Schnellbaucontainer dämmen

  • Moin...


    Ich will in unserer Halle ein Aktenlager mit einer Grundfläche von 2x3m einrichten. Die Halle ist leicht gedämmt, es sind 5cm Sandwichplatten verbaut. Da es sich nur um eine Lagerhalle handelt, wird in den Wintermonaten nur unregelmäßig geheizt, d.h. Frost ist u.U. möglich, genauso kann es im Sommer auch schon mal 30°C warm werden.


    Der erste Gedankengang war, sich einen werksseitig isolierten Container zu kaufen. Weil der Container aber auf der Galerie über dem Bürotrakt aufgestellt werden soll, ist es nicht möglich, ihn im Ganzen dorthin zu bekommen. Und isolierte Container gibts nur fertig montiert.


    Daher ist zur Zeit die Überlegung, einen Schnellbaucontainer (der in Teilen geliefert wird und somit vor Ort zusammenbaubar ist) soweit zu dämmen, dass die Akten unbeschädigt während der 10-Jahres-Frist dort untergebracht werden können.


    Stellt sich die Frage, ob und wie soetwas darstellbar ist oder hat vielleicht noch jemand hier eine andere Idee?

    • Offizieller Beitrag

    Skeptiker : Ich denke schon, dass es einen Unterschied macht. Ich denke dabei daran, wieviel Luftfeuchte und welch hohe Temperaturen beispielsweise ein ungedämmtes Dach hat und im Gegenzug dazu ein gedämmtes.

    Die Akten, die wir damals im ungeklärten Haus gelagert hatten, waren ziemlich verbogen.


    Also gehts hierbei auch um Luftfeuchte.


    Das sind jetzt aber Laiengedanken, spontan. Genauer habe ich da jetzt noch nicht nachgedacht.

    • Offizieller Beitrag

    Die absolute Luftfeuchte hat doch nichts mit der Wärmedämmung zu tun. Wärmedämmung ohne Heizung bremst die Temperaturschwankungen durch das Aussenklima etwas, mehr nicht.

    • Offizieller Beitrag

    Es geht doch um den Aktencontainer.

    Bei völlig ungeheizten Räumen, die nicht dem Aufenthalt von Menschen dienen, frage ich mich immer nach dem Sinn einer Wärmedämmung.

    Die Frge wäre also, welche Bedingungen sind für die Aufbewahrung der Akten hilfreich, welche sollte man vermeiden.


    Ich bin da bei Anda. Die Temperaturen dürften nicht so sehr das Problem sein, aber die Luftfeuchtigkeit, bzw. die Temperaturwechsel. Letzteres kann durch eine Dämmung schon positiv beefinlusst werden.

  • unter umständen wäre eine luftfeuchtigkeitsüberwachung/regelung ein eher gangbarer weg .... ?

    bei einem derart kleinem raum bestimmt nicht zu aufwändig.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

    • Offizieller Beitrag

    dass die Akten unbeschädigt während der 10-Jahres-Frist

    Bei 10 Jahren sind die Umgebungsbedingungen noch nicht so kritisch.

    Der wichtigste Punkt wäre "dunkel" lagern. UV sollte tunlichst vermieden werden.


    Dann kommt Lufteuchtigkeit, bedingt auch die Umgebgungstemperatur. Da in so einem Container die Luftfeuchtigkeit kaum in einem idealen Bereich gehalten wird, sollte man zumindest darauf achten, dass die Luft nicht extrem trocken oder extrem feucht wird. Extrem trockene Luft trocknet das Papier aus, das dann Feuchtigkeit aufsaugt wie ein Schwamm. Extrem feuchte Luft beschädigt mit der Zeit das Papier.


    Wichtig wäre in meinen Augen, dass es nicht zu Kondensat durch schnelle Wechsel der Umgebungsbedingungen kommen kann.


    Meine Prüfberichte lagern in einem Raum dessen Temperatur das Jahr über zwischen knapp unter +10°C und +25°C liegt, die Luftfeuchtigkeit wird nicht geregelt. Ich lagere die Berichte für max. 20 Jahre, bisher noch keine Probleme.


    Ich würde mir also bei 10 Jahren keine großen Sorgen machen, und halt extreme Umgebungsbedingungen vermeiden.

    • Offizieller Beitrag

    bzgl Container/ Dämmung: Wäre da Trockenbau nicht einfacher/ günstiger?

    Denkbar. Man sollte es prüfen. Ich würde dann aber auch Holzwerkstoffe in Erwägung ziehen.


    (Und um bei der Feuchteproblematik zu bleiben: Auf welche Seite der Wand kommt die Dampfsperre?)

  • Wenn ihr schon über Luftfeuchte debattiert - die Schnellbaucontainer, die ich kenne, sind sämtlichst aus Metall, bis auf den Boden, der ist meist aus Holz(werkstoff). Da diffundiert nix. Nicht rein und nicht raus.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    • Offizieller Beitrag

    ... die Schnellbaucontainer, die ich kenne, sind sämtlichst aus Metall ...

    Aber sind deren Fugen wasserdampfdicht?

    • Offizieller Beitrag

    bzgl Container/ Dämmung: Wäre da Trockenbau nicht einfacher/ günstiger?

    Die Idee gefällt mir. Der Lagerraum bleibt ja vor Ort, muss nicht transportabel sein, und bei den Abmessungen hat man schnell eine Trockenbaukonstruktion erstellt.

    Dauert zwar etwas länger als einen gekauften Container zusammen zu schrauben, aber ist jetzt auch keine Aufgabe die Wochen in Anspruch nimmt.

    Ob Gipskarton, OSB oder was auch immer, den Gedanken könnte man weiter verfolgen.

    • Offizieller Beitrag

    Du meinst Lüftung durch Fugenundichtigkeit?

    Richtig, ich meinte die typischerweise "großen Türen".

    Die könnte man aber vielleicht modifizieren, kommt mir gerade so in den Sinn.

    • Offizieller Beitrag

    Frost sollte für die Papierakten und ggf. auch für Datenträger nicht das Problem sein, solange die Luftfeuchtigkeit bzw. die Oberflächentemperaturen nicht Richtung Taupunkt wandern.


    Ein einfacher luftfeuchtegesteuerter Kondenstrockner sollte reichen, ABER diese Geräte funktionieren i.d.R. nur bei Temperaturen über + X °C !

    Das hieße, eine kleine elektrische Zuheizung (Frostwächter) wäre schon nicht schlecht.


    Wenn der Kondenstrockner im Herbst bei sinkenden Temperaturen - und damit bei steigender relativer Luftfeuchte - kräftig arbeitet, sollten auch ein paar Tage / Wochen Frost überstanden werden ohne dass der Trockner läuft. Im Winter kann man es ja vermeiden, Akten einzulagern, dann wird auch keine Feuchte über Tür-Offen-Luftaustausch eingetragen.


    Bei Aufstellung "... über dem Bürotrakt ..." bekommt das Archiv minimal Wärme von unten - ja nach Dachdämmung des Büros.


    Bei der Variante 'Trockenbau' wirken auch die Trockenbauplatten als Zwischenpuffer für temporär überschüssige Feuchte.


    Andere Frage:

    bei 10 Jahre Aufbewahrungsfrist - wie sieht es da aus mit Brandschutz?

    Zumindest über eine getrennte Lagerung von aktuellen Daten auf der IT und den zu archivierenden Daten in verschiedenen Brandabschnitten sollte man mal nachdenken.


    Kann ggf. ein kleiner Teil der Halle mit z.B. 24er KS-Mauerwerk + t30-Tür + Betondecke ohne Dämmung abgetrennt werden?

    Bei ausreichender Tragfähigkeit kann das Dach des Archivs noch als Lagerfläche genutzt werden.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)