Erhöhung der Baukosten je qm von 370€ auf 530€ in wenigen Monaten

  • Hallo Zusammen,

    wir hatten ein 3-Familienhaus in Traunstein (Oberbayern )inklusive Keller geplant. Dieser Plan wurde überworfen und wir haben uns für ein 2-Familienhaus ohne Keller entschieden. Zwischen den beiden Plänen liegen ca. 1 Jahr.

    Bei der ersten Baukostenberechnung ist der Architekt von 370€ /am ausgegangen. Bei der zweiten Baukostenberechnung von 530€/qm. Da über diesen Betrag alles berechnet wird, finde ich die Steigerung sehr hoch.



    Das verstehe ich nicht und suche nach einer Gesprächsgrundlage für ein Gespräch mit dem Architekten.

    Könnt ihr mir helfen?



    Vielen Dank

    Liebe Grüße Tomoy

  • und wie haben sich die Baukosten (und Flächen) insgesamt verändert? Eine Steigerung um die 50% ist schon eine Hausnummer, das ist mir höheren Marktpreisen für Bauleistungen nicht zu erklären.

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  • Erstens denke ich, dass die 370€ und die 530€ nicht pro m² sondern pro m³ geschätzt (das war vermutlich keine Berechnung sondern nur eine Schätzung) wurden und diese jeweils pauschal auf das gesamte Volumen.

    Zweitens denke ich, dass sich die Kosten pro m³ erhöht haben, durch den Wegfall des Kellers, weil nun weniger günstigere Nebenräume und im Verhältnis mehr hochwertige Wohnräume entstehen.

    Drittens denke ich, dass 370€/m³ über alles für ein "normales" Wohngebäude in Traunstein unüblich wenig nach unten sind und 530€/m³ eher der Realität entsprechen, aber eher oben angesetzt sind.

    Kannst ja mal den Baukostenindex anschauen, nach dem auch die LBK die angegebenen Baukosten "überprüft" bzw. bewertet und den regionalen Zuschlag beachten.


    Und 4.) So machen Architekten halt Ihre Angebote, die ja auf den anrechenbaren Kosten und der HOAI basieren. Ein von der HOAI losgelöstes durften sie bisher ja nicht machen, denn die war/ist Preisrecht.

    Ob die Preise aus der Kostenschätzung der späteren Baukostenrealität entsprechen oder nicht, ist da erst mal nachrangig.

    Kannst Deinen Architekt ja mal fragen, ob er nicht ein pauschales Angebot abgeben will, jetzt wo die Mindestsätze der HOAI vom EuGH als unzulässig erklärt wurden ;)

  • welche leistungen sind mit dem architekten vereinbart?

    in welcher leistungsphase befindet ihr euch?

    sind die kosten brutto oder netto?

    freier architekt oder der des BU/GU/GÜ?

  • Bei der ersten Baukostenberechnung ist der Architekt von 370€ /am ausgegangen. Bei der zweiten Baukostenberechnung von 530€/qm.

    Erst einmal erscheint mir TausT's Erklärung (Tschuldigung für das Apostroph, das ist falsch , wäre aber sonst irgendwie komisch...) "logisch". Mehr höherwertiger Raum bzw. weniger (kein) günstigerer Raum (Keller) bedeutet natürlich eine Verschiebung (Verteuerung).


    Aber: Das ist natürlich keine "Baukostenberechnung". Mit dieser Zahl kann man recht wenig anfangen. Warum 530 EUR/m³? Warum nicht 490? Oder 485? Oder 525? Um so etwas aussagekräftiger zu gestalten, sollten die Zahlen nachvollziehbar sein. Das hilft eine Kostenberechnung nach DIN 276 oder (was ich für griffiger/ sinnvoller im Bereich EFH/MFH halte) eine Berechnung nach den Gewerken (Rohbau, Zimmerer, Dachdecker, usw.).


    Die Einzelgewerke (ca. 15 Stück) ergeben dann eine Gesamtsumme, aus der man, wenn man Freude daran hat, den m³-Preis oder den m²-Preis zurück rechnen kann.


    Ob die 530 EUR stimmen können? Mir erscheint das eher hochpreisig, vor allem weil man bei einem 2FH natürlich (minimale) Synergieeffekte hat. Nur eine Heizung, eine Treppe, ...anteilig auf 2 Parteien verteilt.


    Gibt es detaillierte Zahlen oder nur diese eine Zahl?

  • Das hilft eine Kostenberechnung nach DIN 276 oder (was ich für griffiger/ sinnvoller im Bereich EFH/MFH halte) eine Berechnung nach den Gewerken (Rohbau, Zimmerer, Dachdecker, usw.).

    ich gehe davon aus, dass der TE ganz am Anfang steht und gerade vom Architekt ein Angebot für die LP 1-4 (oder mehr) einholt. Da muss der A auf Basis des Grob-Konzepts halt irgendwas "schätzen" / annehmen. Eine Berechnung wird er in der Phase nicht machen (können).

    Eine Schätzung für das Honorangebot auf Basis des umbauten Raums ist hier üblich und die genannten Zahlen sprechen eben klar für m³ statt m².

    Da über diesen Betrag alles berechnet wird, finde ich die Steigerung sehr hoch.

    das "alles" verstehe ich für die Berechnung der einzelnen LP...


    aber ja, kann auch sein dass das anders gemeint ist bzw. der TE schon weiter ist im Prozess oder es zwei A´s verschiedene sind...

  • Zwischen den beiden Plänen liegen ca. 1 Jahr.

    Mag ja sein, dass ich das missverstehe….aber mir scheint hier schon so etwas wie eine "Planung" vorzuliegen.

    Eine Schätzung für das Honorangebot auf Basis des umbauten Raums ist hier üblich

    Ja, wenn es darum geht (Honorar).

    Nein, wenn es um eine Bezifferung der Baukosten für eine Planung geht.


    die genannten Zahlen sprechen eben klar für m³ statt m²

    Das sehe ich auch so. Wenn nicht, soll sich der Bauherr freuen. Die Steigerung wäre zwar prozentual hoch, das Ergebnis läge aber immernoch Lichtjahre unter den heutigen Kosten je m².

  • Mag ja sein, dass ich das missverstehe….aber mir scheint hier schon so etwas wie eine "Planung" vorzuliegen.

    ich hatte das "wir" aus #1

    wir hatten ein 3-Familienhaus in Traunstein (Oberbayern )inklusive Keller geplant. Dieser Plan wurde überworfen und wir haben uns für ein 2-Familienhaus ohne Keller entschieden.

    so verstanden, dass der TE/BH mit einem eigenen "Konzept" 3 Fam Haus mit Keller, ggf. plus Beispiel aus dem Netz, zum Architekt gegangen ist und das als Planungsgrundlage haben wollte und dafür ein Honorarangebot bekommen hat. Dann nach 1a hat er (der BH) sich umentschieden und hat das Konzept selber auf ein 2-Fam Haus ohne Keller geändert und ist wieder zum A für ein Honorarangebot.

    Ist ja nicht unüblich, dass der BH erst mal mit einem eigenen Vorschlag/Konzept aufschlägt.


    Aber Ja, kann sein, dass sich das "wir" aus #1 auf BH und Architekt bezieht und dass es schon eine LP3 gibt/gab.

    Lassen wir uns überraschen....

  • Naja, je größer man baut, desto günstiger ist es bezogen auf m² bzw m³ Dieser Faktor macht schon was aus.


    Gerade bei den Basics, wie Erschließung - Strom - Gas - Wasser - Kanal

    Und je nach Grundrissänderung Gründung, Heizungstechnik , Treppenhaus. Baustelleneinrichtungen und Nebenkosten wie ggf Kranbau, Straßensperrungen. ect.

    :thumpsdown: