Zugang Dach bereitstellen

  • Hallo zusammen,


    ich hätte ein Frage zu Thema Dachzugang für z.B. Reperaturarbeiten:


    Es handelt sich um ein 45° Satteldach welches weder eine Dachleiter noch irgendwelche Stufen für Dachwartungen oder Reperaturarbeiten hat.

    Bei der Planung hat uns der Kaminkehrer gesagt, dass er den Kamin vom Technikraum reinigen/prüfen/warten kann und er keinen direkten Zugang am Dach benötigt.


    Nun ist aber der Fühler der Solaranlage defekt und dieser muss innerhalb der Gewährleistung getauscht werden. Eine Arbeit vom max. einer halben Stunde.

    Die betreffende Firma kann natürlich nicht ohne Sicherungsmaßnahmen auf das Dach. Kostentechnisch wäre eine einfache Arbeitsbühne mit Teleskoparm möglich. Kosten ca. 250-450€


    Meine Frage ist nun wer muss die Kosten tragen. Kann man argumentieren, dass es Teil der Gewährleistung ist nach dem Motto ihr müsst das reparieren, organisiert euch also den Dachzugang.

    Oder muss dieser bauseits zur Verfügung gestellt werden. Was ist hier der rechtliche Hintergrund?


    Vielen Dank

  • Steht was im Vertrag? Wie ist die Solaranlage denn auf das Dach gekommen?

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • Zu Reperaturarbeiten während der Gewährleistung wurde nichts vereinbart.


    Bei der Montage war vereinbart, dass das Dachfangerüst und eine Montageblattform vom Dachdecker bzw. Fassadenbauer gestellt wird.

  • Es gibt also einen Werkvertrag zwischen einem privaten Kunden und einem Unternehmer, auf dessen Basis eine Solaranlage verkauft und montiert wurde. Nun ist ein Gewährleistungsfall eingetreten, und der Unternehmer muss ein Teil austauschen. Es gibt keine sonstigen Vereinbarungen.


    Habe ich das so richtig verstanden?


    Dann würde ich ähnlich den folgend genannten Infos argumentieren:


    ECC-Rechtstipp_2017-Nr-143-Mai-2017.pdf


    d.h. der Unternehmer hat nicht nur das Teil zu ersetzen, sondern auch dessen Aus- und Einbau. Hierzu gehören alle dafür notwendigen Arbeiten, um das Werk in einen mängelfreien Zustand zu versetzen. WIe der Unternehmer das bewerkstelligt, das obliegt seiner Entscheidung.


    Wichtig wäre wohl, dass der Kunden den Unternehmer nicht an den Arbeiten hindert, was hier nicht der Fall ist. Es ist nicht Aufgabe des Kunden zu klären, wie der Unternehmer den Mangel beseitigt, er muss ja auch nicht sicherstellen, dass der Unternehmer zur Baustelle kommt.


    Der Unternehmer sollte wissen, wie er die Arbeiten sicher ausführen kann (PSA). Ein Gerüst o.ä. braucht es für solche Arbeiten nicht. Ansonsten sollte er mal einen Dachdecker fragen, die kennen sich da besser aus.


    Übrigens, mit dem Schornsteinfeger ist das NICHT zu vergleichen (dieser muss an sich regelmäßig an den Schornstein usw.). DIeses Thema würde ich jetzt nicht aufmachen, da es nur verwirrt.

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  • In jeder LBO wird dem Besitzer die Pflicht auferlegt Sicherungseinrichtung vorzuhalten für Bauteile die vom Dach gewartet werden müssen. Also Einrichtung vorsehen lassen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • In jeder LBO wird dem Besitzer die Pflicht auferlegt Sicherungseinrichtung vorzuhalten für Bauteile die vom Dach gewartet werden müssen.

    Beispiel dafür?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Sicherung ist doch nicht gleich Zugang, oder? Hätte ja auch sein können, dass die Schornsteinfegersachen genau auf der anderen Dachseite sind, dann hätte es auch nichts genutzt.



    Geht das nicht mit Leiter + gesichert am .... ( und da verließen sie mich - keine Ahnung)


    EDIT: Ich hätte jetzt gesagt, wie R.B.: Gehört zur Gewährleistung dazu.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Also vielen Dank für die zahlreichen Antworten, hat mir auf jeden Fall weitergeholfen für die weitere Diskussion mit der betreffenden Firma.


    Zur Wartung gebe ich euch natürlich recht. Der Auftraggeber wird dann was vorsehen oder die Sicherungsmaßnahmen dem Wartungsbeauftragten vergüten müssen.

    Ich sehe das z.B. beim Thema defekte Abdichtung des Kellers in der Gewährleistung. Hier wäre ja auch die betreffende Firma verantwortlich für die Erdarbeiten, eventuellen Spundung und einem ausreichenden Arbeitsgraben. Kann ja nicht sein, dass der Besitzer für den Zugang zur defekten Stelle und den Sicherungsmaßnahmen verantworlich ist.

  • Beispiel dafür?

    LBO SH 33 (8) LBO HH 30 (9) Jeweils im dritten Teil.

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  • LBO SH 33 (8) LBO HH 30 (9) Jeweils im dritten Teil.

    Danke! Kannte ich noch nicht, weil wir in B genau diese Regelung nicht haben und ich außerhalb von B bisher immer nur Flachdächer geplant und gebaut habe.


    Also ganz leicht korrigiert:

    In jeder LBO außer der von Berlin wird dem Besitzer die Pflicht auferlegt, Sicherungseinrichtung vorzuhalten für Bauteile die vom Dach gewartet werden müssen.

    In Bayern, wie beim TS angefragt, also ...

    ... Einrichtung vorsehen lassen.

    :thumbsup:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Für Flachdächer trifft das aber genauso zu. Ohne Einbaudoku kannst die Einrichtung aber auch vergessen weil da keiner sich dann fest macht. Immerhin hängt das Leben an den Dingern.

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  • Für Flachdächer trifft das aber genauso zu.

    Da ergibt sich das aber schon aus dem Paragraphen zu Umwehrungen. Insofern richten sich die von Dir genannten Paragraphen m. E. eher an Errichter von Steildächern.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Das heißt auch für

    In jeder LBO wird dem Besitzer die Pflicht auferlegt Sicherungseinrichtung vorzuhalten für Bauteile die vom Dach gewartet werden müssen. Also Einrichtung vorsehen lassen.

    Noch einmal die Frage: Gilt das auch für Gewährleistungsansprüche oder nur für Wartungsarbeiten.

    Wenn das für alle Arbeiten auf dem Dach gilt, wie z.B. Reparaturen was wäre dann hier die praktische Konsequenz für Steildächer? Das ganze Dach müsste ja dann an jeder Stelle (es kann ja überall was kaputt gehen) sicher erreichbar sein. t

    Wie ist hier die Bauordnung im Kontext zum rechtlichen Hintergrund der Gewährleistungsansprüche zu sehen(s. Beitrag von R.B.)

  • In jeder LBO wird dem Besitzer die Pflicht auferlegt Sicherungseinrichtung vorzuhalten für Bauteile die vom Dach gewartet werden müssen. Also Einrichtung vorsehen lassen.

    In jeder? Ich kann in der NBauO und der DV-NBauO nichts dazu finden. Wo siehst Du das?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • In jeder? Ich kann in der NBauO und der DV-NBauO nichts dazu finden. Wo siehst Du das?

    NBauO, §32 (4):


    Zitat

    (4) Für vom Dach aus vorzunehmende Arbeiten sind sicher benutzbar Vorrichtungen anzubringen.

    Das war von Kalle, glaube ich, gemeint.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • "(8) Für vom Dach aus vorzunehmende Arbeiten sind sicher benutzbare Vorrichtungen anzubringen."

    @Kalle...daraus kann ich nun keine Pflicht des BH für Sicherungen ableiten.


    Nehmen wir mal an, auf dem Dach befänden sich PV o. Solarkollektoren. Dann müssten diese, folgt man Deiner Interpretation, komplett umwehrt werden, da man ja mal irgendwann ran muss. Vielleicht.


    Ich sehe das eher als Hinweis (als Verpflichtung), dass Arbeiten am Dach eben gesichert auszuführen sind. Ein Gerüst, PSA, eine Hebebühne,...was auch immer. Aber nicht zwingend etwas Dauerhaftes.

  • Nehmen wir mal an, auf dem Dach befänden sich PV o. Solarkollektoren. Dann müssten diese, folgt man Deiner Interpretation, komplett umwehrt werden, da man ja mal irgendwann ran muss. Vielleicht.

    Müssen ja nicht nur besondere Einrichtungen sein, theoretisch müsste ja dann jeder Dachziegel sicher erreichbar sein.

  • Letztendlich müsste somit jedes Haus dauerhaft eingerüstet bleiben. Vielleicht muss man ja mal an den Windwächter ran, der an der Fassade baumelt. Oder den Temperatursensor der Heizung, oder was weiß ich nicht....


    Interessant allemal, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dies so zu verstehend ist, wie Kalle meint. Was meint Ihr? Meint Ihr auch was? ;)

  • Interessant allemal, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dies so zu verstehend ist, wie Kalle meint. Was meint Ihr? Meint Ihr auch was? ;)

    Wege für Schornsteinfeger sind (rein logisch) schon länger erforderlich, fliegen können die ja leider nicht.

    "(8) Für vom Dach aus vorzunehmende Arbeiten sind sicher benutzbare Vorrichtungen anzubringen.

    „Vorrichtungen“ verstehe ich lediglich als jeweils geeignete Vorrichtungen. Das können ganz banal Leiterhaken oder Anschlagpunkte für eine PSA sein. Das ist weder zwingend die Herstellung waagerechter Flächen, noch von deren Umwehrungen - beim Steildach, wie beim Flachdach.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Interessant. Für BaWü finde ich jetzt nichts, außer, dass bauliche Anlgen verkehrssicher sein müssen.


    für die Schorni gibt s UVV, BGR, DIN18160-5 usw. aber es gibt ja auch Häuser ohne Schornstein.

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  • (4) Für vom Dach aus vorzunehmende Arbeiten sind sicher benutzbar Vorrichtungen anzubringen.

    Ein Schorni kann auch "von unten" kehren und sonst seh ich das wie Thomas B - der Bh kann ja nicht für alle, die evtl. mal aufs Dach müssen, Anschlagpunnkte o.ä. vorhalten. Das kann doch nur für absehbar regelmäßig erforderliche Arbeiten gelten.

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  • Aber zur Feuerstättenschau müsste er an sich auch den Schornsteinkopf genauer unter die Lupe nehmen. Wird meist nicht gemacht, kostet ja alles Zeit.

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  • Ein Schorni kann auch "von unten" kehren und sonst seh ich das wie Thomas B - der Bh kann ja nicht für alle, die evtl. mal aufs Dach müssen, Anschlagpunnkte o.ä. vorhalten. Das kann doch nur für absehbar regelmäßig erforderliche Arbeiten gelten.

    Macht der Schornsteinfeger in unserem Haus auch, da wir auf dem Dach noch keine entsprechende Tritte haben. Meckert aber jedes mal und hat es bei der Feuerstättenschau auch angesprochen und gemeint, dass die Tritte bei Gelegenheit mal angebracht werden sollten.


    Grundsätzlich ist das Kehren von "oben" wohl besser. Und insbesondere bei älteren Häusern ist der Kamin gerne mal verzogen, so dass von beiden Seiten aus gereinigt werden muss.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Und insbesondere bei älteren Häusern ist der Kamin gerne mal verzogen,

    Deswegen muss man heutzutage eine zusätzliche Reinigungsöffnung vorsehen, wenn man den Schornstein verziehen möchte.

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  • „Vorrichtungen“ verstehe ich als lediglich jeweils geeignete Vorrichtungen. Das können ganz banal Leiterhaken oder Anschlagpunkte für eine PSA sein. Das ist weder zwingend die Herstellung waagerechter Flächen, noch von Umwehrungen - beim Steildach, wie beim Flachdach.

    So sieht bzw. empfiehlt das wohl auch die BG Bau, vgl. nachfolgenden Link:


    b_103.pdf

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Deswegen muss man heutzutage eine zusätzliche Reinigungsöffnung vorsehen, wenn man den Schornstein verziehen möchte.

    Ändert aber am bestehenden Kamin im Altbau nix. Da muss der Schornsteinfeger von unten und oben ran.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)