Betontreppen mit oder ohne Kantenschutzwinkel

  • Treppen müssen rutschsicher sein. Klar.

    Bei Gitterroststufen gibt es die rutschsicheren Antrittskanten, für Treppen mit Bodenbelägen gibt es Kantewinkel.


    Auf reinen Betontreppen kann die Oberfläche mit einem Besenstrich entsprechend angerauht werden.

    Wie seht Ihr das Detail "Treppenstufenvorderkante" bei reinen Betontreppen ohne Belag und ohne Beschichtung?


    Sollte hier ein Kantenschutzwinkel mit rutschhemmender Oberfläche eingebaut werden oder reicht die scharfe Kante (mit kleiner Fase durch eine Dreikantleiste) aus, um eine Rutschhemmung zu gewährleisten?

    Gedanklich befinde ich mich im Industriebau (UVV, BGI, GUV, ASR, usw.) und wenn - dann müssen die Winkel in 1.4573 ausgeführt werden.


    Winkel mit geriffelter Oberfläche habe ich in Katalogen schon gesehen, ABER meist mit gerundeter Außenecke, da vermutl. aus abgekanteten Blechen hergestellt.

    Selbst wenn der Außenradius am Winkel sehr klein ist, bleibt er i.d.R. glatt und ohne Riffelung.

    Hier sehe ich die bessere Variante eher in einer "scharfkantigen" Betonstufe als in einem Winkel mit kleiner runder glatter Kante.


    Löst sich der Winkel an einer Stelle auch nur leicht, fängt er an zu klappern, was das weitere Ausreißen beschleunigt. dann muss der Winkel samt Verankerung komplett erneuert werden.

    Beton lässt sich m.M.n. wieder aufrauhen und bei Schäden durch eine fachgerechte Betoninstandsetzung reparieren.


    Klar könnte man Winkel mit Schweißnahtaufträgen allumfassend abstumpfen, aber ....


    Wie seht Ihr das?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Scharfe Kanten sollte es an einer Treppe eigentlich doch nicht geben? Verletzungsgefahr bei einem Sturz. Ich kenn nur die Alu/Edelstahl profile mit Abgerundeter Kante und in der Horizontalen 3-4cm rutschhemmender Fasuung. (ich hab ein Bidl im Kopf, aber nicht parat.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Ich vermute sowas wie hier o.ä.

    Was nicht geht, sind die Designerkanten die mit 4 kleinen Schräubchen befestigt werden....

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ich würde sagen kommt darauf an wo die Treppe verwendet wird. Im Wohnbereich will man eine ansprechende Optik und die Treppe wird nicht über Maßen beansprucht. Im Gewerbebau würde ich eine machen, allein wegen der größeren Belastung und damit Beschädigung der Kante und der Rutschsicherheit sowieso. Ich denke, heute werden eher abgerundete Kanten verwendet, wird zumindest so empfohlen.

    DGUV Information zu Treppen

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich vermute sowas wie hier o.ä.

    Was nicht geht, sind die Designerkanten die mit 4 kleinen Schräubchen befestigt werden....

    ja korrekt. Das mein ich. Sollte es auch in Fertigelementen integriert geben.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Ich vermute sowas wie hier o.ä.

    Bloß nicht diese elenden Stolperkanten verbauen. Die sind ja noch gefährlicher als einfaches über die Kante rutschen.

    Beim Abrutschen landet man auf dem Pürzel, beim Hängenbleiben an der Kante geht es kopfüber abwärts.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Wie seht Ihr das Detail "Treppenstufenvorderkante" bei reinen Betontreppen ohne Belag und ohne Beschichtung?


    Sollte hier ein Kantenschutzwinkel mit rutschhemmender Oberfläche eingebaut werden oder reicht die scharfe Kante (mit kleiner Fase durch eine Dreikantleiste) aus, um eine Rutschhemmung zu gewährleisten?

    Schöner finde ich die scharfkantige Schalung mit minimaler Abrundung. Bei sicherheitstechnisch anspruchsvollen Bauherrn habe ich schon mehrfach mit denen gearbeitet. Die werden eingegossen, sind robust und optisch erträglich. In dem oben verlinkten Heft des DGUV:

    steht dazu:

    Zitat

    Kantenprofile sind grundsätzlich bündig mit der Stufenoberfläche zu verlegen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zitat

    Kantenprofile sind grundsätzlich bündig mit der Stufenoberfläche zu verlegen.

    Das ist klar. Und die „Kleinen“ kommen auch nicht in Frage. Wenn, dann richtig. Mit Schwalbenschwanzanker bis hinter die Bewehrung oder mit Rippenstahl.


    Die von Skeptiker verlinkten sehen ganz gut aus, sind aber maximal scharfkantig am Eck. Kann man da noch vernünftig die Treppe runtergehen? Die gekerbten Gitterroste sollte man doch auch nicht als Treppenstufen nehmen, oder?


    Bleibt noch die Frage ob die Winkel verpflichtend einzubauen sind oder ob Besenstrich bis zur Vorderkante reicht und die Kante mit eine schmalen Dreikantleiste zu brechen.

    Gruß
    Holger
    --
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  • Hallo,


    sind die Treppen als Fertigteil konzipiert? Wenn ja, dann würde ich empfehlen diese Sandstrahlen zu lassen. Damit kann man die Rutschhemmung (bis R13 möglich) und die Ausbildung der Kante gut herstellen.


    Jochen

  • Neben den berechtigten Bedenken von Thomas MD sind die Dinger wg. zu geringer Befestigungsabstände zum freien Rand hin absolut ungeeignet. Da bricht der Beton schon beim Bohren der Dübellöcher aus.

    siehe #3 und #8.


    Nein, für meinen Einsatzzweck kommen nur die "großen" in Frage so ab 60x60 bis 80/80.


    Winkel mit geriffelter Oberfläche habe ich in Katalogen schon gesehen, ABER meist mit gerundeter Außenecke, da vermutl. aus abgekanteten Blechen hergestellt.

    Selbst wenn der Außenradius am Winkel sehr klein ist, bleibt er i.d.R. glatt und ohne Riffelung.

    Hier sehe ich die bessere Variante eher in einer "scharfkantigen" Betonstufe als in einem Winkel mit kleiner runder glatter Kante.

    Hiermit meinte ich dass ich diese oder ähnliche nicht haben will. Wegen der runden Kante.


    Skeptiker

    Kann es sein, dass die oben verlinkte Firma früher mal MConstruct hieß?

    Die Fotos kommen mir jetzt wieder bekannt vor (auf dem Tablet habe ich nicht alle sehen können). Liegen seit 2012 im Katalog-Verzeichnis...


    Die hier sehen ganz brauchbar aus. Da ist die Kante angefast.

    Nicht rund und rutschig und auch nicht so schneidenscharf wie hier.

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Skeptiker

    Kann es sein, dass die oben verlinkte Firma früher mal MConstruct hieß?

    Nein, ausgeschlossen, uraltes Familienunternehmen. Vielleicht ein Händler oder Produkt wurde inzwischen aufgekauft?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Gilt denn die Einstufung der Rutschhemmung nicht bis Vorderkante Stufe? Muss überhaupt ein Kantenwinkel sein? Eine angefaste und (z.B. durch Besenstrich) hinreichend raue Kante sollte doch reichen.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Die Rutschhemmung wird ja auf einer größeren Fläche gemessen. Insofern kommt es bei Stufen auch auf den Rand an, aber natürlich nicht auf den letzten Millimeter.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Insofern kommt es bei Stufen auch auf den Rand an, aber natürlich nicht auf den letzten Millimeter.

    Deshalb meine Frage: Reicht die Rutschhemmung der Betonfläche aus, z.B. R10, gibt es dann besondere Anforderungen an die Kante?

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Insofern kommt es bei Stufen auch auf den Rand an, aber natürlich nicht auf den letzten Millimeter.

    Deshalb meine Frage: Reicht die Rutschhemmung der Betonfläche aus, z.B. R10, gibt es dann besondere Anforderungen an die Kante?

    genau das war ja auch meine Frage aus #1

    Sollte hier ein Kantenschutzwinkel mit rutschhemmender Oberfläche eingebaut werden oder reicht die scharfe Kante (mit kleiner Fase durch eine Dreikantleiste) aus, um eine Rutschhemmung zu gewährleisten?

    Vorraussetzung ist natürlich, dass eine kleine Dreikantleiste verwendet wird (0,7 bis 1cm), dass der Beton an der Stufenvorderkante gewissenhaft eingebracht und verdichtet wurde und dass der Besenstrich - bzw. die Rutschhemmung bei Fertigteilen - bis an die Vorderkante geführt wird.

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • in dem oben verlinkten Heftchen der GUV wurde ein maximal zulässiger Radius von 8 mm / 10 mm genannt.

    ja, bei der genannten Verwendung für Bodenbeläge kann ich mir das so vorstellen.


    Einen Kanteschutzwinkel mit 10mm Radius (1EUR-Münze) kann ich mir nur vorstellen, wenn dieser auch über die Ausrundung rutschhemmed profiliert ist.

    Gruß
    Holger
    --
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  • Der Rutschguru hat(te) den Kopf voll, viel zu tun. ;(:)


    Also, grundsätzlich gelten für die Auftrittflächen von Treppen die gleichen Anforderungen an die Rutschhzemmung wie für Bodenbläge.. D.h. wenn der Boden am Anfang und am Ende R10 hat, soll die Treppe auch in R10 ausgeführt werden.


    Die Antirutschprofile verschlimmbessern je nach Ausführung die Gefahrensituation. Man muss also wirklich gut überlegen was man macht und was nicht. Es giobt aber noch einen anderen sinnvollen Grund die Vorderkannte oder im Bereich der Vorderkante einen farblichen Unterschied einzuibauen. Wenn schlecht sehende Menschen eine Treppe nutzen, hilft dieser Kontrast, die Treppe auch als eine solche zu erkennen und dann sicher runter bzw. rauf zu kommen.


    Siehe auch hier, im o.g. Merkblatt für Treppen:

    Zitat:

    "3.5.2 Die Wahrnehmung speziell der Stufenkante ist erforderlich, um Stolpern, Abrutschen und Umknicken an der Kante zu vermeiden. Dazu haben sich folgende Möglichkeiten bewährt:

    • farblich unterschiedliche Gestaltung von Tritt- und Setzstufe;

    • Stufenkanten, die sich kontrastreich vom übrigen Stufenbelag absetzen;

    • grober Oberflächenschliff der Kante bei Natur- und Betonwerksteinstufen, profilierte Formfliesen als Kante bei Fliesenbelägen;

    • farblich abgesetzte Kantenprofile bei elastischen Bodenbelägen."


    Das Thema ist auch schon wissenschaftlich untersucht worden. Siehe hier:


    BAuA - Repositorium - Rutschsicherheit auf Treppen - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin


    Dies in aller Kürze. Schönes Wochenende allen.

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • Ist das Ortbeton oder Fertigteile?

    Ich weiß es nicht. Ich halte es für eine örtlich aufgetragene dicke "Beschichtung", ähnlich einem Verbundestrich.

    Die Kanten sehen sehr glatt aus. Bist Du die Treppe mal gegangen?

    Ja, ja, nein, keine Auffälligkeiten keine spürbare deutliche Rutschigkeit.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • so bzw. sehr ähnlich kenne ich es auch.

    Ist das Ortbeton oder Fertigteile?

    Der Optik nach würde ich sagen Ortbeton

    Man sieht auch das stehende Wasser.

    Die Kanten sehen sehr glatt aus.

    Das waren auch meine Bedenken.

    Hier (Foto) wurden vermutlich dünne Riffelbleche abgekantet.

    Durch die Abkantung entsteht eine gerundete Kante an der kaum eine Riffelung vorhanden ist.

    Von daher würde ich die Variante aus dem Link in #7 vorziehen.



    Zu #12:

    ich habe aus dem Jahr 2012 noch ein Prospekt gefunden.

    Mir kamen die Bilder aus #7 irgendwie bekannt vor....

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Solche Oberflächen (Winkel) erreichen in der Prüfung nach DIN51130 relativ hohe Ergebnisse und auch der Verdrängungsraum zwischen den Erhebungen ist hoch. Geprüft wird nach DIN51130 mit einem Arbeitsschuh mit stark profilierter Sohle.

    Da kommt das Profil der Riffelbleche auch gut zur Wirkung. Wenn aber ein Schuh getragen wird, der eine glatte und unprofilierte, "am besten noch" harte, Kunststoffsohle hat (um den absoluten "Worst Case" darzulegen, dann sind diese Profile in Verbindung mit der beschriebenen Schuhsohle nicht zwingend in der Lage einen ausreichenden Kraftschluss herzustellen und vereinfacht gesagt u.U. glatt. Allerdings würde dann der Verunfallte auch sicher eine Teilschuld bekommen, da das Schuhwerk nicht geeignet war. Jeder hat die Verpflichtung auch für seine eigene Sicherheit zu sorgen. Und auch wenn z.B. Highheels i.d.R. als schön (oder so ähnlich) empfunden werden; sie zu benutzen ist gefährlich und gewissermaßen fahrlässig......ebenso wie anderes Beispiel: mit Badelatschen ins Gebirge gehen.


    Bei den Riffelblechen gibt es aber auch zig unterschiedliche Typen. Wenn die Erhebungen scharfe Kanten haben, sieht das u.U. schon wieder anders aus.


    Also final betrachtet: Augen auf beim Gehen.

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    Steve Jobs

  • MPI

    Erzähl das mal den Frauen. Ich muss beim Spazierengehen alle Gitterrostabdeckungen im weiten Umkreis kennen, vermeiden und sichere Umleitungen parat haben.=o




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Also mit Stöckelschuhen gehe ich nicht spazieren. Die ziehe ich nur bei besonderen Anlässen an. Aber sicher, es gibt solche die damit gut zurecht kommen...

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