Asbest und etwas nervös

  • Hallo zusammen,


    bin neu hier und war etwas verwundert wie viele Themen es zu Asbest gibt. Habe viel gelesen, aber als Laie komme ich nicht weiter. Aber deswegen bin ich ja auch hier :)


    Ich bin gerade mit meiner Freundin dabei, dass Haus ihrer Mutter etwas auf Vordermann zu bringen. Nachdem ich einige Asbestplatten auf dem DG gefunden habe, habe

    ich mich bisschen mehr damit befasst und geschaut wo sich das Zeug noch befinden kann. Das Haus wurde irgendwo um die 60-70er gebaut.


    Aktuell bin ich am Gartenhaus dran und hatte eigentlich eine Frage zu dem Mauerwerk. Beim Foto machen haben mich schon einige Fasern angeblickt. Bin jetzt ehrlich gesagt

    extrem nervös, weil ich schon viel Zeit in dem Schuppen verbracht, gewerkelt und gesaugt habe =o


    Anbei die Bilder.

  • Deine Bilder sind dafür nicht sehr aussagekräftig.


    Der Idealfall wäre, eine Probe in ein Labor zu bringen. Kostet zwischen 70 und 100 Euro.


    Über Internetlabore (sind nicht unbedingt meine Freunde) auch schon deutlich günstiger.

    Gruß Werner :)

  • Gerne kann ich auch andere Bilder machen. Wie sollen sie aussehen um es besser beurteilen zu können? Mir ist bewusst das eine Ferndiagnose schwer ist.

  • Das dunkle Zeug hinter der Pressspahnplatte sieht nach Steinwolle aus. Früher haben die Pressspahnplatten Formaldehyd ausgegast. Aber jetzt ist die Bude schon so alt, dass es es sich so langsam ausgegast haben sollte, aber wer weiß. Gefährlich sind die Fasern der Steinwolle, aber wenn man die nicht anrührt und hinter der Spahnplatte bleibt, dann passiert da auch nix. Aber es ist ja nur eine Gartenhütte und da hält man sich kaum auf.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Früher haben die Pressspahnplatten Formaldehyd ausgegast. Aber jetzt ist die Bude schon so alt, dass es es sich so langsam ausgegast haben sollte, aber wer weiß.

    Holzwerkstoffplatten, die mit formaldehydhaltigen Klebern gebunden sind, gasen auch 50 Jahre nach ihrer Herstellungnoch so viel Formaldehyd aus, dass unter bestimmten Umständen in geschlossenen Wohnräumen Gesundheitsgefahren für Menschen bestehen können. In meiner Tätigkeit als SV hatte ich bereits in zwei Fällen mit "Fertighäusern" aus den frühen 1970er Jahren zu tun.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hi,


    danke für eure Antworten.


    Es spricht nichts gegen eine Analyse. Für eine endgültige Sicherheit führt auch kein Weg daran vorbei. Insgeheim habe ich wohl gehofft das die Experten drüber schauen und direkt sagen, dass ist Wolle XY da kein Asbest drin sein. Die Holzplatten wollte ich auch mittelfristig entsorgen bzw. gegen etwas anderes austauschen.


    Um ehrlich zu sein habe ich das letzte Jahr mehr Zeit in der Hütte verbracht, als in dem Haus. Deswegen bin ich dann wohl bisschen nervös geworden, als ich das Zeug gesehen habe.

  • Holzwerkstoffplatten, die mit formaldehydhaltigen Klebern gebunden sind, gasen auch 50 Jahre nach ihrer Herstellungnoch so viel Formaldehyd aus, dass unter bestimmten Umständen in geschlossenen Wohnräumen Gesundheitsgefahren für Menschen bestehen können. In meiner Tätigkeit als SV hatte ich bereits in zwei Fällen mit "Fertighäusern" aus den frühen 1970er Jahren zu tun.

    Ob das aber in einem Gartenhäuschen zum Problem werden kann, hängt davon ab wie es genutzt wird. Interessant wird es im Wohnhaus, was dort alles verbaut ist.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • und wo wird jetzt Asbest vermutet? Hinter der Verkleidung? Im Mauerkwerk/Putz?


    Man kann ein bisschen Glaswolle erkennen, aber ob da irgendwo Asbest verbaut ist, das sieht man nicht.

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  • Tatsächlich ging es mir um die Wolle, ist mir in Nachhinein sogar etwas peinlich wenn es tatsächlich bloß simple Glaswolle ist^^ Auch ging es mir um die Mauer, aber da wird man aus der Ferne eher schlecht sagen können was da drin ist.


    Bei mir ist das Problem dass ich viel google und die letzten Tage zu viel über Asbest gelesen habe und etwas nervös geworden bin.


    Noch eine andere Frage. Unsere Hütte grenzt an Nachbars Hütte. Auf beiden Hütten sind noch Asbestplatten, laut Nachbar. Mal angenommen der Nachbar hat kein Interesse daran seine Platten zu tauschen, dann macht das bei uns ja Recht wenig Sinn zu tauschen. Gibt es da irgendwie eine rechtliche Grundlage? Das wäre natürlich der absolute letzte Weg. Ein Gespräch haben wir darüber auch noch nicht geführt.



    Grüße

  • Es gibt keine Austauschpflicht, und es konnte bisher auch noch nicht belegt werden, dass hier Fasern freigesetzt würden.

    So lange man die Platten in Ruhe lässt passiert da nichts.

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  • .... und es konnte bisher auch noch nicht belegt werden, dass hier Fasern freigesetzt würden.

    So lange man die Platten in Ruhe lässt passiert da nichts.

    Einspruch euer Ehren.


    Ob Fasern freigesetzt werden, hängt vom Zustand der Platten ab.

    In einem sehr guten Zustand mag das wohl stimmen

    Die meisten verbauten Platten (hier Welleternit) sind so abgewittert, dass ich nicht auf der Lee-Seite eines solchen Hauses (nicht Dieses - das kann ich so nicht beurteilen) wohnen wollte.


    Zitat UBA:

    „Deutlich mehr Fasern können durch Verwitterung aus verbauten Produkten freigesetzt werden in den alten Bundesländern schätzungsweise 500 Tonnen pro Jahr, pro Stunde im Mittel etwa 20 Millionen Fasern pro Quadratmeter Plattenfläche (F/m², Fasern größer als 5 μm, SPURNY 1986). Intakte Produkte sind meist unproblematisch, da die Abwitterung von Asbestzementplatten selbst in unmittelbarer Nähe nicht messbar war(BUNDESAMT FÜR UMWELT, WALD UND LANDSCHAFT 2005)


    In der Schweiz wurden diesbezüglich auch Tests gemacht. Das Ergebnis war auch hier eine " leichte, messbare Belastung" ohne tatsächliche Mengenangabe.

    Dies aber bei "normalen" klimatischen Bedingungen. Nicht bei stärkerem Wind.


    Fazit: Keine Panik, aber auch nicht unterschätzen.

    Gruß Werner :)

  • In der Schweiz wurden diesbezüglich auch Tests gemacht. Das Ergebnis war auch hier eine " leichte, messbare Belastung" ohne tatsächliche Mengenangabe.

    Diese Untersuchung kenne ich anders. Es konnte keine Freisetzung von Fasern nachgewiesen werden. Oder reden wir über verschiedene Untersuchungen?


    Bei Verwitterung wird langfristig jedes Material "zerlegt", da gibt es auch Feinstaub aus Sandstein usw.

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  • Oder reden wir über verschiedene Untersuchungen?

    Nein, das von der Schweiz war das schon. Hatte es anders in Erinnerung.

    Waren hier zumeist unter Hundert Fasern/Kubikmeter.

    Hab aktuell noch was im Hinterkopf, dass solche Messungen wieder ausstehen.

    (auch weil das in der Schweiz mit der Fa. Eternit schon rund 15 Jahre her ist)

    Gruß Werner :)

  • Ich könnte mal nachschauen, was ich in meinem "Archiv" noch dazu finde. Wenn ich mich richtig erinnere, dann war keine unnatürlich hohe Belastung im Umfeld des Gebäudes messbar.

    Ich glaube in DE war mal im Gespräch, ob solche Dächer zwangssaniert werden müssten. Man konnte aber im Umfeld keine unnatürliche hohe Faserbelastung messen, also ist das wieder in der Versenkung verschwunden. Die Vermutung war, soweit ich mich erinnere, dass Fasern primär bei mechanischer Belastung freigesetzt werden, typischerweise bei Regen, und dann der Regen die Faserreste wieder weg spült und sie erst gar nicht in die Luft gelangen.


    Ich würde mir in diesem Zusammenhang auch Gedanken (Sorgen?) über den Zementstaub machen der bei Verwitterung freigesetzt wird. Einmal eingeatmet ist der nicht weniger gefährlich als Faserteilchen.

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  • Ich würde mir in diesem Zusammenhang auch Gedanken (Sorgen?) über den Zementstaub machen der bei Verwitterung freigesetzt wird. Einmal eingeatmet ist der nicht weniger gefährlich als Faserteilchen.

    Das ist richtig!

    Gruß Werner :)