Mauersperrbahn zwischen Bodenplatte und Außenmauerwerk nicht eingebaut

  • Hallo Forum,


    leider ist bei unserem Hausbau vieles schief gelaufen. Wir als Bauherren müssen jedoch nun schauen, wie es weiter geht und das möglichst kostengünstig!!!!

    Gegen usere Baufirma haben wir mittlerweile Rechtsmittel eingelegt, da es viele Baumängel gibt. Aber um dies noch zu krönen, hat der Firmeninhaber nun Insolvenz angemeldet. Zum Glück für uns, haben wir Zahlungen frühzeitig gestoppt. Es ist zwar ärgerlich, dass wir einen gewissen Betrag nie wieder sehen werden aber durch eine neu Finanzierung und Eigenleistung können wir das auffangen.

    Nun zu dem Grund, weshalb wir hier um Rat bitten. Damit ihr uns vielleicht einen Rat geben könnt, beschreibe ich die Problematik so ausführlich, wie es mir nur möglich ist.


    Baugrundverhältnis

    Überwiegend Lehm und Mergelboden mit Schichtenwasser. Wasseinwirkungsklasse laut Bodengutachten W2-E


    Gründung

    Für die Gründung wurde verdichtungsfähiger Boden (Sand mit Lehmanteil) eingebaut. Anschließend wurde die Frostschürze ausgehoben und ohne Bewehrung betoniert.

    Die Frostschürze und die Sandplatte wurde anschließend mit eine Baufolie abgedeckt, sodass dann darauf die Bodenplatte gegossen wurde.


    Der Beton für die Bodenplatte ist laut Betonlieferant, ein WU-Beton.


    Außenmauerwerk

    24er Porotonziegel und WDVS


    Innenmauerwerk

    17,5 und 11,5 Kalksandstein


    Da die ausführende Firma KEINE Mauersperrbahn zwischen Bodenplatte und Porotonziegel eingebaut hat, sondern lediglich oberhalb der ersten Steinreihe eine Bitumenpappe liegt, wollten wir wissen, ob wir noch eine Horizontalabdichtung einbringen müssen. Wenn ja, was könntet ihr uns empfehlen? Hatten an ein Bohrinjektionsverfahren gedacht, da wir dieses auch selber bewerkstelligen könnten. Wenn dies überhaupt möglich ist?


    Komischerweise hat die Firma, vor Herstellung der Innenwände die Bodenplatte abgeflämmt. Sodass das Mauerwerk innen davon nicht betroffen wäre.


    Die Außenabdichtung ist bereits durchgeführt. Die dafür beauftragte Firma hat die Dickbeschichtung bis an die UK Bodenplatte geführt und hatte uns geraten, da die Frostschürze ohne Schalung hergestellt wurde, eine Dichtschlämme an die Frostschürze zu bringen.


    Unter Betrachtung der geschilderten Lage, was würdet ihr uns raten. Abgesehen von einem Bausachverständigen (der auch wieder viel Geld kostet)

  • mal davon abgesehen, dass der insolvenzverwalter sicherlich noch Ansprüche anmelden wird, wirst du nicht ohne Sachverstand auskommen. Es ist auch zu überlegen, ob er derzeit sinnvoll ist, ohne Abstimmung mit Anwalt und Sachverständigen, drauf los zu sanieren!

  • Hallo,


    danke für deine Antwort. Sollen wir denn noch weiter warten? Das würde uns dann finanziell das Genick brechen. Doppelbelastung. Daher lieber in den sauren Apfel gebissen und mögliche Forderungen wegfallen lassen. Wir müssen halt weiter machen.

  • Du hast mich nicht richtig verstanden, der Insolvenzverwalter wird versuchen ausstehende Gelder bei dir noch einzutreiben.
    einfach zu sagen, ich zahle nicht, weil es Mängel gab und diese Mängel sind ggf. schon behoben, beschert dir eher mehr Probleme.


    du wirst ohne Fachanwalt nicht auskommen.

  • Meint Ihr denn wirklich, die Forderungen des Insolvenzverwalters, gegen die Ihr nichts aufrechnen könnt, wenn Ihr keine Beweise für den :pfusch: habt, brechen Euch nicht das Genick???. Ihr habt die Wahl zwischen Pest und Cholera. Keine schöne Wahl, ich weiß, aber so ist die Lage.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ja - in dem Fall würde ich auch erst einmal den Gang zum Fachanwalt antreten. Dann weiß man zumindest, was alles passieren kann bzw. mit welchen Forderungen man ggf. noch zu rechnen hat.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich glaube ich habe mich nicht richtig ausgedrückt. Die Baufirma hat die erbrachten Leistungen bezahlt bekommen. Somit stehen seitens Baufirma keine Kosten mehr im Raum. Wir haben lediglich die Zahlung gestoppt, nachdem wir einen Betrag gezahlt hatten und es dann nichts mehr passierte. Sprich die nachfolgende Forderung.


    Wenn ihr unseren ersten Beitrag gelesen habt, dann wüsstet ihr, dass wir mittlerweile Rechtsmittel eingelegt haben!



    Und jetzt nochmal zu unseren Fragen! Kann man die nicht einfach beantworten?

  • Und jetzt nochmal zu unseren Fragen! Kann man die nicht einfach beantworten?

    Nun mal langsam mit den jungen Pferden! Wir "erlauben" uns, über die Fragestellung hinaus weiter zu denken! Dafür solltest Du eigenlich dankbar sein.


    Zur Frage: Poroton ist für eine Bohrlochsperre meist ungeeignet. Hier hilft nur, das Mauerwerk ettapenweise wegzustemmen (die erste Lage) und dann die Sperre einzubauen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Erstmal vielen Dank für deine Antwort. Gleichzeitig möchte ich mich Entschuldigen für meinen Post. Ich verstehe das, dass ihr euch Gedanken darüber macht. Jedoch weiß ich langsam nicht mehr, wem ich noch alles dankbar sein soll ;-). Es versuchen so viele Menschen uns Ratschläge zu geben, das es langsam nur noch nervt. Da muss man uns vielleicht auch etwas verstehen. Die Situation ist so schön anstrengend genug.


    Ich möchte damit auch nur zum Ausdruck bringen, das wir uns mit den verschiedensten Stellen (Anwalt, Bank, Architekt) schon abgestimmt haben. Das Ergebnis daraus ist halt, dass wir nun versuchen, aus sche***e, Gold zu machen.


    Deine Antwort ermutigt natürlich nicht :-(, da das Verfahren natürlich ein Haufen Arbeit bedeutet. Wir hatten gehofft, dass das Bohrlochverfahren mit Bohrschlämme doch zu realisieren ist. Besser wäre natürlich eine Antwort gewesen nach dem Motto: „bei den beschriebenen Materialien (WU Beton, Folie unterhalb Bodenplatte) und der Außenabdichtung, brauchen wir gar nichts machen!


    Aber das ist leider wohl ein Wunschgedanke gewesen :-(

  • Der Beton für die Bodenplatte ist laut Betonlieferant, ein WU-Beton.

    Das alleine reicht für ein wasserdichtes und wasserdampfdichtes Bauteil nicht aus. Denn:

    Gliederung und Ergänzung der unterstrichenen Wörter von mir, Skeptiker , ergänzt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wurde denn schon ein optischer/ praktischer Test durchgeführt um zu erkunden ob nicht doch eine Sperrbahn zwischen Bodenplatte und Erster Steinschicht liegt?

    Ich bin nur verwundert, das zwischen der ersten und zweiten Schicht wohl was liegen sollte.


    Wenn das geklärt ist und Keine vorhanden sein sollte, stimm ich Ralf und Skeptiker zu.

    Das würde bedeuten, das deine unterste Steinreihe immer Nass wird. Sie ist zwas aus Horizontaler sicht geschützt, da hier Abgedichtet wurde, aber Feuchte und Nässe aus der Bodenplatte die möglichkeit haben die Steinreihe dauerhaft zu durchfeuchten. irrwitzigerweise sogar massiv, das weiter oben das austrocknen massiv verhindert wird. EIne Innere Abdichtung auf der Steinreihe ist bei dem Baustoff aber absolut negativ, wo ich bei Betonsteinen den Kompromiss eingegangen wäre, aber nicht bei dem Baustoff.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Ja, es wurde an mehreren Stellen geschaut, ob eine Verbaut war (Mitwirkung, Überwachung vom Architekten)


    Zudem sind jetzt bei der Elektro und Wasserinstallation auch mehrere Schlitze bis zur BP gemacht wurden. Nirgends im Außenmauerwerk ist die Sperrbahn zwischen.


    Hatte für HLZ dieses gefunden:

    Zur Herstellung einer Horizontalsperre im Injektionsverfahren in Mauerwerk mit innenliegenden Hohlräumen wie zum Beispiel Hochlochziegel oder auch Bruchsteinwände werden in aller Regel mehrstufige Verfahren zur Verkieselung eingesetzt. In der ersten Stufe wird dabei ein sehr dünnflüssiger Spezialzement in die Bohrlöcher eingebracht um die Hohlräume zu verschließen in denen ansonsten die Dichtflüssigkeit wirkungslos versickern würde. Im zweiten Schritt wird dann die eigentliche Mauerwerksabdichtung mit dem Dichtstoff durchgeführt.

  • Hatte für HLZ dieses gefunden:

    Zur Herstellung einer Horizontalsperre im Injektionsverfahren in Mauerwerk mit innenliegenden Hohlräumen wie zum Beispiel Hochlochziegel oder auch Bruchsteinwände werden in aller Regel mehrstufige Verfahren zur Verkieselung eingesetzt. In der ersten Stufe wird dabei ein sehr dünnflüssiger Spezialzement in die Bohrlöcher eingebracht um die Hohlräume zu verschließen in denen ansonsten die Dichtflüssigkeit wirkungslos versickern würde. Im zweiten Schritt wird dann die eigentliche Mauerwerksabdichtung mit dem Dichtstoff durchgeführt.

    ICH kenne dies Verfahren nicht, aber das heisst nichts.

    Meinst Du wirklich, dass ein Laie, das (erfolgs)SICHER durchführen könnte?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ICH kenne dies Verfahren nicht, aber das heisst nichts.

    Meinst Du wirklich, dass ein Laie, das (erfolgs)SICHER durchführen könnte?

    Es gibt hierfür verschiedene Hersteller (Weber.tec oder auch MEM (Trockene Wand heißt das Produkt)


    Ich denke schon, dass es eine "Laie" hinbekommt. Löcher alle paar Zentimeter bohren, sollte jetzt nicht das Problem darstellen.

  • ...

    Es gibt hierfür verschiedene Hersteller (Weber.tec oder auch MEM (Trockene Wand heißt das Produkt)


    Ich denke schon, dass es eine "Laie" hinbekommt. Löcher alle paar Zentimeter bohren, sollte jetzt nicht das Problem darstellen.

    Off-Topic:

    In diesem Forum dürfen im Zusammenhang aktuell laufender Diskussionen Hersteller und Produkte genannt werden, soweit dies der inhaltlichen Auseinandersetzung mit einem konkreten Problem dient. Allerdings werden produktneutrale Formulierungen bevorzugt. Reine Werbung, Produktvergleich und reine Bewertungen (positive wie negative) sind hier unerwünscht und werden sofort gelöscht.


    Dieses interessante Thema hatte ich schon mehrfach mit den Vertretern von Firmen, die "Bauwerkstrockenlegung" o.ä. Leistungen anbieten. Auf die Frage, wie denn alle Hohlräume von Hochlochziegeln mit dieser Methode zuverlässig verschlossen werden sollen und wieviel (sündhaft teures) Material dafür ungefähr aufgewendet werden wird, erntete ich immer betretenes Schweigen und warte bis heute auf eine schlüssige Antwort.


    Um auf die ursprüngliche Frage

    "... Wenn dies überhaupt möglich ist? ..."

    zu antworten: Ich kann mir keine Injektionstechnik vorstellen, mit der mit vertretbarem Materialaufwand die Abdichtung sicher funktioniert. Vielleicht ist eine nachträglich eingebrachte Edelstahlsperre eine Option. Ob das Prinzip Edelstahlblech überhaupt für geklebte Hochlochziegel geeignet ist, habe ich noch nicht geprüft.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    2 Mal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: 1. und 3. Absatz ergänzt

  • Ich habe heute einen Hersteller kontaktiert. Leider ist es so, wie Skeptiker geschrieben hat. Der Hersteller kann mit seinem Produkt (verkieselung) es nicht gewährleisten, dass eine vollstände hohlraumabdichtung stattfindet.

  • Poroton ist für eine Bohrlochsperre meist ungeeignet. Hier hilft nur, das Mauerwerk ettapenweise wegzustemmen (die erste Lage) und dann die Sperre einzubauen.

    Also streiche das "meist" und hol den Meisel raus. Aber denk dran: Immer in Abschniten von max. 1,25 m arbeiten!

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  • Hatte hier nicht jemand mal eine Horizontale Mauersäge angeboten?

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.