Kondenswasser auf Innenseite der Rolladen

  • Hi,


    in unserem Neubau werden bei den aktuellen Temperaturen (ca. 2- 6° außen) die Innenseiten sämtlicher (Alu-)Rolladen nass. Vermutlich durch Kondenswasser. Beim BdT/Leckagesuche gab es keine Auffälligkeiten an den Fenstern/Aufsatzrolladen. Gestern Abend hatte ich die Rolladen abgetrocknet und am Morgen hatten sich bereits wieder deutlich sichtbare Wassertropfen gebildet.


    Woran könnte das noch liegen? Sofern die Leckagesuche tatsächlich ordnungsgemäß durchgeführt wurde, kann es sich ja eigentlich nicht um feuchte Raumluft handeln (Fenster sind natürlich immer geschlossen).


    Viele Grüße

    Thomas

  • Also ich habe bei mir noch nie Kondenswasser gesehen, aber meine sind ja auch keine Aufsatzrolladen. Aber wie bist du dir denn so sicher, dass es nur die Innenseite ist? Die Rolläden rollen doch auf und was die Innenseite ist, ist im eingerollten Zustand dann doch auf der Außenseite des nachrollenden Rolladens(ich weiß es nicht besser zu beschreiben, aber ich denke du weißt was ich meine), dann ist doch der ganze Rolladen nass, oder?

    Grüßle

    Dachser




    Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt (Gandhi)

  • Von außen sind sie natürlich auch ein bisschen feucht, aber nicht nass. Zudem habe ich sie gestern Abend komplett abgetrocknet, und heute morgen schaut es wieder so aus. Ich habe mal ein Bild angehängt, was ich mit Nässe meine. Es ist übrigens bei allen Rolläden an der gleichen Stelle. Komischerweise ist an der Stelle auch die Dichtung im Fenster ausgespart. Aber wie gesagt: lt. BdT und Leckagesuche sind die Fenster (angeblich) ok.

  • Komischerweise ist an der Stelle auch die Dichtung im Fenster ausgespart.

    habt Ihr sowas wie ein Lüftungskonzept? Soll die Grundlüftung über Fensterfalzlüfter sichergestellt werden und daher die fehlende Dichtung?

    Bei einem BDT werden die Lüftungsöffnungen ausgeklammert sprich abgeklebt, weil es sich ja um gezielt errichtete Öffnungen handelt (oder die Dichtungen wurden erst nach dem BDT entfernt/ausgespart).

  • Ja, und zwar eine KWL. Fensterfalzlüfter haben wir keine. Die Aussparung gibt es auch nur in der Äußeren von drei Dichtungsebenen.

  • Ja, und zwar eine KWL. Fensterfalzlüfter haben wir keine. Die Aussparung gibt es auch nur in der Äußeren von drei Dichtungsebenen.

    und welchen Sinn soll diese Aussparung lt. Ersteller haben? Kann doch nur sein, dass die in irgendeiner Art und Weise für Luftaustausch gedacht sind. Für mich schaut es so aus, dass da eben doch feuchte Raumluft nach außen dringt und an den kühlen Rolläden kondensiert.

    Läuft die KWL ggf leicht im "Überdruck", sprich mehr rein als raus? Das wäre auch die Erklärung, dass das an allen Rolläden auftritt und nicht nur an den "Unterdruckseiten" durch natürlichen Winddruck.

    Allg. sollte es so sein, dass die KWL eher leicht im Unterdruck läuft, dass eben keine warme Luft in die Bauteile gedrückt wird und dann irgendwo kondensiert.

    Schalte die KWL (ist das eine zentrale KWL mit gesonderten Zu- und Fortlufttürmen/-wanddurchlässen?) mal eine Nacht aus (oder stell auf nur Abluft wenn Du kannst) und schau, ob die Rolläden dann immer noch feucht sind.

  • Die zentrale KWL wurde tatsächlich mit geringfügigen Unterdruck eingemessen. Allerdings haben wir das Problem ja auch in Ablufträumen wo der Unterdruck vermutlich am höchsten sein sollte.


    Ich habe nun mal den Anpressdruck eines Fensterflügels auf das maximum erhöht. Mal sehen ob das eine Änderung bringt.


    Die äußere Dichtung soll wohl nur der Schlagregendichtheit dienen und hat nichts mit der Luftdichtheit und Dämmwirkung zu tun. Um ein ablaufen von eingedrungenem Wasser zu ermöglichen ist wohl oben quasi eine Zuluft vorgesehen.

  • es geht wohl um den Druckausgleich der über eine Aussparung der Dichtung am Blendrahmen erfolgen soll.


    So wie hier beschrieben:

    Entwässerungs- und Druckausgleichsanleitung für Kunststofffenster

    Zitat:

    Der Druckausgleich kann neben Bohrungen auch über eine Aussparung oder Austausch der Blendrahmenaußendichtung um oberen Querbereich erfolgen.


    Trotzdem wird hier wohl Raumluft über diese Aussparung nach außen gedrückt und wenn das an allen Fenstern passiert, erzeugt die KWL für mich Überdruck und nicht Unterdruck. Wie gesagt: einfach mal die KWL temporär ausschalten oder auf nur Abluft stellen. Du wirst nicht ersticken....

  • Läuft Wasser bei Euch wider die Physik bergauf oder hat man Dir einen Bären aufgebunden?

    TausT hat das schon richtig beschrieben. Es geht da um den Druckausgleich. Die eigentliche Entwässerungsöffnung ist natürlich unten.

  • Ein Abschalten der KWL hat übrigens nichts gebracht. Eine Erhöhung des Anpressdrucks des Fensters hingegen schon. Allerdings geht der Mechanismus jetzt sehr stramm :(

  • Das heißt, Dein Verdacht ist, dass warme Luft aus den Fenstern rausgeht, egal was die KWL macht.


    Mein Tip: Evtl. mal von einem Fensterbauer anschauen lassen. Die können Fenster (meistens) deutlich besser einstellen als wir Laien.


    Wie wurde die Leckagesuche beim BD-Test vorgenommen? Rädchen? Wärmebildkamera? Räucherstäbchen? etc.? Ich finde, dass man bei der Wärmebildkamera sehr gut sieht, wo es leckt.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • werden bei den aktuellen Temperaturen (ca. 2- 6° außen) die Innenseiten sämtlicher (Alu-)Rolladen nass. Vermutlich durch Kondenswasser.


    Die zentrale KWL wurde tatsächlich mit geringfügigen Unterdruck eingemessen.


    Ein Abschalten der KWL hat übrigens nichts gebracht. Eine Erhöhung des Anpressdrucks des Fensters hingegen schon.

    Wenn ein höherer Anpressdruck das Problem behebt, dann ist zumindest jetzt sicher, dass es aus der Raumluft kommt und die Fenster nicht gut eingestellt waren.

    trotzdem passt das aber einfach nicht zusammen.

    Wenn die KWL wirklich mit leichtem Unterdruck raumseitig eingemessen wurde, dann geht da im Betrieb nicht an allen Fenstern feuchte Luft raus die kondensieren kann.

    Und wenn sie aus ist, dann sollte das auch nur an den Fenstern der windabgewandten Seiten passieren.

    Unternehmen musst Du was, denn im Winter werden aus Kondenswasser Eiszapfen...

  • Ich würde auch einmal den Einbau der Rahmen kontrollieren. Wenn die verzogen sind, kann man einstellen soviel man will, es wird nie richtig dicht.

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    .

  • Ich muss mich leider nochmal korrigieren. Heute Nacht war es noch etwas kälter. Es hat sich nun auch am Fenster mit höheren Anpressdruck wieder Kondenswasser gebildet :-( Und zwar unwesentlich weniger als beim benachbarten Fenster. KWL war weiterhin aus.


    Am stärksten ist das OG betroffen, dort aber tatsächlich überall. Im EG/KG ist es eigentlich eher marginal, wenn auch nicht völlig trocken.


    Die Leckagesuche beim BdT wurde tatsächlich mit einer Wärmebildkamera durchgeführt.


    Ich werde heute Nacht mal den Rahmen eines Fensters rundum mit Klebeband abkleben, um ganz sicher zu gehen dass es über die Dichtungen kommt. Nächster Schritt ist in jedem Fall dann der Fensterbauer.

  • Moin,


    kommt das evtl. aus dem Kasten oberhalb vom Fenster? Dann könnten die Flügel Anpressdruck ohne Ende haben, es würde nichts nutzen.
    Außenmauerwerk aus was für einem Material/Werkstoff?


    Grüße


    stefan ibold

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • Hi. Da hast du natürlich recht. Auch deswegen will ich es heute Nacht mal mit abkleben probieren. Was gegen den Rolladenkasten spricht ist, dass das Wasser genau an der Stelle auftritt wo die Dichtung im Fenster ausgespart ist.


    Das Außenmauerwerk ist aus gefüllten Ziegeln. Was ist hier deine Vermutung? Die Rolladen sind Aufsatzrolladen, d.h. die kamen mit den Fenstern.

  • Am stärksten ist es an der Westseite. An der Ostseite macht es keinen merklichen Unterschied zur Nord und Südseite.


    Ich warte aktuell auf sinkende Außentemperaturen. Ich habe nun folgende Teststellungen bei drei verschiedenen Fenstern:

    • Aussparung in der äußeren Dichtungsebene verschlossen
    • Fensterrahmen komplett abgeklebt, so dass dieser Luftdicht sein sollte
    • Sämtliche Schlitze der Revisionklappe des Rolladenkastens abgeklebt
  • Korrekt, deswegen habe ich den einen auch mal testweise abgeklebt. Irritierend ist aber nach wie vor die Häufung des Kondenswassers am Ausschnitt der Dichtung. Deswegen tippe ich noch immer auf die Abdichtung des Flügels. Aber wir werden sehen, wenn die Temperatur wieder gegen 0°C fällt. Bei aktuell 4°C in der Nacht bildet sich noch gar kein Kondensat.

  • Update: Heute Nacht hatten die Temperaturen mal wieder gepasst:

    • Aussparung in der äußeren Dichtungsebene verschlossen => Kein Wasser am Rolladen, dafür aber auf der Scharnierseite im Fensterrahmen recht feucht
    • Fensterrahmen komplett abgeklebt, so dass dieser Luftdicht sein sollte => Kein Wasser
    • Sämtliche Schlitze der Revisionklappe des Rolladenkastens abgeklebt => Alles wie gehabt und auf den Bildern oben zu sehen

    => Meine Vermutung ist nun, dass Raumluft im Bereich der Scharniere entweicht. In dem Bereich ist die erste Dichtungsebene auch unterbrochen. Die Scharniere sind quasi auf die Dichtung geschraubt. Ich habe ein Fenster nun einmal nur im Bereich der beiden Scharniere abgeklebt. Mal sehen was nun passiert.

  • => Meine Vermutung ist nun, dass Raumluft im Bereich der Scharniere entweicht. In dem Bereich ist die erste Dichtungsebene auch unterbrochen. Die Scharniere sind quasi auf die Dichtung geschraubt.

    Kannst Du das bitte fotografieren? Das klingt sehr merkwürdig!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • jeweils Öffnungsflügel links, Blendrahmen rechts?

    ??? Das Scharnier läuft über die Dichtung?

    Ja genau.

    das war eine vor rund 10-15 Jahren nicht unübliche Ausführung. Bei Blower-Door-Messungen habe ich da oftmals Leckagen feststellen müssen...

    Jetzt habe ich in Neubauten das schon länger nicht mehr gesehen...

    Das macht mir ja Mut. Bei der Leckagesuche ist das komischerweise nicht aufgefallen. Ich bin jetzt mal gespannt, wie es sich bein nächsten mal verhält. Ich gehe aber mal davon aus, dass bei den abgeklebten Scharnieren, nichts passiert.


    Wie sollte man den Mangel am besten beim Fensterbauer anzeigen? Gibt es dazu Richtlinien, auf die man sich beziehen kann? Also z. B. nach DIN XY darf die erste und zweite Dichtungsebene nicht unterbrochen sein? (die zweite Ebene ist nicht unterbrochen, lässt aber scheinbar trotzdem Luft durch, da evtl. nicht straff genug anliegend)