Milchviehhaltung der Zukunft?

  • Ist dieses Modell einer verbrauchernahen intensiven Milchviehhaltung zukunftsweisend, fragwürdig oder schlicht unsinnig?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Da die "Farm" bereits etwas in Betrieb ist, dürfte es dafür eine Lösung geben. Aber ich kenne sie nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Wie regional muss regional sein?

    Es gib heute schon Möglichkeiten, wie man sich mit Produkten aus der Region eindecken kann. Selbst wenn man nicht auf dem Land wohnt, kann man Produkte auch (in die Städte) transportieren und dort verkaufen. Der Transport an sich ist nicht das Problem, das gab es schon vor hunderten von Jahren. Problematisch sehe ich eher den Transport um den halben/ganzen Globus, nur damit alles zu jeder Zeit verfügbar ist.


    40 Kühe sind zwar ganz lustig, aber rentabel ist so eine Viehwirtschaft nicht zu betreiben. Anstatt mit Gewalt zu versuchen, Landwirtschaft dort zu betreiben, wo es nur mit sehr viel Aufwand und Kosten möglich ist, sollte man lieber geschickt über das Land verteilen.

    Warum sollte man versuchen in Frankfurt (Stadt) Landwirtschaft zu betreiben, während 50oder 80km südlich die Flächen brach liegen? 1h Transport ist doch etwas ganz anderes als mehrere Tage Transport aus Südeuropa, Asien oder Südamerika. Das würde auch wieder mehr Vielfalt in die Landwirtschaft bringen, was diese "Branche" resistenter gegenüber (wirtschaftlichen) Schwankungen macht.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ist dieses Modell einer verbrauchernahen intensiven Milchviehhaltung zukunftsweisend, fragwürdig oder schlicht unsinnig?

    Unsinnig in Abhängigkeit von den Randbedingungen vielleicht nicht, aber zukunftsweisend auch nicht. M.E. ist es ein für die Niederlande passendes Nischenprojekt. Dort hatte schon immer die Landgewinnung eine große Bedeutung. Und letztlich ist es nichts anderes.


    Für D. wäre es zumindest fragwürdig bis unsinnig. In der näheren Umgebung großer Städte gibt es kein Meer, aber heute schon landwirtschaftlich genutzte Flächen. Dort wachsen aber zum großen Teil Energiepflanzen. Diese Flächen könnte man auch zur Milchviehhaltung nutzen.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Meine Meinung: "Marketinggag" sonst nichts.


    Man kann alles aufwerten durch irsinnige Bauten und deren Orte, aber was bringt das effektiv? Einzig Werbung für die beteiligten und ggf Anerkennung für die Umsetzung. Effektiv treibt es die Kosten in die Höhe und ändet nichts am Produkt.

    ähnlich ist es mit Architektur. Entweder ich bau Zweckmäsig oder ich baue nach Architektonik Hunderwasser, Bauhaus oder oder oder. Effektiv ändert es am Grundsatz nichts. Wohnen, schlafen, essen, geht in beiden Varianten, nur das die anderen mehr Aufwendungen benötigen und in Art und Weise schneller baufällig werden können.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Der wird doch nie auch nur in die Nähe der Wirtschaftlichkeit kommen... 40 Kühe sind heute wenig und entsprechen eher Kleinbauern und Nebenwerwerbsbauern im Süden der Bananenrepublik. Diese Kleinbauern können durchaus mit ihrem Vieh auskommen, aber die haben schon einen Stall und viel Wiese und die Milch wird weggefahren und wo anders verarbeitet usw. Die müssen nicht erst für paar Millionen einen Stall bauen. Das ist Irrsinn...


    Aber vielleicht können sie ihre Milch in China als Edelhollandmilch für zehn Euro pro Liter verkaufen, in der edel geformten Flasche...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Der wird doch nie auch nur in die Nähe der Wirtschaftlichkeit kommen...

    "At the Floating Farm we have our own shop and a tap for raw milk. In addition, Floating Farm products are exclusively for sale at the Lidl supermarkets in the Rotterdam region and at Zegro for large-scale customers."

    :eek:

    Aber vielleicht können sie ihre Milch in China als Edelhollandmilch für zehn Euro pro Liter verkaufen, in der edel geformten Flasche...

    s.o.!


    Ich vermute allerdings, dass weiterverarbeitete Produkte eine höhere Wertschöpfung ermöglichen und genau deshalb wird die Milch ohne Transportaufwand "on board" selbst verarbeitet und dann im Umkreis von wenigen Dutzend Kilometern vermarktet - s.o.!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Aktuell liegt in D. der Milchpreis bei ca. 33 Ct./l netto. Bei 800 l (Max.-wert lt. Link) wären das Einnahmen von 264 €/d, im besten Fall jährlich also 96.360 €. Alleine die Betriebskosten und Löhne (trotz Melkroboter werden dort Menschen arbeiten) dürften die Einnahmen auffressen. Wer bezahlt dann die 3 Mio Investition?

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Für Städte sehe ich eher Milchtankstellen, wie wir eine seit zwei Jahren hier haben, die täglich vom Bauern gefüllt wird. Jeder bringt seine Pfandflasche mit, die Milch schmeckt hervorragend und wird sogar wieder richtig sauer nach 3-4 Tagen.😀

    Der Liter kostet 1,50 und wird von einer steigenden Anzahl Kunden akzeptiert.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • ...wohl kaum. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass so etwas jemals wirtschaftlich läuft - gerade in der Landwirtschaft ist ja an den Produkten am wenigsten verdient. Die meisten leben mehr von den Flächenprämien.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • ...wohl kaum. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass so etwas jemals wirtschaftlich läuft - gerade in der Landwirtschaft ist ja an den Produkten am wenigsten verdient.

    Vermutlich wird genau deswegen die Milch vom Tierhalter gleich abschließend verarbeitet und selbst vermarktet. Was in Norddeutschland inzwischen zumindest im Bereich der hochwertigen Produktion der Regelfall ist. Und ja, dafür hält man dann schon ein paar hundert Kühe, aber eher im Freiland.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Einen Teil der Milch verkaufen sie ab Hof aus einem "milk tap" (Milchhahn), aus dem anderen machen sie H-Milch und Joghurt für Lidl und Zegro (für Großkunden). Geplant ist eine Fleischvermarktung und der Verkauf von getrocknetem Dünger (manure).


    Insgesamt umfasst das "Dreamteam" siebzehn Mitarbeiter.

  • Was hier völlig vernachlässigt wird, ist dass der weitaus größere "Impact" der Milchviehhaltung nicht durch die Haltung in den Ställen an sich ist, sondern durch die Erzeugung der Futterpflanen anfällt.

    Für die 40 Kühe braucht man ca. 20ha Grünland! Plus Kraftfutter.


    Was ist wohl besser? Futter in die Stadt karren, die Milch lokal verkaufen und die Gülle wieder zurück aufs Land fahren oder vielleicht doch die Kühe dort halten wo das Gras wächst und man kurze Wege für die "Massenware" hat und auch kurze Wege um die Gülle wieder auszubringen?

  • Solche Versuchsanlagen sind technisch machbar, es gäbe sicherlich auch noch eine Menge anderer Möglichkeiten, aber man kann daraus nicht automatisch auf deren Praxistauglichkeit schließen. Es gibt auch viele Geschäftsmodelle die nur so lange überleben, bis das investierte Kapital verbrannt ist.


    Die "Farm" im Artikel ist ein Versuchsprojekt, weil Flächen (Wasser, Land) frei wurden, die man neu nutzen wollte.Also hat man Geld investiert, für die "Forschung und Entwicklung". Es würde mich nicht wundern, wenn in ein paar Jahren das Projekt wieder "versenkt" wird (im wahrsten Sinne des Wortes?).


    Wir haben in Deutschland kein Problem mit zu wenig landwirtschaftlichen Flächen, wir können Lebensmittel im Überfluss produzieren (machen wir ja auch). Wir haben also eine Menge Alternativen, so dass wir solche Konzepte auch unter anderen Gesichtspunkten, wie Energiebedarf, Umweltverträglichkeit, Kapitalbedarf usw. betrachten können. Wir stehen nicht mit dem Rücken zur Wand, so dass wir auf neue Konzepte angewiesen wären.

    Das mag in anderen Ländern anders sein, aber dann braucht es Projekte, die für die Verhältnisse vor Ort passen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • man muss immer alles genau betrachten. Es kann durchaus ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein, gerade eben nicht lokal zu produzieren.

    Aber der Skyr trinkende Öko-Hipster fährt lieber mit seinem 300PS Tesla und trinkt die lokale Milch mit 3fach "Ökofootprit" und füjhlt sich gut dabei, weil das Auto elektrisch ist und die Milch regional.


    Das heßt nicht das dieses Pilot / Testprojekt schlecht ist. Im Sinne von Forschung und Entwicklung kann man da evtl wertvolle Erkentnisse gewinnen.

  • "The project is funded by private investors, with support from a range of industry partners."

    Die Frage war nicht, wer dieses Projekt bezahlt hat, sondern eher, wie sich so eine Investition unter Marktbedingungen darstellen würde.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ich habe mich etwas in die Regeln der dt. Ökolandwirtschaft eingelesen. Kurz hat das Rotterdamer Modell mit dt. Ökolandwirtschaft überhaupt nichts zu tun. Es ist das genaue Gegenteil: Leicht abgemilderte Intensivhaltung der Tiere. Allerdings werden momentan mind. ein Drittel der Rinder in D genau so gehalten, aber mit weniger Licht und Luft. Man kann es wohl analog der Tomate im niederländischen Gewächshaus sehen: Technisch optimiert, effizient ... aber weit entfernt von "natürlich".


    Noch kurz zur Architektur: Weshalb nicht mind. das Hallendach in Holz gebaut wurde, verstehe ich nicht. Ästhetisch würde ich die Farm bei Norman Foster in den 1990er Jahren ansiedeln.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Vermutlich wird genau deswegen die Milch vom Tierhalter gleich abschließend verarbeitet und selbst vermarktet.

    Für Städte sehe ich eher Milchtankstellen, wie wir eine seit zwei Jahren hier haben, die täglich vom Bauern gefüllt wird. Jeder bringt seine Pfandflasche mit, die Milch schmeckt hervorragend und wird sogar wieder richtig sauer nach 3-4 Tagen.😀

    Der Liter kostet 1,50 und wird von einer steigenden Anzahl Kunden akzeptiert.

    ich befürchte Ihr habt zu positive Vorstellungen davon, welche Auflagen/Vorschriften es für Landwirte gibt, wenn Sie direkt vermarkten wollen, vor allem wenn es um "Rohmilch" geht (zumindest in Bayern, ich denke aber das wird in anderen Bundesländern nicht anders aussehen).


    Ich habe in der direkten Verwandschaft einen Landwirt mit 35 Milchkühen.

    Seit Jahren ist er bzgl. Keimzahlen und Milchqualität unter den absolut besten im gesamten Einzugsgebiet der Großmolkerei die bei Ihm abholt.

    Bis vor wenigen Jahren durfte er noch halbwegs legal Rohmilch direkt an Laufkundschaft vermarkten. Inzwischen steht er mit einem Bein im Knast wenn er das tut ohne vorherige Aufbereitung (Erhitzung) und entsprechender aktuell geforderter Lagerung und Verpackung machen würde.


    Flüchtlinge z.B., die diese Nah-Rohmilch liebten weil sie nur daraus Ihre heimischen Milchprodukte selbst herstellen können und das selbst mit den nur kurzzeiterhitzen nicht geht, verstehen die Welt nicht mehr, dass er Ihnen die Milch nicht mehr schenken darf (er hat dafür nicht mal was genommen wenn die ein paar Liter wollten).


    Das System Milch ist völlig krank.

    Wir brauchen da auch keine schwimmenden Ställe, es muss einfach die von der Industrie / den Großkonzernen künstlich hochgehaltene Überproduktion abgeschafft werden.

    Heute wird Milchpulver aus der europäischen Überproduktion nach z.B. Afrika verbracht, wo es beim "Endkunden" wieder zu Milch wird und zwar zu Preisen, die unter denen liegen, zu denen der afrikanische Bauer Milch herstellen kann.

    Dort fehlt die wirtschaftliche Grundlage für lokale Landwirtschaft und befeuert die Flüchtlingsthematik.

    Unseren Bauern wird seit Jahrzehnten eingetrichtert, Ihr müsst effizienter werden und noch mehr Milch pro Kuh erzeugen, großerer Ställe bauen, mehr Technik einsetzen usw usf.


    Ich kann jedem nur diese Reportage an Herz legen:

    audiothek

  • 40 Kühe sind zwar ziemlich klein, entspricht aber einer durchschnittlichen Herdengröße in Bayern. In Ostdeutschland, wo die großen Milchviehbetriebe stehen, ist der Durchschnitt deutlich jenseits der 100 Kühe, da sind Betriebe von 800 Tieren +x auch nicht so selten. In der Industrielogik liegen die Größenvorteile auf der Hand und auch für das Tierwohl sind kleine Betriebe nicht unbedingt besser, in Bayern ist z.B. die Anbindehaltung immer noch verbreitet.


    Das ökologische Problem der Rinderhaltung an sich ist aber der Flächenverbrauch fürs Futter und die Ausscheidungen (Gülle und Methan). Beides lässt sich durch das Konzept nicht einfangen. Ceteris paribus ist ein großer Freilaufstall mit Melkrobotern, 24h-Schichtüberwachung, regelmäßiger Tierärztlicher Kontrolle etc. deutlich besser, als 20 Kleinställe.

    Dazu sollte man auch wissen, dass die Niederlande jedes Jahr Gülle in erheblichen Mengen nach Deutschland exportiert, die dann vor allem in NRW regelrecht verklappt wird auf den Feldern, so dass wir ein echtes Nitrat-Problem im Grundwasser haben. Müssten die Holländer Ihre Gülle selbst irgendwie verarbeiten, müsste der Rinderbestand dort erstmal deutlich abgebaut werden. Und das ist am Ende auch die einzige Lösung: weniger Milch trinken und weniger Rind essen.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Das System Milch ist völlig krank.

    So ist es.

    Leider gilt das nicht nur für die Milchwirtschaft (siehe Schweine und Geflügel usw.). Es gibt zwar wenige Lichtblicke (Genossenschaften zur Milchaufbereitung und Vermarktung etc.), aber die reichen nicht aus. Die Masse läuft noch wie schon vor Jahren....zu Lasten der Erzeuger.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • ich befürchte Ihr habt zu positive Vorstellungen davon, welche Auflagen/Vorschriften es für Landwirte gibt, wenn Sie direkt vermarkten wollen, vor allem wenn es um "Rohmilch" geht (zumindest in Bayern, ich denke aber das wird in anderen Bundesländern nicht anders aussehen).

    Dies sind mir bekannt. Im konkreten Fall wird aber gerade keine "Rohmilch" vermarktet, sondern verarbeitete Milch, u.a. Joghurt.


    Im Berliner Umland gibt es mehrere Unternehmen wie dieses, dieses oder dieses. Aber die haben Herden von mehreren hundert Tieren. Einige halten ihre Tiere unter Einhaltung der Bio-Regeln und die Produkte werden entsprechend verarbeitet. Die Produkte sind in den Hofläden und vor allem in B im normalen Lebensmittel-Einzelhandel erhältlich, auch bei den Discountern. Zwei der drei verlinkten Betriebe existieren meiner Erinnerung nach in der Größenordnung bereits mind. 20 Jahre.


    Genossenschaften finde ich ganz toll, weiß aber aus leidiger persönlich Erfahrung mit der "Selbstverwaltung" der 1980er und 90er Jahre um ihre organisatorischen Probleme und ihre unglaubliche Schwerfälligkeit. Das sind auch immer WEGs, um bei unserem eigentlichen Forumsthema zu bleiben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Auch unsere Milchtankstelle liefert keine Rohmilch, sondern pasteurisierte Milch. Die Kühlkette wird nicht unterbrochen und beim Abfüllen zweigt das Thermometer knapp über 2°C an, so dass die Milch auch in der halben Stunde bis nach Hause nicht zu warm wird.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Beides lässt sich durch das Konzept nicht einfangen. Ceteris paribus ist ein großer Freilaufstall mit Melkrobotern, 24h-Schichtüberwachung, regelmäßiger Tierärztlicher Kontrolle etc. deutlich besser, als 20 Kleinställe.

    ich kann nur nochmal auf die Reportage verweisen.

    Da kommen auch Landwirte zur Sprache, die im größeren Stil produzieren und immer der Logik gefolgt sind: mehr ist effizienter.

    Die erzählen, dass sie durch den niedrigen Milchpreis, mehr an der Schei... verdienen als an der Milch...völlig irre.

    Eine vernünftige gehaltene Kuh mit einer normalen Milchleistung und damit auch normalen Lebenserwartung bzw. Milchliefrezeit, ist übrigens wesentlich umweltfreundlicher als diese hochgezüchteten kurzlebigen Hochleistungkühe.



    Lösung: weniger Milch trinken und weniger Rind essen.

    seh ich nicht so. Lösung ist wie es auch die Welternährungsorg. sieht, das aber die Großkonzerne nicht hören wollen.

    Weniger und vor allem lokal (auch weltweit gesehen) produzieren. Anders bekommt man das weltweite Ernährungsproblem auch gar nicht in den Griff.

    Wie irre ist es, jetzt auch noch ein Freihandelsabkommen mit Südamerika zu machen, dass von dort noch mehr Rindfleisch zu uns kommen kann und dort noch mehr produziert wird.

    Allein die in Brasilien mit Soja Monokultur bebaute Fläche soll so groß wie ganz Deutschland sein.

    Müssen wir wirklich Lebensmittel durch die ganze Welt schippern die man auch lokal produzieren kann?


    Letztens sah ich Lauchzwiebeln aus Neuseeland im Supermarkt.


    wir müssen wieder zurück zu "normal" finden

  • Letztens sah ich Lauchzwiebeln aus Neuseeland im Supermarkt.


    wir müssen wieder zurück zu "normal" finden

    Eigentlich wollte ich hier nun schreiben "Genau das haben die Verbraucher selbst in der Hand." Was sie mit welcher Herkunft kaufen.


    Aber da fiel mir dann noch rechtzeitig ein Bericht ein den ich neulich sah. Die Problematik der Herkunft ist nicht immer so einfach zu klären.

    Gerade bei Fleisch kann man zwar sagen wo das Tier "lebte", aber was es zu sich nahm und mit welcher Qualität ist nicht mehr nachvollziehbar.

    D.h. die Agrarunternehmen die Zuliefern die einen Welthandel mit Tierfutter betreiben, sind uns selbst nicht mal namentlich bekannt.

    Hierzu ein Bericht aus dem Spiegel

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • das ist ja das kranke. In Brasilien werden Regenwälder gerodet um Soja anzubauen.

    Das Soja kommt in die Industrienationen die daraus (zusammen mit Milliarden Subventionen) hochtechnisiert und "effizient" zu unschlagbaren Preisen z.B. Milch produzieren, die dann wieder wegen der Überproduktion in die weniger entwickelten Länder exportiert wird.

    Das Ganze wird durch Handelsabkommen (auch mit Afrika und Südamerika) auch noch gefördert.


    Ich bin auch für relativ freien Handel, aber bei Lebensmitteln muss man das unterbinden und wenigstens über Zölle in beide Richtungen beschränken.


    Die Welternährung kann so nicht funktionieren, dass einige wenige für alle produzieren und dafür Rohstoffe aus aller Herren Länder importieren.

    Das hilft nur den Monsterkonzernen, nicht aber der Menschheit. Die gesamte Versorgungskette (vom Anbau bis zur Gülle und dem fertigen Produkt) muss regional (also innerhalb von Wirtschaftsregionen wie der EU, noch besser auf Länderebene) passieren.

  • seh ich nicht so. Lösung ist wie es auch die Welternährungsorg. sieht, das aber die Großkonzerne nicht hören wollen.

    Weniger wird nur produziert, wenn die Nachfrage sinkt. Also: weniger Fleisch essen, weniger Milch trinken. Landwirtschaft braucht nunmal Land und für den gleichen Energie-Output an Kalorien ist der Anbau von Futterpflanzen für die Tierhaltung (insbesondere Rinder) deutlich ineffizienter als Futterpflanzen für menschlichen Konsum. Das gilt gerade für Soja. Wenn der Regenwald dafür nicht gerodet werden soll, müssen es weniger Rinder insgesamt werden, muss weniger Fleisch und Milch konsumiert werden. Anfangen kann jeder bei sich selbst.


    Es macht aber auch keinen Sinn, eine kleinbäuerliche Milchviehhaltung mit 40 Tieren pro Herde als Lösung zu propagieren, nur weil die besonders dicht am Konsumenten dran ist. Die Mehrheit der Konsumenten wohnt demnächst in Großstadtagglomerationen, die solche Vorstellungen völlig ad absurdum führen. Wer die düsteren Ställe mit Anbindehaltung in Bayern kennt, der wird die wohl kaum als Zukunft der Viehhaltung propagieren können. Nur weil die Herde klein ist, heißt dass nicht, dass die Kühe besser oder ökologischer gehalten werden. Nur weil die Herde klein ist, heißt das auch nicht, dass keine Hochleistungs-Milchrinder gehalten werden. Es ist eine romantische Verklärung der kleinbäuerlichen Viehhaltung, dass dort alte Rassen gezüchtet werden, wo jedes Vieh mit Namen angesprochen, umsorgt und gehegt wird. Das gibt es auf Bio-Höfen mit einem eigenen Nischenmarkt, für die Masse der Betriebe ist das Rind aber ein NUTZ-Tier, dessen Output unter der Prämisse der Nutzenoptimierung gesteuert wird. Das hat mit Größe wenig zu tun. Das ist in etwa so, als würde man behaupten, dass kleine Unternehmen bessere Löhne zahlen, nur weil der Chef jeden Mitarbeiter mit Namen kennt. In der Fläche ist aber das Gegenteil der Fall.


    Die Alternative für konventionelle Milcherzeugung sind nicht notwendigerweise Großkonzerne, aber eben weniger Betriebe, die größer sind.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -