Fundamenterder

  • Ich habe hier noch einen Freitags-Erder:



    (Weil's aus Teilbildern zusammengesetzt ist, passt das Leerrohr nicht 100%.)

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Dipol schlau uns mal auf wo die Änderungen liegen.

    So schnell schießen die Preußen nicht und schon gar nicht ein als Beute-Bayern geborener Schwabe. :)


    Die Norm ist von 29 auf 60 Seiten angeschwollen und ich habe sie noch nicht in jedem Detail seziert. Die offiziellen Änderungsmitteilungen deuten den Umfang und die Tiefe der Neuerungen nur an:


    Vorabinfos:


    • Die m. E. gravierenste Änderung ist die Abkehr vom bislang gültigen Blitzschutz-Mantra, wonach ein vollständiger (Blitz-)Schutzpotentialausgleich gewichtiger als eine möglichst niederimpedante Erdung ist. Künftig sind zu den Durchgangswiderständen auch die Erdausbreitungswiderstände zu messen und dokumentieren. Es wurde jedoch kein Richt- oder Max.-Wert festgesetzt.
    • Unter d) und f) sind erstmals Vertikalerder beschrieben, die - bedingt - auch als RE-Ersatz zulässig sind.
    • Die von mir als Kopierfehler eingestufte unsinnige Vertauschung der Anschlussfahnen für RE bzw. FE/PAL zwischen den Normausgaben von 2007-09 und 2014-03 ist aufgrund der kompletten Neugestaltung so nicht mehr gegeben.
    • Das Verbot von St/tZn ist aber nunmehr nur noch in 10.2 Werkstoffe für Ringerder eindeutig beschrieben. Bei den in Erdungsleiter umbenannten Anschlussfahnen in 10.6 Werkstoffe für Erdungsleiter und Verbinder an Ringerder und Vertikalerder sowie 10.7 Werkstoffe für Anschlusspunkte und Verbinder an Fundamenterder gibt es keinerlei Festlegung auf St/tZn mit Kunstoffmantel oder NIRO.
    • Der Passus aus der DIN 18014:2007-09, wonach Erdungsanlagen auch von den Maurern unter EFK-Aufsicht eingebaut werden dürfen (in DIN 18014:2014-03 nur noch im Anhang im Messprotokoll aufgeführt), wurde reanimiert.
    • DIN EN 50310 (VDE 0800-2-310) war bislang von untergeordneter Bedeutung und wurde in den Vordergrund gerückt. Jedesmal wenn ich in das Dickicht dieser Norm eintauche, habe ich danach mehr Fragen als Antworten und ich befürchte, dass es Elektrikern nicht besser ergehen wird.


    Die Zulassung von Tiefenerdern mag durch die b.v.s-Stellungnahmen angestoßen worde sein. Ob die Experten des BVS, die sich nach Auskunft des ehemaligen AK-Leiters geweigert haben sollen am Entwurf mitzuwirken, mit dem Ergebnis zufrieden sind und nicht wieder nur hinterher mosern, wird sich herausstellen.


    Der neue AK-Leiter kommt aus dem gleichen Haus wie sein Vorgänger und hat bereits nach einem Schnellschuss von mir umgehend mitteilen lassen, dass es abhängig von weiteren Einsprüchen evtl. einen weiteren Norm-Entwurf geben könnte. Ich mache eine Anleihe bei Skeptiker: Es bleibt spannend!





  • Gestern ist die Einspruchsfrist zum Entwurf der DIN 18014.2021-01 abgelaufen.


    Zur Vervollständigung der Liste im Vorbeitrag:

    • Für FPAL in isolierten Bodenplatten darf bei Bandstahl ein reduzierter Querschnitt von 25 mm x 20 mm verwendet werden, wie er früher für Ableitungen von Blitzschutzsystemen gebräuchlich war.
    • Beim Runddraht ist es bei 10 mm Durchmesser geblieben und keine Anpassung an den Mindestdurchmesser von Ableitungen mit 8 mm erfolgt.
    • Nach dem Motto "Man muss sich an dem Personal orientieren, das bereit ist auf Baustellen zu arbeiten" wurden die Anforderungen an die Qualifikation von Planern und Errichtern von Erdungsanlagen noch unklarer beschrieben.
    • EFK müssen nunmehr eine für die Erdungsanlage ausreichende Qualifikation haben, was den Kreis der Berechtigten einschränkt.
    • Für BSFK gibt es diesen Zusatz nicht, womit sich auch Firmen, die nur für Äußeren Blitzschutz geprüft sind, betätigen könnten.
    • In Anpassung an die Realität wurde der Passus aus der abgelösten DIN 18014:2007-09 reanimiert, dass Rohbauer unter Anleitung und Aufsicht von EFK oder BSFK errichten dürfen. Wie intensiv die Aufsicht sein muss, bleibt offen.

    Bislang sind alle konzessionierten EFK arbeitsberechtigt. Ob sie vertragstreu ein VDE-Auswahlabo vorweisen können, je die DIN 18014 gelesen haben, welches Messequipment verfügbar ist und ob es auch gekonnt bedient werden kann, ist ungeregelt und unkontrolliert.
    In meinem Einspruch habe ich um eindeutige Klärung der Qualifikationen gebeten und auch Maurer erwähnt, die von Fortbildungseinrichtungen geschult wurden.

  • Danke für die Information, auch wenn ich nur die Hälfte verstanden habe.


    ICH habe davon leider keine Ahnung, habe aber das Glück, in meiner Gegend einen auf Blitzschutz und Erdung spezialisierten Unternehmer zu haben.


    P.S.: Der hat bei uns damit praktisch die "Lizens zum Gelddrucken" ;)

    Ist für mich aber OK. Gute Arbeit soll auch Gut bezahlt werden.

    Da er die "Nebenleistungen" quasi "kostenlos" erbringt und fachlich sowie terminlich in Ordnung ist ...

    ... solange keiner fragt, muss niemand antworten ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • P.S.: Der hat bei uns damit praktisch die "Lizens zum Gelddrucken" ;)

    ;)

    KA was die bei Euch abverlangen.

    Ich frage mich eigentlich bei uns immer wie die mit den paar Kröten hinkommen. Es ist ja nicht immer nur ein paar 100 m ringsherum zu verlegen.

    Manchmal kommen die nur wegen 20-25 m, wegen Einzelanschlüssen.

    Und im Einfamilienhaussektor sieht es ja eher noch schlimmer aus.

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Ich finde, dass Thema Fundamenterder und Funktionspotentialausgleich wird hier von einigen abhängig beschäftigten Experten völlig überbewertet.


    LG

  • Drück' dich mal klarer aus.


    was willst du mit


    abhängig beschäftigten Experten

    sagen? Und inwiefern kommt es auf eine abhängige Beschäftigung an ?



    völlig überbewertet.

    Was willst du damit sagen? Dass das Einhalten gültiger technische Regelwerke nicht wichtig ist?


    Apropo dein Berufsangabe: Sachverständiger - für was? Mit welcher Qualifikation?

  • Ich finde, dass Thema Fundamenterder und Funktionspotentialausgleich wird hier von einigen abhängig beschäftigten Experten völlig überbewertet.

    Ob Experten ihren Lebensunterhalt als abhängig Beschäftigte, selbstständig oder Freiberufler verdienen, macht genau welchen Unterschied bei der Bewertung ihrer Aussagen? Insbesondere bei der in der Regel relevanten Frage nach der Einhaltung der a.R.d.T. durch Ausführende ist das doch sowas von egal! Willst Du als Selbstständiger hier provozieren?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Insbesondere bei der in der Regel relevanten Frage nach der Einhaltung der a.R.d.T. durch Ausführende ist das doch sowas von egal! Willst Du als Selbstständiger hier provozieren?

    Nach Infos aus einem Elektrikforum:

    • Ist WWW abhängig beschäftigt aber sein Job von Einsparung bedroht;
    • Allen Nachfragen nach seinen Gutachterqualifikationen ist er bislang weiträumig ausgewichen;
    • Ob er mehr als eine Ausbildung als Elektriker bei der Bahn vorzuweisen hat, ist offen und zu bezweifeln;
    • Ich kann mich nicht erinnern, dass dieser selbsternannte Gutachter je eine a.R.d.T. zitiert hätte, daran dass ihn Normzitate missfallen haben aber schon;
    • Obwohl er sich selbst als universeller Gutachter beweihräuchert, sucht man in seinen Rundumschlägen Mängelberichte zu Erdungsanlagen vergeblich;
    • Seine Beiträge zur DIN 18014 sind durch Verharmlosungen und profunde Unkenntnis der Norm geprägt.
    • Wenn es einen Award für das Tempo von Flüchtigkeits-"Gutachten" gäbe, wäre er dafür aufgrund seiner eigenen Schilderungen ein heißer Kandidat
  • Ich finde, dass Thema Fundamenterder und Funktionspotentialausgleich wird hier von einigen abhängig beschäftigten Experten völlig überbewertet.


    LG

    ajajajeijei

    öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer- und Betonbauerhandwerk

  • Ein Beitrag - sich also extra hier anmelden um dieses oben geschrieben von sich zu geben.

    Ich denke - er hat genau das erreicht was er wollte und freut sich nun einen Wolf über die Reaktionen die er erziehlt :)