Verbot Ölheizungen Ausnahmen

  • Kann jemand erklären, wie die Ausnahmen zum Verbot von Ölheizungen ab 2026 genau zu verstehen sind? Klar, wenn kein Gas- / Fernwärmeanschluss vorliegt liest sich eindeutig.
    Der weitere Satz, "wenn sich beispielsweise Wärmepumpen nicht wirtschaftlich einsetzen lassen". Was ist wirtschaftlich? Wenn ich aktuell eine Ölheizung betreibe, ist es immer am
    wirtschaftlichsten, diese wieder durch eine Ölheizung zu ersetzen. Ich wüsste nicht, wie ich in meinem - zwar sanierten - Altbau ohne Fussbodenheizung eine Wärmepumpe wirtschaftlich
    betreiben könnte. Eine andere Heizungsart wäre nur mit relativ viel Kosten und Aufwand realisierbar.
    In BaWü gilt ja sowieso das EEG, welches aber auch Ersatzmaßnahmen zuließ, ohne dass ein Anteil erneuerbarer Energien nachzuweisen waren (z. B. Dämmassnahmen).
    Ist sowas hier auch vorgesehen?

    Gruß

  • Was ist wirtschaftlich?

    Das ist ziemlich schwammig, und man kann sich vortrefflich darüber streiten. Ein Ansatz ist, dass sich die Investition in einem Zeitraum x amortisieren muss. Es ist egal, ob der Einbau eines Ölkessels billiger wäre, sondern es geht darum, ob sich eine WP über einen Zeitraum x (oder typ. Nutzungsdauer) amortisieren kann.


    Einen ähnlichen Ansatz verfolgt man auch bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von WDVS oder anderen Maßnahmen zur Energieeinsparung. Es ist nicht gefragt, ob es billiger wäre darauf zu verzichten, sondern ob sich die Investition amortisieren kann.


    Übrigens, es geht ausschließlich um Neuinstallationen oder den Ersatz von Ölkesseln. Funktionierende Ölkessel denen nicht der Austausch durch die EnEV droht, sind davon nicht betroffen.

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  • Die Nichtwirtschaftlichkeit nachzuweisen wird vermutlich nicht so schwer sein. Schwerer wird es werden, in 5 Jahren überhaupt noch einen Ölkessel oder -brenner zu bekommen. Ähnlich schwer ist es ja heute schon, eine raumluftabhängige Heizwert-Gastherme zu bekommen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Die Nichtwirtschaftlichkeit nachzuweisen wird vermutlich nicht so schwer sein. Schwerer wird es werden, in 5 Jahren überhaupt noch einen Ölkessel oder -brenner zu bekommen. Ähnlich schwer ist es ja heute schon, eine raumluftabhängige Heizwert-Gastherme zu bekommen.

    Das glaube ich eher nicht, denn auf dem Land ist es meiner Meinung nach für Bestandsbauten immer noch die beste Lösung. Wer weiss, was demnächst wieder schlechtgeredet wird. Vor geraumer Zeit wurde ja die Dämmung niedergemacht, weil die ja die Häuser schimmeln lässt, wenn der Feinstaub wieder mehr im Gerede ist, sind die Holzheizungen wieder dran. Typisch Deutschland halt.

  • ... Vor geraumer Zeit wurde ja die Dämmung niedergemacht, weil die ja die Häuser schimmeln lässt...

    Du darfst nicht Gerüchte von Dummschwätzern mit politischen Vorgaben verwechseln.


    Was die privaten Müllverbrennungsanlagen angeht, wäre ich sehr dafür, den Stinkern mit ihrer oft unvollständigen Verbrennung, stärker auf den Pelz zu rücken.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Das glaube ich eher nicht, denn auf dem Land ist es meiner Meinung nach für Bestandsbauten immer noch die beste Lösung.

    Wenn die politischen Vorgaben für ein Aus der Ölkessel sorgen, dann wird es in der Tat schwierig, noch Neuware zu bekommen. Es dürfte sich auch niemand finden, der das Risiko auf sich nimmt, so einen Kessel einzubauen (höchstens vielleicht gegen ein entsprechendes Schmerzensgeld).


    Wie lange man einen vorhandenen Ölkessel am Leben erhalten kann, das ist schwer einzuschätzen. Mit entsprechendem Aufwand und Kosten kann so ein Ölkessel problemlos 50 Jahre funktionieren. Es ist aber absehbar, dass auch der Ölpreis weiterhin steigend wird, bei sinkendem Bedarf besteht sogar die Gefahr, dass er überproportional ansteigt. Dann kommt man an einen (politisch gewollten) Punkt, an dem das Ölheizen keinen Spaß mehr macht.


    Welche Sau als nächstes durch´s Dorf getrieben wird? Keine Ahnung. Das hängt davon ab, welche Lobby am besten arbeitet. Man könnte beispielsweise darüber streiten, ob das Heizen mit Erdgas (oder Flüssiggas) wirklich sinnvoll ist.

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  • Wie lange man einen vorhandenen Ölkessel am Leben erhalten kann, das ist schwer einzuschätzen. Mit entsprechendem Aufwand und Kosten kann so ein Ölkessel problemlos 50 Jahre funktionieren. Es ist aber absehbar, dass auch der Ölpreis weiterhin steigend wird, bei sinkendem Bedarf besteht sogar die Gefahr, dass er überproportional ansteigt. Dann kommt man an einen (politisch gewollten) Punkt, an dem das Ölheizen keinen Spaß mehr macht.

    Richtig, dasselbe habe ich vor Jahren mit Rapsöl erlebt.Ich habe eine "Heizung", die ich einst mit Rapsöl betrieben habe. Nachdem die Regierung Raps als Lebensmittel erklärt hat, schlossen um mich herum alle Tankstellen ihre Rapsöl-Zapfsäule und dann wars eben so, dass der Tankwagen wegen mir und meinen paar Litern nicht extra gefahren kommt und so läuft die Heizung nun eben wieder mit Heizöl:thumpsdown:. Na ja, wir werden sehen, wenn R.B. recht hat und Heizöl so teuer wird, dann hol ich mein Rapsöl eben im Aldi und kipps rein.;)

    Grüßle

    Dachser




    Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt (Gandhi)