Dauerplastische Dichtungsmasse für Niedrigtemperatur

  • Da es kein "Sonstiges" subforum hier gibt, versuche ich es hier.

    Viele kennen sicherlich plastic fermit. Gibt es sowas auch für Niedrigtemperatur? Ich brauche etwas zum abdichten für ein Ultratiefkühlschrank für -90°C. In den Tiefkühler ist durch ein kleines Loch eine kleine Temperatursonde eingeführt worden. Das wurde aber nicht abgedichtet und die duch das Loch eindringende Feuchtigkeit gefiert zum Eispanzer im Tiefkühlschrank.

    Nun brauche ich etwas, dass dieses Loch von innen abdichtet. Diese Masse sollte aber mit wenig Aufwand zu entfernen sein, falls die Sonde mal ausgetauscht werden muss.

    Hat jemand einen Tip?

  • Entschuldigung, was vergessen. Das Kabel der Sonde hat einen Durchmesser von 6mm und das Loch 9mm. Würde also gerne etwas haben, was ich "von aussen auf die Durchführung" raufpacken kann; nichts zum Verfüllen wie Rundschnur, Fugendichtband.

  • Eine untere Temperaturgrenze von -90°C ist schon mal eine Ansage. Da müssen die meisten Hersteller wohl kapitulieren (typ. -40°C bis -60°C).


    HIer gibt es einen Hersteller, dessen Produkt bis -115°C spezifiziert ist.


    MOSI02084-tds.pdf


    Anscheinend gibt es zumindest eine (Vertriebs?) niederlassung in Deutschland. Dort könnte man vielleicht weiterhelfen, evtl. haben die auch andere passende Produkte im Lieferprogramm. Da könnte man auch in Erfahrung bringen, welche Menge man bestellen muss.


    Wenn an der Kabeldurchführung genügend Platz vorhanden ist, könnte man vielleicht auch eine Art Haube mit einer Durchführung(sdichtung) setzen. Durch etwas Abstand würde diese dann nur mit einer geringeren Temperatur beaufschlagt.

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  • in der kältetechnik gibts auch silikone, hab mir aber nicht gemerkt wer die kocht.

    die sind bei raumtemperatur etwas flexibler als das normale sanitärsilikon.

    Alles ist möglich - auch das Gegenteil. (Thomas Mayer)

  • Man nehme:

    - Teile eines alten Winterreifens*

    - Ein Locheisen 9 mm

    - Ein Locheisen 6 mm

    - Ein scharfes Messer

    schneide eine Scheibe winterfesten Gummi zu

    stemme einen Ring aus

    schneide den Ring ein

    stülpe ihn über das Kabel

    schiebe ihn in die Öffnung


    Bei DEN Temperaturen ggf. ein russisches Modell, oder Reste einer alten Silikon-Backform oder Reste einer alten TK-Schrank-Dichtung, o.ä.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Meinst Du die Gummimischungen funktionierne bei -90°C noch? oder verspröden die, und lösen sich bei Vibrationen dann auf?

    Ich kenne Tests bei -40°C, da dürfen die noch keine Probleme haben, aber bei -90°C?

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  • Meinst Du die Gummimischungen funktionierne bei -90°C noch? oder verspröden die, und lösen sich bei Vibrationen dann auf?

    Ich kenne Tests bei -40°C, da dürfen die noch keine Probleme haben, aber bei -90°C?

    Ich dachte an die Fahrzeuge, die in Polarregionen eingesetzt werden oder auch in den Permafrostgebieten, wo es im Winter schon mal -40 bis -50 Grad C kalt werden kann. Die können ja nicht alle nach ein paar Tagen sehr strengem Frost die Autoreifen wechseln....

    Gruß
    Holger
    --
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    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Kommt darauf an, welches Armaflex. Standard ist eine Min. Mediumtemperatur von -40°C oder -50°C. In manchen Datenblättern findet man in Klammern auch einen Wert von -200°C, mit dem Hinweis, dass man das Kundenservice-Center einschalten soll.


    Es gibt aber auch ein Armaflex LTD (Low temperature), das mit -180°C spezifiziert ist.


    ArmaflexLTD_ProductRange_DE.pdf


    Dann muss man nur noch schauen, wie sich das für den o.g. Anwendungsfall verarbeiten lässt (Stichwort Kleber). So ein Schaum ist nicht gerade einfach zu verarbeiten, wenn es um Millimeter geht, und damit es überhaupt funktioniert, braucht man eine Mindestgröße wegen der Porengröße.

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  • Vom Armaflex hatte ich mir nur drei Datenblätter angeschaut, nicht alle. Bei einem derartig kleinen Durchmesser bezweifle ich aber, dass beim Aufkleben der Stoß ausreichend dicht ausgebildet werden kann. Zweckmäßiger erscheint mir deshalb ein Schlauch, aber auch das stellt sich die Frage, ob die Fuge zum Kühlschrankgehäuse wirklich dicht geschlossen werden kann.


    Zum Dichten sehr kleiner Zylinder bietet sich eher ein Gewinde an. Dieses lässt sich natürlich nur schwer in eine Kühlschrankgehäuse schneiden. Beim Thermosensor dürfte es weniger schwer sein, stellt aber trotzdem einen Aufwand dar.


    Aber warum so kompliziert? Voilà: Tauchhülsen wurden bereits erfunden und lassen sich fertig kaufen. Dazu fehlt dann nur noch ein Blech mit aufgeschweißter Mutter / eingeschnittenem Loch, passend für das Einschraubgewinde der Tauschhülse, das mit einem ausreichend breiten Flansch auf die Kühlschrankhülle dampfdicht aufgeklebt wird - was zu schaffen sein sollte.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich bin einfach für Holz. Holzpropfen rein und meintewegen außen noch mit einen guten streifen hochwertigem Klebeband fixieren. Immerhin geht es nur um ein 9mm Loch in einem Kühlschrank. Dazu brauch ich dann weder einen Reifen kaufen, noch 1m² Amaflexmatte ordern.

    Taschmesser raus, einen trockenen Holzstab zurechtschnitzen und reinpressen.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • ohje, ich hab das falsch verstanden. Ich dachte da war mal ein Temperatursensor drin, der evt mal wieder rein soll. :wall:


    ansonsten, als Basteltip den Holzpfropfen entsprechend hohl bohren.

    ODER den Sensor an entsprechender Stelle mit nem Sück vom Fahrradschlauch umwickeln.

    besser,... etwas Silikonschlauch drüberstülpen., sofern der Sensor das zulässt.

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Du warst nicht zufällig den letzten Monat auf Survival Tour in der russischen Wildniss?

    Da kommt man auf solche Ideen. :D

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  • Ich sehe da aber auch keine unüberwindlichen Anforderungen an das Abdichtungsmaterial. Egal ob Armaflex, alter Autoreifen oder Gurokitt, wenn das als Dichtung um das Sensorkabel in das Bohrloch gestopft wurde, hat das Zeug nichts mehr auszuhalten, da keinerlei mechanische Beanspruchung vorliegt. Es wird nicht gewalkt oder anderweitig ständig verformt. Selbst chieffs Stöckchen würde reichen, wenn es passgenau geschnitzt wurde.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich würde mir mal ein Röllchen Plasik Fermit zwirbeln und außen um das Fühlerkabel andrücken. ich denke mal dass dort trotz der -90° innen eine ausreichende Wirkung erzielt. Und dieses Gepappe kann man fast unbegrenzt oft wiederholen bei Sensortausch. Sieht halt aus wie entsorgter Kaugummi.

    Grüsse Peter

  • Plastik Fermit ist für Minustemperaturen völlig ungeeignet, und m.W: dafür auch nicht zugelassen, da ist jede Tube 08/15 Silikon aus dem Baumarkt besser.

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  • Es gibt Fermit, das für Temperaturen von -100 °C geeignet ist, zum Beispiel Bonnapack, welches sogar für Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist Aber es müsste als Schnur in den Spalt gepresst werden, was vermutlich nicht wirklich dicht wird. Was spricht gegen den vorgeschlagenen Einsatz einer dichten Tauchhülse für ca. 10 €?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Was spricht gegen den vorgeschlagenen Einsatz einer dichten Tauchhülse für ca. 10 €?

    Wenn man wüsste, wieviel Platz vorhanden ist, dann könnte man einfach einen Flansch mit 1/2" Gewinde setzen, rund oder oval, evtl. mit Nietmuttern am Korpus befestigt und dann mit 2 bzw. 4 Schrauben M x . Darin dann eine der von Dir genannten Tauchhülsen, aber mit 1/2" AG. Diese Variante wäre sicherlich dicht, mit Dichtung bis xx bar, und auch vom Temperaturbereich problemlos.


    Anstatt Flansch könnte man evtl. auch nur eine 1/2" Nietmutter einpressen oder einkleben.


    In die Tauchhülse dann den Temperaturfühler (6mm Fühler), wobei man eine Wärmeleitpaste aussuchen müsste, die für die -90°C geeignet ist. Kommt halt darauf an, wie präzise die Temperaturmessung sein muss.


    Das wäre sicherlich eine saubere Lösung, aber mit etwas Aufwand verbunden.


    Es gibt auch Tauchhülsen mit Flansch, die sind aber relativ teuer.

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  • Ich danke euch für eure Antworten und aufgrund der Vielzahl habe ich soviele andere Produkte und Anbieter erfahren können, die ich vorher nicht kannt.

    Da ich für längere Zeit gesundheitlich außer Gefecht gesetzt wurde, komme ich jetzt erst dazu, hier wieder zu sein.


    Das Loch wurde damals nur von außen mit Plastic Fermit "verschlossen". Nach all den Monaten hat sich zwar schon Eis im Schrank gebildet, aber das kommt wohl nicht über den kleinen Restspalt, sondern überwiegend durch dss Öffnen und Schließen der Tür.