Mehrkosten durch Fehlberechnung des Architekten

  • hallo,

    heute haben wir die Mehrkosten für unsere Fenster von unserer Baufirma erhalten.

    Unter anderem sollen wir die Mehrkosten für ein Fenster zahlen , welches nachträglich vor Bauantrag verändert wurde, da das Fenster die 1/8 -Regel ( Aufenthaltsraum) nicht erfüllt hat.

    Die falsche ( kleinere)Fenstergröße war aber unsere Vertragsgrundlage ( dass das Fenster zu klein war, war uns nicht bewußt u. dem Architekten auch nicht ). Im nachhinein hat der Architekt den Fehler bemerkt u. korrigiert. Jetzt stellt uns die Baufirma nun die Mehrkosten für dieses falsch berechnete Fenster in Rechnung.

    Müssen wir nun für den Fehler des Architekten ( beauftragt durch die Baufirma) zahlen ? Unsere Baufirma beruft sich auf die Bauleistungsbeschreibung ( Grundlage die Bauzeichung mit dem Fehler).

  • Ganz ehrliche Meinung: Wenn man als Vertragsgrundlage irgendeine Version der Vor- oder Entwurfsplanung zu Grunde legt, und auf den Vertragsbestandteil "Ausführungsplanung" verzichtet...dann geschehen einem solcherlei Mehrkosten zu recht.

    Die Leistungsphasen der HOAI sind ja nicht aus Böswilligkeit in einer bestimmten Reihenfolge vorgesehen.

  • Müssen wir nun für den Fehler des Architekten ( beauftragt durch die Baufirma) zahlen ?

    lässt sich gerichtlich klären - ob erstrebenswert, bezweifle ich, ob erfolgreich, weiss ich nicht: weil die kosten vermutlich so sind, wie sie von anfang an hätten sein müssen (jedenfalls "so ungefähr"). also mehr kosten, aber keine mehrkosten, sondern sowiesokosten. kann aber auch anders sein - wer weiss ;)

  • Jetzt stellt uns die Baufirma nun die Mehrkosten für dieses falsch berechnete Fenster in Rechnung.

    Über welchen Betrag reden wir hier?

    Wurde das Fenster so geändert, dass es die 1/8 nun gerade so erfüllt, oder gab es weitergehende Änderungen?


    Betrachtet man ein Standardfenster und vergrößert dieses um ein paar Prozent, dann sind die Mehrkosten doch überschaubar. Montagekosten verändern sich nur unwesentlich, und das Fenster selbst.....hoher zweistelliger bis niedriger dreistelliger Betrag (je nach Ausführung des Fensters usw.).


    Ein Streit kostet nicht nur Zeit und Nerven sondern wahrscheinlich ein Vielfaches vom Aufpreis (der ja sowieso fällig geworden wäre).


    Meine persönliche Meinung, der Streit lohnt nicht.

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  • Fehler des Architekten

    Ihr habt mit dem Architekten habt ihr keinen Vertrag, nur mit der Baufirma. Insofern ist es egal, wer den Fehler gemacht hat, er hat sich im Vertrag (und im Preis) manifestiert.

    Die Baufirma kann evtl versuchen im Innenverhältniss Ansprüche gegen den Architekten anzumelden, aber ob sie es tut, hat Euch nicht zu interessieren.

    Ich denke auch, dass das Fenster unter sowieso Kosten fällt und damit zu bezahlen ist

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  • Sowieso...oder eben nicht.


    Wurde hier jetzt ein größeres (-> teureres Fenster verbaut) oder wurde ein zu kleines Fenster geliefert, weggeschmissen und später durch ein größeres ersetzt?


    Wurden also 1 o. 2 Fenster geliefert (einmal zu klein, einmal korrekte Größe)?

  • Mehrkosten für unsere Fenster

    Hier ist von mehreren Fenstern die Rede, es scheint sich aber nur um 1 Fenster zu handeln, das geändert werden musste. Bitte nachschauen, welcher Anteil überhaupt auf dieses Fenster entfällt.


    Der Architekt hat wohl einen Fehler gemacht, das dürfte unstrittig sein. Er hat diesen Fehler aber auch behoben, und soweit ich das aus dem Beitrag herauslesen kann, sind für diese Änderung keine Kosten entstanden. Der Architekt hat also richtigerweise kostenfrei nachgebessert.


    Warum hatte die Firma eine falsche Leistungsbeschreibung? Zeitlicher Ablauf? Wer hat die Fenster falsch bestellt? Warum wurde nicht vor Ort das Maß aufgenommen? Welcher Schaden ist nun wirklich entstanden? (wurden 2 Fenster produziert, oder der Fehler noch rechtzeitig erkannt?)

    Fragen über Fragen.

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  • Ich verstehe es so, dass die Anpassung an BO NACH Erstellung des (Haus)Angebots, aber vor Baubeginn erfolgte, DAS Fenster also mit dem richtigen Maß bestellt und geliefert wurde, "Nur" im Angebot der falsche(=zu niedrige) Preis enthalten war und nun via Nachtrag berechnet wurde.

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  • Ich stelle mir hier die Frage über das Vertragsverhältnis?

    Auch wenn von "Architekt" die Rede ist, kann es durchaus eine GU / GÜ / BT Geschichte sein.

    Also Frage:

    Hast Du einen Vertrag mit einem Architekten, der die Planung macht und Leistungsverzeichnisse verschickt oder

    übernimmt eine Firma den ganzen Bau (und hat dort einen Architekten)


    Das mit dem Fenster ist mir auch noch nicht ganz klar:

    a) Fenster eingebaut, festgestellt, dass es nicht stimmt -> alles raus und geändert, Mehrkosten für Ausbau und Neueinbau

    b) In der Planungsphase festgestellt, dass das Fenster nicht stimmt -> neues größeres Fenster eingebaut -> Mehrkosten fürs Fenster werden angerechnet.

    PS: Ich würde jetzt b) interpretieren wie auch Ralf Dühlmeyer.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • ..und dabei wäre dann auch zu ergründen (wenn man es genau wissen möchte), ob denn das Fenster tatsächlich zu klein war! Handelt es sich um ein WC-Fenster, Badfenster usw. greifen die 1/8 der Grundfläche nämlich nicht.


    Handelt es sich um ein Wohnraumfenster (Kinderzimmer, Schlafzimmer, usw.) gilt die 1/8 - Regelung.


    Dass dem Architekten diese Regelung nicht bekannt war ist mal mindestens etwas ungewöhnlich...nun ja.

  • Unter anderem sollen wir die Mehrkosten für ein Fenster zahlen , welches nachträglich vor Bauantrag verändert wurde, da das Fenster die 1/8 -Regel ( Aufenthaltsraum) nicht erfüllt hat.

    Ja, Annette und Ralf :thumbsup:, so sieht's aus. Fenster - Fehler wurde vorher bemerkt. Noch vor Bauantrag.


    Somit ist m.E. kein Schaden entstanden, denn dieses (größere) Fenster wäre ja ohnehin nötig gewesen (Sowieso-Kosten) und der Bauherr hat dann ja auch tatsächlich einen Mehrwert erhalten, denn das andere (zu kleine) Fenster hätte ganz sicher die Qualität des Wohnraums erheblich gemindert.


    Es kann sich m.E. auch nicht um allzu viel Geld handeln.


    Gehen wir einmal von ca. EUR 300-400/m² Fenster aus, so wird das Fenster sicherlich nicht 1m² größer geworden sein, sondern vielleicht 1/2 m² (was schon viel wäre). Rechnet man noch das "eingesparte" Mauerwerk dagegen, kann es sich doch nur um einen relativ kleinen Betrag handeln, oder?


    Anders sähe es aus, wenn der GU (?) hier die Chance zu Gewinnverbesserung mutig ergriffen hätte und die Kosten anders bewertet. Das aber wissen wir nicht....

  • oder

    übernimmt eine Firma den ganzen Bau (und hat dort einen Architekten)

    Wohl ja, weil


    Architekten ( beauftragt durch die Baufirma)

    Der Jahreszeit angemessen: Spekulatiua-Mode Das Fenster hatte nur 1-7,8xxx und war ein "Standardmaß des BU. Beim Prüfen zum BA fiel das dann auf

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  • [...] Mehrkosten für ein Fenster zahlen , welches nachträglich vor Bauantrag verändert wurde, [...]

    Wurden die Abmessungen wirklich "vor Bauantrag" geändert?

    von unserer Baufirma erhalten
    dass das Fenster zu klein war, war uns nicht bewußt u. dem Architekten auch nicht
    beauftragt durch die Baufirma

    Ihr habt also einen Vertrag mit der Baufirma und nur mit der Baufirma ?

    Dann wäre nur die der Vertragspartner und muss sich Fehler ihrer Subunternehmer [hier Architekt] anrechnen lassen.

    welches nachträglich vor Bauantrag verändert wurde, da das Fenster die 1/8 -Regel ( Aufenthaltsraum) nicht erfüllt hat.

    Soll heißen: In der Baugenehmigung sind schon die richtigen Fenster enthalten bzw. als Auflage gefordert?


    Wurden denn die Fenster schon vor Baubeginn bestellt und geliefert??



    Also maximal könnte vom Bauherren (oder Käufer - wenn es ein Bauträgervertrag ist) die Differenz zwischen dem Materialpreis für ein größeres gegenüber einem kleineren Fenster gefordert werden, wenn man mal annimmt, dass der Bauherr jetzt einen Vorteil (mehr Licht) von dem größeren Fenster hätte.


    Es könnte aber auch sein, dass der Bauherr schon Möbel gekauft hat, die jetzt teilweise vor dem Fester stehen und beim Öffnen hinderlich sind, und die Gardinen sind jetzt zu klein und die Raffstores auch, und ....


    Juristen mögen evtl. erkennen, dass der Verkäufer dem Käufer ein gesetzeskonformen Vertragsgegenstand schuldet. Ist diese Konformität des vereinbarten Gegenstandes nicht gegeben muss der Verkäufer diese auf seine Kosten herstellen. Der vereinbarte Preis gilt ja für ein gesetzeskonformes Vertragsobjekt. Der Käufer kauft ja nicht die Zeichnung (Prospekt; Abbildungen ähnlich), sondern das fertige Produkt.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Soll heißen: In der Baugenehmigung sind schon die richtigen Fenster enthalten bzw. als Auflage gefordert?


    Wurden denn die Fenster schon vor Baubeginn bestellt und geliefert??

    Ich denke eher, dass der GU (?) einen Preis X auf Basis eines Entwurfs durch den Architekten erstellt hat. Nun wurde ein Fenster größer und somit auch größer als kalkuliert. Das kann eigentlich nicht viel ausmachen, aber ein paar Euros schon. Erscheint mir etwas kleinkariert.


    Es bleibt die Frage: Wieviel größer wurde das Fenster und was möchte der BU dafür haben?

  • naja, aber man kennt ja das Gebaren: Kaum ist etwas anders, werden Preise aufgerufen, da schlackerst mit den Ohren.

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  • Die erste und noch unbeantwortete Frage ist doch die nach dem bestehenden Vertragsverhältnis: GÜ (Generalübernehmer) oder BT (Bauträger)? In beiden Fällen dürfte nach bisherigem Wissensstand aber das finanzielle Risiko vollständig beim Vertragspartner liegen. Wie wird der (angebliche) Mehraufwand formal erklärt?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • inzwischen hat unsere Baufirma zurückgerudert, da wir festgestellt haben, dass alle Fenster von ihr zu klein bemaßt waren ( lt. Zeichnung größer) :thumpsdown:

    als sie den Mehraufwand ( vergrößern der Fenster ) berechnet hat, hat sie Abstand von den Nachzahlungen genommen ( es ergab eine Gutschrift für uns).

    Eigentlich hätten wir einen Anspruch auf Mängelbeseitigung gehabt, aber um des lieben Friedens willen haben wir auf die Mängelbeseitigung verzichtet

    ( gleichzeitig aber auch auf die Gutschrift der zu kleinen Fenster), hoffe, dass die Firma in Zukunft ein wenig Bauherren freundlicher wird. :D:D

  • inzwischen hat unsere Baufirma zurückgerudert, da wir festgestellt haben, dass alle Fenster von ihr zu klein bemaßt waren ( lt. Zeichnung größer) :thumpsdown:

    Sind denn jetzt die Fensterflächen noch mindestens ein Achtel der Nettogrundfläche gemäß Bauordnung ?

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)