Was zeigt diese Bauteilöffnung eines WDVS?

  • Heute war ich rein zufällig auf einem Flachdach, als dort ein öbuv SV eine Bauteilöffnung begann und konnte zusehen und die anhängenden Fotos machen. Was meint die geschätzte Leserschaft dazu?

    1. Problem(e)?
    2. Ursache?
    3. ... und sonst noch?

    Es handelt sich um einen trogförmigen Behälter aus StB, der auf einer hoch druckfestenWärmedämmung auf einem Flachdach steht. Er ist außenseitig umlaufen gedämmt und oben offen. Er ist Jjßnnenseitig gedämmt wir sind auf ca. 16 m ü. OK Gelände. Das Gebäude ist rd. 5 Jahre fertig


  • Pool auf'm Dach?


    ich sehe Schäden auf der Beschichtung des WDVS.

    7mm Putzdicke?

    Sieht man in Bild 957 den Stahlbeton? Sieht irgendwie komisch aus.

    Kommt da Feuchtigkeit durch von innen?


    Gehört die gezeigte Abdeckung zum Behälter?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Pool auf'm Dach?

    ja, ist aber noch Rohbau und nie gefüllt worden. Er war gestern innenseitig abgedichtet.

    ich sehe Schäden auf der Beschichtung des WDVS.

    Flecken auf jeden Fall, an zwei benachbarten Seiten des Pools

    7mm Putzdicke?

    Nein, das ist eine Platte, lt. SV sehr wahrscheinlich Kalziumsilikat. Die Putzschicht ist vermutlich um die 2 mm dünn

    Sieht man in Bild 957 den Stahlbeton? Sieht irgendwie komisch aus.

    ja / ja

    Kommt da Feuchtigkeit durch von innen?

    möglich, aber wie?


    Pool ist innen bis OK StB-Wand abgedichtet. Außen ist ein WDVS bis auf die Flächendämmung des Dachs heruntergezogen.

    Gehört die gezeigte Abdeckung zum Behälter?

    nein, zu einem rechtwinklig anschließenden Überzug


    Zusatzinformationen:

    • Das EPS soll eine zum System gehörige EPS-Perimeterdämmung sein.
    • Das WDVS soll aus dem Hause Brillux stammen.
    • Bei der Öffnung sollen sich die Oberflächen von EPS und Beton feucht angefühlt haben.
    • Eine Dielektrizitätsmessung des Stahlbetons (statisch: Überzug) zeigt (angeblich) stark erhöhte Bauteilfeuchte. Ich habe bezweifelt, dass sich die Bauteilfeuchte von StB dialektisch sinnvoll messen lässt und habe stattdessen die Durchführung einer CM-Messung nahegelegt, um die Bauteilfeuche verbindlich klären zu können. Darauf hin wurde vom SV eine Darrprobe vorgeschlagen.
    • Seitens des Eigentümers wurde die weisse Fleckenbildung auf dem WDVS bemängelt.
    • Beauftragt war ein WDVS mit einer Sockelausbildung aus vorgesetzten Blähglasplatten.
    • Der extern beauftragte Bauleiter stand ebenso ratlos wie peinlich berührt daneben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Das Armierungsgewebe wird wohl mit Siemens-Luftankern gehalten. :D

    Vermutlich wurde dabei schon an ein sortenreines Recycling gedacht, ja nicht die Dämmplatten verschmutzen.

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  • Das Armierungsgewebe wird wohl mit Siemens-Luftankern gehalten. :D

    Nein, nicht ganz, das oben auf der Platte sichtbare Gewebe ist punktuell auf den EPS-Platten verklebt. In jedem Falle fehlt aber natürlich schon die von Brillux zwingend vorgegebene vollflächige Verklebung.


    Die von Brillux als WDVS-Schutz angebotene Kalziumsilikatplatten sind immer mechanisch durch Verdübelung mit im Mittel 6,5 Dübeln / m2 am Rohbau zu befestigen. Ob hier eine Verdübelung vorhanden ist, lässt sich aufgrund der sehr kleinen geöffneten Fläche (0,2 m x 0,2 m) nicht sicher beantworten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ob hier eine Verdübelung vorhanden ist, lässt sich aufgrund der sehr kleinen geöffneten Fläche (0,2 m x 0,2 m) nicht sicher beantworten.

    Vielleicht "Druckprobe"?

    Wenn das nicht richtig geklebt wurde, und auch keine Dübel vorhanden sind, dann würde ich vermuten, das sich die Oberfläche vielleicht etwas bewegen/eindrücken lässt. Ich weiß jetzt nicht, wie ich das beschreiben soll. Beim Abklopfen klingt es "hohl", und beim Drücken federt die Oberfläche großflächig.

    Man könnte auch versuchen zwischen den Platten in den Hohlraum zu leuchten, oder mit einem breiten Keil die Lagen etwas auseinander zu drücken. Gelingt das einfach, dann würde ich vermuten, dass keine Dübel vorhanden sind. Wäre zumindest schon einmal ein Indiz für eine mangelhafte Verarbeitung.

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  • Ich sehe Keinen Abstand zwischen WDVS und Beton. Wäre das WDVS geklebt, müsste zumindest ein schmaler Spalt zu sehen sein, auch wenn die Öffnung an Kleberbatzen/-wulst vorbei getroffen hätte. Einen auf 0 aus-/breitdrückbaren Kleber kenne ich nicht.

    Feuchte könnte Betonrestfeuchte sein, die ausdiffundiert und kondensiert ist. Wie lange nach der Betonage wurde denn das WDVS angebracht?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Vielleicht "Druckprobe"?

    Wenn das nicht richtig geklebt wurde, und auch keine Dübel vorhanden sind, dann würde ich vermuten, das sich die Oberfläche vielleicht etwas bewegen/eindrücken lässt. Ich weiß jetzt nicht, wie ich das beschreiben soll. Beim Abklopfen klingt es "hohl", und beim Drücken federt die Oberfläche großflächig.

    Man könnte ...

    Nein, die Oberfläche ist hart und starr. Sie klingt hohl, wie bei jedem EPS-WDVS.


    Die vorgeschlagene Untersuchungsmethodik halte ich nicht für weiterführend in der eigentlichen Frage, denn dass das WDVS mangelhaft ist, ist ja offensichtlich. Das muss sowieso einmal runter und neu gemacht werden. Ich finde nur noch interessant, wo die Feuchte herkommt und welcher Wirkungsmechanismus zum Ausblühen auf dem führt bzw. geführt hat.

    Ich sehe Keinen Abstand zwischen WDVS und Beton. Wäre das WDVS geklebt, müsste zumindest ein schmaler Spalt zu sehen sein, auch wenn die Öffnung an Kleberbatzen/-wulst vorbei getroffen hätte.

    Ein Spalt war auf der linken und oberen Seite der Öffnung zu sehen, ca. 0 - 2 mm.

    Feuchte könnte Betonrestfeuchte sein, die ausdiffundiert und kondensiert ist. Wie lange nach der Betonage wurde denn das WDVS angebracht?

    Betoniert wurde ca. vor 6 Jahren, das WDVS vor ca. 4 Jahren aufgebracht. Der ursprünglich beauftragte Stuckateur-Unternehmer wurde insolvent, bevor er die Arbeiten am Dach beginnen konnte. Dieser Bereich stand also rd. 2 Jahre offen. Das Geschoss darunter wurde in dieser Zeit noch nicht bewohnt, der Ausbau dauerte anscheinend mehrere Jahre. Der StB-Überzug (= Behälterwand) hat eine Stärke von 20 oder 25 cm bei einer Höhe von ca. 1,3 m

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Unabhängig von den Schäden erstaunt mich, dass so ein Pool überhaupt mit einem (hier besonders schadenträchtigen) WDVS ausgestattet wird. Wird das Wasser also beheizt und ist der zu erwartende Einspareffekt durch das WDVS tatsächlich signifikant? So ein Pool wird ja wohl kaum über den Winter genutzt, oder? Und der Energieverlust über die Oberfläche beträgt doch vermutlich ein Vielfaches als der über die Seitenwände, oder?

  • Unabhängig von den Schäden erstaunt mich, dass so ein Pool überhaupt mit einem (hier besonders schadenträchtigen) WDVS ausgestattet wird.

    Ob der Pool beheizt werden soll(te), ist mir nicht bekannt. Ich kenne auch nicht die Gründe, die die Planung dazu brachten, hier ein WDVS vorzusehen. Der als Poolwand genutzt Stahlbetonüberzug ist aber monolithisch verbundener Teil des Deckentragwerks und nicht thermisch getrennt. Er wirkt also im Winter als "Kühlrippe" für das darunter liegende Geschoss. Insofern ist eine Wärmedämmung schon deswegen erforderlich. Ich verstehe aber selbst nicht, weshalb zwar einerseits eine druckfeste Wärmedämmung in den Poolboden eingebaut und die Außenseiten der Überzüge / Beckenwände mit WDVS gedämmt wurden, aber die Innenseiten der Überzüge bisher ungedämmt blieben. Vielleicht soll die Dämmung noch eingebaut werden? Oder die Dämmung würde Teil des einzubauenden Beckens?


    (Ich war aus anderem Grund auf dem Dach und habe interessiert zugeschaut, als ich sah, wie die anderen Herren (WDVSler, öbuv SV der Innung, bauherrenseitige frühere Bauleitung) mit der Bauteilöffnungen verfuhren. Da ich einen davon kenne, durfte ich aus der Nähe zuschauen und fotografieren.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich würde als SV zur Vermeidung späteren Zweifels in der Situation nach Prüfung der Pläne weitere Öffnungen an grundsätzlich anderen Situationen vorschlagen: Oberer Rand, unterer Rand, Innenecke, Außenecke, Nordseite, Südseite ...


    In diesem Fall war der AN aber ohne jeden Zweifel. Er hielt das Fehlen der Verklebung für die Ursache und seine Mitarbeiter für die Verursacher.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ein AN, der Fehler zugibt und dadurch weitere Bauteilöffnungen erspart - so einen gibt es?

    Das war ja ein völlig inoffizieller Termin eines Bauleiters mit einem AN, der sich die Ursache des angezeigten Mangels selbst nicht erklären konnte. Der SV kam von seiner Innung und war Kollege und quasi "sein Mann". Der ehem. Bauleiter war mit der Situation bauphysikalisch völlig überfordert. Und ich habe interessiert zugeschaut und über Messtechnik philosophiert. Insofern war das eine völlig untypische Situation!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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