Eure Meinung - Haus kaufen 1947 ohne Bodenplatte, Keller nass?

  • Salüt zusammen


    ich freue mich über eure Einschätzung der Lage!

    Alle kritischen und unkritischen Meinungen willkommen =)

    Ich und mein Mann haben ein kleines angebautes Haus im Visier.


    Baujahr 1947, ohne Bodenplatte. Totaaal renovationsbedürftig (rechne mit 400`k Kosten). Kaufpreis der Marktsituation entsprechend natürlich überrissen für den Altbau.



    Keller: 3 Räume, 2 davon mit (zementiertem?) Boden, 1 Raum mit Kies/Naturkeller.

    Im Naturkellerraum standen die Öltanks, die in einen Nebenraum verlagert wurden (warum?)

    An dieser Kiesboden Wand steht auch das angebaute Nachbarshaus (quasi an der Wand wo der Kies nass scheint)


    Die Waschküche nebenan hat noch einen alten Zugang zu ner Jauchengrube. Kanalisation wurde erst nach 1950 angehängt.

    Regenwasserrinne versickert von aussen meiner Ansicht nach direkt an diese Hauswand wo der Waschraum ist und eine Ecke wo die Farbe auch abblättert.

    Ein Schacht ist auch unweit von der Hauswand entfernt (siehe Foto von aussen) und beim Betrachten durch den Gullideckel sieht man stehendes Wasser.

    Umgebung: Leichte Hanglage.

    Seht euch doch mal die Bilder an.


    Ein Architekt möchte den Keller naturbelassen, und einfach eine Aussenwanddämmung an das haus knallen mit neuen Fenstern (die alten scheinen aber noch gut meiner Ansicht nach, wurden schonmal renoviert), das macht mir persönlich aber Bauchweh, da ich nicht weiss ob mit der Aussendämmung die Feuchtigkeit einfach eingeschlossen wird?


    Ich selbst würde gerne eine Drainage legen mit Sickerleitung um die Feuchte im Waschküchenraum loszuwerden.


    Zudem das Wasser der Regenrinne nutzen für den Garten, sodass dieses Wasser nicht mehr versickert.


    Die Kanalisation würde ich auch undichte Stellen prüfen wollen.


    Und so abwarten wie sich die Mauern verhalten.


    Den Naturkellerraum würde ich vorerst belassen.



    Da stellt sich bei mir die Frage, was das Drainieren von 3 Wänden kosten würde.


    Was denkt ihr? Wie lange kann ein seit jahrzenten durchfeuchtetes Mauerwerk noch halten?

    Ich glaube das Problem in der Waschküche lösen zu können, aber der feuchte Kies an der angebauten Wand macht mir Kopfzerbrechen.

    Da kann ich auch keine Drainage legen oder?


    Wie gesagt, das Haus hat keine Bodenplatte, steht in keiner Grube sondern Hanglage. Renoviert wird der ganze Innenausbau ohne Keller, aber mit neuem Dach.


    Ich freue mich auf eure Meinung.

    LG

    Tramper

  • rechne mit 400`k Kosten

    Franken oder Euro?



    Abriß und Neubau dürfte günstiger kommen.

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Die Preise da unten sind etwas......gewöhnungsbedürftig.


    Was denkt ihr? Wie lange kann ein seit jahrzenten durchfeuchtetes Mauerwerk noch halten?

    Das kann ewig halten. Hängt auch vom Material ab.

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  • Hallo zusammen


    Danke für die ersten Beiträge.


    Ja die schweizer Preise sind wirklich übel und ein Abriss samt Neubau kostest an die 550-750`000 Schweizer Franken. Aber da es ein angebautes Haus ist, wird ein Abriss nicht möglich sein, auch aus rechtlichen Gründen. Daher bleibt nur Sanierung für „leicht“ günstiger...


    Andere nicht bruchfällige Kaufobjekte liegen im Bereich 830`000.- mit teilweise renovierungsbedarf.


    Die Wände bestehen aus einem zweischaligen Mauerwerk. Dazwischen befindet sich mutmasslich nur ein kleiner Spalt der mit Luft gefüllt ist. Also Doppelschalenmauerwerk ohne Isolation.
    Ich nehme an, dass der Architekt deshalb eine Aussendämmung will.

    in den kleinen Spalt was reinblasen macht keinen Sinn sagt er.


    Ein Nachbarsgebäude welches Baugleich ist, hat keine Aussenisolation erhalten, den Keller trocken gelegt vor 6 Jahren und ist glücklich. Ich bezweifle aber, dass sie dieselben Nässeprobleme hatten..


    Ein anderes baugleiches Nachbarsgebäude hat eine Aussenisolation erfahren...



    Das mit der Erdreichkontamination ist interessant. Über was informiere ich mich da? Öl ausgelaufen? Radon?

  • Über was informiere ich mich da? Öl ausgelaufen? Radon?

    Ich könnte mir nur Öl vorstellen, da man wohl davon ausgehen kann, dass dort in der Vergangenheit keine Chemikalien oder andere gefährlichen Stoffe gelagert wurden.

    Radon wäre wieder etwas ganz anderes, das hätte mit Kontamination nichts zu tun.


    Frage(n):

    - Wie soll der Keller zukünftig genutzt werden?

    - Welche Raumhöhe hat der Keller?

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  • Ich glaube die Kellerraumhöhe liegt bei knapp 2 Metern.

    Genutzt wird der Keller wahrscheinlich höchstens für Lagerung metallischer Gegenstände, Werkstatt, Wein- Obstlagerung, und natürlich Waschküche (Waschmaschine stehen haben)

  • Wenn eine höherwertige Nutzung nicht geplant ist, können wir die Raumhöhe und einen möglichen Bodenaufbau ignorieren.

    Bevor man etwas an den (Keller)Wänden macht, sollte zuerst einmal die Ursache für die Feuchtigkeit geklärt werden. Wasser in der Nähe von Kellerwänden zu versickern ist keine gute Idee. Das gilt erst Recht oberhalb (Hang) des Gebäudes.


    Ein Grund für die Feuchtigkeit könnte auch die Nutzung (Waschküche) sein, evtl. kommt auch Feuchtigkeit durch den Naturboden.


    Eine Ertüchtigung der Gebäudehülle in Form von neuen Fenstern und Fassadendämmung kann schon sinnvoll sein. Ob die Fenster noch etwas taugen, das könnte man durch eine Begutachtung herausfinden. Dabei geht es nicht nur um die Optik sondern auch um die Funktion (Dichtungen, Beschläge etc.).

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  • Bei unserem Haus (BJ 28) war die wesentliche Ursache fuer Feuchtigkeit im Keller undichte Grundleitungen. Und zwar an so vielen Stellen, dass eine Komplettsanierung der Grundleitungen noetig war. Seither ist die Feuchtigkeit auf ein ertraegliches Mass zurueckgegangen. Aber: ein so alter Keller wird vermutliche nie "wohntauglich" trocken sein. Daher Nutzung zur Lagerung, Waschkueche etc, ok, sogn. hoeherwertige Nutzung: mit vertretbarem Aufwand eher nicht....

  • Naja, das Ausmaß der Sanierung hängt ja auch davon ab wie viel Charakter man vom alten Haus noch erhalten will. Irgend wann ist ein Neubau tatsächlich besser. über 400.000 Stutz ist schon mal eine Ansage. Das bedeutet also alle Fenster raus und neu, alle Böden oder gar Decken raus und neu, einiges an Wandbildenden Maßnahmen, evtl. Dach neu eindecken, Außenwanddämmung usw. Damit hat man ein Haus, das einem Neubau entspricht und der Charakter des alten Hauses ist weg. Ist es das wert? Die Zeit um 1950 herum ist nicht gerade eine Zeit wo Häuser mit Charakter entstanden, außer es ist eines der Häuser mit den typisch 50er Jahre Charakteristiken, was man damals als modern angesehen hat. Nach dem einen Bild von außen zu beurteilen eher nicht (es hält sich eher an die 30er Jahre Provinzarchitektur mit Pseudofachwerk). Was soll man dir also raten? Entweder es zündet und Du bist Feuer und Flamme für das Haus, oder nicht. Alte Häuser mit ihren Macken muss man mögen, oder man baut neu.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Im Naturkellerraum standen die Öltanks, die in einen Nebenraum verlagert wurden (warum?)

    Ich würde darauf tippen, dass Grund für die Verlagerung der Öltanks Vorschriften waren, die verlangen, dass diese auf einem dichten Untergrund stehen müssen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Gut vielen Dank für die Kommentare und Einschätzung.


    Für mich daher klar, preiswert kaufen oder Finger weg.


    Da es heute genug Interessenten gibt die alles kaufen was zu haben ist, unabhängig vom Zustand oder Kaufpreis, für mich erledigt.


    Aber wieder vieles dazugelernt.


    Servus

  • Naja, das Ausmaß der Sanierung hängt ja auch davon ab wie viel Charakter man vom alten Haus noch erhalten will. Irgend wann ist ein Neubau tatsächlich besser. über 400.000 Stutz ist schon mal eine Ansage. Das bedeutet also alle Fenster raus und neu, alle Böden oder gar Decken raus und neu, einiges an Wandbildenden Maßnahmen, evtl. Dach neu eindecken, Außenwanddämmung usw. Damit hat man ein Haus, das einem Neubau entspricht und der Charakter des alten Hauses ist weg. Ist es das wert? Die Zeit um 1950 herum ist nicht gerade eine Zeit wo Häuser mit Charakter entstanden, außer es ist eines der Häuser mit den typisch 50er Jahre Charakteristiken, was man damals als modern angesehen hat. Nach dem einen Bild von außen zu beurteilen eher nicht (es hält sich eher an die 30er Jahre Provinzarchitektur mit Pseudofachwerk). Was soll man dir also raten? Entweder es zündet und Du bist Feuer und Flamme für das Haus, oder nicht. Alte Häuser mit ihren Macken muss man mögen, oder man baut neu.

    Liebe Frau Maier


    Das sagen Sie etwas zu einfach


    A: geht Neubauen nicht da angebaute Haushälfte mit Auflagen GB


    B: einen Neubau krieg ich heute nicht unter 500‘000.-, da fehlt aber noch das Grundstück zu. Und für 350qm Land zahle ich samt Haus nicht 900‘000.- und aufwärts


    C: 1950 entstanden sehr wohl Häuser mit Charakter, nur Charakter ist wohl wieder Geschmacksache :)

  • Das mit der Erdreichkontamination ist interessant. Über was informiere ich mich da? Öl ausgelaufen? Radon?

    Radonbelastung hängt maßgeblich von 2 Faktoren ab:

    1. Geologische "Vorbelastung" des Untergrundes. Wir haben z.B. in Sachsen teilweise ein Radon-Problem, ganz einfach weil das Gestein in einigen Regionen erhöhte Uran-Anteile aufweist (Gab ja auch Uranabbau im Erzgebirge). In der Schweiz gibt es einige Gegenden mit hoher Radon-Belastung, da würde ich mich auf jeden Fall regionalspezifisch informieren.

    2. Bauart des Kellers: Problematisch sind die Zerfallsprodukte von Radon, die sich vor allem in ungelüfteten Kellern ansammeln können, wo keine vernünftige Kellerabdichtung den Eintritt in die Räume verhindert. Wir haben auch einen alten Gewöbekeller ohne Bodenplatte, aber der ist auch nicht abgedichtet, da sind 4 Luft/Lichteinlässe, die nur mit Mäusegitter verschlossen sind. Daher haben wir da auf weitere Maßnahmen i.S. Radon verzichtet.


    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -