Ergebnis Fassade nicht zufriedenstellend – oder doch?

  • Wir haben unseren Altbau (erstes Foto) und unseren neuen Anbau (zweites und drittes Foto) von einer Fachfirma dämmen lassen (WDVS mit Steinwolle, Silikonharzputz mit 3 mm-Körnung). So richtig glücklich sind wir mit dem Ergebnis nicht. Der Chef der Firma meint, dass das eben so sei und die waagrechten Abzeichnungen nicht änderbar seien.

    Gerade beim Anbau sieht das Ergebnis aus als wäre das Streichen schon Jahre her. Wir vermuten, dass der zweite Anstrich zu schnell oder gar nicht aufgetragen wurde.

    Meine Frage: Sind wir zu pingelig und das passt alles tatsächlich so?


    Der Architekt meint:

    Zitat

    m. E. ist die Fassade am Eingang nicht zu beanstanden. Beim Anbau kann man diskutieren. Hier sollten die Ebenheitswerte überprüft werden.



  • Mein erster Gedanke war, dass sich da die Platten abzeichnen, und die Armierung etwas dünn ausgeführt wurde. Eine zu dünne Armierungsschicht wäre ein Mangel. Einen Streifen könnte man evtl. noch einer Gerüstebene zuordnen.


    Aber bitte warten, bis weitere Meldungen kommen, das ist nicht mein Fachgebiet.

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  • Leichte Unebenheiten lassen sich niemals vermeiden. Man kann dies mit einer zusätzlichen Egalisierungsspachtelung (= zusätzliche, dickere Spachtelung) etwas besser ausgleichen. Kostet natürlich auch extra. Bringt auch etwas "Masse" in die Oberfläche der WDVS-Fassade und wirkt (ein wenig) reduzierend auf das Algenwachstum. Und natürlich wirkt es ebener, glattere....


    Ob das zulässige Maß bei Dir überschritten ist, kann ich echt nicht sagen. Allerdings zeichnen sich die Unebenheiten schon jetzt ab, also bei diffusem Licht. Bei Streiflicht dürfte das noch knackiger aussehen.


    (Info: Streiflicht ist zur Bewertung der Oberflächenebenheit nicht zulässig!)

  • Danke, Thomas B. Heute war wieder grau-trübes Wetter und selbst dabei ist es schon echt auffällig. Wir haben unseren Maler (für innen – ein anderer Betrieb als die Malerfirma für das WDVS) mal gefragt, was er davon hält. Er findet das Ergebnis auch nicht gut, obwohl wir ihm gesagt haben, dass er uns ruhig sagen kann, wenn er uns zu pingelig findet. Gerade das Ergebnis des Anbaus empfindet er als mangelhaft.

    Wir haben morgen nochmal einen Termin mit Chef der Malerfirma und Architekt, sind uns aber unsicher, was wir nun eigentlich fordern können.

  • Jetzt wird's etwas schwieriger (finde ich).


    Nehmen wir mal an es läge an der Armierungsspachtelung. Zu dünn.


    Ein optischer Mangel,...fraglos.


    Zu beheben?


    Ja, aber mit wirklich großem Aufwand.


    Oder optischen Mangel durch Geld auflösen. Wieviel Geld?


    Optische Mängel werden häufig sehr mager abgegolten. Nach dem Motto " sieht zwar kacke aus, ist aber funktional in Ordnung". Bei einer unschönen ecke, einem Kratzer im Glas was weiß ich, kann man das ggf. auch hinnehmen. Guckt sich irgendwann weg.


    Aber eine ganze Fassade? Das ist natürlich schon deutlich wahrnehmbar.

  • Nehmen wir mal an es läge an der Armierungsspachtelung. Zu dünn.


    Ein optischer Mangel,...fraglos.

    Wenn die Armierungsschicht zu dünn ausgeführt wurde, könnte das mit hoher Wahrscheinlichkeit den Vorgaben des Herstellers widersprechen. Ich müsste jetzt mal in die Verarbeitungsrichtlinien eines Herstellers schauen, aber wenn ich mich richtig erinnere, dann hat der Hersteller meines WDVS eine Mindeststärke vorgegeben (5mm oder 8mm oder so ähnlich).


    In diesem Fall wäre es nicht nur ein optischer Mangel den der AN zu verantworten hat.


    Es bleibt natürlich die notwendige Einschätzung des Mangels, Aufwand für Beseitigung usw. Handelt es sich nicht nur um einen optischen Mangel, dann verschafft das der TE einen längeren Hebel den sie ansetzen kann, und vielleicht wird der AN etwas zugänglicher wenn er sieht, was für eine Lawine da auf ihn zurollen kann.

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  • AN etwas zugänglicher wenn er sieht, was für eine Lawine da auf ihn zurollen kann.

    Leider zu allermeist eine falsche Hoffnung. "Ich/Meine Leute machen keine Fehler und überhaupt, Gutachter, Bauleiter und Zulassungsprüfer haben doch alle keine Ahnung" ist LEIDER die vorherrschende Einstellung. Am Ende hat der Richter dann auch keine Ahnung

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ist natürlich hypothetisch, aber ich wollte eben erst einmal auf den berühmten "optischen Mangel" abstellen, der eben nur kärglich "entgolten" wird.


    Ist die Armierungsschicht nicht nur dünn sondern zu dünn, verlassen wir natürlich das Feld des reinen optischen Mangels und begeben uns auf sichereres Terrain.

  • Eine Armierungsschicht ist nicht dafür da, um grobe Unebenheiten der Dämmplatten oder des Untergrundes auszugleichen.


    Die Dicke der Armierungsschicht muss geeignet sein um das Armierungsgewebe vorschriftsmäßg einzubetten und zu überdecken, aber nicht um eine schlechte Verarbeitung der Dämmplatten zu retuschieren.


    Ich denke die Platten sind mit ungleichmäßigem Kleberauftrag verarbeitet UND zu schlecht geschliffen worden.




    PS: Ich kapiere nicht, wieso es immer noch diese blöde "Mode" des so geringen Dachüberstandes (Verblechung) gibt

    Gruß Werner :)

  • Danke für eure Beiträge – ich gehe gleich noch darauf ein.


    Wir hatten ja gestern das Gespräch mit dem Chef der Firma und unserem Architekten (der hier leider keine Hilfe ist). Beim Neubau (Bild 2) meinte er (der Chef), dass er nochmal drüber putzen würde (das ginge wohl ohne Gewebe, einfach drüber). Beim Altbau allerdings (Bild 1) meint er, wäre es innerhalb der Toleranzen. Ursache der Striche, die man ja kaum sieht, wäre, dass wir ja wollten, dass auf die Egalisierungsspachtelung verzichtet wird, um Geld zu sparen. Da müsste man dann mit sowas rechnen. Daher würde er unsere Bemängelung dort nicht anerkennen. Eine Egalisierungsspachtelung stand nie im Angebot, uns ist gar nicht bewusst, was das sein soll. Daher ist diese Schuldzuweisung natürlich absurd. Außerdem könne man Wolleplatten nicht schleifen, daran würde es also nicht liegen.

    Er meinte jedenfalls dass er da nichts machen würde. Er ruft am Motag aber nochmal eine bestimmte Person bei Brillux an, die sich das Ganze anschauen würde. Wir vermuten, dass das jemand ist, mit dem er immer arbeitet und wir da wenig erwarten können. (Wir würden dann allerdings fragen, ob wir dann mit diesem Ergebnis "Werbung" für Brillux machen können, weil ja alles so wäre, wie es sein soll.)

  • PS: Ich kapiere nicht, wieso es immer noch diese blöde "Mode" des so geringen Dachüberstandes (Verblechung) gibt

    Du meinst sicherlich am Anbau. Nachdem der Dachüberstand auch beim Altbau in der Planung vergessen wurde, haben wir nochmal vehement und immer wieder darauf hingewiesen, dass dieser doch bitte durchgeführt wird. Beim Flachdach war uns nicht bewusst, dass es da Unterschiede gibt, es hat auch nie jemand darüber gesprochen.

  • Ist natürlich hypothetisch, aber ich wollte eben erst einmal auf den berühmten "optischen Mangel" abstellen, der eben nur kärglich "entgolten" wird.


    Ist die Armierungsschicht nicht nur dünn sondern zu dünn, verlassen wir natürlich das Feld des reinen optischen Mangels und begeben uns auf sichereres Terrain.

    Wobei wir die letzte Abschlagsrechnung noch nicht bezahlt haben und er natürlich erstmal klagen müsste, wenn er nicht einverstanden mit dem ist, was wir bezahlen werden. Allerdings möchten wir auch irgendwann mal abschließen mit der aufreibenden Thema Hausbau.


    Uns haben mittlerweile Fußgänger ("neutrale Betrachter") unabhängig voneinander auf die Striche am Altbau angesprochen. Man sieht sie eben schon aus vielen Metern Entfernung.

  • oder was anderes - gibts fotos aus der bauzeit? abrechnung/prüfung der verbauten massen (platten, kleber ..)? wurde die ebenheit des untergrunds geprüft?

    Ich habe Fotos rausgesucht, die von Bedeutung sein könnten (die Platten sind z.B. auch immer wieder nass geworden und standen auch im Regen – hier wurde immer gesagt, dass die Feuchtigkeit nach unten abläuft, wenn sie an der Fassade befestigt sind).

    Wir hatten ein Festpreisangebot, daher haben wir keine Übersicht über die verbauten Massen. Es gab immer nur pauschale Abschlagsrechnungen, die der Architekt weitergeleitet hat. Ich denke auch nicht, dass die Ebenheit des Untergrunds geprüft wurde, zumindest hat uns nie jemand ein Ergebnis mitgeteilt.

  • Beim Neubau soll nun übrigens drüber geputzt werden (Gewebe wäre nicht nötig, das hält auch so -> Aussage Fassadenchef). Da es nun kälter wird, ginge das aber nicht mehr mit Silikatputz, sondern nur noch mit Mineralputz. Oder es wird im Frühling gemacht, wodurch wir aber Farbunterschiede in Kauf nehmen müssten. Tipps diesbezüglich?

  • Beim Neubau soll nun übrigens drüber geputzt werden (Gewebe wäre nicht nötig, das hält auch so -> Aussage Fassadenchef). Da es nun kälter wird, ginge das aber nicht mehr mit Silikatputz, sondern nur noch mit Mineralputz. Oder es wird im Frühling gemacht, wodurch wir aber Farbunterschiede in Kauf nehmen müssten. Tipps diesbezüglich?

    Wieso Silikatputz? In #1 hast du einen vorhanden Silikonharzputz genannt.

  • Lass Dir dafür mal die Zulassung zeigen :D (Wirds nicht geben = also :pfusch:)

    Ganz blöd gefragt, was soll ich genau erfragen? ;) Die Zulassung, den Mangel nun durch Drüberputzen zu beheben bzw. dass es überhaupt möglich ist, mit dem Putz auf den Putz zu gehen?

    Wir haben demnächst nochmal einen Termin mit dem Brillux-Mitarbeiter, den könnte ich natürlich auch fragen. Am liebsten hätten wir das Mängelbehebungskonzept aber auch sowieso schriftlich.

  • Ich habe Fotos rausgesucht, die von Bedeutung sein könnten (die Platten sind z.B. auch immer wieder nass geworden und standen auch im Regen – hier wurde immer gesagt, dass die Feuchtigkeit nach unten abläuft, wenn sie an der Fassade befestigt sind).

    wie soll feuchtigkeit nach unten ablaufen, wenn gleichzeitig der spalt zwischen wdvs und untergrund (putz) luftdicht zu sein hat?

    (ok - das ist jetzt schnoddrig formuliert, aber halbwegs laienverständlich: wenn nicht luftdicht, dann konvektion, dann feuchteschaden).

    so: zero points für diese fachleute.


    hypothese:

    aus den leibungsfotos kann man schon boshaft vermuten (nein, ich meine nicht das bis in den untergrund reichende gewerkeloch): zB "kleberminimierung". dazu wären halt fotos hübsch gewesen, die hoffentlich punkt-wulst zeigen .. wenn aber wulst nicht bis zum plattenrand reicht, dann federt die platte (nicht viel, aber schädlich).


    btw, wie lang stand das wdvs offen, ohne putz?

  • Ob der Brillux-Mitarbeiter neutral ist? Ich glaube nicht, er steht auf Seiten seines Partners, des Handwerkers. Du bist nicht sein Vertragspartner, sondern nur Endkunde für ihn.

    Genau erfragen sollst du m.E. erst mal die Zulassung (= abZ) für dein vorhandenes WDV-System, die du aber bei Brillux auch schon selbst runterladen kannst (verdübelt, nicht verdübelt?)

    Eine Zulassung für einen zweiten Putzauftrag auf ein bereits verputztes WDVS gibt es nicht. Das sagt ein Gutachten im Auftrag des Verbands der Putzhersteller,

    VDPM e.V. Nur wenn das WDVS in allen Bereichen zulassungsgemäß ist, kann nach aufwendigen Untersuchungen am vorhandenen System eine zweite Putzschicht erwogen werden. (Finde ich insofern interessant, da der Mörtelverband ja ein Zusammenschluss aller Putzhersteller ist und somit deren Lobbyist.)

    Der Putzauftrag eines Mineralputzes auf einen Kunstharzputz ist lt. Gutachten in keinem Fall zulässig.

  • Genau das, was Roth beschreibt, meinte ich mit Zulassung. Alleine Die Befestigung (Neubau = nicht gedübelt??) wäre schon spannend. Dei neue Putzschicht wiegt ja "ein paar Kilo".

    Kein Hersteller gibt dafür schriftlich sein OK. Und schriftlich solltest Du Dir alle Aussagen geben lassen (mit Firmenbriefkopf und genauem Namen des Aussagenden)

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