Stoßfugenvermörtelung über Stürzen

  • Liebe Experten,

    wiederholt wurde bei der Errichtung unseres Neubaus festgestellt und gerügt, dass der beauftragte Bauunternehmer in der Druckzone über Stürzen keine Stoßfugenvermörtelung ausführt. Wir bauen mit KS XL Plus, da ist die Ausführung grundsätzlich ohne Stoßfugenvermörtelung möglich, im Bereich der Stürze aber m.M.n. notwendig.

    Es kommt immer wieder vor, dass, wenn ich abends fotografiere, ich über den Stürzen mehr oder weniger knirsch gesetzte Steine vorfinde (ohne Mörtel) und am nächsten Tag sind diese Fugen optisch geschlossen/verschmiert. Das ist doch keine druckfeste Ausführung.

    Der Architekt kann auch nicht zwei Mal am Tag auf die Baustelle.

    Wie also verfahren? Dokumentieren, rügen und am Schluss über eine Sanierung verhandeln? Sind überhaupt Rissschäden zu erwarten? Über den Stürzen liegt jeweils nur ein Stein, 62,5 cm hoch.


    Vielen Dank!

  • bitte ein Foto!


    Wir bauen mit KS XL Plus, da ist die Ausführung grundsätzlich ohne Stoßfugenvermörtelung möglich, im Bereich der Stürze aber m.M.n. notwendig.

    Richtig, siehe Seite 7 der Broschüre des Systemanbieters!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wie also verfahren?

    Ich würde zuerst einmal klären, ob die Stoßfugen über dem Sturz vermörtelt werden müssen. Du schreibst ja "m.W.", also wäre das zu verifizieren. Wenn ja, dann würde der Nachweis die Mängelrüge deutlich vereinfachen. Ansonsten wäre es möglich, dass der Unternehmer ein paar Standardsprüche vom Stapel lässt.

    Kann Dein Architekt diese Frage nicht klären? Für ihn sollte das doch eine der leichteren Übungen sein.



    Dokumentieren, rügen und am Schluss über eine Sanierung verhandeln?

    Das wäre die schlechteste, bzw. zweitschlechteste Lösung (Die schlechteste wäre, gar nichts tun).


    Falls die Mängelrüge (zumindest in Deinen Augen...s.o.) begründet ist, dann würde ich zeitnah handeln. Je mehr Zeit verstreicht, um so schwieriger wird die Nachbesserung, und irgendwann einigt man sich dann auf eine Flasche Wein als "Schadenersatz".

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    .

  • Du schreibst ja "m.W.", also wäre das zu verifizieren.

    Erste Anlaufstelle: Herstellerseite

    Zum Beispiel Grundlagen für das Mauern

    file_pka_7_kap01_kalksandstein_de_de.pdf

    oder auch die Zulassungen (hier nur ein Musterbeispiel):

    z-171-978-bauaufsichtliche-zulassung-silka-kalksandstein.pdf

    Maßgebend sind die Datenblätter und die Zulassungen des tatsächlich verwendeten Materials. !

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Erste Anlaufstelle: Herstellerseite

    Zum Beispiel Grundlagen für das Mauern

    file_pka_7_kap01_kalksandstein_de_de.pdf

    oder auch die Zulassungen (hier nur ein Musterbeispiel):

    z-171-978-bauaufsichtliche-zulassung-silka-kalksandstein.pdf

    Sorry, aber dort steht die Antwort auf die Frage nicht!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Skeptiker hat doch schon mit dem ersten Antwort die richtige Antwort darauf gegeben. Mehr gibt es nicht zu sagen. Jetzt muss der TO handeln.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Beim ersten link auf S. 7 steht aber „kann“. Ich verstehe das so:

    Mit Vermörtelung ists besser, vor allem bei gering belasteten Wänden.


    Von „muss“ lese ich nichts

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Sorry, aber dort steht die Antwort auf die Frage nicht!

    Sorry, tut es schon, zumindest in der Bauaufsichtlichen Zulassung für den "Flachsturz mit bewehrtem Zuggurt in Kalksand-Formsteinen:


    Zitat

    3.1.2. Anforderungen an die Druckzone


    (1) Die Druckzone ist aus Einsteinmauerwerk im Verband nach DIN EN 1996-1-1 in Verbindung mit DIN EN 1996-1-1/NA und DIN EN 1996-2 in Verbindung mit DIN EN 1996-2/NA mit vollständig vermörtelten Stoß- und Lagerfugen oder aus Beton mindestens der Festigkeitsklasse C12/15 bzw. LC12/13 - sofern zur Einhaltung der Anforderungen an die Dauerhaftigkeit (siehe Abschnitt 2.1.2 (3)) nicht eine höhere Betonfestigkeitsklasse erforderlich ist - oder aus Mauerwerk und Beton herzustellen.

    Stoßfugen müssen also laut Zulassung vollständig vermörtelt sein.

  • Sorry, tut es schon, zumindest in der Bauaufsichtlichen Zulassung für den "Flachsturz mit bewehrtem Zuggurt in Kalksand-Formsteinen:

    Ich hatte es in den verlinkten Zulassungen nicht gefunden.

    Stoßfugen müssen also laut Zulassung vollständig vermörtelt sein.

    Da sind wir uns einig, siehe # 02!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Natürlich sind wir uns einig. Ich finde nur die Zulassung eine etwas "bessere" Grundlage, um mit der ausführende Firma zu diskutieren, als eine Firmenbroschüre.

    Das ist richtig. Wobei beide Unterlagen eigentlich deckungsgleich sein sollten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Es könnten genausogut Datenblätter, Verarbeitungsanweisungen, Verwendungsrichtlinien o.ä. sein.

    Bei Geräten wäre es das Handbuch / die Bedienungsanleitung.


    Das o. verlinkte Handbuch ist eher allgemeingültig, eine Zulassung nur für ein bestimmtes Produkt oder eine Produktfamilie. Da wäre es dann wichtig, zu prüfen, ob das verwendete Produkt unter die Zulassung fällt.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)