Schmalseitenprivileg - Abstandsflächen

  • hallo,

    nach der bayrischen Bauordnung müssen Abstandsflächen vor einer weniger als 16m breiten Hauswand nur halb so tief sein.

    Gilt das auch bei einer Häuserzeile oder gilt die Regel nur für freistehende Gebäude?

    Es geht um die Bebauung einer Baulücke von 12m x 12m in einer innenstädtischen Blockbebauung mit Nachbarn links und rechts.

    Danke für jede kompetente Antwort.

    Max

  • Diese Privileg gilt schlichtweg für 2 Gebäudeseiten, sofern diese nicht länger als 16m sind. Sind diese (zB) 20m lang, so kann die halbe Höhe dennoch auf 16m angewandt werden. Die restlichen 4m benötigen dann aber die volle Abstandsfläche.


    Im innerstädtischen Bereich sieht es ein klein wenig etwas anders aus. Da es sich hier wohl um eine Baulücke handelt, die man grenzständig bebauen will sind die beiden 1/2-Höhen sozusagen durch die Grenzbebauung "verbraucht". Die anderen beiden Seiten müssten demnach die volle Abstandsfläche einhalten.


    "Müssten", weil viele Städte mittlerweile hier Sondersatzungen erlassen haben, dass man auch hier drunter bleiben kann/ darf. Ist im Einzelfall zu prüfen!


    Und: Bei einer solchen Bebauung würde dann die straßenseitige Abstandsfläche auch auf den öffentlichen Grund fallen dürfen. Und zwar genau bis zur Mitte der Straße (so dass die andere Straßenseite ebenso verfahren könnte). Gartenseitig (sofern es so was gibt) wäre dann die volle Höhe anzurechnen.


    Wie gesagt: Einzelfallprüfung erforderlich!

  • O.K., etwas verzwickt. Das würde ich aber nicht in Bausch und Bogen als unmöglich bezeichnen.


    Im Gegenteil: ich denke, dass die Behörden (Stadtplanungsamt!) sicherlich das Schließen dieser Baulücke sehr begrüßenswert fänden.


    Ein echtes, wirkliches, massives Problem würde man aber bekommen, wenn das Gebäude links von der Baulücke (die ja wohl das dunkelgraue Teil ist) auf dessen Giebelseite Fenster hätte. Die könnte man ja nicht einfach zumauern.

  • Hatten wir doch erst!


    Lösung


    :


    oder habe ich etwas falsch verstanden? Die konkret erforderlich. Abstandsregeln und -maße kenne ich natürlich nicht. Ich will nur das Lösungsprinzip darstellen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hmmm...wer soviel Arbeit (Entwurf, Zeichnung,...) investiert hat, wird doch sicherlich vorab den Weg zum Bauamt/ Stadtplanungsamt gefunden haben, möchte man meinen.

    ...ist glaube ich bei der Münchner Lokalbaukommission nicht so einfach. =o

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • schön wär´s ja, wenn das so einfach wäre.
    Dort reden sie nur mit Architekten, die einen Bauvorbescheid einreichen.
    Bis es so weit ist, sollte man aber diese Details besser schon abgeklärt haben.

    Die Zeichnung war doch schnell gemacht!

  • an Rose24:

    ... und den Architekt beauftragt man am besten erst, wenn man einigermaßen weiß, was man will und das abgeglichen hat mit dem, was technisch und planungsrechtlich möglich ist. Damit sind wir aktuell beschäftigt und Danke für die Kommentare.

  • Die Frage ist, ob man in der Konstellation überhaupt Abstandsflächen braucht.

    Nach meinen Erfahrungen in B und M: Ja, genau in solchen Situationen. Aber da ist Kreativität gefordert, auch im Baukörper:


    schönes Projekt, das exakt die Abstandsflächen einhält

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Schmalseitenprivileg scheidet ja definitiv aus (Art. 6, Abs. 6, Satz 2).

    Mit etwas Glück klassifiziert die Genehmigungsbehörde das Gebiet als Kerngebiet, dann gilt generell 0,5H. Wenn allerdings die straßenabgewandte Grenze bei 12,40m liegt, nützt das auch recht wenig, da das Gebäude bei Einhaltung des Mindestabstandes auch nur 6m hoch sein darf. Man könnte die Geschosse aber staffeln.

    Die Frage ist, ob man in der Konstellation überhaupt Abstandsflächen braucht.

    Geschlossene Bebauung auch nach hinten? Wo sollen dann noch Fenster hin?

    ... und den Architekt beauftragt man am besten erst, wenn man einigermaßen weiß, was man will und das abgeglichen hat mit dem, was technisch und planungsrechtlich möglich ist.

    Wenn man sich mehr als einigermaßen im Bauordnungs- und Planungsrecht auskennt und Erfahrungen mit Abweichungsanträgen hat, wäre das durchaus eine Option. Dazu passt aber die Eingangsfrage nicht.

  • Nach unseren Innenstadtprojekten würde ich sagen, dass die Bebauung bei Stadtplanern offene Türen einrennen dürfte.

    Mit zwei Einschränkungen: Die Giebelfenster würden hier nicht genehmigt werden, da sie verhindern, dass der linke Nachbar ebenso hoch baut und aus dem gleichen Grund müsste die hofseitige Dachterrasse Abstand zum Nachbarn einhalten.

    Ansonsten gefällt mir der Entwurf sehr gut. Bitte beachten, dass es hofseitig keine gefangenen Wohnung gibt, da die Feuerwehr vermutlich keine Chance hat, von hinten anzuleitern.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow