Bleirohre erkennen?

  • Hallo Zusammen,


    nigelnagelneu bin ich hier und begeistert, was ich alles entdecken konnte.


    Mein sehr laienhaftes Anliegen, zu dem ich bislang keine Antworten gefunden habe:


    Ich trage mich mit dem Gedanken ein kleines, eingeschossiges, kellerloses Backsteingebäude aus den 30er-Jahren zu kaufen. Original-Pläne oder Baubeschriebe gibt es leider nicht (mehr).

    Woran ich Bleirohre "über Tage" erkenne, weiß ich - wie finde ich jedoch heraus, ob die Zuleitungen von den öffentlichen Versorgungsleitungen zum Haus (ohne Keller) Bleirohre sind, wenn IM Haus zu unterschiedlichen Epochen An- und Umbauten und Verlegungen neuer Wasserleitungen stattgefunden haben? Gibt es dafür Kameras? Oder funktioniert das über Wasseranalysen?

    Weniger ist mehr. Noch weniger ist noch mehr.

  • Gibt es dafür Kameras? Oder funktioniert das über Wasseranalysen?

    Am einfachsten durch Anfrage beim Wasserversorger. Die dokumentieren sehr genau, was, wann, wo, wie, verlegt wurde.

    Die müssten Dir sagen können, ob auf der Strecke jemals etwas erneuert wurde, und was man dort verlegt hat. Es ist schwer vorstellbar, dass dort noch die ursprünglichen Rohre von vor 100 Jahren liegen.


    Die Wasserversorger sanieren regelmäßig ihre Netze, und sie analysieren auch regelmäßig die Wasserqualität. Die heutigen Schwachstellen sind eher in alten Gebäuden, meist MFH in Städten, zu finden. In manchen Regionen wurden auch in der Vergangenheit Bleirohre so gut wie nie eingesetzt.


    Im Zweifelsfall würde ich eine Wasseranalyse direkt an den Zapfstellen durchführen lassen. Damit würden dann auch Leitungen im Haus erfasst. Bei einem Haus Bj. 1930 würde ich sowieso eine Erneuerung der TW Leitungen in Erwägung ziehen, ebenso Elektroleitungen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Im Zweifelsfall würde ich eine Wasseranalyse direkt an den Zapfstellen durchführen lassen. Damit würden dann auch Leitungen im Haus erfasst. Bei einem Haus Bj. 1930 würde ich sowieso eine Erneuerung der TW Leitungen in Erwägung ziehen, ebenso Elektroleitungen.

    Vielen Dank für Deine prompte hilfreiche Antwort. Das wäre nach Erwerb auch so vorgesehen: Rückbau der zahllosen Verkleidungen und dann je nach Stand Austausch der bestehenden Technik (Wasser-, Abwasser-, Elektroleitungen und Heizungen). Allerdings wäre Austausch der Leitungen unter der Bodenplatte zu aufwändig. Deshalb möchte ich vorher wissen, was dort liegt.

    Weniger ist mehr. Noch weniger ist noch mehr.

  • Kritisch ist heute meist nur noch die private Strecke vom Übergabepunkt / Zähler bis zum Auslauf, also die Leitungen auf dem Grundstück und im Gebäude. Die übliche Prüfung ist eine Analyse des morgens vor anderer Nutzung in der Küche gezapften Trinkwassers. Viele Versorger bieten diese kostenlos oder zum Selbstkostenpreis zwischen 50 und 100 € an.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • "Kritisch ist heute meist nur noch die private Strecke vom Übergabepunkt / Zähler bis zum Auslauf, also die Leitungen auf dem Grundstück"


    Danke für Deine hilfreiche Antwort.

    Genau diese Strecke von Übergabe bis Eintritt Gebäude (also auf dem eigenen Grundstück) meine ich auch.

    Weniger ist mehr. Noch weniger ist noch mehr.

  • Genau diese Strecke von Übergabe bis Eintritt Gebäude (also auf dem eigenen Grundstück) meine ich auch.

    Sitzt Dein Zähler an der Grundstücksgrenze?


    Meist sitzt dieser irgendwo im Haus, und bis dahin, auch wenn die Zuleitung auf Deinem Grundstück liegt, ist der Versorger verantwortlich.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Sitzt Dein Zähler an der Grundstücksgrenze?


    Meist sitzt dieser irgendwo im Haus, und bis dahin, auch wenn die Zuleitung auf Deinem Grundstück liegt, ist der Versorger verantwortlich.

    Der Zähler sitzt im Haus. Und ich habe mal wieder mit Unkenntnis geglänzt: ich hatte angenommen, daß der Versorger nur bis Beginn Grundstück zuständig sei und das damit ein "ungeklärtes Stück" verbleibt.

    Vielen Dank für die Richtigstellung!

    Weniger ist mehr. Noch weniger ist noch mehr.

  • Der Zähler sitzt im Haus. Und ich habe mal wieder mit Unkenntnis geglänzt: ich hatte angenommen, daß der Versorger nur bis Beginn Grundstück zuständig sei und das damit ein "ungeklärtes Stück" verbleibt.

    Vielen Dank für die Richtigstellung!

    Da wiederspreche ich R.B. Das stimmt so nicht.

    Das handhabt jeder Wasserversorger anders.

    Ruf deinen Wasserversorger an und bitte ihn dir mitzuteilen wann das letzte mal in der Straße die Hauptwasserleitungen erneuert wurden und ob evt bekannt ist wann der Hausanschluß ggf schon mal erneuert wurde.

    Da du davon sprachst, der Hausanschluß käme aus dem Boden in mitte des Hauses, kann es sein, das es noch der ursprüngliche ist. Ob das nun Blei ist oder nicht. Erneuert gehört der!. Denn wenn ab Grundstücksgrenze die Leitung dein Eigentum ist, ist das dein Kostenfaktor wenn dein Hausanschluß defekt ist.

    Der Anschluß wird auch meist dann an eine günstigere Position im Haus verlegt (Hausecke) Hauswand und nicht mehr mittig im Haus.

    Solltest du bei der Besichtigung ein Bild davon gemacht haben (Hauswasseranschluß) könnte man dir den Zustand genauer zusprechen.

    :thumpsdown:

  • Da wiederspreche ich R.B. Das stimmt so nicht.

    Das handhabt jeder Wasserversorger anders.

    DU kennst Versorger die das anders handhaben? Was steht bei denen in den TAB? Das würde den AVBWasserB widersprechen, soweit ich mich erinnere. Kann man aber nachlesen.


    Ich kenne keinen Versorger bei dem sich die Strecke VOR dem Zähler nicht in dessen Eigentum befindet, sprich der Teil zwischen Verteilnetz und Hausanschluss (erste Absperrvorrichtung inkl. Zähler).

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Das wundert mich, denn die müssen mit den Kunden einen Vertrag schließen, der nicht nur den üblichen TAB widerspricht, sondern auch der AVBWasserV. Sie könnten dann noch nicht einmal etwas dagegen unternehmen, wenn ich die Leitungen umlege, ohne sie darüber zu informieren, oder mich vor dem Zähler anschließe. Es stünde somit auch die Absperrung vom Verteilnetz zu meinem Anschluss in meinem Eigentum? Keine Ahnung wie die das rechtssicher vereinbaren wollen.


    Es gibt Gegenden, da wird der Zähler in Ausnahmefällen an der Grundstücksgrenze gesetzt (Landwirtschaft oder mehrere zu versorgende Gebäude auf dem Grundstück oder sehr lange Strecken zum Gebäude oder.........). Das stehen die Leitungen auf dem Grundstück dann im Eigentum des Anschlussnehmers.


    Aber was soll´s, in Bayern ticken die Uhren wohl anders.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Es gibt Gegenden, da wird der Zähler in Ausnahmefällen an der Grundstücksgrenze gesetzt (Landwirtschaft oder mehrere zu versorgende Gebäude auf dem Grundstück oder sehr lange Strecken zum Gebäude oder.........). Das stehen die Leitungen auf dem Grundstück dann im Eigentum des Anschlussnehmers.

    So ist es. :rulez:


    Hier in B ist das allenfalls nach jahrelangen Verhandlung möglich. :rulez::rulez:


    Eigentlich immer genau der eine Meter ins Haus, das hier innerstädtisch immer auf der Grenze steht und sonst nichts! :rulez::rulez::rulez::rulez:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ich glaube, es wird auch noch unterschieden, ob der Versorger ein "Versorgungsunternehmen" ist, oder eine "Kommune", aber das ist akut nur ein Gedanke, den ich mal wieder nachgehen sollte.

    :thumpsdown:

  • Bei uns liegt auch sehr viel altes Zeug im Boden, teilweise undokumentiert und man stößt beim graben zufällig darauf. Es ist kaum möglich all das in einem vernünftigen Zeitrahmen zu sanieren. Aber so schlimm sind Bleirohre auch nicht. Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Rohre innen eh mit einer Kruste belegt und wenn da nix kaputt geht, hat das Wasser keine Berührung mit Blei. Also kein Grund zur Panik, wenn auch man die Leitungen auf dem eigenen Grundstück erneuern kann, wenn man eh gerade dabei ist. Was im öffentlichen Bereich ist, darauf hat man eh keinen Zugriff. Größer soll inzwischen das Problem der Verkeimung öffentlicher Leitungen sein, weil zu viel Wasser gespart wird und dadurch zu wenig fließt.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...