Wer zahlt Hangbefestigung?

  • Ein freundliches hallo in die Runde!


    Ich habe eine Frage zu unserem Grundstück in Brandenburg, die hoffentlich jemand hier beantworten kann. Zwischen unserem Grundstück und dem Nachbargrundstück besteht ein Höhenunterschied von ca. 50 cm. Beide Grundstücke standen jahrelang leer und waren entsprechend verwildert. Auf der Grenze stand ein uralter, halb schiefer Maschendrahtzaun und auf beiden Seiten diverse Büsche. Wir sind oben.


    Nun haben wir auf unserer Seite die Büsche und den Zaun wegnehmen lassen, um einen neuen Zaun zu errichten.


    Der Nachbar behauptet nun, wir hätten in den Boden eingegriffen und müssten daher vollständig auf unsere Kosten für eine Hangabsicherung sorgen, am besten durch L-Steine auf seinem Grundstück. Ist das wirklich richtig?! War das Roden der Büsche ein solcher Eingriff?! Der Hang ist völlig unverändert. Er will auf seiner Seite nun auch bauen und plant an genau der Stelle seine Auffahrt.


    Vielen Dank schon einmal!

  • Wie sieht der Höhenunterschied genau aus? 25 cm Nachbar, 25 cm bei Euch, oder 50 cm Abbruchkante auf Eurer Seite an der Grenze.


    Dann wäre es gerechtfertigt, von einem Eingriff durch die Rodung zu sprechen, weil die Buschwurzeln die Kante stabilisiert haben (bisher) und nun durch Verrotung nach und nach die Hangsicherung wegfällt.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ... Grundstück in Brandenburg, ... Zwischen unserem Grundstück und dem Nachbargrundstück besteht ein Höhenunterschied von ca. 50 cm. Beide Grundstücke standen jahrelang leer und waren entsprechend verwildert. Auf der Grenze stand ein uralter, halb schiefer Maschendrahtzaun und auf beiden Seiten diverse Büsche. Wir sind oben.


    Nun haben wir auf unserer Seite die Büsche und den Zaun wegnehmen lassen, um einen neuen Zaun zu errichten.


    Der Nachbar behauptet nun, wir hätten in den Boden eingegriffen und müssten daher vollständig auf unsere Kosten für eine Hangabsicherung sorgen, am besten durch L-Steine auf seinem Grundstück. ...

    § 909 BGB


    Also ganz einfach: Wenn ihr nicht abgegraben hat, müsst ihr auch nicht befestigen!

    Dann wäre es gerechtfertigt, von einem Eingriff durch die Rodung zu sprechen, weil die Buschwurzeln die Kante stabilisiert haben (bisher) und nun durch Verrotung nach und nach die Hangsicherung wegfällt.

    ???

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ja aber es ist ein kleiner Hang, also abgeschrägt und nicht einfach eine Bruchkante, oder (also eine 50 cm hohe Stufe)?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Noch mal genauer: Es gibt eine Böschung mit ca 45 Grad und die Grenze verläuft am höchsten Punkt. Die Böschung ist so gesehen vollständig auf dem Grund des Nachbarn.Der Zaun stand oben auf unserem.


    Vielen Dank schon mal, ihr seid ja wirklich schnell!

  • ja dann hast du mit seiner geplanten abgrabung nichts am hut .

    Dem schließe ich mich an.

    Der TE hat seinen Zaun entfernt (diente sicherlich nicht der Böschungssicherung) und ein paar Büsche auf seiner Seite des Zauns. Die Böschung auf Nachbars Grundstück und die dortige Bepflanzung blieb unangetastet.


    Abgesehen davon.....es geht um 50cm.....


    Soll der Nachbar mit seiner Böschung machen was er will, so lange er nicht den Zaun beschädigt oder durch Abgraben für ein Nachrutschen der Erde sorgt. Sonst darf er diesen "Schaden" auch auf eigene Kosten wieder reparieren.

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    .

  • Vielen Dank für eure Antworten und nicht nur, weil sie mich natürlich inhaltlich freuen. Das ist schon ein tolles Engagement hier!


    Der Mann ist übrigens Rechtsanwalt und hat gleich mal eine ordentliche Drohkulisse aufgebaut und mit Paragraphen um sich geschmissen. Als Laien waren wir zugegebenermaßen erst mal etwas eingeschüchtert.


    Also noch mal, danke!

  • am besten durch L-Steine auf seinem Grundstück.

    das ist in sich derart unlogisch , dass es fast wehtut.


    wenn ihr zu einer abstützung verpflichtet wärt , dann auf euerem grundstück.

    wenn er eine L-steinmauer auf seinem grundstück haben möchte , dann soll er sich eine kaufen.

    Ist das wirklich richtig?!

    kann es nicht sein .


    ein , zwei fotos wären nicht schlecht.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Auf gute Nachbarschaft.

    Genau...fängt schon gut an.


    Der Hang/ die Böschung ist nach meinem Verständnis auf des Nachbarn Grundstück. Somit ist es sein Hang/ seine Böschung. Würdest Du dort zu werkeln anfangen, dann hätte der Nachbar etwas um Dir das Leben schwer zu machen. Es wäre ja ein Eingriff auf seinem Grundstück.

  • Noch mal genauer: Es gibt eine Böschung mit ca 45 Grad und die Grenze verläuft am höchsten Punkt. Die Böschung ist so gesehen vollständig auf dem Grund des Nachbarn.Der Zaun stand oben auf unserem.

    Wurde schon ein Grundvermessung / Grenzfeststellung veranlasst, die den genauen (offiziellen) Verlauf der Grenze ermittelt hat?

    Der Zaun könne ja auch - weil es zum Aufbauen einfacher war - neben die Grenze gesetzt worden sein.


    Nun haben wir auf unserer Seite die Büsche und den Zaun wegnehmen lassen, um einen neuen Zaun zu errichten.

    Wurden die Büsche nur über OK Gelände "abgesägt" oder wurden die Wurzeln gerodet / ausgegraben ?


    Eine Böschung von 45° (1:1) die jahrelang liegt, neigt i.d.R. nicht zum Nachrutschen, auch wenn Büsche entfernt wurden.

    (((Es kann ja auch eine Schutzmaßnahme sein, wenn ein Strauch/Busch, der für die Böschung zu groß ist entfernt wird, damit bei nächsten Sturm der Wind den Strauch nicht umwirft und die Wurzeln einen Schaden an der Böschung verursachen.)))


    Die Böschungsneigung kann ja mit Wasserwaage und Zollstock noch mal nachgeprüft werden.

    Eine Böschungsneigung von ca. 1:1,5 ( Verhältnis H/L = 1m Höhenunterschied auf 1,5m Länge ) zum Beispiel 0,50m Höhen unterschied auf eine (horizontal gemessene ) Böschungsbreite von 75cm, wäre ideal.


    und nun durch Verrotung nach und nach die Hangsicherung wegfällt.

    ich denke, dass das Gras schneller nachwächst als die Wurzeln verrotten. Das kann u.U. schon mal sehr lange dauern.

    Und ein Strauch ist ja nun nicht gerade eine Hangsicherung.

    Geplante landschaftsgärtnerische Bepflanzungen in Kombination mit Geotextilien/Geogittern können einen Erosionsschutz bilden.


    Jolante

    ist denn geplant, in der Nähe der Böschung etwas zu bauen oder wird dort mit Fahrzeugverkehr zu rechnen sein (Stellplatz, Carport, Garage, Terrasse, Schuppen, Gartenhaus, Spielhaus, o.ä.) ?

    Ist u.U. geplant, an der Grenze entlang, während der Bauzeit, Baumaterial zu lagern ( Steinpaletten, Dachsteine, Holzbündel, ... )?


    Falls in der Nähe der Böschung - auch nur zeitweise - große Lasten in den Boden abgetragen werden müssen, dann muss die Situation ggf. noch einmal neu überdacht werden !


    Wichtig ist auch, dass von Eurem Grundstück kein Oberflächenwasser in Richtung Nachbargrundstück läuft, auch nicht temporär während der Rohbauphase (z.B. prov. Dachrinnenanschluss).

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)