Weisse Wanne undicht

  • Bei der Tochter ist die Weisse Wanne undicht und die Gewährleistung abgelaufen. Entdeckt wurde das dadurch, dass eine Wand feucht wurde und nach Öffnen des Estrich sah man dass der Heizungsinstallateur beim Verlegen einer Heizung unter dem Estrich die Folie, die direkt über der Bodenplatte angebracht ist beschädigt hatte. Das Wasser unter der Folie zog dann durch die Beschädigung in die Wand. Nach starkem Regen kommt auch mehr Wasser.

    Klar, man kann jetzt die undichte Stelle in der WW suchen und dann Verpressen.

    Die Frage ist aber nun was passieren würde wenn man die beschädigte Folie lediglich ausbessert, bzw. was mit Bodenplatte und Kellerwänden passieren kann wenn der Schaden der WW unbemerkt bleibt da die Folie dicht bleibt.

    Man kann wohl davon ausgehen dass in vielen Fällen Schäden der WW durch die Folie verdeckt werden - sind das dann "tickende Zeitbomben" oder ist das harmlos?

    Grüße und Dank im Voraus

  • Ist die Aussage (das das Wasser durch die Weisse Wanne eindringt) ganz klar und eindeutig gesichert?

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Ja, einwandfrei. Außer dem genannten Heizungsrohr, das jetzt frei liegt gibt es keine Leitung im Estrich, und je stärker der Regen, desto mehr Wasser.

  • Die Folie ist eine Dampfbremse, die soll aufsteigende Feuchte aus dem Beton der WW in den Estrich verringern. Eine Dichtung ist es nicht, kleiner Beschädigungen durch den Heizungsbauer auch kein Mangel.


    Wenn Wasser durch die WW kommt, muss man dies planmässig Verpressen. Dies ist einfach eine Eigenschaft bei WW. Man hofft oftmals auf eine "Selbstheilung" des Risses durch eingetragene Feinstoffe, praktisch kommt dies kaum vor. Der feuchte Bereich kann von Fachleuten sehr gut lokalisiert werden, verpressen und gut ist es. Der Fachmann kann auch etwas dazu sagen, ob eine Trocknung notwendig ist.


    Wenn man nichts macht, und der Riss keine Selbstheilung durchführt (Beten hilft?), wird es zu Schimmelbildung in der Dämmschicht kommen, die dann auch in die Raumluft über geht. Ignorieren ist deshalb keine so gute Idee.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Danke MiLeb.

    Das heißt doch dass es in den Häusern (wohl nicht wenigen) mit ebenfalls defekter WW zu dieser Schimmelbildung kommen wird ohne dass die Bewohner die Ursache ahnen?

  • Nein.


    Das System der WW basiert darauf, dass man Undichtigkeiten erkennen und beseitigen kann. Hat bei euch ja auch funktioniert.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Die Folie ist eine Dampfbremse, die soll aufsteigende Feuchte aus dem Beton der WW in den Estrich verringern. Eine Dichtung ist es nicht, kleiner Beschädigungen durch den Heizungsbauer auch kein Mangel.


    Wenn Wasser durch die WW kommt, muss man dies planmässig Verpressen. Dies ist einfach eine Eigenschaft bei WW. Man hofft oftmals auf eine "Selbstheilung" des Risses durch eingetragene Feinstoffe, praktisch kommt dies kaum vor. Der feuchte Bereich kann von Fachleuten sehr gut lokalisiert werden, verpressen und gut ist es. Der Fachmann kann auch etwas dazu sagen, ob eine Trocknung notwendig ist.


    Wenn man nichts macht, und der Riss keine Selbstheilung durchführt (Beten hilft?), wird es zu Schimmelbildung in der Dämmschicht kommen, die dann auch in die Raumluft über geht. Ignorieren ist deshalb keine so gute Idee.

    Das die Selbstheilung von Rissen in der Praxis kaum vorkommt kann ich nicht bestätigen.

    Geringe Rissweiten schließen sich recht häufig von selbst. Ich kenne keine WU-Betonbauwerke die gar nicht gerissen sind.

    Abhängig vom Druckgefalle, der Bauteildicke, der Rissweite, die Rissrauigkeit, dem PH-Wert der angreifenden Wässer.

    Wie schon von MiLeb beschrieben verschließt sich der Riss in der Hauptsache durch eingetragene Partikel. Daher benötigt die Selbstheilung auch eine gewisse Zeit während dieser der Riss von dem Wasser durchflossen wird. Wenn nur noch wenig Wasser durchfließt, kommt oft noch die festen Partikel in Form von

    ausgefälltes Calciumcarbonat. Daher erkennt man unter solchen Rissen auch oftmals Laufspuren die wie Kalkläufer aussehen.


    Wenn ich nun aber schreibe, dass ich diesen Zustand mehrfach erlebt und bei eigenen Bv auch schon abgewartet habe, ist dieses keine Garantie dass sich jeder Riss von selbst heilt. Auch dann nicht, wenn die Rissweite offenbar die nach WU-RiLi zulässigen max. Rissweiten nicht zu überschreiten scheint.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Ja, hat funktioniert, aber nur dadurch dass die Folie ein Loch hatte und das Wasser direkt an der Innenwand hochstieg. Bei intakter Folie merkt man es dann wohl erst am Schimmel.

    Am Ende war also das Loch in der Folie sogar von Vorteil und hat die Schimmelprobleme vermieden.

  • Das heißt doch dass es in den Häusern (wohl nicht wenigen) mit ebenfalls defekter WW zu dieser Schimmelbildung kommen wird ohne dass die Bewohner die Ursache ahnen?

    Ganz genau. Experten gehen davon aus, dass etwa jeder 2. Neubau ein Schimmelproblem hat, zu einem sehr hohen Prozentsatz versteckter Schimmel und wohl die meisten davon in der Fussbodenkonstruktion. Ursache oft Restbaufeuchte, aber scheinbar auch immer wieder solche Ursachen wie hier.

    Die mikrobielle Eskalation in der Konstruktion ist hier erfahrungsgemäß sehr sehr wahrscheinlich schon passiert (oder ist der Schaden erst 3-5Tage alt?).

    Also brauchen die Eigentümer einen guten Sachverständigen (Achtung, selbst viele SV sind leider hier nicht ausreichend auf Zack) und müssen dann nach guter Beratung entscheiden ob das so gut es geht getrocknet und dann eingehaust wird oder ausgetauscht......nach Behebung der Schadensursache versteht sich.

  • die Selbstheilung von Rissen in der Praxis

    .. ist sowas wie die schamanische behandlung von psychopathogenen betonerkrankungen und in einem ausgebauten wohnraum würde ich keinen chip auf dieses blatt setzen - im gegenteil: wenn nicht die WW sowieso unnötig ist (ist sie immer, bis das erste mal wasser ansteht), dann wird´s im riss mehr oder minder einen artesischen brunnen geben, weil zuvor die wesentliche eigenschaft für selbstheilung eben nicht vorhanden ist. auch deshalb haben sich mit der aktuellen und der vorherigen wu-rili die anforderungen an wu-konstruktionen deutlich verschärft > ardt.

  • Als erstes muss also das Leck gefunden werden. Ist das ohne viele Öffnungen im Estrich möglich, bzw. welche (zuverlässigen) Verfahren hierzu gibt es?

    Die WW wurde übrigens bereits 2013 erstellt, das Wasser muss daher schon lange drin sein.

  • Darf man hier im Forum fragen ob es Empfehlungen von Firmen für die Riss-Suche und fällige Verpressung im Raum Köln gibt?

    Wenn so etwas erlaubt ist - wir sind für jeden input sehr dankbar. Alle Empfehlungen wären natürlich völlig unverbindlich.

  • Die WW wurde übrigens bereits 2013 erstellt, das Wasser muss daher schon lange drin sein.

    Nein, muss sie nicht. Das Wasser kann zu jedem Zeitpunkt nach Fertigstellung der WW eingedrungen sein, z.B. beim Ansteigend des Grundwasserspiegels (natürlich oder durch menschliche Eingriffe), einmaligem Extremniederschlag, Austritt von Leitungswasser innen ... sogar Kondensat ist denkbar, aber eher untypisch.


    Eine Untersuchung des pH-Wertes des Wassers und dessen Abgleich mit dem direkt außen anstehenden Grundwasser kann manchmal interessante Ergebnisse liefern. Auch eine Analyse der Keimbelastung kann Hinweise zur Quelle liefern.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Und noch eine Frage: Wasser und Feuchtigkeit in der Dämmschicht unter dem Estrich kann man z.B. absaugen, aber was ist mit dem Wasser das sich nach dem Verpressen der Risse immer-noch unter der Dampfbremse befindet?

  • Und noch eine Frage: Wasser und Feuchtigkeit in der Dämmschicht unter dem Estrich kann man z.B. absaugen

    Sehr begrenzt (will sagen, so einfach wie mit einem Nasssauger Wasser aus einem Eimer sicher nicht).


    Es bedarf einer technischen Trocknung des Estrichs, sofern dieser nicht (z.B. als Trockenestrich mit organischen Bestandteilen oder bei Belastung mit fäkalkeimhaltigen Wasser) sowieso ausgebaut und entsorgt werden muss. Es gibt unterschiedliche Trocknungsmethoden. Viele davon arbeiten mit warmer Luft von einem Kondensationstrockner oder Seitenkanalverdichter. Wenn die Dämmschicht und der Estrich danach wieder trocken sind, spielt die unter der Folie verbliebene Feuchtigkeit zwar eine, aber in Deinem Fall doch recht untergeordnete, Rolle. Weshalb das so ist, erklärt Alexander Unger hier sehr anschaulich.


    Bei Bedarf kann es hier sicher auch jemand erklären.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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