Fairer Architektenvertrag?

  • Ihr kommt ohne Schulden nicht raus. Die Frage ist nur, ob Ihr Euch komplett überschuldet.... Und ich befürchte, Ihr seid auf dem besten Weg dahin....
    Ihr müsst Euer Projekt verkleinern und zwar deutlich - sonst fahrt Ihr mit der Nummer voll vor die Wand.
    Was nützt es Euch, jetzt vermeintliche Festpreise zu vereinbaren, wenn es nachher (unter Umständen völlig berechtigte) Nachträge gibt....?
    Zurück auf Null, bauen kann man auch in 2-3 Monaten noch.

    Viele Grüße von Liesl

  • Vergiss diesen *piep* Architektenvertrag! DER ist nicht Euer vorrangiges Problem


    Ihr müsst da ganz schnell ( HEUTE) die Reißleine ziehen. Notbremsung.
    Oder um es in Deinem Fachjargon (lt Angabe im Grünen) zu sagen. Du debattierst gerade über die Frage, wie der Patient enthaart werden soll, während der auf der Bahre verblutet!



    Wenn ich mir die Pläne ansehe, dann sind das incl. Nebenkosten ohne Aussenanlagen gefühlt 150.000 €



    Allein der Höhensprung in der Bodenplatte sind mit allem Schnick, Schnack und Schnuck am Ende 15.- - 20.000 mehr gegenüber einer durchgehenden Platte!



    Da hinten kommt entweder kein Fahrzeug (ausser kleinem Bagger) vernünftig rein oder Ihr macht ne Baustrasse für 10.000 € incl. Rückbau!



    Ein Gerüst für 600 € brutto. :freaky: Ich kenne Eure Preise zwar nicht, aber hier krieg ich sowas nicht für unter 1500 €, mit dem Transportweg eher für 2.000.

    UNd das wird sich durchziehen, da bin ich sicher!


    Also nochmal


    Notbremsung


    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ralf, ich bin sehr dankbar für Euren Input, aber ich habe tatsächlich ein Verständnisproblem.


    Es gibt einen Architekten. Der hat sich mit dem Budget was wir vorgegeben haben vertan. Ok. nehmen wir das mal als gegeben hin. Er hat die Leistungsphasen durcheinander geschmissen und uns erst am Ende einen Architektenvertrag vorgelegt. Auch gut. Er hat aber auch das ganze Teil geplant. Hat Leistungsbeschreibungen und auch wie ich gesehen habe eine Werkplanung gemacht. Aufgrund dieser Angaben gab es Angebote von jeweils mehreren Handwerkersbetrieben pro Gewerk. Davon wurden jeweils die genommen, welche mit am günstigsten waren. Er hat die Angebote alle geprüft, teilweise korrigieren lassen wenn Sachen fehlten oder falsch berechnet waren . Im Ende ist er jetzt durch und gibt uns einen Termin für die Verträge, so dass rein theoretisch angefangen werden könnte.


    Nur damit mein Gehirn wieder entwirrt wird....wenn Du sagst...das Ding geht nicht unter 150T. Wo sollten dann die fehlenden Gelder herkommen? Das müsste ja bedeuten, das er in seiner Planung so grobe Fehler drin hat, das alles nicht zueinander passt. Oder das er entscheidende Sachen vergessen hat. Gehen wir mal davon aus, dass er das nicht hat. Wo genau soll dann das Problem sein? In dem Restrisiko das sich während des Baus irgendwas verändert? Was soll sich verändern? Da wird Erde ausgehoben, der Boden vorbereitet, dann wird ne Platte mit einer Stufe gegossen. Dann kommt der Maurer und verrichtet seine Arbeit, dann kommt der Zimmermann, legt Balken, der Dachdecker macht das Dach. Die Fenster werden eingebaut, der Stuckateur bringt [definition=50,0]WDVS[/definition] an. Von innen werden die wände verputzt , es kommt Estrich auf den Boden und mein Mann übernimmt die Böden und die Wandmalerei. Achja, der Heizungsmensch kommt natürlich noch um die Leitungen reinzulegen. Damit ist das Ding fertig. Soweit die Theorie. Ich habe ja wirklich nicht viel Ahnung, aber ich frage mich..wo verstecken sich da noch Kosten von 50 T € ?

  • Angemerkt: Das Gerüst kostet 600 netto. Wir brauchen kein Fahrzeug da hinten, da passt nix durch. Es gibt weder Baustrasse noch Absperrung , noch Lagerung noch Kran. Wenn Material geliefert wird, dann kommt das in die Einfahrt vor dem Haus. Dort wird es dann entweder zwischengelagert oder direkt nach hinten in den Garten geschafft.


    Die Bodenplatte hätten wir auch in einem Stück machen können. Dann hätten wir aber so viel Untergrund aufschütten müssen, dass die Mehrkosten dadurch die Ersparnis gegenüber der zweigeteilten Bodenplatte wieder auffrisst. So ist es nun etwas einfacher und wir haben einen ebenerdigen Ausgang in den Garten.


    Ich werde heute nochmal um einen Termin mit dem Archi bitten. Er soll im Detail erklären, alles am besten. Damit ich das verstehe. Dann werde ich um die Werkplanung bitten.

  • Zitat von VomALtenBau

    wo verstecken sich da noch Kosten von 50 T € ?

    Die sind nicht als Paket zu sehen. Ich sag doch - Gerüst für 600 € mit ner Standzeit von 2 - 3 Monaten? ;(
    Never ever. Also eher 1,5 - 2 k€. Das sind "nur " 1000 - 1400 mehr, ja. Aber 10* 1400 macht 14.000 €.


    Aushub 3000. Wie bitte soll das gehen? Wenn es einen Keller am Altbau gibt, dann muss da 2 m (grob geschätzt) runtergebaggert werden, um aufs alte Gründungsniveau zu kommen!
    Und selbst wenn kein Keller da ist. 100 m² abschieben, nach vorne bringen (am Haus wird wohl kein Sattelzug vorbeifahren) aufladen, deponieren, Sand liefern fürs Planum, einbauen, abziehen, Gräben für Frostschürzen machen, wieder verfüllen, Absatz anlegen .....


    Da findest Du keinen für 3 k€.


    20.000 € für den Rohbau. Klingt viel. Sind rd. 16.800 € netto
    Sagen wir mal
    3 to Stahl = 3.000 €
    25 m³ Beton 0 4.000 €
    Schalung = 1.000 €
    85 m² KS Mauerwerk = 6.500 €


    Bleiben 2.300 für allen möglichen Kleinkram. Nicht viel!



    Zitat von VomAltenBau

    Wir brauchen kein Fahrzeug da hinten,

    Genau - das heisst alles MAterial mit der Schubkarre nach hinten bringen. Das kostet!


    Wenn Angebote vorliegen, heisst das ja nicht, dass da mengen- und leistungsmäßig alles drin ist.


    Ich bleibe dabei - das Ding geht durch die Decke.


    Ich will Euch ja auch nix kaputt machen (auch wenn es vielleicht so aussieht), aber Ihr sagt, die 100 k€ sind Oberkante Unterlippe, wenn noch mehr, dann Ertrinken.
    Da solltet Ihr auf ganz leisen Sohlen tappen.


    Ich begreife auch nicht, was der Kollege da treibt. Wenn es nicht mehr als die von Dir gepostete Liste gibt, dann ist das VIEL zu dünn.


    Mein Rat - lasst Euch die Angebote geben (in die Hand, gehören eh Euch) und geht damit + den Plänen zu einem Kollegen und lasst den drüber schauen. Kostet vielleicht ien paar 100 €, aber dann wisst Ihr, wie der das andere sehen.
    Wenn da dann auch die Aussage kommt, Preise + Leistung + Planung passen überein, dann solls ja gut sein, aber wenn nicht, dann ......

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ..... Wenn Material geliefert wird, dann kommt das in die Einfahrt vor dem Haus. Dort wird es dann entweder zwischengelagert oder direkt nach hinten in den Garten geschafft.


    Nur so nebenbei bemerkt, Dir ist schon klar, dass es hier nicht um eine Kiste Cola oder einen Einkaufskorb geht? Unterschätze nicht das Gewicht von Baustoffen (-materialien). Selbst wenn man es körperlich schafft, es gibt ja Hilfsmittel, dann kostet es zumindest Zeit, und Zeit ist Geld.
    Aber das ist ein Nebenkriegsschauplatz, die Schlacht wird an anderer Stelle geschlagen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Danke Ralf, genau das habe ich vor. Soeben gab es noch ein Telefonat mit dem Archi, er hat alles nochmal erklärt. Ich habe ihm sehr sehr deutlich zu verstehen gegeben das wir max. 20% drüber liegen dürfen, das ist Schicht. Er hat es verstanden und zugesagt alles dafür zu tun das es keine Überraschungen gibt. Darüber hinaus ist er alles mehrfach durchgegangen und findet das er sich keinen Schnitzer erlaubt hat.


    Nichts desto trotz gebe ich die Werkplanung und die Zeichnungen noch zu jemand anderem, soll er mal drüberschauen.


    Der Termin am Montag steht erst mal, verschieben kann ich immer noch. Ich kümmere mich jetzt erstmal um jemanden der drüberliest.

  • Da kann Ralf W sicher mehr zu sagen, aber bei meiner Versicherung ist mir nicht bekannt, dass ich bei einer Kostenobergrenze den Versicherungsschutz verliere


    Das mit der Kostengrneze steht sogar in der HOAI



    Zitat von HOAI § 7

    (6) Für Planungsleistungen, die technisch-wirtschaftliche oderumweltverträgliche Lösungsmöglichkeiten nutzen und zu einer wesentlichenKostensenkung ohne Verminderung des vertraglich festgelegten Standards führen,kann ein Erfolgshonorar schriftlich vereinbart werden. Das Erfolgshonorar kannbis zu 20 Prozent des vereinbarten Honorars betragen. Für den Fall, dassschriftlich festgelegte anrechenbare Kosten überschritten werden, kann einMalus-Honorar in Höhe von bis zu 5 Prozent des Honorars schriftlich vereinbartwerden.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Da kann Ralf W sicher mehr zu sagen, aber bei meiner Versicherung ist mir nicht bekannt, dass ich bei einer Kostenobergrenze den Versicherungsschutz verliere


    Das mit der Kostengrneze steht sogar in der HOAI

    Die Kostenobergrenze nach HOAI hat aber nichts mit einer Kostengarantie zu tun. Die dürfte nicht versichert sein. Die HOAI stellt bei der Schlussabrechnung auf die Kostenberechnung aus der Entwurfsphase ab. Die ist beim TE nach jetzigem Stand aber anscheinend vorbei.


    Zitat: "Überschreiten die von dem Planer prognostizierten Kosten eine zwischen den Parteien vereinbarte Kostengarantie, so hat der Planer grundsätzlich in voller Höhe der Überschreitung zu haften. Im einzelnen:

    Für die Haftung des Planers sind somit drei verschiedene Ausgangssituationen zu unterscheiden:

    - es bestehen keine besonderen vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Parteien betreffend der Kosten (s.u. I.)
    - die Parteien haben eine verbindliche Kostenobergrenze vereinbart (II.)
    - die Parteien haben eine Kostengarantie vereinbart (III.).

    Schließlich sind etwaige Konsequenzen auf das Honorar des Planers zu beachten (IV.).

    Kommt es zu einer Haftung des Planers auf Schadensersatz, so wird der Planer häufig seine Haftpflichtversicherung nicht in Anspruch nehmen können; im Kostenbereich können die Versicherungen unter Berufung auf entsprechende Ausschlussklauseln (vgl. Haftung / Haftpflichtversicherungsschutz / ggständl. Beschränkungen: Auschlüsse) den Deckungsschutz verweigern."


    Quelle: Bau Netz

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Vor allem - was bringt Dir in Deiner Situation eine Baukostengarantie des Planers?


    - Du schließt die Verträge mit den ausführenden Firmen
    - d.h. wenn es während der Arbeiten zu Mehrkosten kommt, werden die Handwerker Ihre Nachträge an Dich richten
    - wenn Du sie nicht zahlst, stellen sie irgendwann die Arbeiten ein
    - ergo wirst Du sie bezahlen müssen um Dir dann im Nachgang über Anwalt und Gericht die Kohle vom Architekten zurückzuholen
    - d.h. vorausgesetzt er sagt nicht gleich "Klar geht alles auf meine Kappe, Moment mal eben, ich zahl das sofort" wirst Du klagen müssen (d.h. Gerichtskosten, RA-Kosten, Sachverständigenkosten)
    - dafür gibt´s meines Wissens keine Rechtschutzversicherung - ergo wirst Du das aus Deiner, bis dahin wahrscheinlich klammen, Tasche finanzieren müssen.....
    - es kann sein, dass Du vor Gericht zu Deinem Recht kommst... oder aber auch nicht....


    Ich weiß, das ist ein Schreckensszenario, dass ich hier gerade aufbaue. Aber ich glaube nicht, dass das so abwegig ist.

    Viele Grüße von Liesl

  • Noch eine Frage. Ich hatte ihn gebeten in den Vertrag die Kostengrenze mit aufzunehmen. Er meinte, wenn er das macht, dann verliert er den Versicherungsschutz?

    Es könnte sein, dass er für ein schuldhaftes Überschreiten einer Baukostenobergrenze keinen Versicherungsschutz hat. Das hängt von den konkreten Bedingungen seiner Berufshaftpflichtversicherung ab.


    Er "verliert" seinen Versicherungsschutz aber nicht. Den, den er hat, behält er weiterhin. Seine Versicherung haftet weiterhin für Planungs- Vergabe- und Bauüberwachungsfehler.


    Dann soll er entweder seinen Versicherungsschutz anpassen lassen, oder er haftet eben persönlich, ohne Versicherungsschutz.


    Auf eine solche Klausel solltest du auf keinen Fall verzichten! Schon gar nicht, wenn er jetzt schon herumlamentiert. Er scheint ein Überschreiten der Kostengrenze tatsächlich für möglich zu halten und macht sich Sorgen um seine Haftung.


    Lass den Architektenvertrag juristisch prüfen, bevor du ihn unterschreibst.

    ______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
    Viele Menschen haben nie darüber nachgedacht, was ein Haus ist; sie sind unnötigerweise ihr ganzes Leben lang arm, weil sie glauben, ein gleiches Haus wie ihre Nachbarn haben zu müssen. Thoreau, 1854

  • Er scheint ein Überschreiten der Kostengrenze tatsächlich für möglich zu halten und macht sich Sorgen um seine Haftung.


    Ich würde sogar unterstellen, dass er ein Überschreiten für sehr wahrscheinlich hält. Das wiederum würde mein obiges Bauchgefühl bestätigen, dass so viel gestrichen wurde, dass niemand weiß, ob der Anbau zu diesen Kosten überhaupt erstellt werden kann. Das wird eine heiße Nummer und allein schon deswegen sollte man sich auch als AG bestmöglich absichern.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich hab jetzt "nur" mal nachgedacht, aber meine Haftpflicht erstattet sogar (bei entsprechnder Police), wenn ichs richtig weiß, die Folgekosten von Übeschreitungen vereinbarter Kostenobergrenzen.


    Will heissen: Wenn 100 k€ vereinbart sind und es 110 k€ werden, werden nicht 10 k€ erstattet, wohl aber die Zinsmehrkosten schlechterer Finanzierungskonditionen usw.


    Und ja - ich sehe meine Unkenrufe auch bestätigt. Frag ihn doch mal, welche Kostenobergrenze in € er in den Vertrag aufnehmen würde.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Meine Versicherung (mit drei Buchstaben und dann einem Bindestrich im Namen) schließt die Haftung für Überschreitungen von Baukostenzusagen ausdrücklich aus.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ich würde sogar unterstellen, dass er ein Überschreiten für sehr wahrscheinlich hält.

    Bei der genannten Summe und den Randbedingungen (z.B. Material händisch nach hinten buckeln) sehe ich das genauso.


    Wir wissen aber nicht, wie die Relation von Kostengrenze zu Bauleistungen entstanden ist. Vielleicht war ja die Anforderung, mach mal so groß wie möglich, aber so billig, bis es quietscht, und der Kollege hat gesagt "Schau'n mer mal!". Und jetzt klappt es doch nicht so ganz.


    Wäre ich der Kollege, würde ich lieber den Auftrag sein lassen (eine einvernehmliche Vertragsaufhebung erscheint mir noch möglich) und auf Honorar verzichten, als mir eine Kostengarantie oder eine nicht realisierbare verbindliche Kostenobergrenze aufzuhalsen. Ralf D. hat oben bereits die wichtigsten Knackpunkte aus der Hüfte geschossen.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Mein Wunsch war, dass in irgendeiner Form schriftlich festgehalten wird, dass die jetzt aktuelle Kostenaufstellung , lediglich korrigiert mit den Preisen die nächste Woche verhandelt werden sollen, die endgültige Fassung ist und dies die absolute Kostengrenze darstellt. Das hätte ich gerne so im Architektenvertrag . Es macht keinen Sinn, das alte Budget mit auf zu nehmen, auch wenn das natürlich in den Nebenaufzeichnungen auftaucht, denn es ist bei Vertragsschluss ja schon überschritten. Eigentlich möchte ich nur aussschliessen, dass sollte ( was ich nicht hoffe), es aber zum Mega Crash kommen und wir doch irgendwann vor Gericht landen, er nicht einfach sagen kann...von knappem Budget oder Kostengrenze wusste ich nix.


    Ich traue ihm das nicht zu, aber man weiss ja nie.


    Er sagt aber..wenn er eine Kostengrenze mit in den Vertrag aufnimmt und es kommt zum Überschreiten, dann haftet er persönlich weil die Versicherung sich rauszieht. Das stünde so in den Versicherungsbedingungen. Begründung dafür wäre, dass er nicht alleine für ein Überschreiten zuständig ist, sondern wir als Bauherren ja auch nachträglich (teurere) Änderungen haben könnten wollen. Für diesen Fall wäre das ein Problem, weil er dann die Grenze zugesagt hat, aber nicht einhalten kann. Es soll Gerichtsurteile darüber geben, dass in solchen Fällen der Archi dafür gerade stehen musste, sprich, seine Versicherung , auch wenn die Erhöhung der Kosten auf das Konto der Bauherren geht. Aus diesem Grunde, so seine Aussage, gäbe es bei der Versicherung keinen Schutz mehr wenn er das reinnimmt.

  • Ich geh die Liste mal fix durch:
    6. Rechne mal lieber mit 5.000 bis 7.500, bei KellerAltbau auch gern bis 10.000
    7. Zur Sicherheit min. 25.000
    8. Und wer baut das Material ein? Kosten dafür? (Nochmal 2,500 €)
    10. Und wer baut das Material ein? Kosten dafür? (Nochmal 3,500 €)
    11. Und wer baut das Material ein? Kosten dafür? (Nochmal 1,500 €)
    12. Rechne mit 1.500 €
    15. Und wer baut das Material ein? Kosten dafür? (Nochmal 1.000 € incl. Spachteln und Schleifen)
    16. Für einen Raum OHNE Absatz vielleicht gerade eben. Aber never ever mit Absatz und Stufen. Rechne mal mit allem 2.000 €
    17. Lieber mal 9.000 € ansetzen (Sockel ausbilden, Dachanschlüsse usw.)
    18. Wenn man jetzt wüsste, wie sich das gedacht hat. Ich würde hier lieber von 2.500 € ausgehen
    19. 70 m² Fliesen für 200 € :lol: Rechne mal für vernünftige Bodenfliesen ab 40 €/m². Macht rd. 3.000 € + Verlegen nochmal 2.000 €
    22. Dämmung Sohle fehlt komplett
    23. Dachdämmung incl. Dampfsperre fehlt komplett
    24. Durchbruch zum ALtbau 2.000 €
    25. Anbindung Abwasser 500 €
    26. Anbindung Frischwasser 500 €


    Und das sind jetzt alles keine überzogenen Preise.


    PS Alles netto!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Zum Thema Nachträge der Gewerke hat er folgendes gesagt:


    Er ist sich sehr sicher das er seine Werkbeschreibungen und Leistungsbeschreibungen korrekt hat. Darüber hinaus hat er die Angebote überprüft ob sie alles enthalten. Weiter wird es am Montag auch nicht nur eine Unterschrift unter dem Angebot geben, sondern es wird mit jedem Gewerk ein richtiger Vertrag gemacht, mit Bedingungen. Unter anderem steht darin, dass das Gewerk die Arbeiten voll funktionstüchtig zu übergeben hat.


    Er sagte auch, dass es schon mal vorkommt das ein Gewerk mit Absicht Dinge weglässt , dann ein günstiges Angebot abgibt und anschliessend Nachträge verlangt. Das wäre so eine Masche auf dem Bau die erlaubt sei. In unserem Fall bräuchte ich mir da aber keine Sorgen zu machen, weil die Gewerke ja unterschreiben dass sie nur vollständige und funktionstüchtige Arbeit abliefern. Beispiel: Heizung läuft nur mit Wasser. Hat das Gewerk aber die Rohre " vergessen", dann läuft die Heizung nicht. Der Heizungsbauer könnte nun versuchen über Nachtrag die Rohre mit rein zu nehmen, widerspricht aber damit seiner Unterschrift, denn er ist ja verpflichtet seine Arbeit funktionstüchtig zu übergeben. Eine Heizung die kein Wasser hat ist nicht funktionstüchtig, ergo...das Problem des Heizungsmenschen. So hat er mir das erklärt.


    Sollte er tatsächlich etwas vergessen haben oder falsch berechnet oder so, dann wäre das ja seine eigene Schlamperei und dann steht er dafür gerade.

  • ... sondern wir als Bauherren ja auch nachträglich (teurere) Änderungen haben könnten wollen. Für diesen Fall wäre das ein Problem, .....

    Nö, ist KEIN Problem.
    Da schreibt er Euch einen Brief:
    Sie möchten statt Ausführung X jetzt Ausführung Y. Dies verursacht von Ihnen zu verantwortende Mehrkosten in Höhe von ..... €, die auf das vertaglich vereinbarte Budget aufzuschlagen sind.
    Ich führe das gern für Sie aus, wenn Sie mir beiligende Ergänzung zu unserem Architektenvertrag bzgl. der Kostenobergrenze unterzeichnet zurücksenden.
    Sollten Sie das nicht machen, sehe ich mich leider gezwungen, die Planungsänderung abzulehnen.


    MfG

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • erster Thread war hier, da hab ich die Kostenaufstellung her. Schaut Euch den nochmal an Leute, da sind einige Infos drin. Irgendwie wollte
    Und damals hab ich Dir schon geschrieben, dass viele hier die Kosten nicht für realistisch halten und dass man noch stoppen kann. Auch wenn man jetzt erst mal Schulden hat, aber das ist was ganz anderes als ne Überschuldung!


    Ich weiß nicht, obs wirklich für dieses Budget geht, Du hattest ja geschrieben, dass ihr Umbauerfahren seid, also nicht ganz blauäugig. Aber ehrlich, wenn so viele Kollegen hier "stopp" rufen (und dabei den ersten Thread evtl. gar nicht mehr im Hinterkopf haben, sondern das völlig unbedarft nochmal von neuem tun) - tja, dann würde ich schon mal die Bremsen reinhauen.


    Das mit dem drüberschauen eines Archis vor Ort find ich schonmal gut.


    Alles Gute! Und viel Mut, auch mal zu bremsen!
    Hol Luft, versuch den Kopf frei zu bekommen (ich weiß, mit 7 Kids nicht ganz so einfach)


    Was mir grad noch so einfällt: Was sagt Dein Mann dazu? Hält er es für machbar, alles easy, Panikmache, hat er auch Zweifel,....?


    EDIT: Ralf D. war schneller udn hat die Kostenliste ebenfalls zitiert, deswegen habe ich sie rausgenommen

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


    Einmal editiert, zuletzt von Anda ()


  • Weiter wird es am Montag auch nicht nur eine Unterschrift unter dem Angebot geben, sondern es wird mit jedem Gewerk ein richtiger Vertrag gemacht, mit Bedingungen. Unter anderem steht darin, dass das Gewerk die Arbeiten voll funktionstüchtig zu übergeben hat.

    ;(:eek::sos:


    Man, man, der Kollege läuft aber auf ganz dünnem Eis und schleppt Euch mit.
    Sag den Termin am Montag ab, lass Dir dieses komische Papier geben und ab zum Baurehct-RA damit. Papier ist geduldig und nicht alles, was da drauf geschrieben wird, besteht auch vor Gericht.


    Mein Vater hat vor vielen Jahren mal einen Prozess verloren, da hat der Richter am Ende zu ihm gesagt:
    Sie haben Recht, aber sie bekommen es nicht, weil sie formal falsch gehandelt haben. :eek:


    Ich sehe nicht, wie ein solches Papier Euch davor bewahren soll, das der Kollege mal eben die Massen untersetzt hat.


    Je mehr ich lese, um so igeliger wird meine (spärliche) Frisur. So langsam tuts auch an den Füssen weh, weil sich die Nägel aufrollen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Zum Thema Nachträge der Gewerke hat er folgendes gesagt:


    Er ist sich sehr sicher das er seine Werkbeschreibungen und Leistungsbeschreibungen korrekt hat. Darüber hinaus hat er die Angebote überprüft ob sie alles enthalten. Weiter wird es am Montag auch nicht nur eine Unterschrift unter dem Angebot geben, sondern es wird mit jedem Gewerk ein richtiger Vertrag gemacht, mit Bedingungen. Unter anderem steht darin, dass das Gewerk die Arbeiten voll funktionstüchtig zu übergeben hat.


    Er sagte auch, dass es schon mal vorkommt das ein Gewerk mit Absicht Dinge weglässt , dann ein günstiges Angebot abgibt und anschliessend Nachträge verlangt. Das wäre so eine Masche auf dem Bau die erlaubt sei. In unserem Fall bräuchte ich mir da aber keine Sorgen zu machen, weil die Gewerke ja unterschreiben dass sie nur vollständige und funktionstüchtige Arbeit abliefern.

    Oh Mann - wenn es so einfach wäre, im Voraus eine "Nachtragssperre" einzubauen, dann hätten wir auf dem Bau viele Probleme nicht. Das ist Nonsens. Ganz einfach.

    Viele Grüße von Liesl

  • Sollte er tatsächlich etwas vergessen haben oder falsch berechnet oder so, dann wäre das ja seine eigene Schlamperei und dann steht er dafür gerade.

    Noch nicht mal das stimmt. Dem Mehrpreis entspricht üblicherweise ein Mehr an Gebäudewert. Such mal nach "Sowiesokosten". Seine Versicherung, so sie denn überhaupt zahlt, wird sich sträuben, auch nur 1 Ct. zuviel rauszurücken. Bei Sowiesokosten ist i.d.R. nur der erhöhte Aufwand für Zinsen gegenzurechnen.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ich sag nix ....
    aber wenn ich was sagen würde, wäre es grausam.
    So grausam dass ich mir min. 6 Monate Forumssperre einhandeln würde.


    Ich kneifs mir mal, denn im Grunde ist alles gesagt ....

  • @ Anda - guckst Du # 79

    Jepp, gesehen und meinen Beitrag bearbeitet. Bislang der einzige Nachteil dieser Software, dass keine Warnung/Hinweis erfolgt, wenn noch welche was geschrieben haben. Habs editiert.


    @ Achim: Kannst Dus nett sagen? Wir haben hier eine ziemlich verzweifelte Frau, weil wir hier alle "stopp" schreien und ihr Archi "passt scho" sagt.
    Ich kanns nicht einschätzen, Preise hab ich überhaupt keine aufm Schirm, aber Euch vertraue ich, da ihr tagtäglich damit zu tun habt.


    Ich denke, wenn man vernünftige Argumente aufführt, dann ist ihr wirklich geholfen. Ich kanns nachvollziehen wie es ist, da ich vor nicht allzu langem auch selbst gebaut habe und diese AWG Hormone bei allen Zweifeln durchaus kenne. Wir hatten Glück, dass bei uns kein GAU rauskam, aber ich weiß, wie schnell man da reinrutschen könnte. Zumal die Situation in dem Haus für die TE auch nicht einfach ist, wenn so viele Kids da sind (da hat sie meine vollste Anerkennung dafür - Wow!)

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Man kann Dein Vorhaben nicht gesundbeten. Und ich habe den Eindruck, dass das genau das ist, was Du möchtest.
    Das was Du vorhast ist nach Meinung vieler Experten hier zum Scheitern verurteilt. Keiner von uns verdient mit den Ratschlägen Geld, es geht nur darum, Dir die Schwierigkeiten aufzuzeigen. Wenn das nicht ausreicht um Dich zur Notbremsung zu veranlassen - dann weiß ich auch nicht weiter.


    Du musst es ja nicht einstampfen - aber lass die Unterlagen in Ruhe, ohne Zeitdruck sichten. Überarbeitet die Planung so, dass Ihr einen Puffer habt (und nicht schon mit der Planung an der absoluten Kante seid). Dann muss es halt kleiner werden, daran führt meiner Meinung nach kein Weg vorbei. Und wenn Ihr dann sagen könnt, "wir liegen dicke drin im Budget", dann könnt Ihr loslegen. Ihr müsst nicht jetzt, sofort loslegen. Man ist beim Bauen schnell an einem Punkt, wo man nicht mehr zurückkann..... Und dann...? Noch seid Ihr in der Planung, also habt Ihr noch fast alle Optionen.


    Hättest Du 50T€ im Portokästchen, okay - no risk no fun. Aber die hast Du nicht.

    Viele Grüße von Liesl

  • @VomAltenBau: Nochmal die Frage einzeln, damit sie im großen Wuseltext nicht überlesen wird:


    Was hält Dein Mann von der Sache?
    Was sagt Dein Mann zu den Zweifeln, die hier aufgeführt werden?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung