Fußbodenheizung nachträglich, geht so?

  • Guten Tag sehr geehrte Profis,


    ich habe eine Feage bezüglich nachträglicher Einbau der Fussbodenheizung.


    Und zwar, auf dem OG ist die Zwischendecke aus Beton und auf dem Betonboden liegen Balken ca 50x50 auf denen 2cm dicke Bretter drauf (Hausbaujahr 1964, Massivbauweise).


    Jetzt sind wir am überlegen unsere Küche (12m2) zu renovieren (in der Küche und im Bad anstatt Bretter ist Estrichboden ca 4cm und darunter Styropor). Da uns der Heizkörper im Wege steht (neben dem Esstisch und man stößt jedes mal dagegen, ist schon komplett zerkratzt), haben wir ins überlegt die FH zu verlegen.


    Vom Bodenaufbau her habe ich mir folgende Variante mit Schüttung von Knauf und OSB überlegt:


    Schüttung ca. 4cm

    OSB 25mm

    Bahnen fräsen für 16mm Verbundrohre

    Alufolie 0,05mm

    Verbundrohre reindrücken

    Alufolie 0,05mm

    MDF 3mm - beide Seiten roh

    Vinyl (3mm?)


    Was meint ihr ob so eine Variante i.O. ist? (mit der Zeit möchte ich alle Räume mit FH auch so ausbauen (Estrich kommt wegen seinem Gewicht nicht in Frage).


    Danke im voraus.


    Schöne Grüße,

    Seva

  • haben wir ins überlegt die FH zu verlegen.

    Ich gehe davon aus, dass im restlichen Haus eine konventionelle Heizung mit entsprechend hoher Vor- u. Rücklauftemperatur vorhanden ist?


    Eine FB-Heizung besticht idR durch einen niedrige Temperatur, dafür mit einer umso größeren Fläche. Hier würde in der Küche dann wohl eher tropisches Klima herrschen, da der "Heizkörper" (hier nur Heizschlangen) gemessen an der vorhandenen Vorlauftemperatur natürlich sehr groß wäre.


    Reich technisch halte ich das Ganze auch für eher abenteuerlich. Wie bekommt man eine einigermaßen ordentliche Nut in eine 25cm OSB-Platte. Das dürfte dann später zu einem großen Puzzle werden, bestehend aus vielen Einzelfragmenten.


    Tatsächlich gibt es Trockenestrichsysteme für so etwas. Ob das bei Dir geht (Aufbauhöhe!), weiß ich aber nicht

  • Was meint ihr ob so eine Variante i.O. ist?

    Eine Heizung soll einen möglichst effizienten Übergang der Wärme vom Heizmedium auf die Oberfläche der Heizfläche und dort eine schnelle Verteilung bewerkstelligen. Du legst die Heizleitungen zu ca. 3/4 ihres Umfanges in eine (relative) Wärmedämmung (OSB-Platte) und deckst sie dann auf dem freien Viertel mit einem weiteren Dämmstoff (MDF) ab, denn Du noch einmal mit PVC als weiterem schlechten Dämmstoff belegst. Das ist so ziemlich genau das Gegenteil von effizienter Wärmeverteilung.


    Die Alufolie soll wohl als Wärmeleitblech funktionieren, ist dafür aber deutlich zu dünn.


    Also: Nein, das wird keine funktionierende Fußbodenheizung!


    Es gibt aber sehr dünne mineralische Systeme mit mineralischen Aufbauhöhen um ca. 35 mm und mit einer aufkaschierten dünnen Mineralfaser- oder EPS-Dämmung. Die funktionieren leidlich, sind aber sehr teuer. Die Trittschalldämmung dürfte dabei aber so dünn werden, dass sie nicht mehr sonderlich gut funktioniert und die Heizwärme wird auch nach unten abgegeben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • danke für eure Nachrichten!


    Und so?:

    Schüttung 1-2cm (nur als Nivilierebene)

    Trockenestrich 20mm

    ausgefräste Bahnen in diesem Estrichelement

    Trockenestrich 20mm

    Fertigbelag (Vinyl 3mm)

  • Gibt es das bis auf den PVC-Belag so als fertiges System?


    (Denk bitte nicht weiter darüber nach, selbst Nuten in Trockenbauplatten fräsen zu wollen. Das schaffen schon mutige Profis nicht!)


    Schau Dir komplett angebotene System wie bspw. Uponor Siccus oder ähnliche zusammen mit Knauf Brio o.ä. an! Es gibt auch etliche andere Anbieter. Ich schätze die technischen Unterlagen dieser Anbieter.


    Solche aufeinander abgestimmten Systeme erreichen im Fertigzustand verlässlich definierte (bauphysikalische) Eigenschaften und lassen sich vernünftig verarbeiten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Willst du die balken 50/50 rausnehmen? was liegt zwischen dem Holz?

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Willst du die balken 50/50 rausnehmen? was liegt zwischen dem Holz?

    Ja, das kommt alles weg. Zwischen dem Holz ist Luft...also nichts :(....der ganzen Fußboden wie ein Trommel.


    Skeptiker, danke für deine hilfreiche Antwort!


    Nur halt verstehe ich das einzige nicht und zwar, wenn ich schwimmenden Estrich überlege, kommen dort Styropor Platten auf den Fußboden, darauf Rohre, anschließend Estrich. Aus meiner Sicht ist es im Prinzip das gleiche wie: Schüttung, Estrichelement + Estrichelement....oder? Estrichelemente zu Fräsen ist leichter als OSB Platten oder Holzdielen und das Fräsen für mich bereitet keine Probleme, da ich Trockenbauer von Beruf bin (allerdings arbeite ich mit Rigips, Wände verkleiden, Wände und Dächer dämmen, Spachteln usw.)

  • Bin da ganz bei Skeptiker. Vergiss das Fräsen, auch wenn Du trockener Landwirt, der sich an einen Saatgutlieferanten geiettet hast, bist.


    Ich werfe mal noch ein System in den Ring:

    JOCO Klimaboden Top 2000


    Damit lassen sich Aufbauhöhen ab 40 mm realisieren und das System hat im Gegensatz zu Deiner Alufolie, Wärmeleitbleche bis in die Umlenkungen, die auch funktionieren.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • hat im Gegensatz zu Deiner Alufolie, Wärmeleitbleche bis in die Umlenkungen, die auch funktionieren.

    Das ist ein entscheidender Punkt.

    Ich würde bei solchen Anforderungen immer auf bewährte Systeme zurückgreifen, dafür gibt es dann auch genügend Daten mit denen man "rechnen" kann. Es reicht nicht, nur ein paar Meter FBH Rohr im Boden zu versenken, die FBH soll später ja auch zufriedenstellend funktionieren.


    Gerade wenn mit der Zeit noch weitere Räume damit ausgestattet werden sollen, und die FBH als Hauptheizung funktionieren soll (Heizkörper werden demontiert), kommt man nicht umhin, zuerst einmal zu rechnen. Heizlast, Hydraulik usw. Nur so lässt sich sicherstellen, dass später jeder einzelne Kreis, und auch die Gesamtheit der Anlage, funktioniert.


    Der EInsatz von 16er Verbundrohr ist aus hydraulischer Sicht schon mal eine gute Idee. Genau so wichtig ist aber, dass man den Wärmestrom nach unten in den Rohbetonboden begrenzt, sprich eine Dämmlage ist erforderlich. Bei solchen System ist auch die Wärmeübertragung vom Rohr an die Bodenoberfläche ein wichtiges Thema (siehe Wärmeleitbleche).


    Also, zuerst einmal die Heizlast ermitteln (Stichwort EN12831), notfalls mit Hilfe eines vereinfachten Verfahrens, aber bitte nicht zu sehr vereinfachen.

    Dann sollte man die vorhandene Hydraulik zumindest näherungsweise kennen, damit man entscheiden kann, wo man am besten wie mit den neuen Kreisen ansetzt. Einfach irgendwo ein paar Meter FBH Rohr anschließen ist sinnfrei.


    Im nächsten Schritt kommt der Bodenaufbau dran, und man sollte entscheiden, welche Optionen man hat, um für den neuen Aufbau möglichst viel Platz zu haben. Jeder cm an Aufbauhöhe vereinfacht die Planung erheblich, und reduziert die Kosten.


    Erst wenn diese Punkte geklärt sind, kann man sich auf die Suche nach einem geeigneten System machen. Da kommen dann so Dinge wie Heizleistung, Wärmestrom, Hydraulik mit in´s Spiel, bis hin zum Bodenbelag der später eingesetzt werden soll.

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  • Dafür gibt es doch bereits zig verschiedene Trockenbausysteme, auf einer kleinen Fläche kommen die schlussendlich auch günstiger als irgendwelche zeitintensiven Bastellösungen, die am Ende nur bedingt funktionieren.