Fragen zu Umkehr-/Osmose

  • Hallo Forum,


    ich bin auf den Beitrag Zentrale Wasserenthärtung notwendig? gestoßen

    Zitat

    sehr gut! Umkehrosmose lässt sich leider im EFH-Bereich schlecht einsetzen. Man braucht einen Zwischentank.

    Aber großtechnisch funktioniert das sehr gut. Und man hat hier wirklich "demineralisiertes" Wasser, nicht nur "anders mineralisiert.

    Ich habs im kleinen Stil für meine AQs verwendet, bin dann aber aufgrund der tagelang blockierten Badewanne auf Ionentauscher umgestiegen.

    Das war noch zu 50m² Wohnungszeiten. Im Haus mit Platz => Osmose.

    Es ging zwar in dem Beitrag eher um Aquarien, aber ich möchte mal generell fragen:

    Für mich besonders interessant ist das Thema hinsichtlich Entkaltung und Kalkflecken -> bin putzfaul ...

    Nach Auskunft des Wasserversorgers haben wir hartes Wasser:

    Deutsche Härtegrade 17,8 °dH Quelle. Wasserqualität


    Beim Wasserentkalker wird dem Trinkwasser etwas zugesetzt, damit sich der Kalk nicht so ablagert. Das Trinkwasser wird somit um einen Stoff angereichert.

    Anders als ein Entkaltungsgerät wird bei einer Osmoseanlage bzw. Umkehrosmoseanlage nicht nur der Kalk ausgefiltert, sondern noch viele andere Stoffe aus dem Wasser, man bekommt fast destiliertes Wasser. Ist somit eine Osmoseanlage bzw. Umkehrosmoseanlage ein besserer Ersatz für ein Entkalkungsgerät?


    Was ist der Unterschied zwischen einer Osmoseanlage und einer Umkehrosmoseanlage?


    Im EFH ist die Osmoseanlage sinnvoller?

    Oder benutzt man solche Geräte nur für Aquarien, nicht für das ganze Haus und zum kochen?


    Bei einer Umkehrosmoseanlage soll ein Nachteil sein, dass man für 1 Liter Trinkwasser 3 bis 10 Liter Wasserverbrauch hat, was mehr Wasserkosten bedeutet und nicht unbedingt umweltschonend ist.


    Haben Osmoseanlagen bzw. Umkehrosmoseanlagen Probleme wenn auch eine Druckerhöhungsanlage im Haus installiert ist?

    (Eine Druckerhöhungsanlage muss gemäß Bebauungsplan installiert werden.)


    Da anscheinend mehrere Leute sowas einsetzen würde ich mich freuen zu lesen, wie damit Eure Erfahrung sind?

    Auch im Hinblick auf die angebliche Gesundheitsschädlichkeit, wenn man Trinkwasser ohne Mineralien und Spurenelemente länger trinkt.


    Viele Grüße

  • OMG, bei Wasserhärte 17,8°dh machst du dir sorgen um den Kalk?


    Alle Versorgergebiete hier bei mir in der Ecke schweben zwischen 12-22° dH

    So ab 16°dh fangen vereinzelt Leute an zu entkalken.

    Ab 20°dh dann ansteigender Wunsch.

    Ab 25°dh häufen sich die Entkaltungsanlagen (nicht nur ein Wunsch)

    Aber keiner, wirklich keiner hat hier eine Osmose bzw Umkehrosmoseanlage.


    Bei einer Entkaltungsanlage wird KEIN stoff hinzugefügt.

    Es wird Kalk entzogen. Da beim entziehen allerdings eine Lücke bleibt, geht ins Wasser Natrium über (das kommt vom Austauscher).

    Natrium ist aber in jedem Trinkwasser von Haus aus schon enthalten. Somit wird kein weiterer Stoff hinzugefügt, sondern die Konzentration steigt durch die Entfernung des Kalkes!


    Eine Osmoseanlage willst du garnicht bezahlen und instandhalten! Nicht für ein EFH!

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • dass man für 1 Liter Trinkwasser 3 bis 10 Liter Wasserverbrauch

    3 ist plausibel (1:2 ist nicht unüblich), 10 ist zuviel...


    Was ist der Unterschied zwischen einer Osmoseanlage und einer Umkehrosmoseanlage?

    gibt keinen. Die Anlagen arbeiten nach dem Prinzip der Umkehrosmose. Osmosealage ist technisch inkorrekt verkürzt.

    man bekommt fast destiliertes Wasser. Ist somit eine Osmoseanlage bzw. Umkehrosmoseanlage ein besserer Ersatz für ein Entkalkungsgerät?

    Je nachdem was man erreichen will... Üblicherweise verschneidet man das Permeat eh wieder mit dem Rohwasser.

    Bei solchen DIngen wie Nitrat oder sogar Atrazin, DDT etc.. ist man mit einer UOA besser bedient.

    Bei einer Entkaltungsanlage wird KEIN stoff hinzugefügt.

    Technisch und chemisch korrekt wird natürlich ein Stoff hinzugefügt - es ist unerheblich, ob Natrium vorher schon im Trinkwasser drin war.


    "Nein Herr Richter, ich hab kein Altöl dem See hinzugefügt. Da war ja schon welches drin, ich habe nur die Konzentration erhöht" :nono:

  • Guten Abend,

    OMG, bei Wasserhärte 17,8°dh machst du dir sorgen um den Kalk?

    Auch wenn's nicht so hoch wie andernorts ist, sind die Kalkflecken auf dem Armaturen eindeutig - und wie geschrieben putze ich nicht so gerne ...

    Um Regensburg, wo ich herkomme haben wir auch zwischen 17 - 19 °dh und ich glaube so gut wie jeder Nachbar um mein Elternhaus hat eine Entkalkungsanlage.

    Mein Vater hatte nach ca. 20 Jahren mal die Wasserleitung geöffnet, nachdem der Wasserdruck merklich gesunken ist, und es war nur noch ein winzige Öffnung, wodurch das Wasser kam, der Rest war voll Kalk, obwohl er seit > 10 Jahren eine Entkalkungsanlage verbaut hatte.


    Aus diesen Erfahrungen heraus möchte ich gleich im Neubau eine Entkalkungsanlage haben und hatte mich gefragt, ob eine Umkehrosmoseanlage evtl. sogar eine bessere Alternative ist, deshalb meine Anfrage.


    Je nachdem was man erreichen will... Üblicherweise verschneidet man das Permeat eh wieder mit dem Rohwasser.

    Bei solchen DIngen wie Nitrat oder sogar Atrazin, DDT etc.. ist man mit einer UOA besser bedient.

    Ach so, also würde durch eine Umkehrosmoseanlage zwar der Kalkgehalt gesenkt, aber durch den Verschnitt mit Rohwasser kommt trotzdem wieder kalkhaltiges Leitungswasser in die Hausleitungen?



    Eine Osmoseanlage willst du garnicht bezahlen und instandhalten! Nicht für ein EFH!

    Wenn ich bei gockle "Umkehrosmoseanlage kaufen" eingebe, sind die angezeigten Summen nicht so hoch, aber ich kann noch nicht beurteilen, ob diese Anlagen ein EFH versorgen können, vermutlich brauche ich da was besseres.

    Die mir vom Heizung-Sanitär angeboten Entkalkungsanlage kommt mich auf 2.200,-. Könnte man mit der Umkehrosmoseanlage auf die Entkalkungsanlage verzichten, wäre es kostenneutral, wenn eine Umkehrosmoseanlage fürs Haus ungefähr auch das kostet.

    So wie Du es schreibst, wird der Preis aber deutlich höher liegen. Was ungefähr muss man für eine EFH-taugliche Umkehrosmoseanlage ausgeben?


    Viele Grüße

  • Ach so, also würde durch eine Umkehrosmoseanlage zwar der Kalkgehalt gesenkt, aber durch den Verschnitt mit Rohwasser kommt trotzdem wieder kalkhaltiges Leitungswasser in die Hausleitungen?

    Egal ob bei UOA oder einem Ionentauscher: Erstmal hat man "kalkfreies" Wasser. Das verschneidet mann dann idr aber wieder mit dem Rohwasser, weil der Kalk, insbesondere das Hydrogencarbonat, positive Eigenschaften aufweißt - es ist ein Säure-Basen-Puffer und verhindert ein abdriften des pH in extreme Bereiche.

    Frisch Entkalktes Wasser hat idr einen stark sauren pH-Wert, da das gelöste CO2 nicht mehr gebunden werden kann und dann als Kohlensäure vorliegt.


    So 3-4 ° KH sollte man schon haben. Und das ist auch gut für die Leitungen (Korrosionsschutz).


    Wenn ich bei gockle "Umkehrosmoseanlage kaufen" eingebe, sind die angezeigten Summen nicht so hoch, aber ich kann noch nicht beurteilen, ob diese Anlagen ein EFH versorgen können, vermutlich brauche ich da was besseres.

    Naja so eine UOA mit Booster für ein paar hundert Tacken - die liefert 1-2l/min. Liter. Pro Minute.

    Das ist für EINEN Wasserhahn schon sehr wenig. Eine normale Hochdruckarmatur da kommen normal schon so 6-10l/min.

    Dusche/Wanne noch mehr.

  • Wenn ich bei gockle "Umkehrosmoseanlage kaufen" eingebe, sind die angezeigten Summen nicht so hoch, aber ich kann noch nicht beurteilen, ob diese Anlagen ein EFH versorgen können, vermutlich brauche ich da was besseres.

    Da stößt man auch ziemlich schnell auf die Anlagen von "Schönes Wasser", die unter verschiedenen Domains vertrieben werden. Bei diesen sind dann auch Filter in der Anlage, die regelmäßig getauscht werden müssen. Hasdt Du solche Anlagen gefunden?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Da stößt man auch ziemlich schnell auf die Anlagen von "Schönes Wasser", die unter verschiedenen Domains vertrieben werden. Bei diesen sind dann auch Filter in der Anlage, die regelmäßig getauscht werden müssen. Hasdt Du solche Anlagen gefunden?

    Natürlich auch, aber ich würde, wenn ich mir sowas kaufen wollte, die nicht selbst aus dem Internet bestellen, sondern über einen Sanitär-Fachbetrieb. Aber bevor ich dort anfrage will ich erst herausfinden, ob so eine Anlage überhaupt für mich in Frage kommt, oder ob ich bei der Enthärtungsanlage bleiben kann.

  • ich hab bei einer schnellen Recherche keine UOA gefunden, die von der Größenordnung für ein EFH gepasst hätte.

    Eine hab ich gefunden, die ist aber nur für Gewerbe/Industrie zugelassen.


    Umkehrosmoseanlage GENO®-OSMO-X


    Ich glaube.. das ist einfach nichts für den Einsatzzweck.


    Ich hab ein paar Jahre eine UOA betrieben für ein großes Aquarium, aber da hab ich tagelang in der Badewanne Kanister befüllt.

    Den Platz für eine ordentliche Installation mit Zwischentank, Schwimmschalter etc. hatte ich damals in der Wohnung nicht und dann daher einen Ionentauscher (Vollentsalzer) gekauft. Mit Salzsäure und Natrolauge im fensterlosen Bad hantieren ist zwar auch kein Spaß, aber war das kleinere Übel.

  • Nur um das ganze zu erwähnen, da es von SirSydom ´s erwähnten Link geschrieben steht.


    Zitat: "Vorzuschalten sind: Trinkwasserfilter (z. B. BOXER®), Systemtrenner, Enthärtungsanlage und Aktivkohlefilter."

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D