Umfangreiche Sanierung Kindergarten Bj. ca. 1960 und KMF in Mietwohnung

  • Einen schönen guten Abend,


    ich bin noch ganz neu in diesem Forum und hoffe hier Rat und Hilfestellungen zu erhalten. Dafür danke ich bereits jetzt Allen, die sich in ihrer Freizeit mit den Problemen und Sorgen Anderer beschäftigen!!! Dies ist leider in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich!


    Ich habe zwei Anliegen, die mich u.a., aufgrund der gesundheitlichen Vorgeschichte ( Bronchitiden ) unseres Sohnes, sehr beschäftigen.


    Mein erstes Anliegen betrifft die Wohnung, in die wir vor kurzem gezogen sind. Diese befindet sich unter einem Schrägdach. Mir ist aufgefallen, dass jeweils an der Vorder- und Rückseite des Daches, direkt unter der Dacheindeckung ein Lochblech entlangläuft. Als wir vor kurzem ein Gerüst am Haus hatten, konnte ich sehen, dass sich hinter dem Lochblech Mineralwolle befindet. Meine Sorge ist nun, dass die Fasern, bei dem tgl. Lüften, in den Wohnraum ( Kinderzimmer ) gelangen. Dieses Lochblech befindet sich, wie bereits erwähnt an der Vorder- und Rückseite, sodass eine Verwirbelung in dem Bereich nicht ausgeschlossen werden kann, welche dann, durch das offene Fenster in die Wohnung gelangt. Das Baujahr des Hauses ist, lt. Vermieter, 2001.


    Mein zweites Anliegen betrifft die Sanierungsmaßnahmen, die aktuell an unserem Kindergarten vorgenommen werden. Der Kindergarten ist ca. 1960 gebaut worden. Es sollen nun die Fenster, das Dach ( sieht aus wie Dachpappe und an den Seiten Schindeln ), sowie der Bodenbelag ausgetauscht werden. Die Kinder sind für diese Zeit, ca. 3 Monate, in Container, neben dem Gebäude untergebracht und spielen weiterhin auf dem Gelände des Kindergartens, welches direkt an das zu sanierende Gebäude angrenzt. Lt. Stadt bestünde kein Verdacht auf gesundheitsgefährdende Materialien.


    Was haltet Ihr von meinen beiden Sorgen / Ängsten in Bezug auf unsere Wohnung und dem Kindergarten?


    Ich danke Euch ganz herzlich Eure Hilfe!!!!


    J.S.

  • J.S.

    Hat den Titel des Themas von „Umfangreiche Sanierung Kindergarten Bj. ca. 1960 und KMF in Mietwohung“ zu „Umfangreiche Sanierung Kindergarten Bj. ca. 1960 und KMF in Mietwohnung“ geändert.
  • Die Ängste bzgl Bronchien verstehe ich gut, habe selbst ein Asthmakind.


    Bzgl Wohnung: Ich bin da nicht ganz so firm, aber alleine aus der Logik heraus: Dann dürfte das ja gar nicht so verbaut werden. Und das mit der Hinterlüftung ist ja üblich bzw wichtig bzgl Verhinderung von Schimmel. Es sägt ja auch keiner mehr an der MiWo herum. Die liegt und das schon seit 18 Jahren.


    Bzgl: Sanierung KiGa: Normalerweise wird in der Planung festgestellt, was enthalten ist und wie das entsorgt werden muss. Und sollte von Fachfirmen dann auch so durchgeführt werden.

    Wenn die Stadt aussagt (schriftlich?), dass keine gesundheitschädlichen Materialien enthalten sind, dann hat vermutlich eine Beprobung beispielsweise auf Asbest stattgefunden.

    Natürlich sind da etwas mehr Stäube in der Luft, aber diese ist ohnehin nicht supersauber. Sehe ich sowohl am Innenfilter wie auch am Aussenfilter meiner Lüftungsanlage. Beide nach 1 Monat hübsch grau.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Deine Sorgen sind berechtigt.

    Lt. Stadt bestünde kein Verdacht auf gesundheitsgefährdende Materialien.

    Ich interpretiere das so, dass es noch keine Analyse(n) gibt.


    Möglicherweise liegen Lieferscheine der eingebauten Materialien vor. Eher unwahrscheinlich.

    Möglicherweise gibt es Analysen von vorherigen Baumaßnahmen. Dann hätte die Stadt das so schreiben können.


    Schadstoffe finden sich regelmäßig auch in Klebern und u.U. in den Ausgleichsmassen unter Bodenbelägen. Es muss nicht der Belag selber sein.


    Am besten ganz konkret schriftlich bei der Stadt anfragen, ob Analysen durchgeführt wurden für den Bodenbelag, den Kleber und für den Untergrund und welche Ergebnisse dabei herausgekommen sind. Das Gleiche für die Außenwandverkleidung und für die Dämmung.


    In diesem zusammenhang kannst Du ggf. auch anfragen, welche Schutzmaßnahmen geplant sind, z.B. Einhausung der Gerüste mit Folien und Absaugung der Arbeitsraum-Luft über eine Absauganlage mit Filter, (die sicherstellt, dass die Luft abgesaugt wird, damit im Arbeitsraum immer ein leichter Unterdruck herrscht), oder ob es verschließbare Behälter für die Abfallstoffe verwendet werden.

    Städte haben immer klamme Kassen. Planung, Fördermittelbeantragung, Ausschreibung und Vergabe dauern immer lange und die preise werden nicht besser. Dadurch versuchen die "Bauherren" natürlich an jeder Ecke zu sparen.


    Für die Kinder ist die KiTa kein Arbeitsplatz und bei den Betreuern/Erziehern wird die Stadt vermutlich auf die "kurze" Bauzeit und die Auslagerung in die Container verweisen - so dass der Ansatz Arbeitsschutzgesetz / Arbeitsstättenverordnung nicht greifen wird.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ah, hab das Wörtchen „Verdacht“ überlesen.

    Ok, dann ist tatsächlich die nächste Frage wie von OlgerMD geschrieben: Auf was wurde untersucht?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Der "Nutzer" kann ja einen "begründeten Anfangsverdacht" äußern und sich anfänglich auf diese Liste berufen

    Auflistung von "Schadstoffbelastungen" in Schulen und Kitas: EGGBI

    (nach unten scrollen)

    und Analysen fordern, weil regelmäßig Schadstoffe bei vergleichbaren Bauvorhaben gefunden werden.


    In dem verlinkten Text finden sich noch weitere interssante verlinkte Informationen, z.B. zur "Besonderen Dringlichkeit bei Schulen, Kitas"


    Kita+1960er 1970er Baujahr:

    Kita in Teltow wegen Giftstoff geschlossen

    https://www.general-anzeiger-b…ern-in-sorge_aid-43431209

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Hallo Anda, hallo Holger,


    vielen lieben Dank für Eurer Antworten!!!!


    Anda , ich danke Dir für Dein Verständnis! Ich hoffe, dass die häufigen Bronchititden bis zum 6. Lebensjahr Geschichte sind, wie die Ärzte vermuten, da keine familiäre Vorgeschichte vorhanden und sich kein Asthma daraus entwickelt. Ich wünsche Dir für Dein Kind alles Gute und hoffe, dass es auch ihm bald besser geht!!!


    Grundsätzlich hast Du sicher recht, eigentlich dürfte es nicht verbaut sein, wenn es gesundheitsgefährdend ist... nur wie auch Holger schon geschrieben hat, wird ja auch oft allen Ecken und Enden gespart und wer weiß von wann die Mineralwolle wirklich ist. Und selbst wenn es doch welche aus 2000 / 2001 ( hergestellt ) ist, ist sie zwar nicht mehr so lungengängig und die Biolöslichkeit ist besser, jedoch gesund ist es auf Dauer sicher auch nicht gut. Ich habe mal ein paar Fotos angehängt, auf dem man es ganz gut erkennen kann. Die oberen Fotos sind der hintere Bereich und die uneren Fotos der vordere Bereich. Ich mache mir hier wirklich Sorgen, dass durch die Unterlüftung von "vorne" (untere Fotos) nach "hinten (obere Fotos) die Fasern in die Wohnung gewirbelt werden.


    Gibt es irgendwelche Maßnahmen, die Ihr hier empfehlen könnt?


    @ Holger, vielen lieben Dank für den Link und der sehr ausführlichen Antwort! Ich werde die Stadt anschreiben und nach entsprechenden Ergebnissen fragen und mich auf die Liste berufen, das ist ein guter Hinweis! Leider ist das so, dass in diesen Bereichen immer wieder gespart wird. Vor kurzem wurde im Nachbarort eine Schule wg. Schadstoffen / Giftstoffen in den Räumen geschlossen. Schrecklich, was hier früher verbaut wurde. Kein Wunder, dass der Lunkenkrebs einer der häufigsten Krebsarten ist.


    Herzlichen Dank für Eure Hilfe!

  • mir hier wirklich Sorgen, dass durch die Unterlüftung von "vorne" (untere Fotos) nach "hinten (obere Fotos) die Fasern in die Wohnung gewirbelt werden

    Meinst Du ernsthaft, das da ein orkanrtiger Sturm durch den Dachraum von vorn bis nach hinten durchweht? Die Luftbewegung ist - so sie nicht nur rein theoretischer Natur ist - minimal und würde keine Kerze ausblasen können.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hallo Ihr Lieben,

    gibt es noch jmd. der hierzu eine fachkundige Aussage / Meinung für mich hat?

    Ich danke Euch vielmals vorab!

    Beste Grüße

  • Es wurde doch schon alles gesagt. Wenn noch weiter Angst besteht, würde ich eher andere Hilfe nehmen. Irgend wann sollte man Ängste begraben wenn sich diese nicht bestätigen. Kann man es nicht, hat man ein Problem, dem aber auch abgeholfen werden kann.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...