Baumwurzeln von fremden Bäumen auf eigenem Grund - Absehbare Beschädigung bei Bauarbeiten

  • Mal ne Frage..


    Nehmen wir an es gibt eine Parzelle X, die wird geteilt und ein B-Plan rechtsgültig aufgestellt. Die Zufahrt für die neu zu bebauende Parzelle führt an der Restparzelle vorbei.

    Nun stehen da Bäume sehr grenznah auf der Restparzelle. Beim Bau der Zufahrt mit entsprechenden Erdarbeiten würden wahrscheinlich die Wurzeln der Bäume so geschädigt, dass diese nicht mehr standsicher wären oder eingehen.


    Der Verkäufer der neuen Parzelle ist auch Eigentümer der Restparzelle.


    - Kann der Eigentümer der Bäume gegen den alternativlosen Bau der Zufahrt vorgehen?

    - Hat der Eigentümer der Bäume ein Recht auf Schadenersatz?

    - Kann der Eigentümer der neuen Parzelle eine Beseitigung der Bäume vor dem Bau (ggf. auf eigene Kosten) verlangen?


    Es gibt a auch sowas wie Nebenpflichten aus dem Kaufvertrag (in dem nichts dazu geregelt ist).


    Das Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer gestaltet sich sehr schwierig und der Verkäufer ist ziemlich "öko".

    Klar sollte man sich einigen, ob das in diesem Fall geht, ist unbekannt..

  • § 910 BGB und dessen Kommentierung


    Die Autorin der Zusammenstellung, eine Juristin mit exzellenten Kenntnissen rund um die Baumpflege, ist 2011 verstorben. Vermutlich wird die verlinkte hervorragende Seite seither nicht mehr aktualisiert und gepflegt.


    Achtung: Es ist möglich, dass sich die Gesetzgebung und / oder Rechtssprechung seit 2011 von den damaligen Darstellungen abweichend weiterentwickelt hat!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    2 Mal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Informationen zur verlinkten Seite ergänzt

  • würden wahrscheinlich die Wurzeln der Bäume so geschädigt,

    erstmal eine annahme , die nicht stimmen muss .


    ausserdem gibt es grenzabsstände für bäume .und wenn der besitzer der bäume ein grundstück so verkauft , dass diese nicht mehr stimmen , sollte es möglich sein, das entfernen der bäume zu verlangen .


    vor allem kommt es darauf an , was das für bäume sind . oft werden einwegbäume wie weiden oder birken von ökofanatikern mit allen mitteln verteidigt und zwei jahre später fallen sie von alleine um .....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Wer hat die Teilung vorgenommen und die Position der Grenze festgelegt?

    Der Eigentümer selber ?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Gibts bei Euch (nehme ich an) eine Baumschutzsatzung o.ä. und fallen die Bäume darunter??

    Ich bin nicht betroffen, es geht um Verwandschaft.

    Ja, es gibt Baumschutzsatzung etc.., es müssen auch auf eigenem Grund Bäume gefällt werden, es besteht ein unkompliziertes Verhältnis zur unteren Naturschutzbehörde, die auch dem B-Plan abgesegnet hat und einer Beseitigung wohl nicht entgegensteht. Wird in Kürze noch geklärt was dann mit den Bäumen ist.


    ausserdem gibt es grenzabsstände für bäume .und wenn der besitzer der bäume ein grundstück so verkauft , dass diese nicht mehr stimmen , sollte es möglich sein, das entfernen der bäume zu verlangen .

    ich weiß nicht. Grnezabstände für Bäume gelten ja nur für Zeit X, danach hat man praktisch zugestimmt. Und beim Kauf meine ich stimmt man auch automatisch dem Status Quo zu, der zum Zeitpunkt des Kaufs vorhanden ist.


    Wer hat die Teilung vorgenommen und die Position der Grenze festgelegt?

    Der Eigentümer selber ?

    der Eigentümer, welcher sich am Bebauungsplan orientiert hat.

    Wer sonst außer der Eigentümer kann eine Parzelle teilen lassen ??

    Vermessung war aber erst nach Notar mit entsprechenden Klauseln für Mehr- oder Minder-m², aber das ist wohl irrelevant.

  • . Grnezabstände für Bäume gelten ja nur für Zeit X, danach hat man praktisch zugestimmt.

    jain.

    Und beim Kauf meine ich stimmt man auch automatisch dem Status Quo zu, der zum Zeitpunkt des Kaufs vorhanden ist.

    in etwa schon , nur wenn durch notwendige arbeiten wurzeln beschädigt werden , ist es halt so.


    ausserdem wird die sache mit ein paar abgehackten wurzeln meist deutlich überbewertet .

    die bäume können mehr ab , als in der regel angenommen wird .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • gute Infos, liest sich vielversprechend! Danke Wolfgang

    gerne!

    ... nur wenn durch notwendige arbeiten wurzeln beschädigt werden , ist es halt so

    Aber nur, so lange diese auf eigenem Grund durchtrennt / entfernt werden, siehe Link!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Also in München werden viele Auflagen gemacht, z.B. Wurzelschutz und Bauzaun während der Bauphase, ein Verbau/Spundung im Bereich der Wurzeln.

    Bei notwendigen Wegen/Einfahrten durchlässige Bodenbeläge, Wurzelbrücken, keine Verdichtung unter dem Belag, kein Randsteine über den Wurzeln an der Grundstücksgrenze etc.

    Alles muss dokumentiert werden und wird von der unteren Naturschutzbehörde auch am Ende geprüft. Also Wurzeln einfach abschneiden, auch auf Eigengrund ist nicht.

    Lustigerweise kommt dann häufig die Stadt und macht den Gehweg neu während die auf öffentlichen Grund gelegenen Wurzeln des selben Baumes einfach abgeschnitten werden...