Landwirtschaftliche Fläche zu Bauland

  • Hallo alle zusammen,

    wir möchten ein Grundstück in einem Dorf (Ortsmitte; gegenüber der Kirche) kaufen und auf diesem bauen. Laut Flächennutzungsplan der Gemeinde ist die Fläche auch als bebaubare Fläche ausgewiesen. Es gibt eine Zuwegung und das Grundstück gilt, laut Gemeinde, als erschlossen. (Anschlüsse liegen in der Straße, müssen nur noch auf das Grundstück gezogen werden). Von Seiten der Gemeinde gibt es also keine Einwände dort zu bauen.

    Jetzt meldet sich aber der Landkreis, weil man diese Fläche nicht einfach umwandeln könnte.

    Wie können wir weiter vorgehen?

    Es gibt in der Region weit und breit keine Bauplätze von den Gemeinden mehr, nur noch Private. ;(


    Die ,landwirtschaftliche Fläche’ gehört übrigens nicht mehr zu einer Landwirtschaft. Diese wurde schon vor vielen Jahren verkauft. Die Erben davon ( Verkäufer der Fläche) sind Privatpersonen.

  • Das könnte kompliziert und langwierig werden, ein Erfolg ist nicht garantiert.

    Der Flächennutzungsplan ist noch kein rechtsverbindlicher Bebauungsplan. In ihm legt die Gemeinde irgendwann einmal fest, wie man mit den vorhandenen Flächen umgehen könnte. Das ist noch meilenweit von einem Bebauungsplan entfernt.


    Was sagt die Gemeinde dazu (außer dem Spruch den ich unten zitiert habe)? Wenn der Landkreis jetzt schon Widerstand zeigt, dann muss man damit rechnen, dass die ohnehin lange Zeit bis zu einem Bebauungsplan/Baugenehmigung noch deutlich länger wird. Bitte daran denken, da geht es nicht nur um 1 oder 2 Jahre, sondern da können auch mal 10 Jahre und mehr in´s Land ziehen.


    Eine landwirtschaftliche Fläche, und das ist sie nun mal, unabhängig davon, ob sie heute so genutzt wird, lässt sich nicht so einfach in Bauland umwandeln.

    Von Seiten der Gemeinde gibt es also keine Einwände dort zu bauen.

    Das hilft nicht weiter. Keine Ahnung wer das gesagt hat, aber an sich müsste er wissen, dass man eine landwirtschaftliche Fläche nicht so einfach als Bauland nutzen kann. Es ist zwar schön zu wissen, dass die Gemeinde nichts dagegen hätte, aber dann soll sie erst einmal die Voraussetzungen dafür schaffen, dass eine Baugenehmigung erteilt werden kann.


    d.h. Euer Vorhaben kann nur dann gelingen, wenn überhaupt, wenn Verkäufer, Käufer und die Gemeinde sich an einen Tisch setzen. Hier sehe ich die Gemeinde in der Pflicht, als "Fachleute", entsprechende Wege aufzuzeigen. Ansonsten sollte man nach einem Fachanwalt Ausschau halten, der die Sache einmal genauer prüft.


    Meine Glaskugel sagt mir, Euch steht ein langer Weg bevor. :haue:

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  • Es gäbe ja auch die Möglichkeit einer Vorhabenbezogenen Bebauungsplanänderung, was, wenn alle an einem Strang ziehen, in einem halben bis einem Jahr über die Bühne gebracht werden kann. Wird zwar meist für größere Projekte angewendet, aber vielleicht funktioniert das auch in kleinem Rahmen auf dem Dorf. Ist aber, glaube ich, an einer Mindestfläche gebunden, wenn ich mich nicht irre.


    Ansonsten, wenn man Geld übrig hat und investieren will und das Dorf eh für die Zukunft plant und einen neuen Bebauungsplan aufstellen will und man weiß, dass alle Fraktionen im Gemeinderat die Fläche als Bauland ausweisen wollen um den Dorfkern zu verdichten, dann könnte man das Grundstück noch günstig kaufen und später, wenn Baurecht besteht, teurer verkaufen. :)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Es gäbe ja auch die Möglichkeit einer Vorhabenbezogenen Bebauungsplanänderung, was, wenn alle an einem Strang ziehen, in einem halben bis einem Jahr über die Bühne gebracht werden kann.

    Das erscheint mir schon sehr optimistisch! Ich würde vom Mehrfachen ausgehen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Mir fehlen da noch ein paar Infos. Wie groß ist denn das Dorf? Meint das Landratsamt, dass es sich um Außenbereich handelt oder wie ist das mit dem "umwandeln" zu verstehen? Dorfmitte klingt für mich eigentlich nicht so. Kannst du einen anonymisierten Lageplan von dem Dorf einstellen (oder diesen abzeichnen)?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Zitat von Skeptiker

    Das erscheint mir schon sehr optimistisch! Ich würde vom Mehrfachen ausgehen.



    Hängt immer von der Gegend ab. Kenne Fälle wo es in einem Jahr durchgezogen wurde, weil alle es wollten.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ein Antrag auf Bauvorbescheid hat schon manche Rechtsunsicherheit geklärt und wäre möglicherweise auch hier anzuraten...

    außerdem würde ich empfehlen, mit der Gemeinde zu sprechen, ob noch Erschließungs- oder sonstige Beiträge zu zahlen sind...

  • Hängt immer von der Gegend ab. Kenne Fälle wo es in einem Jahr durchgezogen wurde, weil alle es wollten.

    Mag es geben. Das Haus in dem ich wohne steht in zukünftigen Geltungsbereich eines innerstädtischen B-Plans, der nun schon im ca. zehnten Jahr in Aufstellung ist. Und das liegt vor allem an den privaten Grundeigentümern, die noch mehr zulässige profitable Fläche für sich haben wollen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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