Modellvielfalt KWL

  • Hallo zusammen,


    ich kämpfe mich gerade durch die vielen verschiedenen KWLs und finde irgendwie nicht das was ich suche.

    Eine intensive Kaufberatung erwarte ich natürlich nicht, eher ein paar Erfahrungen die ihr mit euren Anlagen gesammelt habt und Ratschläge.


    Bypassfunktion haben eigentlich alle, aber dann wird die Freude durch sehr sportliche Preise getrübt für optionale Erdwärmetauscher.

    Ich vermute ein Vorheizregister ist bei Erdwärmetauscher nicht nötig?


    Haben alle Hersteller glattwandige antistatische Rohre, oder gibt es Ausnahmen?

    Gibt es auch andere wichtige Dinge die ich beachten muss?


    Vielen Dank schon mal.


    Horrido

  • auf EWT würde ich verzichten, der energetische Mehrwert im Winter ist mehr als überschaubar. merkliche "Kühlung" im Sommer über die KWL alleine kann man sowieso vergessen, der EWT bringt da auch keinen wirklichen Vorteil. Auch das Risiko von stehendem Wasser in den Zuluftrohren kann ich nachvollziehen.

    Grundsätzlich ist die Frage nach KWL mit Kreuzstrom WT vs. Rotations WT. Die Kreuzstrom sind heute ganz überwiegend im Einsatz, einfach weil weniger bewegte Bauteile. Dafür haben die Rotations WT die Feuchterückgewinnung quasi inkludiert, was bei den Kreuzstrom Aufpreis verursacht für den teureren Enthalpietaucher.

    Bei Kreuzstrom WT Technik würde ich trotzdem darauf achten, dass es einen Enthalpie WT gibt, bringt im Winter ca. 5-10% rel LF. Ohne wird es gerne zu trocken, selbst mit schrammt man gerne am unteren Ende der gewünschten LF.

    Der Enthalpietauscher senkt auch das Risiko von Vereisung, da diese auf der Abluftseite entsteht. Vorheizregister brauchts dann idR nicht mehr.

    Habe seit 7 Jahren eine Zehn...350 mit Enthalpietauscher im Einsatz. Ohne jedes Problem.

  • Ich rate auch ganz klar zum Enthalpietauscher, die oft genannten Probleme mit trockener Luft im Winter kennen wir nicht. 50-55%, total angenehm und gesund.

    Auch ich komme ohne Vorheizregister aus.


    Ein Erde/Luft Erdwärmetauscher würde ich auch nicht empfehlen, aber Sole gibts ja auch noch.

    Kostet leider gleich mal 1500-2000€.

    Vorteil sehe ich vor allem in der Entfeuchtung im Sommer, aber ob das nennenswerte Effekte hat, kann ich nicht beurteilen - ich hab ihn mir nämlich gespart.


    Essentiell ist bei der KWL eine gute Planung und Einmessung, einfach nur Rohre in die Decke klatschen is nicht.

  • 50-55%

    krieg ich bei uns nicht hin. Wir sind trotz Enthalpietauscher im Winter bei ~40%. Ich wär gern bei 45%, bei 35% und weniger (wenn lange kalt und wenig Feuchte im Haus angefallen ist sinds auch mal nur knapp über 30%), merkt man es langsam in der Nase.

    Aber dann wird halt mal ein Waschmaschineninhalt mehr auf dem Ständer getrocknet und nicht im Trockner.

    Übrigens ein großer Vorteil den ich vorher bei der Frage KWL J/N gar nicht gesehen hab. Man kann im HWR/Keller Wäsche trocknen ohne die Fenster zu öffnen (das Spinnenvieh bleibt draussen).

  • Ein Erde/Luft Erdwärmetauscher würde ich auch nicht empfehlen,

    Dem schließe ich mich an. Ich habe einige EWT gerechnet, bis hin zur Vorwärmung für LWP. Wirtschaftlich betrachtet lohnt der Aufwand (und Kosten) nicht. Nicht vergessen, dass auch das Grundstück geeignet sein muss (Größe), denn ein paar Meter Rohr in einem kleinen Garten kann man sich gleich sparen. Wenn der EWT auch effizient arbeiten soll, dann braucht man dafür entsprechend Platz.

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  • Hallo,

    danke für die Antworten.

    Für den Kanal etc müsste ich eh 25 m aufgraben, da würde ich gleich den WT mitverlegen.

    Ich werde wohl im Winter diverse Hausbesuche machen müssen und dort die jeweilige Luftfeuchte zu testen. Danke

  • Für den Kanal etc müsste ich eh 25 m aufgraben, da würde ich gleich den WT mitverlegen.

    Ob das für einen EWT ausreicht?


    Nehmen wir mal die Wintersaison und unterstellen wir einen Luftwechsel von 100m³/h (Keine Ahnung ob das für Dein Haus passt, soll nur ein Beispiel sein).

    Dann brauchst Du einen EWT bestehend aus 3 Rohren DN100, je 30m lang, mit jeweils 1m Abstand, in 1,5-2m Tiefe in lehmigen Boden, damit die Zuluft für die KWL während des Winters nicht unter +6°C fällt. Er kann somit durch Vorwärmung der Zuluft über den Winter ca. 600kWh an Energie liefern.


    Man könnte jetzt auch noch eine Betrachtung für den Sommer machen (Kühlung der Zuluft), inkl. Kondensat usw.


    Worauf ich aber hinaus möchte, ein EWT ist mehr als nur ein Stück Rohr im Boden. Wenn man so etwas möchte, dann bitte richtig planen. Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass (Luft)hygiene oberste Priorität haben sollte, aber der EWT sollte auch funktionieren und dem Betreiber einen Nutzen liefern..

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  • Ich rate auch ganz klar zum Enthalpietauscher,

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    Auch ich komme ohne Vorheizregister aus.

    ich habe mir nicht getraut das vorheizregister auszuschalten wegen der Gefahr der Vereisung (und damit der Zerstörung des Enthalpietausxhers)

    Oder it das Risiko unbegründet? Hab eine Helios 550

  • Oder it das Risiko unbegründet?

    Kann ich nicht einschätzen, aber ich frage ich, wozu will man das Risiko eingehen, wenn es ungleich null ist?

    Meine Helios EC300 läuft jetzt seit 4,5 Jahren, und hat seither 410h mit eingeschalteter Vorheizung, bei durchschnittlich 11,3% der maximalen Leistung, verbracht.

    Macht 410h * 113W = 46kWh. Roundabout 3 Euro pro Jahr.

    Die Situation mag' bei mir noch etwas entspannter sein, weil die Zuluftleitung ca. 8m durch Erdreich reicht, was durchaus für das eine oder andere K Temperaturanhöhung sorgt im Winter.

  • ich habe mir nicht getraut das vorheizregister auszuschalten wegen der Gefahr der Vereisung (und damit der Zerstörung des Enthalpietausxhers)

    Oder it das Risiko unbegründet? Hab eine Helios 550

    isch habe gar kein Vorheizregister! Hat der Heizi einfach weggelassen.

    Habe dann mal deswegen bei Helios angerufen. Kundendienst sagte mir, eine Beschädigung ist ausgeschlossen. Sollten gewisse Schwelltemperaturen unterschritten werden, schaltet die Anlage ab.


    Die Situation hatte ich bisher genau einmal:

    Weihnachten 18 waren wir 10 Tage weg. Die Lüftung habe ich in der Zeit auf Minimale Leistung gestellt. 2h vor Ankunft zu Hause wollte ich dann mal Stoßlüften und hab die KWL auf "Vollgas" geschaltet bei Minusgraden. Dann zeigt mir meine Visu auf einmal an: Drehzahl Zuluft 0rpm. :eek: Scheiße, jetzt ist der Motor verreckt..

    Abluft lief weiter auf Vollgas. Damit der Unterdruck nicht andauert, wieder zurück auf "normal". 1h später lief alles wieder wie gewohnt. Als ich dann zuhause die Temperaturverläufe ausgewertet hab, zeigte sich: Sobald die 0° bei der Außenluft unterschritten werden, geht die Zuluft aus.


    Wahrscheinlich fungiert aber meine relativ lange Zuleitung der Außenluft (160er Isorohr) als Vorheizung.. sieht man an der Differenz Temperatur Mast und KWL Außenluft.




    Hier sieht man, dass es aber auch mit Außenluft-Temps <0°C noch funktioniert:


  • Danke, an alle.

    Ich habe eure Anregungen wahrgenommen und bezüglich Luftfeuchte etc gegoogelt, einige sind begeistert andere klagen über trockene Luft, prompt habe ich beim lesen einen trockenen Hals und die ersten Erkältungssymptome bekommen. Die Psyche ist wohl doch ein wichtiger Faktor.


    Gibt es die Möglichkeit am Gerät Kondensat mehr oder weniger automatisch abzuleiten (oder Bypass)?? Das habe ich bis jetzt in all den Werbevideos noch nicht gefunden.

    Manche berichten davon ihre KWL würde die Feuchtigkeit im Haus sogar ins Unerträgliche steigern, das sind hoffentlich Bedien oder Konstruktionsfehler?

  • Gibt es die Möglichkeit am Gerät Kondensat mehr oder weniger automatisch abzuleiten

    ich spreche jetzt von genau meiner KWL - Helios EC 370W ET.

    Die hat einen Trockensiphon um im Gehäuse anfallendes Kondensat abzuleiten. Da kam noch nie irgendwas.


    oder Bypass

    Ja, Bypass vorhanden. Die Steuerung kann den Bypass aber nur anhand der Temperaturen regeln.

    Mit externer Logik (das Teil spricht Modbus TCP) könnte man auch bei hoher rF den Bypass aktivieren zwecks Entfeuchtung


    Manche berichten davon ihre KWL würde die Feuchtigkeit im Haus sogar ins Unerträgliche steigern, das sind hoffentlich Bedien oder Konstruktionsfehler?

    schwer vorstellbar. Da müssen schon starke Feuchtigkeitsquellen vorliegen. Ich hab da keine Probleme.