können, wurde extra die Brandenburgische Bauordnung geändert. Sonst wäre die Baugen. nach 6 Jahren verfallen.


    Läge der Flughafen in Berlin, hätte sich evtl. schon die diktatorische Lösung eingestellt, aber der brandenburgische Landrat hat ein dickes Fell und möchte das Recht nicht beugen (lassen), siehe hier.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas