Asbest oder andere stark gesundheitsgefährdende Materialien in Deckenplatte?

  • Hallo zusammen,

    gestern Nacht hat sich in meinem Schlafzimmer plötzlich ein Teil der Deckenverkleidung gelöst und ist auf den Boden gefallen. Dabei sollte sich natürlich eine Menge Feinstaub gebildet haben, was ich zwar nicht sah aber dafür roch. Da ich das Haus in den 90ern gekauft habe und zu dem damaligen Zeitpunkt diese Deckenverkleidung, die wohl zur Dämmung direkt an die Decke geklebt worden ist, bereits vorhanden war, weiß ich leider nicht aus welchem Jahr das Ganze stammt. Fest steht nur, dass die Platten sehr alt sind. Wenn es sich also um künstliche Mineralfaser handeln sollte, dürfte es sich um die krebserregende Variante handeln.

    Das Material ist relativ weich, kann also leicht abgebrochen werden. Nur der äußere Teil, der mit Farbe bestrichen wurde, ist von harter Konsistenz.

    Könntet Ihr mir einen Gefallen tun und mal kurz auf die angehängten Fotos schauen? Ich habe Angst, dass es sich um krebserregende oder allgemein gesundheitsgefährdende Stoffe handelt, vor allem da es sich um mein bzw. unser Schlafzimmer handelt.

    Vielen Dank!

  • Anhand der Fotos vermute ich, dass es sich um Platten der Odenwald Faserplattenwerk GmbH oder ein Wettbewerbsprodukt handeln kann. Von OWA werden diese erst seit 1997 ausschließlich mit biolöslichen KMF hergestellt. Eine verbindliche Aussage ist nur über eine Laboruntersuchung zu bekommen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank Skeptiker! Würdest du eine Asbestbeteiligung anhand der Bilder und meiner Beschreibung weitestgehend ausschließen können?

  • Vielen Dank Skeptiker! Würdest du eine Asbestbeteiligung anhand der Bilder und meiner Beschreibung weitestgehend ausschließen können?

    Nein, ich würde anhand der Bilder nichts ausschließen wollen. Sicherheit bringt wie geschrieben eine Laboranalyse. Ich vermute, dass die Platten eher KMF enthalten als Asbest, kann aber mangels Erfahrung nichts über den Grad der Bindung sagen. Und selbst bei eine persönlichen Besichtigung würde ich zur Analyse raten: Für ca. 100 € hat man Sicherheit.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ok danke! Ich habe soeben eine Probe ins Labor gebracht. Leider dauert die Analyse mindestens eine Woche.

    Ich habe mir nun überlegt die “offenen“ Ränder der Platten provisorisch mit Farbe/Lack zu “versiegeln“ damit vorerst keine Partikel mehr in die Schlafzimmerluft gelangen. Wäre das sinnvoll und falls ja welche Farbe, Lack oder ähnlich wäre dafür am besten geeignet?

  • Ich vermute, dass die Platten eher KMF enthalten als Asbest,

    Dem schließe ich mich an, wenn es die Platten sind die ich von der Optik her vermute.

    Mir wäre nicht bekannt, dass der Hersteller Asbest verwendet hätte, zumindest nicht in den normalen Deckenplatten. Holzfasern, MiWo, aber keine Asbestfasern.

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  • ok danke! Ich habe soeben eine Probe ins Labor gebracht.

    :thumbsup:

    Ich habe mir nun überlegt die “offenen“ Ränder der Platten provisorisch mit Farbe/Lack zu “versiegeln“ damit vorerst keine Partikel mehr in die Schlafzimmerluft gelangen. Wäre das sinnvoll und falls ja welche Farbe, Lack oder ähnlich wäre dafür am besten geeignet?

    Halte ich für entbehrlich, da

    1. die Fasern vermutlich mittelmäßig gebunden sind
    2. sich nicht von alleine lösen
    3. in einer Woche Klarheit herrscht.

    Ich würde allenfalls die freien Kanten überdeckend, aber ohne direkten Kleberkontakt, mit einer nicht ganz leichten Folie abkleben. Aber auch das nicht für eine Woche.

    Mir wäre nicht bekannt, dass der Hersteller Asbest verwendet hätte, zumindest nicht in den normalen Deckenplatten. Holzfasern, MiWo, aber keine Asbestfasern.

    Ich würde beim Labor eine Aussage zu Asbest und zu KMF beauftragen. Asbest halte ich für unwahrscheinlich, KMF für sehr wahrscheinlich. Und das Labor möge erklären, in welchem Maße die gefundenen Fasern gebunden sind.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • KMF für sehr wahrscheinlich.

    Jepp. Irgendwann in den 70er Jahren hat man mit der Produktion von MiWo und deren Einsatz in den Platten begonnen. Davor wurden m.W. nur Holzfasern eingesetzt.

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  • Mir wäre nicht bekannt, dass der Hersteller Asbest verwendet hätte, zumindest nicht in den normalen Deckenplatten. Holzfasern, MiWo, aber keine Asbestfasern.

    Und wie sieht es bei Deckenplatten anderer Hersteller aus ? Enthielten die Asbest?

  • Kann ich nicht sagen. Es gibt Unmengen an Herstellern und tausende Produkte, die kann ich doch gar nicht alle kennen.

    Ich würde mal behaupten, das hat weniger mit dem Hersteller zu tun, sondern vielmehr mit dem Anwendungsbereich der Platten. Niemand hat aus Langeweile Asbestfasern verarbeitet, schließlich kosteten die auch Geld. Für manche Anwendungen (Stichwort: Brandschutz/Hochtemperatur) war es aber damals eine gängige Lösung. Es gab/gibt ja auch Lösungen um die Akustik von Räumen zu beeinflussen, aber dafür hat m.W. noch nie jemand Asbest eingesetzt.


    d.h. Anstatt nach Herstellern zu selektieren würde ich nach Anwendungsbereich selektieren.

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  • Im Gegensatz zu Asbest gibt es keine nachweislich (beim Menschen) krebserzeugenden KMF.

    Selbst die schlimmsten werden in Kategorie 2 eingestuft:

    "Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten. Es bestehen hinreichende Anhaltspunkte zu der begründeten Annahme, dass die Exposition eines Menschen gegenüber dem Stoff Krebs erzeugen kann."


    Wie sinnvoll eine solche Annahme ist, nachdem auch 25 Jahre nach dem Verbot (und auch davor) der positive Nachweis nicht gelungen ist darf man sich fragen.

    Wegen ein paar freigesetzter Fasern ist Beunruhigung sicher fehl am Platz.


    Und Asbest in Akustikplatten ist mir noch nicht untergekommen.

  • Ich meine diese rechteckigen Platten,um Decken abzuhängen. Weiß mit kleinen Löchern.


    Ach. Ok,das wusste ich noch nicht. Ich dachte, KMF sind generell krebserregend...? sie sind doch deshalb auch als Schadstoff zu entsorgen,oder?

  • Ich meine diese rechteckigen Platten,um Decken abzuhängen. Weiß mit kleinen Löchern.

    Davon gibt es hunderte Varianten von allen möglichen Herstellern und für alle möglichen Anwendungsgebiete.

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  • Ja das war auch gar nicht so gemeint, dass du jetzt dadurch den Hersteller wissen musst.


    Ich find es schwierig, denn im Internet finde ich einige Papiere, die schreiben, diese Deckenplatten seien möglicherweise asbesthaltig. In der Praxis scheint sich das aber laut Aussagen hier eher nicht zu bestätigen.

  • Ich find es schwierig, denn im Internet finde ich einige Papiere, die schreiben, diese Deckenplatten seien möglicherweise asbesthaltig..

    Ich finde im Internet so ziemlich alles, wenn ich nur danach suche. Vermutlich auch die Vorhersage, dass übermorgen die Welt untergeht. Wenn ich davor Angst bekäme, würde ich mir wünschen, dass Menschen die mir nahestehen mir zu einer Therapie raten würden.

    Hast du schonmal über eine Therapie für deine Asbestpanik nachgedacht? Sie scheint einen großen Teil deines Lebens zu bestimmen und dir damit Lebensqualität zu nehmen.

  • denn im Internet finde ich einige Papiere, die schreiben, diese Deckenplatten seien möglicherweise asbesthaltig.

    Es gibt "Papiere" im Internet, nach denen ist das Donald noch Präsident der USA (und der einzig rechtmäßige).


    Was bedeutet "diese"? Es gibt wie gesagt eine Unmenge solcher Platten, und ich bin mir sicher, dass sich bei einer umfangreichen Suche auch eine Platte finden lässt die zumindest ähnlich aussieht, und bei der damals als Brandschutz auch Asbestfasern verarbeitet wurde, wenn nicht in Deutschland, dann vielleicht in Europa oder Asien oder wo auch immer. Was hilft Dir jetzt diese Erkenntnis?


    Es besteht sogar die Gefahr, dass Du über die Straße gehst und dabei eine Asbestfaser einatmest (und tausende andere ungesunde Dinge).

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  • Verlässliche Informationen über ein konkretes Bauteil erhält man immer nur durch dessen Laboranalyse! Kürzlich habe ich hier von einem meiner Projekte berichtet, wo bei vermeintlich baugleichen Bauteilen nach der ersten Analyse alle, bei feiner Untersuchung von Einzelproben dann aber nur einzelne mit KMF und / oder Asbestfasern belastet waren, zahlreiche nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • kann mir dazu jemand mehr erzählen? Ich dachte KMF sind generell krebserregend

  • die willst also eine zweit, dritt und viertmeinung? Findest du im Internet.

    Lass dich therapieren.

    Hab im Internet gefunden, dass sie krebserregend seien und daher speziell entsorgt werden müssen. Ja, mich würde die andere Sicht dazu aber interessieren.

    Wenn für dich jeder therapiebedürftig ist, der Wissen möchte und Fragen stellt, dann hast du vllt selbst Bedarf daran. Wenn du die Fragen nicht erträgst, dann lies es doch gar nicht.

    Ich bin hier, um Wissen zu bekommen.

  • Ich bin hier, um Wissen zu bekommen.

    Du vermittelst den Eindruck, nicht Wissen zu suchen, sondern nur Bestätigung für Deine z.T. abstrusen Ängste.


    Von daher kann ich den Rat, Dir professionelle Hilfe zu suchen, durchaus nachvollziehen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Das ist keine andere Sicht, das ist die Realität.

    Klar gibt es im Internet zahlreiche "Quellen", die "sollte als krebserzeugend angesehen werden" zu "krebserzeugend" verkürzen.

    Aber da muss ein erwachsener Mensch anhand der übrigen Informationen halt auch die Seriosität seiner Quellen beurteilen. Und das funktioniert sicher nicht, indem man Meinungen einholt.

    Die am stärksten gefestigte (und lauteste) Meinung haben fast immer Idioten.

  • Dann habe ich wahrscheinlich nicht differenziert genug gelesen.

    Aber auch der Eingangspost dieses Forums vermittelt für mich den Eindruck einer potentiellen Gesundheitsgefährdung durch KMF: "Von ihnen gehen - von Laien meist völlig unterschätzt - ähnliche Gesundheitsgefahren aus, wie von Asbestfasern."

    Tatsächlich scheinen die Gefahren dann ja nichtmal nachgewiesen zu sein, wenn ich das hier richtig verstehe? Warum wird bei fehlenden Nachweis einer Gesundheitsgefahr denn trotzdem die Enstorgung nach TRGS bestimmt?

  • Warum wird bei fehlenden Nachweis einer Gesundheitsgefahr denn trotzdem die Enstorgung nach TRGS bestimmt?

    Weil der Gesetzgeber, angeschoben von Lobbiisten, vorsorglich festgelegt hat, da kein Risiko eingehen zu wollen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Doch, Gefahren sind nachgewiesen, aber keine krebserzeugende Wirkung (bei Menschen). Das heißt nicht zwingend, dass sie nicht besteht; sie ist in Grenzfällen auch nur schwer nachzuweisen. Ganz sicher ist sie nicht mit der von Asbest vergleichbar.

    Die TRGS hat nichts mit Entsorgung zu tun; sie konkretisiert arbeits- und auch immissionsschutzrechtliche Vorgaben. Abfallrecht ist nochmal was anderes.