Schimmelpilzsporen im Keller nach Wasserschaden

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe, dass ich mit meiner Anfrage hier richtig bin, da wir schon gebaut haben und vielleicht höchstens die weiteren Schritte in unserem Keller planen.


    Vor drei Jahren hatten wir mehrfach Wasser im Keller, was immer wieder getrocknet wurde, bis dann der Estrich komplett aus dem Keller ausgebaut wurde. Die Ursache für den Wassereinbruch in den Keller wurde festgestellt und behoben und jetzt soll der Keller wieder hergestellt werden. Bevor der Estrich wieder reinkommt hatten wir mit dem Bauträger vereinbart, dass eine Messung auf Schimmelpilzsporen durchgeführt wird.


    Die Messung fand statt und in zwei Räumen wurden Schimmelpilzsporen festgestellt, die aufgrund ihrer Art auf einen Wasserschaden hindeuten (was ja gut, da wir dann offensichtlich keine weitere Quelle für die Schimmelpilzsporen haben) und es wird eine Feinreinigung mit Staubsauger mit HEPA Filter, feuchtes Abwischen glatter Oberflächen und Auslagern feuchteempfindlicher Gegenstände empfohlen.


    Der Bauträger wird jetzt eine Firma beauftragen, die das durchführen soll. Muss ich bei der Firma für die o.g. Arbeiten etwas beachten damit der Bauträger eine kompetente Firma beauftragt?


    Da wir jetzt schon drei Jahre in dem Zustand im Haus wohnen stellt sich auch die Frage, ob wir Bewohner gesundheitlich etwas abbekommen haben. Kann oder muss man sich auf so etwas untersuchen lassen?


    Gibt es irgendwie Richtwerte oder Grenzwerte, damit ich einschätzen kann wie stark die Belastung mit den Schimmelpilzsporen ist?


    Habt ihr sonst noch Hinweise für mich, die ich beachten müsste?


    Danke schon mal und viele Grüße

  • Gibt es irgendwie Richtwerte oder Grenzwerte, damit ich einschätzen kann wie stark die Belastung mit den Schimmelpilzsporen ist?


    Habt ihr sonst noch Hinweise für mich, die ich beachten müsste?

    hier!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Messung fand statt und in zwei Räumen wurden Schimmelpilzsporen festgestellt,

    Wurde auch die Raumluft gemessen?


    Mir sind keine verbindlichen (gesetzliche/normative) Grenzwerte bekannt, es gibt aber verschiedene Empfehlungen.


    Ein bisschen Lesestoff, der Leitfaden des UBA:


    uba_schimmelleitfaden_final_bf.pdf

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  • Gut. Bei der Raumluftmessungen müssten die Werte an sich mit der "natürlichen" Belastung (Außenluft) verglichen werden. Wenn Oberflächen stark befallen sind, dann dürfte die Ursache aber bekannt sein, und der Wert wahrscheinlich über der natürlichen Belastung liegen.


    Ich würde die "gemessenen" Werte erst einmal mit den obigen Empfehlungen vergleichen.


    Eine Gefährdung in der Wohnung über dem Keller möchte ich nicht generell ausschließen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch gering. Dazu bräuchte es noch ordentlich Luftbewegung um die Sporen über mehrere Etagen im Haus zu verteilen.

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  • Die Firma, welche die Messungen durchgeführt hatte, sollte eigentlich außer dem, "wie" die Reinigung durchgeführt werden sollte, auch mit angeben, "welche Art" von Vorsichtsmaßnahmen bei der Sanierung erforderlich sind.


    Ich denke mal, dass eine Schwarz/Weiß - Trennung zur Bearbeitung nicht erforderlich ist.


    Die sanierende Firma sollte aber zumindest die Schimmelsachkunde besitzen und das auch belegen können.

    Gruß Werner :)

  • Ja, die gemessenen Luftwerte wurden auch mit den Außenluftwerten verglichen bzw. wurden auch Proben von diesen mitgenommen. Es ist ja schon einmal beruhigend, dass so einfach nichts aus dem Keller nach oben kommt. Auch wenn der Keller offen ist und nicht über abgeschlossenes Treppenhaus mit der Wohneinheit verbunden?


    Ich werde mir mal die Lektüre durchschauen und mit den gemessenen Werten vergleichen.

  • Auch wenn der Keller offen ist und nicht über abgeschlossenes Treppenhaus mit der Wohneinheit verbunden?

    Wenn Du Kellerfenster offen hast und durch Konvektion Luft nach oben gelangt, würde ich das nicht unterschreiben.


    Also bis zur Klärung zumindest mal die Fenster im Keller geschlossen halten.


    Hast Du nicht zumindest eine Kellertüre als Trennung nach oben?

    Gruß Werner :)

  • Es gibt einen Kellervorraum und drei Holztüren in die drei Kellerräume. Da der Estrich aber ausgebaut ist, sind unter den Türen locker 10 cm Platz. Die Fenster im Keller halten wir geschlossen.


    P.S. Bringt es euch was, wenn ich euch die gemessenen Werte hier aufführe?

  • P.S. Bringt es euch was, wenn ich euch die gemessenen Werte hier aufführe?

    Wenn Türen vorhanden und sowohl diese, als auch die Fenster geschlossen sind, habe ich eigentlich keine Bedenken.

    Man könnte für das eigene Gewissen noch was an den Spalt (unten) hinlegen.


    Und nein, die Werte nützen hier als Einschätzung nicht viel.

    Höchstens, wenn es eine dritte Messung im Wohnbereich oben gäbe, den man mit der Außenluft UND dem Keller vergleichen könnte.

    Gruß Werner :)

  • Es ist wichtig, den Ursprung der Schimmelsporen zu finden und zu beseitigen. Augen (Zement-) Estrich per se wachsen keine Schimmelpilze.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Der Schimmel entstand an den Verkleidungen aus Gipskartonplatten, die sich von unten mit Wasser vollgesogen haben. Die Platten wurden bis auf einer Höhe von 50 cm ausgetauscht.


    Können durch einen Wasserschaden auch weitere (außer den Gipskartonplatten) Quellen für Schimmel entstehen?

  • Der Schimmel entstand an den Verkleidungen aus Gipskartonplatten, die sich von unten mit Wasser vollgesogen haben. Die Platten wurden bis auf einer Höhe von 50 cm ausgetauscht.

    Das ist ein typisches Schadensbild.

    Können durch einen Wasserschaden auch weitere (außer den Gipskartonplatten) Quellen für Schimmel entstehen?

    Pilze siedeln sich (vorrangig) auf feuchtem organischem Material an: Kartonschicht von GK-Platten, Holz- und Holzwerkstoffen wie Möbenl, Bodenbelägen, Naturfasern (Teppich, Laminat), Papiere (Bücher, Tapeten, Raufaser). Was man sieht, sind meistens nicht die Myzelien, sondern die oberflächlich wachsenden Sporangien, die Sporenträger. Die Sporen sind dann auch das was ggf. herumfliegt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Mir ist hier vieles schleierhaft.....daher ein paar Fragen:


    1 es waren GK- Platten an den Wänden (welche Wände?) und es wurden neue angebracht? Warum?


    2 was sagt die Feuchtemessung? Ist alles gesichert trocken?


    3 Warum wird das jetzt gemacht, wurde die Ursache jetzt erst gefunden u behoben?


    4 Gutachten im Detail hilft das einzuschätzen, gerne mal per PN schicken

  • Es handelt sich um Kellerräume. Kellerwände bestehen aus Hohlelementen, die seinerzeit auf der Baustelle vergossen wurden. An diesen Wänden wurden GK Platten als Verkleidung angebracht.


    Die Feuchtemessung sagt, dass alles gesichert trocken ist und die Ursache wurde auch gefunden und beseitigt. Bevor jetzt der Estrich wieder im Keller hergestellt wird, wurde die Messung auf Schimmelpilze durchgeführt.


    Andere Frage: Woher weiß ich, dass die Fachfirma, die die Detailreinigung durchführen soll, auch qualifiziert ist. Der Bauträger möchte jetzt eine Fachfirma beauftragen, die zwar in erster Linie auf Brandschäden spezialisiert ist, aber auf der (einfach gehaltenen) Homepage aufführt, dass sie auch Schimmelbeseitigung machen.


    Gibt es ein Verzeichnis mit Fachfirmen oder sonstige Auszeichnungen wie z.B. Zertfizierungen an denen ich sehen kann, dass die Firma geeignet ist?