Mängel Feststellung einer Außentreppe [Privat - Bayern]

  • Vor kurzen musste ich eine Eingangstreppe (Metallbau) ein Privatgutachten erstellen ...

    Die Frage lautete, Welche Mängel weißt dies Treppe auf?



    - Der Edelstahl Handlauf wurde mit Elektroden aufgeschweißt, wobei teilweise am Deckel die Schweißnaht nicht sauber verschliffen wurde. (Man sieht das er die Schweißnaht schon zu weit weg schleifen musste, das keine Verbindung mehr besteht ... (Bindefehler) Sehr schön sieht man wie die verbrannten Rückstände am Handlaufhalter nicht sauber entfernt wurden.


            


    - Der Auftritt hat einen Toleranzbereich bis 47 mm, die Steigungstoleranz beträgt 26 mm ... zulässig ist in beiden Fällen +/-5 mm. Der Untertritt muss mindestens 30 mm betragen. Des Weiteren darf das lichte Maß zwischen den Stufen nicht über 120 mm sein! (DIN 18065)
    Eine Stufe wurde 3 Mal nachgebohrt, da die Wange falsch gefertigt wurde 🙈 ... Wenn ihr den Podest Gitterrost anschaut, seht ihr das der Tragstab in die falsche Richtung geht und der Auflagerbereich des Rostes nur 20 mm hat. Der Rost wird deswegen auf Dauer eine starke Verformung aufweisen. gem. BGB ist ein Mindestauflager von 30 mm vorgeschrieben. Verschraubt wurde er durch Edelstahl Senkkopfschrauben und das auf Spannung. Das heißt Spannungsriss durch Kontaktkorrosion wird die Folge sein ...


            


    - des Weiteren wurden die Dübel nicht richtig gesetzt, die Treppenwange weißt eine starke Verformung auf, die man in Verbindung mit Dübel und Verbindungsrohre locker ausgleichen hätte können gem. EN 1090 nur geschultes Personal darf Dübel setzen. Die Dübel Schulung muss alle Jahre wiederholt werden.


         


    - das Vordach, wurde nicht mehr montiert, das der Bauherr verweigerte. Geplant wäre VSG 8 mm (sollte VSG 12.75 mm) geregelt in der DIN 18008, ist Auflager Abstand abhängig.


    - die ausführende Firma hatte keine Statik, keine Werkplanung und ist nicht EN 1090 zertifiziert [Ratgeber EN 1090] ...

    gem. TBB ist Zertifizierung nach EN 1090 Pflicht, dies schließt Statik und Freigegeben Werkplanung mit ein!

    Fachplaner, BDFS geprüft und ISO/IEC 17024 Zertifizierter Fachsachverständiger im Schlosserhandwerk und Metallbau.

    Schlossermeister, Europäischer Schweißfachmann, CAD-Fachkraft Metall mit über 30 jähriger Berufserfahrung.

  • Der Edelstahl Handlauf wurde mit Elektroden aufgeschweißt

    ist das eine baustellen-schwarz-weiss-verbindung?

    dann spielt die ausführungsqualität keine rolle, weil wahrscheinlich sowieso falsch.


    Der Rost ... Verschraubt wurde er durch Edelstahl Senkkopfschrauben und das auf Spannung. Das heißt Spannungsriss durch Kontaktkorrosion

    naja, wenn dem schmid nix anderes einfällt ;) allerdings kann man allein zum thema "die richtige schraube" lange essays verfassen, erst recht, wenn man dem EC3 folgen möchte. Ich halte, wenn man schon fehler aufzeigt, die übliche/richtige lösung für niederhaltungen für erwähnenswert, du und ich kennen die, das reicht.


    das mit grossem abstand allerallerschlimmste vergehen des treppenbauers ..

    ist, dass die neigung der treppe von der neigung der sockelkante abweicht. das geht garnicht, wie sieht das denn aus

    :yeah::pfusch::rb:

  • ... theoretisch müsste es eine SW Verbindung sein, aber egal, die Schweißnaht so zu hinterlassen, ist ein klarer Mangel ... ob er es hat oder nicht, es wäre ohne Probleme in der Werkstatt geschweißt werden können, somit auch ordnungsgemäß geputzt, eventuell gebeizt ...


    Zur Befestigung des Rostes, es gibt klare Regeln, wie, wie oft und mit was Gitterroste zu befestigen sind ... dafür sind sie da ... Eigentlich Wurscht, da der Tragstab in die falsche Richtung geht, und bei Belastung durchhängt ... wenn ich drauf Wippe, wird er sich schnell verformen, und vom Auflager durch rutschen ...


    Dein Profilbild ist von mir 10 min weg ....

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  • ich bin etwas an den bauordnungsrechtlichen Punkten hängengeblieben:

    - Der Auftritt hat einen Toleranzbereich bis 47 mm, die Steigungstoleranz beträgt 26 mm ... zulässig ist in beiden Fällen +/-5 mm. Der Untertritt muss mindestens 30 mm betragen.

    Hilfreicher fände ich es, die tatsächlich vorgefundenen Auftritts- und Steigungsmaße lesen zu können, dann könnte ich die SOLL-IST-Abweichung besser nachvollziehen. Nach dem Foto scheint jedenfalls der Fertigboden außen noch nicht hergestellt worden zu sein. Insofern würde mich natürlich interessieren, wo welche Abweichungen festgestellt wurden. Ich würde diese Aussage so deshalb erstmal pauschal als nicht nachvollziehbar zurückweisen.

    Des Weiteren darf das lichte Maß zwischen den Stufen nicht über 120 mm sein! (DIN 18065)

    Die Aussage ist korrekt. Die Frage ist aber, welches Schutzziel damit erreicht werden soll. Das Schutzziel ist ganz klar, dass der Absturz von Kindern durch den Stufenzwischenraum verhindert werden soll. Nach Art. 36 BayBO ist dies dann erforderlich, wenn die tieferliegende Fläche um mehr als 0,5 m unter der zu sichernden Fläche liegt. Das gilt hier aber mit Sicherheit nur für die jeweils 3. und 4. Stufe. Und da sind wir dann bei Absturzhöhen von vielleicht 0,54 m und 0,72 m zum Fertigboden. Und dann möchte ich bei dieser Treppe schon einmal nachfragen, ob dieser Punkt nicht vielleicht doch etwas zu formal betrachtet wurde. Es dürfte sich schließlich um ein Objekt der Gebäudeklasse 2 handeln, für das die DIN 18065 diverse Vereinfachungen vorsieht.

    Eine Stufe wurde 3 Mal nachgebohrt, da die Wange falsch gefertigt wurde 🙈 ...

    Welche a.R.d.T. verbietet das? Die Stufe hat doch auch sonst mehrere vorgefertigte Löcher, in die nichts geschraubt wird ... Und für mich sieht es nach sprühverzinkt aus.

    Verschraubt wurde er durch Edelstahl Senkkopfschrauben und das auf Spannung. Das heißt Spannungsriss durch Kontaktkorrosion wird die Folge sein ...

    Zur Deformation der Füllstabes ist es sicher schon gekommen, wie ein Foto beweisen könnte, aber was hat das mit Kontaktkorrosion im eigentlichen Sinne zu tun?


    Ich will die Treppe nicht mangelfrei schreiben und die nicht von mir kommentierten Punkte erscheinen schwerwiegend genug, aber in den oben genannten Punkten kann ich Dir erstmal nicht folgen und die Formulierung der "Beweisfrage":

    ... Welche Mängel weißt dies Treppe auf?

    irritiert mich zusätzlich. Sie liest sich für mich ein wenig wie "meinen Sie, ich kann da noch etwas bei der Zahlung kürzen?" Aber das mag auch nur an den hier benutzten Formulierungen liegen und damit täuschen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ich bin etwas an den bauordnungsrechtlichen Punkten hängengeblieben:

    Hilfreicher fände ich es, die tatsächlich vorgefundenen Auftritts- und Steigungsmaße lesen zu können, dann könnte ich die SOLL-IST-Abweichung besser nachvollziehen. Nach dem Foto scheint jedenfalls der Fertigboden außen noch nicht hergestellt worden zu sein. Insofern würde mich natürlich interessieren, wo welche Abweichungen festgestellt wurden. Ich würde diese Aussage so deshalb erstmal pauschal als nicht nachvollziehbar zurückweisen.

    Da ich nur 6 Bilder hochladen durfte ....




    Die Aussage ist korrekt.

    Sie brauchen mich nicht korrigieren ... dank deutscher Architekten, kenne ich mein Fachgebiet zu 300%!

    Bin oft genug für die falschen und unzulässigen Anweisungen eines Architekten zur Verantwortung gezogen worden ;)

    Wie hieß es, "Das hätte ich wissen müssen!" Ich weiß vieles, nur interessiert es keinen, vor allem nicht die, die nicht Haften müssen!


    Falls ich sie angegriffen habe, Sorry, aber 8 von 10 Architekten handeln bewusst! Sie sagen es sogar offen!


    Zur Deformation der Füllstabes ist es sicher schon gekommen, wie ein Foto beweisen könnte, aber was hat das mit Kontaktkorrosion im eigentlichen Sinne zu tun?

    Nein! ist er nicht ....

    war erst vor 2 Wochen nochmal auf der Baustelle ...


    Ich will die Treppe nicht mangelfrei schreiben und die nicht von mir kommentierten Punkte erscheinen schwerwiegend genug, aber in den oben genannten Punkten kann ich Dir erstmal nicht folgen und die Formulierung der "Beweisfrage":

    Der Bauherr ist nicht dumm, er wusste vorher schon was alles Mängel sind! Er hatte sogar, seiner Meinung nach noch mehr ...


    Welche a.R.d.T. verbietet das? Die Stufe hat doch auch sonst mehrere vorgefertigte Löcher, in die nichts geschraubt wird ... Und für mich sieht es nach sprühverzinkt aus.

    Der Fertiger hat die zugelassene Normstufe mit zusätzlichen 3 Löchern versehen!

    Er hat warum auch immer, zwei unterschiedliche Wangen gefertigt ...


    Sie liest sich für mich ein wenig wie "meinen Sie, ich kann da noch etwas bei der Zahlung kürzen?" Aber das mag auch nur an den hier benutzten Formulierungen liegen und damit täuschen.

    Der Bauherr hat ein Anspruch auf ein Mangelfreies Produkt!

    Hier geht es nicht um Rechnungen kürzen, sondern um tatsächliche Mängel! (Mängel, die es schon seit über 30 Jahren sind!)

    Allein die Steigungs- & Auftrittstoleranzen stellen eine Unfallgefahr dar!


    Die Regeln der Technik bzw. Normen sind klar definiert, entweder respektieren wir sie, oder wir manipulieren sie!

    Wer bestimmt, ob man sie einhält oder nicht? Ich bin kein Gott! Neutralität ist für mich oberstes Gebot!

    Fachplaner, BDFS geprüft und ISO/IEC 17024 Zertifizierter Fachsachverständiger im Schlosserhandwerk und Metallbau.

    Schlossermeister, Europäischer Schweißfachmann, CAD-Fachkraft Metall mit über 30 jähriger Berufserfahrung.

  • Sorry, aber 8 von 10 Architekten handeln bewusst!

    Das will ich doch hoffen.


    Skeptikers Einwand wg. der Überschreitung der 12cm Stufenlichte teile ich im Übrigen. Das Schutzziel ist es doch, dass kleine Kinder nicht dort hindurchkrabbeln und abstürzen können. Die "Fallhöhe" ist aber viel zu gering um abstürzen können. Es geht schlichtweg nicht. Insofern ist der Verweis auf die Norm sicherlich richtig, deren Anwendung finde ich in diesem Falle aber tatsächlich zweifelhaft.

  • Skeptikers Einwand wg. der Überschreitung der 12cm Stufenlichte teile ich im Übrigen. Das Schutzziel ist es doch, dass kleine Kinder nicht dort hindurchkrabbeln und abstürzen können. Die "Fallhöhe" ist aber viel zu gering um abstürzen können. Es geht schlichtweg nicht. Insofern ist der Verweis auf die Norm sicherlich richtig, deren Anwendung finde ich in diesem Falle aber tatsächlich zweifelhaft.

    ... die Kinder können beim Spielen unter die Treppe kriechen ...

    Hier geht es nicht ums abstürzen, sondern das Kinder den Kopf durchstecken, und stecken bleiben können, so wie es auch bei Geländern der Fall ist ....

    Der Grund warum es um <120 mm lichter Geländerfüllung Abstand geht ...


    Dazu, in dem Haus wohnen zwei kleine Kinder ...

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  • Wenn die Gitterroste nicht in der richtigen Richtung eingebaut worden sind, kann dies auch noch einen Einfluss auf die Rutschhemmung haben, wobei im Normalfall sowieso die Ausrichtung mit der schlechtesten Rutschhemmung bewertet und ausgelobt wird. Man prüft immer beide Richtungen....


    Bei manchen Gitterrosten ist entweder der Füll- oder der Tragstab erhaben ausgeführt, was dann so eine Art Gleitschiene ergibt, um es in einfachen Worten auszudrücken.

    It doesn´t make sence to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • Wenn die Gitterroste nicht in der richtigen Richtung eingebaut worden sind, kann dies auch noch einen Einfluss auf die Rutschhemmung haben, wobei im Normalfall sowieso die Ausrichtung mit der schlechtesten Rutschhemmung bewertet und ausgelobt wird. Man prüft immer beide Richtungen....


    Bei manchen Gitterrosten ist entweder der Füll- oder der Tragstab erhaben ausgeführt, was dann so eine Art Gleitschiene ergibt, um es in einfachen Worten auszudrücken.

    Das ist Relativ egal, wenn Rutschhemmend, dann mindestens R11. Das bedeutet Kerben in der Füllung ...



    Nebenbei ...

    Rutschehmmend R11 und Maschenweite 30x10 oder auch 33x11 ist nur bei Fluchttreppen vorgeschrieben.

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  • Gehe ich recht in der Annahme, dass es sich bei der Treppe nicht um einen Flucht-/Rettungsweg handelt, da der nichtdurchgehende Handlauf nicht bemängelt wurde und dass hier auch ein einseitiger Handlauf ausreichend ist?


    Da es nicht bemängelt wurde gehe ich mal davon aus, dass die Handlaufhöhen und die Füllstababstände passen.


    Die Treppenwangen sehen optisch recht dünn aus auf dem Foto. Wie sieht es da mit dem Holmdruck / Einspannmoment am Pfostenfuß aus?


    Wie groß ist die verbleibende Podestfläche bei geöffneter Tür? Bleibt da noch genügend Platz zwischen geöffneter / öffnender Tür und Podestvorderkante? Oder geht die Tür nach innen auf?


    Sind die im Podest quer liegenden Riegel als tragende Bauteile für das Gitterrost vorgesehen? Das könnte u.U. die Tragstabrichtung erklären.


    Im Bild 1948 sieht es so aus, als gäbe es noch eine kleine Stufe zwischen Podest und Türschwelle.


    Sind die Handlauf-Enden mit den Dachstützen verbunden oder gibt es da eine kleine Lücke und damit u.U. eine Quetschzone?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Das ist Relativ egal, wenn Rutschhemmend, dann mindestens R11. Das bedeutet Kerben in der Füllung ...

    Rutschehmmend R11 und Maschenweite 30x10 oder auch 33x11 ist nur bei Fluchttreppen vorgeschrieben.

    ... und zwar bei Arbeitsstätten. Wir sind hier aber doch bei einem EFH oder EFH mit Einliegerwohnung.

    Ah, jetzt ist es nachvollziehbar. Tja, da kann man eindeutig nur von komplett mangelhaft schreiben!


    Off-Topic:

    Auf die Tirade über Architekten gehe ich nicht weiter ein. Mindestens 1/4 meines Zeitaufwandes in der Bauleitung ist unbezahlte Aus- und Weiterbildung für unwissende oder dumme, aber anmaßende, deutsche Handwerker.


    Mit einer vorauslaufenden Planung hätte man sich das Desaster sparen können, aber der Bauherr hat vermutlich genau daran sparen wollen - oder den beauftragt, der durch Entfall der W+M am billigsten war. Hier sehen wir das Ergebnis.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Gehe ich recht in der Annahme, dass es sich bei der Treppe nicht um einen Flucht-/Rettungsweg handelt, da der nicht durchgehende Handlauf nicht bemängelt wurde und dass hier auch ein einseitiger Handlauf ausreichend ist?

    Nein, es handelt sich um ein MFH ...

    Der zweite Handlauf wird erst bei Barrierefreiheit pflicht, dann kommt noch hinzu, das zwischen den beiden HL mindestens 1000 mm platz sein muss.


    Da es nicht bemängelt wurde gehe ich mal davon aus, dass die Handlaufhöhen und die Füllstababstände passen.

    Geländerhöhe und Abstand der Füllstäbe passen


    Die Treppenwangen sehen optisch recht dünn aus auf dem Foto. Wie sieht es da mit dem Holmdruck / Einspannmoment am Pfostenfuß aus?

    Da der Hersteller keine Statik hat ist das nicht Prüfbar ...


    Da wir EN1090 Pflicht haben, wurde das ebenso bemängelt! Denn er muss den Nachweiß liefern!


    Wie groß ist die verbleibende Podestfläche bei geöffneter Tür? Bleibt da noch genügend Platz zwischen geöffneter / öffnender Tür und Podestvorderkante? Oder geht die Tür nach innen auf?

    Die Tür geht nach innen auf ...



    Sind die im Podest quer liegenden Riegel als tragende Bauteile für das Gitterrost vorgesehen? Das könnte u.U. die Tragstabrichtung erklären.


    Er hat zwei Auflagerrohre, hätte er drei gemacht, und die anders angeordnet könnte er den Rost lassen ...


    Nur meinte der Hersteller, das es die Roste anders nicht gibt ... (Dann hätte er zwei Podestroste machen müssen, wobei es die so gibt ...)


    Im Bild 1948 sieht es so aus, als gäbe es noch eine kleine Stufe zwischen Podest und Türschwelle.

    Die Türbank ist ca. 2 cm unterhalb der Tür.

    OK Rost = OK Türbank


    Sind die Handlauf-Enden mit den Dachstützen verbunden oder gibt es da eine kleine Lücke und damit u.U. eine Quetschzone?

    Der Handlauf hat zur zukünftigen Dachstütze 3 cm Luft ...


    Dazu ....

    Für sämtliche Öffnungen an Geländerteilen ist der nicht zulässige Bereich nach GUV von Öffnungs- und Schlitzweiten zwischen >8mm bis <25mm unbedingt zu beachten. (Gefahr des Einklemmens und Verletzungsgefahr!)



    Man muss hinzu sagen, das der Hersteller zu keinen Gespräch bereit war! Man hätte vieles bereinigen können!

    Fachplaner, BDFS geprüft und ISO/IEC 17024 Zertifizierter Fachsachverständiger im Schlosserhandwerk und Metallbau.

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  • Für sämtliche Öffnungen an Geländerteilen ist der nicht zulässige Bereich nach GUV von Öffnungs- und Schlitzweiten zwischen >8mm bis <25mm unbedingt zu beachten. (Gefahr des Einklemmens und Verletzungsgefahr!)


    GUV beim privaten Wohnhaus? Weshalb nicht bei der eindeutig anzuwendenden DIN 18065 bleiben?

    Man muss hinzu sagen, das der Hersteller zu keinen Gespräch bereit war! Man hätte vieles bereinigen können!

    Trägt er auch Argumente vor?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • GUV beim privaten Wohnhaus? Weshalb nicht bei der eindeutig anzuwendenden DIN 18065 bleiben?

    Stimmt, gebe ich dir recht!

    In dem Fall habe ich es auch nicht beanstandet, den in der DIN 18065 und in den BVM Richtlinien ist nichts zu finden.

    Außer Du hast was entdeckt ...


    Da aber unser Rechtsystem alles nur nur nicht gerecht ist, halte ich mich als Fachplaner an einige nicht relevanten Regeln, denn viele such nur, um nicht bezahlen zu brauchen ... Dazu unsere Wettbewerbswidrigen Bausachverständige die 37 Gewerke überdurchschnittlich beherrschen ...


    Edit: Öffentliche Aufträge vom Landratsamt, nicht Schulen oder Kindergärten, bestehen auf Einhaltung der Regel ...


    Trägt er auch Argumente vor?

    Nein ... interessant war, das er beim Ortstermin einen älteren angebliche SFI dabei hatte ... der nichts gegen argumentierte, es hatte den Anschein, keine Ahnung zu haben ...



    Nebenbei, ein Angebot, das ich einholte, eines Zertifizierten Betriebes, inkl. Statik, inkl. Werkzeichnung, hätte 400€ mehr gekostet ...

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  • Dazu ....

    Für sämtliche Öffnungen an Geländerteilen ist der nicht zulässige Bereich nach GUV von Öffnungs- und Schlitzweiten zwischen >8mm bis <25mm unbedingt zu beachten. (Gefahr des Einklemmens und Verletzungsgefahr!)

    Ich nehme lieber die >50mm aus DIN 18065 dann sind auch Wintermomente mit Handschuhen berücksichtigt, insbesondere bei Außentreppen, und bei gewerblichen Kunden tendiere ich i.d.R. zu dem >75 bis 120mm aus EN ISO 14122-3 bzw. bei den Wandabständen zu den 100mm.

    Gruß
    Holger
    --
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  • Nebenbei ...

    Rutschehmmend R11 und Maschenweite 30x10 oder auch 33x11 ist nur bei Fluchttreppen vorgeschrieben.

    So nicht ganz richtig. In Außenbereichen ist entweder R11 oder R10 V4 vorgeschrieben; das gilt für Bodenbeläge und Treppen. Wobei Gitterroste automatisch V10 haben, da sie ein nach unten offenes System darstellen und der Verdrängungsraum (V) somit theoretisch unendlich ist. Da die höchste Klasse V10 ist, ist dann für Gitterroste und ähnliche Oberflächen automatisch V10 gegeben.



    Bei Gehwegen findet allerdings eine andere Vorschrift Anwendung (FGSV407), in der dann SRT-Werte und Ausflusswerte gefordert werden.

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  • So nicht ganz richtig. In Außenbereichen ist entweder R11 oder R10 V4 vorgeschrieben; das gilt für Bodenbeläge und Treppen. Wobei Gitterroste automatisch V10 haben, da sie ein nach unten offenes System darstellen und der Verdrängungsraum (V) somit theoretisch unendlich ist. Da die höchste Klasse V10 ist, ist dann für Gitterroste und ähnliche Oberflächen automatisch V10 gegeben.



    Bei Gehwegen findet allerdings eine andere Vorschrift Anwendung (FGSV407), in der dann SRT-Werte und Ausflusswerte gefordert werden.

    Rutschhemmend mit Kerben ist R11. (Diese Ausführung wird bei allen Fluchttreppen, verlangt ... selbst eine Bestandstreppe, die nur versetzt wurde, mussten die Roste mit R11 getauscht werden)


    Roste R10 haben keine Kerben, somit sind sie nicht Rutschhemmend. Diese können ausnahmsweise in Kindergärten, wegen der Verletzungsgefahr verwendet werden.


    V10 ist die Wasserverdrängung, egal welche Maschenteilung, sie haben immer V10 (zumindest Fa. Meiser)


    Anmerkung, ich hatte sogar schon mal den Fall, das aufgrund der Höhe keine Roste verwendet werden durften, bei denen man durchschauen kann ... es gab sogar ein BG Merkblatt ...

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  • Nebenbei ...

    Rutschehmmend R11 und Maschenweite 30x10 oder auch 33x11 ist nur bei Fluchttreppen vorgeschrieben

    Kannst Du mich hier mal updaten?

    Ich kenne bisher R11 nur bei "höheren Anforderungen" bzw. wenn Vereisungsgefahr besteht (u.a. weil es sich auch schwerer laufen lässt) und 11/10 mm bei öffentlichen Verkehrswegen und vor Schaufenstern.


    Die Vorschriften können gerne auch BGI, BGR, GUV, UVV, sein und auch für Verkehrswege / öffentliche bauliche Anlagen.

    Gruß
    Holger
    --
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  • Stahlbauer : Was ich beruflich mache hast Du gesehen, oder?


    Aus den LBO´s geht hervor, dass Verkehrswege sicher sein müssen. Mehr steht da i.d.R. nicht drin. Um bewerten zu können wann ein Verkehrsweg sicher ist, werden seit ca. 30 Jahren dann gern die entsprechenden Merkblätter der Berufgenossenschaften angewandt. Siehe dazu auch DGUV Regel 108-003. Darin findet man dann die Angaben auch zu Außenbereichen und diese sind R10 V4 oder R11.

    Das die Treppe auf dem Bild im Außenbereich steht ist wohl unstreitig; oder? - Sämtliche Flächen, die vom Wetter erreicht werden sind als Außenbereich zu bewerten (Überdachte Laubengänge und Treppen genauso)! Also die auf dem Bild zu sehende Treppe kann , wenn keine erweitereten Anforderungen bestehen, auch in R10 V4 ausgeführt werden.


    Deine Ausführungen zu Fluchttreppen können ja richtig sein, das bestreite ich ja nicht und habe dazu auch garnichts geschrieben!


    V10 ist die Wasserverdrängung, egal welche Maschenteilung, sie haben immer V10 (zumindest Fa. Meiser)

    Das hatte ich ja geschrieben, wobei nicht nur Wasser verdrängt wird, in Küchen auch gern mal der Brathering :)


    Roste R10 haben keine Kerben, somit sind sie nicht Rutschhemmend.

    Das kann ich so leider nicht teilen. In der DIN51130 werden Rutschhemmungsklassen von R9 (niedrigste zertifizierbare Klasse) bis R13 (höchste zertifizierbare Klasse) definiert. R10 ist also durchaus rutschhemmend, nur nicht so stark wie R11.

    Und zum Thema Varianten von Gitterrosten....ich habe schon etliche in den letzten 25 Jahren geprüft. Die Kerbe allein macht keine R11, es kommt auch auf die Form , Menge, Tiefe, Geometrie, etc. der Kerben an.


    Mit kollegialem Gruß


    MPI

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