Abnahme? - Mängel in Wohnung - Rücktritt möglich?

  • Hlo zusammen,


    wir haben eine eine Eigentumswohnung gekauft, die Auflassung ist erfolgt, in der nächsten Woche soll die Abnahme stattfinden.

    Der Makler machte einen guten Eindruck – ebenso der Zustand der Wohnung (nur Innenausbau fehlte).

    Nach der ersten Eigentümerversammlung kam Schockierendes auf den Tisch.

    Beinahe alle Käufer haben Probleme, v.a. mit Feuchtigkeit, Schimmel, Rissen etc.

    Auch das Gemeinschaftseigentum wurde durch Baumängel beschädigt (noch nicht abgenommen-Keller monatelang unter Wasser-total verschimmelt. Es scheint, dass nur notdürftig repariert wurde (drübergestrichen).

    Das Garagentor geht nicht, in der Wohnung unter uns tritt Wasser aus der Deckenlampe. Die Wohnung daneben ist nicht beziehbar wegen eines Wasserschadens in der Decke. Unsere Wohnung scheint okay, morgen findet der Sachverständigentermin statt. Seht ihr eine Chance zum Rücktritt, obgleich wir bereits beim Notar waren und auch schon viel Geld in Bodenbeläge, Badausstattung, Küche, Makler etc. gesteckt haben.

    Den Kaufpreis haben wir noch nicht entrichtet.

    Wir haben Angst, dass ein dass ohne Boden vorliegt.=o

  • Zum Verständnis: Wann wurde das Haus gebaut? Zieht ihr als erste Bewohner der ETW ein? Von wem wurde die ETW gekauft, vom Errichter des Hauses, von einem anderen Voreigentümer (der vorher selbst darin gewohnt hat)?


    Aber das ist fast egal, denn ein "Rücktrittsrecht" gibt es beim Immobilienkauf nach der Beurkundung durch den Notar anders als bei „Haustürgeschäften“ in D nur dann, wenn dieses ausdrücklich vereinbart wurde, also fast nie. Erklärung hierzu aus kundiger Hand.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Hallo,


    es ist so, dass der Baubeginn 2016/2017 war. Wir haben die Wohnung vom Bauherr (nur noch Innenausbau fehlte) gekauft und ziehen wohl in diesem Monat noch ein. In dem Haus haben bereits einige Eigentümer sie Wohnungen bezogen, bis auf die Nachbarwohnung (steht noch ein Verkauf) und eine Wohnung drunter unter der Nachbarwohnung, da dort eine feuchte Decke mit Schimmel aufgetreten ist. Wir sind im obersten Geschoss, eine Art Penthouse.

  • Da hier sicher viel Geld im Spiel ist, würde ich auf jeden Fall einen auf privates Baurecht spezialisierten Anwalt konsultieren - zumindest für eine Beratung über die Möglichkeiten, wie man aus der Sache mit einem blauen Auge herauskommen kann. Das kann aber ein langer, steiniger Weg werden, wenn man sich wirklich dazu entschließt.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Warum redet man im Vorfeld nicht mal mit den anderen Eigentümern des Wohnhauses BEVOR man kauft ? Gerade mit dem Konstrukt einer WEG ist man ja immer an die anderen gebunden für die Sachen aus dem Gemeinschaftseigentum. Auch das Garagentor dürfte ja VOR Kaufvertrag schon so gewesen sein, wie es jetzt ist.

    Der noch nicht abgenommene Keller hätte auch ja bei Kauf auch schon mitgeteilt werden müssen, oder nicht ?

  • in der Wohnung unter uns tritt Wasser aus der Deckenlampe. Die Wohnung daneben ist nicht beziehbar wegen eines Wasserschadens in der Decke. Unsere Wohnung scheint okay, morgen findet der Sachverständigentermin statt. Seht ihr eine Chance zum Rücktritt, obgleich wir bereits beim Notar waren und auch schon viel Geld in Bodenbeläge, Badausstattung, Küche, Makler etc. gesteckt haben.

    Den Kaufpreis haben wir noch nicht entrichtet.

    Wir haben Angst, dass ein dass ohne Boden vorliegt.=o

    Dass die Wohnung tatsächlich auch ok ist scheint mir zumindest fraglich, wenn in der Wohnung darunter Wasser aus der Deckenlampe läuft.

    Sachverständigentermin ist schon mal gut, Fachanwalt dazu nehmen und dann geht es darum, triftige Gründe für den Rücktritt zu finden. Dass das nahezu ausgeschlossen ist, ist nicht richtig.....doch um das zu beurteilen muss man v.a. das BGB, aber auch die Vertragsdetails und die Ansatzpunkte, also die genauen Mängel, etc. kennen.

    Warum redet man im Vorfeld nicht mal mit den anderen Eigentümern des Wohnhauses BEVOR man kauft ?

    Läuft die Vermarktung über einen Makler, hält dieser die Namen der Käufer u.U. lange zurück....evtl um genau diesen Austausch mit Interessenten zu vermeiden.

    Wie soll das also gehen?

  • Dass das nahezu ausgeschlossen ist, ist nicht richtig.....doch um das zu beurteilen muss man v.a. das BGB, aber auch die Vertragsdetails und die Ansatzpunkte, also die genauen Mängel, etc. kennen.

    Ein im beurkundeten Kaufvertrag vereinbartes Rücktrittsrecht habe ich nicht kategorisch ausgeschlossen, aber es ist extrem selten. Genau ein solcher Rücktritt wie hier erwogen, soll damit ja gerade verhindert werden.


    Beim Erwerb eines Neubaus (vielleicht von einem Bauträger?) würde ich als juristischer Laie eher die Mangelbeseitigung als den Rücktritt sehen. Aber a) sollten das besser Fachjuristen und nicht Laien wie ich beurteilen und b) ist mir die Beschreibung hier noch viel zu vage, um den Umfang und das damit verbundene Risiko der Mängel einschätzen zu können. Damit lässt sich auch nicht beurteilen, ob hier so schwerwiegende Mängel vorliegen, dass ein Rücktrittsrecht mit Aussicht auf Erfolg eingefordert werden kann.

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Ein im beurkundeten Kaufvertrag vereinbartes Rücktrittsrecht habe ich nicht kategorisch ausgeschlossen, aber es ist extrem selten. Genau ein solcher Rücktritt wie hier erwogen, soll damit ja gerade verhindert werden.


    Beim Erwerb eines Neubaus (vielleicht von einem Bauträger?) würde ich als juristischer Laie eher die Mangelbeseitigung als den Rücktritt sehen. Aber a) sollten das besser Fachjuristen und nicht Laien wie ich beurteilen und b) ist mir die Beschreibung hier noch viel zu vage, um den Umfang und das damit verbundene Risiko der Mängel einschätzen zu können. Damit lässt sich auch nicht beurteilen, ob hier so schwerwiegende Mängel vorliegen, dass ein Rücktrittsrecht mit Aussicht auf Erfolg eingefordert werden kann.

    "wie hier erwogen" bedeutet: aufgrund (scheinbar) diverser ganz und gar nicht unerheblicher Mängel und nicht:


    ", weil ihnen die erworbene Immobilie nicht mehr so gut gefällt (sog. Kaufreue), sie eine bessere Immobilie gefunden haben oder weil die beabsichtigte Finanzierung ihres Immobilienkaufes sich nicht so realisieren lässt, wie von ihnen vorher geplant."

    ...wie in deinem Link....der passt thematisch hier also nicht.


    Ich würde mich weigern in eine solche Mängelhütte einzuziehen....und das aus triftigem Grund. Mängelbehebung ist immer möglich, doch ob der nötige Aufwand betrieben wird, v.a. wenn schon fast alles bezogen ist, stelle ich infrage...einfach mal aus langjähriger Praxiserfahrung.

    Daher kann ich den Wunsch nach Rücktritt verstehen und sehe hier ohne die Details zu kennen theoretisch auch Optionen, daher der Hinweis auf einen Fachanwalt zusätzlich zum Gutachter, wie Rose24 ja auch schon schrieb...

  • Läuft die Vermarktung über einen Makler, hält dieser die Namen der Käufer u.U. lange zurück....evtl um genau diesen Austausch mit Interessenten zu vermeiden.

    Wie soll das also gehen?

    Wenn ich über einen Makler mit die Eigentumswohnung ansehe, dann weiß ich auch das dies eine WEG ist, dann kann ich also auch gerne mal bei den Nachbarn klingeln und nachfragen. Wo ist das Problem. Der TE schrieb doch, dass die anderen Wohnungen bereits verkauft und zum teil schon bezogen sind. Dann ist er nur noch ein Nachzügler.

  • Der TE schrieb doch, dass die anderen Wohnungen bereits verkauft und zum teil schon bezogen sind. Dann ist er nur noch ein Nachzügler.

    Ich lese es anders, nämlich so, als seien die Verträge alle deutlich älter als die Klingelschilder....was auch durchaus üblich ist.

    Daher: frag den TE doch erstmal ob er Nachzügler ist, bevor du ihm indirekt falsches Vorgehen vorwirfst.....was ihm jetzt im Übrigen gar nicht mehr hilft....

  • Wenn ich über einen Makler mit die Eigentumswohnung ansehe, dann weiß ich auch das dies eine WEG ist, dann kann ich also auch gerne mal bei den Nachbarn klingeln und nachfragen. Wo ist das Problem.

    Typischerweise werden vom BT neu gebaute ETW aber erst Monate, oft Jahre, nach ihrem Erwerb bezogen. Beim Erwerb gibt es da noch lange keine Klingelschilder, normalerweise nicht einmal einen Rohbau. Und natürlich gibt der BT keine Auskunft über andere Erwerber: "Divide et impera!"

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Danke, dass ihr euch hier alle so bemueht. Tatsächlich haben wir eine Wohnung von Nachbarn besichtigt, die sehr schön war. Die Nachbarn waren schon älter und haben bisher das Fiasko meines Erachtens nicht erblickt. Diese Eigentümer waren auch nicht bei der Eigentümerversammlung. Auch wurden uns vom Bauleiter noch weitere Wohnungen gezeigt, die noch nicht bezogen waren.

    Heute war der Termin mit dem Sachverständigen und einem Anwalt für Baurecht. Es wurden nun mehr als 60 Mängel notiert u.a. viele am Balkon. Insbesondere sind die Abdichtungen schlecht gemacht etc. Der Sachverständige sendet nun alles an den Rechtsanwalt und dann sehen wir weiter. Die Abnahme kann jedenfalls so nicht stattfinden. Auch das Parkett wurde stark beschädigt..

  • Der Sachverständige sendet nun alles an den Rechtsanwalt und dann sehen wir weiter.

    Zuerst einmal wäre interessant zu wissen, was bisher an "Verträgen" unterschrieben wurde.


    Dann soll Euch der RA darüber aufklären, wie gut die Chancen stehen, einen Rücktritt vom Vertrag durchzusetzen. Die Mängel alleine berechtigen noch nicht zum Rücktritt, und ob Ihr dem Verkäufer nachweisen könnt, dass er die Mängel arglistig verschwiegen hat? Es gab ja noch nicht einmal eine Abnahme.


    Tja, und selbst wenn ein Rücktritt möglich wäre, und durchgesetzt würde, dann geht es noch um das Thema Schadenersatz.

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  • und wie läuft das mit den selbst erbrachten Leistungen in der Wohnung? Wollt ihr die als Verlust verbuchen?

    Vielliecht seid ihr durch die neuen Gegebenheiten als "WEG & Wohnungseigentümer im moment einfach nur hypersensibel und seht als einzigen Weg die Flucht als Ausweg?

    You do what you have to do, man. :bier::yeah:

  • Wobei der TO selbst bisher ja noch keine Probleme hat, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Wie will er den Rücktritt begründen?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Es wurden nun mehr als 60 Mängel notiert

    Allein in "Deiner" Wohnung?

    Klingt erst einmal viel, es könnte aber sein, dass die Beseitigung einfach ist, da mehrere Mängel das gleiche Problem betreffen.

    Ob diese schwerwiegend genug sind, dass man die Abnahme verweigern, oder gar vom Vertrag zurücktreten kann, dass sollte Dein Anwalt beantworten. Er kennt ja das drumherum in Deinem Fall.

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    .

  • Moment. Er schreibt von Schäden am Parkett und mieser Abdichtung. Ersteres könnte Sondereigentum sein, welches der TO abnehmen könnte, letzteres ist wahrscheinlich Gemeinschaftseigentum, für dessen Abnahme er keine Vollmacht haben wird.

    Deswegen hatte ich ja gefragt, WECHE Abnahme ansteht.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Klingt nach Schaden an seiner Wohnung

    Genau das ist irgend wie nicht ersichtlich. Im ersten Post schreibt er, dass in seiner Wohnung alles OK sei und dann erzählt er von den Schäden bei den anderen. Und nun schreibt er, dass das Parkett beschädigt sei? Was'n nu? Obwohl das Parkett hat er ja selbst verlegen lassen, weil im ersten Post stand ja, dass noch keine Bodenbeläge drin waren. Wo sind die über 60 Mängel, in der eigenen Wohnung oder am Haus/Gemeinschaftseigentum überhaupt?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Im ersten Post schreibt er, dass in seiner Wohnung alles OK sei und dann erzählt er von den Schäden bei den anderen. Und nun schreibt er, dass das Parkett beschädigt sei? Was'n nu?

    .....lies das gilt nochmal in Ruhe....

    - Für ihn schien, nicht war (!), die Wohnung okay, dass dann ein SV bei Begutachtung zu einem ganz anderen Urteil kommt, ist nicht unüblich. ...

    - Mängel ausser Parkett hatte er auch anklingen lassen, das ist ja seine Sache ob er die hier alle aufführt, v.a. wenn ihm eh nur Sachverstand vor Ort wirklich hilft....den er ja offenbar im Boot hat.

  • letzteres ist wahrscheinlich Gemeinschaftseigentum, für dessen Abnahme er keine Vollmacht haben wird.

    Selbstverständlich kann er für seinen Anteil am Gemeinschaftseigentum eine Abnahme erklären oder auch verweigern, oder auch Mängel beanstanden.
    Ganz gleich, ob das andere Eigentümer oder ein vielleicht bereits bestellter Hausverwalter das anders sehen.

  • Selbstverständlich kann er für seinen Anteil am Gemeinschaftseigentum eine Abnahme erklären oder auch verweigern, oder auch Mängel beanstanden.
    Ganz gleich, ob das andere Eigentümer oder ein vielleicht bereits bestellter Hausverwalter das anders sehen.

    Wie soll das gehen? Soll er in das Protokoll schreiben: Für die Abdichtung verweigere ich die Abnahme zu x % (= Anteil am Gemeinschaftseigentum?)

    Abnahmen sind digital 0 oder 1. ganz oder gar nicht!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich denke das Thema Abnahme von Gemeinschaftseigentum ist zu komplex, um es hier zu diskutieren. Da kann vermutlich nur ein Rechtsanwalt wie Eric etwas vernünftiges dazu sagen. ;)

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Wie soll das gehen? Soll er in das Protokoll schreiben: Für die Abdichtung verweigere ich die Abnahme zu x % (= Anteil am Gemeinschaftseigentum?)

    Abnahmen sind digital 0 oder 1. ganz oder gar nicht!

    Ja, aber nur für den jeweiligen Eigentumsanteil.
    Man muss unterscheiden zwischen einem Abnahmeprotokoll (= Dokumentation der Mängel) und der förmlichen Abnahme. Beim Gemeinschaftseigentum muss jeder Eigentümer getrennt für seinen Anteil die Abnahme erklären oder auch verweigern. In dieser Abnahmerklärung kann er dann selbstverständlich auch noch weitere Mängel angeben, die bei einer evtl. bereits stattgefundenen gemeinsamen Begehung noch nicht aufgenommen wurden.
    Ein evtl. gemeinsames Abnahmeprotokoll - besser Begehungsprotokoll - ist somit auch nicht sakrosankt, alleine schon deswegen, weil es in der Regel von einem vom Bauträger bestellten SV erstellt wurde, somit dieser nicht unabhängig ist.
    In unserem Vertrag (Reihenhaussiedlung mit Gemeinschaftswegen) war für die Gemeinschaftswege auch eine Begehung durch einen vom Bauträger zu bestimmenden SV vorgesehen. Unsere Vollmacht (nur für die Begehung!) hätten wir jederzeit zurückziehen können.


    Siehe z.B. hier: Abnahme (WEG)

  • Bitte unterscheiden, ob es sich um einen Kauf einer fertigen Eigentumswohnung von einem beliebigen Verkäufer oder um die Errichtung einer Eigentumswohnung von einem Bauträger nach Makler- und Bauträgerverordnung im Rahmen eines Bauträgervertrages handelt!

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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