Anspruch auf telefonische Erreichbarkeit eines Fachplaners

  • In einem Bauvorhaben gibt sich der Fachplaner TGA (beauftragt mit den LP 2 - 8) zum Ende der LP 7 missgestimmt und übellaunig. Er teilt dies aber nicht direkt mit, er verweigert "nur" erst dem Architekten und wenige Tage später auch den Bauherrn, also seinem Vertragspartner jegliche mündliche Kommunikation, auch Telekommunikation. Sprich: Er geht nicht mehr ans Telefon und lehnt alle persönlichen Gespräche ab. Auf Email und Briefe in Papierform reagiert er in üblicher Bearbeitungszeit von 1 - 2 Arbeitstagen nach Postweg. Die Kommunikation mit dem Bauherrn wurde exakt am Tag nach dessen Abruf der Leistungen der LP 8 eingestellt.


    Ein vom Bauherrn hierzu aus dem privaten Bekanntenkreis befragter Projektsteuerer berichtet davon, dass dieser Fachplaner schon mehrfach in ähnlichen Projekten die mündliche Kommunikation mit den AG und / oder Architekten komplett eingestellt hat. Der Büroinhaber unterstützt jedes Mal dieses Vorgehen. Der Projektsteuer sagte mir gegenüber wörtlich: "Das TGA-Büro bietet immer nur Teilleistungen unter HOAI-Sätzen an. Da muss man mit der extrem sparsamen Kommunikation einfach leben! Wenn man mehr will, muss man voll zahlen."


    Ich bin ebenso fassungs- wie sprachlos!


    Gibt es eine rechtliche Grundlage (BGB ?), auf der sich von Fachplanern begründet mündliche Kommunikation einfordern lässt? Die Details des Fachplanervertrages mit dem TGA-Planer sind (mir) nicht bekannt. Ich bin mir nicht sicher, ob ein solcher förmlich geschlossen wurde, gehe aber davon aus.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich kenne das eher von Baubetrieben, wenn die keine Lust oder keine zeit haben weiterzubauen....

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ich kenne das eher von Baubetrieben, wenn die keine Lust oder keine zeit haben weiterzubauen....

    Der Fachplaner hat ausdrücklich versichert, er werde alle für den Fortgang der Arbeiten auf der Baustelle erforderlichen Leistungen erbringen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich würd den Spies umdrehen: Ihm schriftliche Kommunikation mit Fristsetzung zukommen lassen, verbunden mit der Geltendmachung von Kosten der Leerlauf/Stillstandszeiten der Firmen. :D

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich würd den Spies umdrehen: Ihm schriftliche Kommunikation mit Fristsetzung zukommen lassen, verbunden mit der Geltendmachung von Kosten der Leerlauf/Stillstandszeiten der Firmen. :D

    Seit einigen Wochen erfolgt die gesamte Kommunikation vor Baubeginn TGA schriftlich auf dem Postweg. :P


    Aber das ist ja keine ernsthafte Lösung! <x

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich hatte solchen Fall weder als AG noch übe ich eine solche Praxis als Planer und Sachverständiger aus.

    Gefragt, nach einer rechtlichen Grundlage muss ich passen. Vermutlich hat sich das Regelwerk nicht an die neuzeitliche 24/365 Kommunikationstechnik angepasst.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Vermutlich hat sich das Regelwerk nicht an die neuzeitliche 24/365 Kommunikationstechnik angepasst.

    Vermutlich geht dem TGA-Planer die 24/365 Kommunikation auf den Beutel. Ohne den Fall beurteilen oder das selbst so machen zu wollen, kann ich das für manche Kommunikationsgebaren nachvollziehen. In größeren Firmen soll das schon soweit ausufern, dass die Empfänger gar keine Zeit mehr haben, alle E-Mails und Anhänge zu lesen, weil jeden Tag eine dreistellige Zahl eintrudelt.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • So ist es Thomas T. . Ich konnte vorhin nur nicht weiterschreiben, weil ich in einer Sitzung war. Ohne Skeptikers Bauherschaft etwas unterstellen zu wollen, nehmen noch AG und andere Beteiligte zunehmend an, dass man unentwegt und ausschließlich zur Verfügung steht.

    Auch wenn es unbequem ist, aber ich habe inzwischen eine gewisse Hochachtung vor Leuten, die sich die Freiheit nehmen, nicht immer erreichbar zu sein.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Auch wenn es unbequem ist, aber ich habe inzwischen eine gewisse Hochachtung vor Leuten, die sich die Freiheit nehmen, nicht immer erreichbar zu sein.

    Ich lehne es z.B. ab, E-Mails aufs Schmachtfon weiterzuleiten oder einen Anrufbeantworter einzuschalten. Es gibt kaum etwas, was so dringend ist, dass es unbedingt sofort zu erledigen ist.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Vermutlich geht dem TGA-Planer die 24/365 Kommunikation auf den Beutel. Ohne den Fall beurteilen oder das selbst so machen zu wollen, kann ich das für manche Kommunikationsgebaren nachvollziehen.

    In bisher zwei Projektjahren wurden in beiden Richtungen zwischen AG und Fachplaner jeweils ca. 8 Emails geschrieben und es gab lt. AG drei längere Telefonate à 30 Min im Abstand von ca. 6 Monaten. Außerdem gäbe es in zweieinhalb Jahren zwei persönliche Treffen und vor ein paar Tagen ein "Krisengespräch" bei einem Mediator. In der selben Zeit hatte ich drei persönliche Treffen mit dem Planer, eines bei ihm im Büro, zwei bei mir.


    Was in den anderen Projekten, in denen der TGA-Planer die Kommunikation mit den AG eingestellt hat, war, weiß ich nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Dann bist Du jetzt der Leidtragende für die Maßlosigkeit anderer. Odet es gibt andere Gründe für die Verweigerungshaltung.

    Ich wüsste jedenfalls nicht, wie Du dem Planer rechtlich beikommen willst, solange er formell seine Vertragspflichten erfüllt. Sanktionen müssten ja ohnehin von der Bauherrschaft kommen.

    Du kannst nur Deine Fachkollegen vor einer Zusammenarbeit warnen.

    Wir legen jedenfalls größten Wert auf Kollegialität mit den beteiligten Architekten und anderen Fachplanern. Empfehlen wir uns doch in der Regel gegenseitig bei den ersten Gesprächen mit Bauherren.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Du kannst nur Deine Fachkollegen vor einer Zusammenarbeit warnen.

    Na logisch. Und das nächste Projekt macht natürlich auch jemand anders.


    Eigenartig finde ich rückblickend, dass sich der (mit dem AG persönlich befreundete, aber nicht beauftragte) Projektsteuerer den TGA-Planer vor drei Jahren positiv bewertete und erst jetzt von dessen bereits wiederholter Sprachlosigkeit gegenüber AG berichtete.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Seit einigen Wochen erfolgt die gesamte Kommunikation vor Baubeginn TGA schriftlich auf dem Postweg. :P


    Aber das ist ja keine ernsthafte Lösung! <x

    Damit wird der Bauherr gezwungen, sich 3x zu überlegen ob er wegen jedem braunen Haufen anruft oder ober er jede Mail weiterleitet und bei jedem Schriftverkehr immer den Fachplaner in CC setzt....


    ... und beim Fachplaner kehrt Ruhe ins Büro ein.


    Mails lesen, als unwichtig einstufen, ablegen, .... kostet auch Zeit.

    Kann man ein mal morgens und ein mal abends erledigen, um das Tagesgeschäft nicht zu stören und konzentriert arbeiten zu können, aber dann rufen die Mailversender 2h nach Mailversand an "Haben Sie meine Mail .... "

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Damit wird der Bauherr gezwungen, sich 3x zu überlegen ob er wegen jedem braunen Haufen anruft oder ober er jede Mail weiterleitet und bei jedem Schriftverkehr immer den Fachplaner in CC setzt....

    Der AG hat den AN innerhalb von abgerundet 24 Monaten ca. 8 mal mit längeren E-Mails direkt kontaktiert und ihm ca. 8 Anfragen von Versorgern weitergeleitet. Es mag weitere gegeben haben, die ich nicht kenne. Und der Bauherr hat ca. 4 mal angerufen und sich 4 mal persönlich getroffen. Das sind in Summe ca. 24 vom AG ausgehende Kontaktaufnahmen in über 24 Monaten, also etwas weniger als ein Kontakt / Kalendermonat.


    Ich nehme mit einer gewissen Überraschung zur Kenntnis, dass diese „Kontaktintensität“ seitens des Bauherrn von einigen Planern hier bereits als „wegen jedem Scheiß anrufen“, „ständige Verfügbarkeit erwartet“ etc. kritisch und ungewöhnlich oft gesehen wird. Als Architekt bin ich bei einem Projekt mit anrechenbaren Baukosten von 1 - 2 Mio € und Vollbeauftragung nahezu tägliche Kontakte von öffentlichen wie privaten Bauherrn gewohnt. Da gehen täglich einige E-Mails hin und her und 2 - 3 mal wird telefoniert. Alle 2 - 4 Wochen gibt es eine Jour Fixe. Ist das bei anderen Architekten anders?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Jetzt liegst Du schief, lieber Skeptiker.

    Wir haben doch vorher gar nicht gewusst wie vorbildlich zurückhaltend Deine Bauherren agieren.

    Wir alle haben aber selbst die Erfahrung gemacht und machen sie täglich aufs Neue, dass von vielen der Versuchung, bei jeder Gelegenheit 20 Fotos zu schießen und die sofort an Planer, Architekten und Unternehmer mit der Bitte um Stellungnahme zu schicken, nicht widerstanden werden kann. Gelegentlich ertappen wir uns vielleicht noch selbst bei solch exzessiver Mediennutzung oder besser -missbrauch?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Du liegst schief, weil Du annimmst, wir hätten mit unseren Schilderungen Deine Bauherren und -damen gemeint. Wir kennen die doch gar nicht.

    Jeder hat hier nur aus eigenem Erleben geschrieben und was Deinen TGAer geritten hat, wissen wir auch nicht. Vielleicht hat er noch mehr AG und die haben ihn gnadenlos missbraucht?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ah, jetzt! Ja, ist natürlich möglich, werden wir aber vermutlich nicht erfahren. Nur dass er das alle paar Jahre mal wieder macht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wahrscheinlich hat der TGA-ler in den Kalender geschaut und gemerkt, das es bis Weihnachten nur noch 8 Wochen sind. Als Auswirkung folgert dann die absolute Effiziente Nutzung seiner Zeit. Beschränkung auf das Wesentliche.

    Warum auch nicht? Nirgends steht geschrieben, das man zwingend auf E-Mails, SMS, oder Telefonanrufe reagieren muss. Letztendlich macht er rechtssicher alles korrekt da er alles schriftlich erledigt, innerhalb wohl zumutbaren zeitrahmen.

    JA es mag a "gschmäckle" haben, aber das ist ein anderes Thema.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Wahrscheinlich hat der TGA-ler in den Kalender geschaut und gemerkt, das es bis Weihnachten nur noch 8 Wochen sind. Als Auswirkung folgert dann die absolute Effiziente Nutzung seiner Zeit.

    Wieso? Wird er dann sterben, geht dann die Welt unter, ...?

    Warum auch nicht? Nirgends steht geschrieben, das man zwingend auf E-Mails, SMS, oder Telefonanrufe reagieren muss. Letztendlich macht er rechtssicher alles korrekt da er alles schriftlich erledigt, innerhalb wohl zumutbaren zeitrahmen.

    JA es mag a "gschmäckle" haben, aber das ist ein anderes Thema.

    Eine mir bisher nicht untergekommene „Sanktion“ eines mir hier unbekannten Tatbestandes. Rechtlich anscheinend nicht angreifbar :eek: grrrrrrr.:motz2: :wall:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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