Brandriegel - WDVS - Traufüberstand

  • Hallo miteinander,


    es ist sicherlich bekannt, das bei einem WDVS aus EPS Brandriegel vorgeschrieben, oder zumindest dringend empfohlen werden. Brandriegel unterteilen die Fassade in Bereiche und sollen verhindern, dass sich ein Brand über diese Bereiche hinaus ausbreitet. Der oberste horizontale Brandriegel verläuft OK OG, vereinfacht gesagt, bei einem Satteldach unterhalb Trauf und Ortgang. Dieser soll eine Ausbreitung auf die Dachfläche verhindern.


    Frage: Wie verhält es sich, wenn der Traufbereich mit Blechen verkleidet ist?


    In anderen Bereichen sind Bleche als Abschirmung zulässig, so dass Sicherheitsabstände reduziert werden dürfen (Bsp.: Abstand Feuerstätten zur Brennstofflager usw.).

    Wenn nun der Traufbereich verkleidet ist, entweder nur ab UK Sparren, evtl. auch ein kompletter Traufkasten), dann kann sich ein Brand des WDVS ja nicht mehr, oder zumindest nicht mehr so einfach, auf das Dach ausbreiten. Die Schutzfunktion dürfte der eines Brandriegels aus 20cm Miwo ja in nichts nachstehen.


    Oder bin ich auf dem falschen Dampfer mit meiner Überlegung?

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  • deine überlegungen sind ziemlich theoretisch und lassen viele interpretationspfade zu, dass aber eine ungeregelte BS-lösung mit blechen (?) eine (in grenzen) geregelte lösung mit brandriegeln ersetzen können soll, dürfte schon erheblichen aufwand beim nachweis bedeuten.


    davon ab, versuch ich mal, randbedingungen an einen fall zu konkretisieren:

    DN 45°, 1m dachüberstand: tschüss blech! rauchdicht? sicher nicht. lange bevor der brandriegel den überschlag in der fassade (!!) begrenzt und nach dem rauchdurchtritt frisst sich das feuer ohne vorwarnung durch das "blechgeschützte" dach nach innen.

    den bewohnern im DG kanns wurscht sein, die kriegen das nicht mit und sind tot, bevor sie aufwachen.


    schutzziel nicht erreicht.


    ries (ex-frankfurter feuerwehrdirektor) hat einen brand, ausgehend im eg-innen, über die fassade bis ins dg, mit todesfolge beschrieben. die fassade war "normkonform" und trotzdem ...

  • Damit ich richtig verstanden werden.



    Links "normkonform" mit Brandriegel <1m unterhalb brennbarer Bauteile.


    Es geht nicht um den Ersatz der Brandriegel generell, sondern primär um den Abschlussriegel.

    Man könnte die Blechverkleidung auch noch x cm an der Wand herunter führen.

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  • Welche Aufgabe hat der Abschlussriegel?

    Er soll verhindern, dass ein Brand auf brennbare Bauteile, hier Dachstuhl, übergreift.


    MIr kam der Gedanke, weil mir irgendwo beim Schmökern die Worte "brennbare Bauteile" aufgefallen sind (im Zusammenhang mit dem maximalen Abstand des Abschlussriegels). Ich unterstelle daher, dass bei einer Gefährdungsanalyse die Brandausbreitung im Vordergrund stand, weniger eine Rauchentwicklung.


    Wenn nun die Brandausbreitung, bzw. das Übergreifen auf den Dachstuhl, die Begründung für den Abschlussriegel wäre, dann ergäbe so ein Abschlussriegel bei einer Blechverkleidung wenig Sinn. Man könnte noch nicht einmal mit hohen Temperaturen o.ä. argumentieren, denn dafür ist an der Wand zu wenig "Heizwert" (Brandlast), vor allen Dingen wenn sich in der Etage darunter bereits wieder ein Brandriegel befindet.

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  • Beitrag von chieff ()

    Dieser Beitrag wurde von Skeptiker gelöscht ().
  • R.B. Meines Wissens nach (Laie) soll ein Brandriegel ein verdecktes Hochbrennen des EPS verhindern, Da EPS brennt, schmilzt und tropft brennend ab. Das EPS höhlt sich damit aus. Damit gibt es noch mehr platz für mehr feuer und Temperatur und Rauch. (Worst Case= Tunnel- bzw Kamineffekt in der Fassade. Der jeweilige Brandriegel soll das stoppen. Denn durch die Ausbreitung der Brandhöhlen verteilt sich auch Feuer und Rauch in richtung aller erdenklichen Fluchtwege an der Fassade (Fenster-Türen) und versperrt diese mit Rauch und Feuer.


    Dein besagtes Blech tut das nicht. Es isoliert nicht und es verhindert auch nicht das im gewissen Abstand zum Dachstuhl das evt auftretende versteckte Feuer hinter dem Putz sich nach oben weiter ausbreitet und die Dachbalken oder Gefachdämmung entzündet.

    :thumpsdown:

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  • Es isoliert nicht und es verhindert auch nicht das im gewissen Abstand zum Dachstuhl das evt auftretende versteckte Feuer hinter dem Putz sich nach oben weiter ausbreitet und die Dachbalken oder Gefachdämmung entzündet.

    Wie sollte ein Brand durch das geschlossene Blech hindurch die Sparren entzünden?


    Bleche sind als Strahlungs-/Brandschutz hinlänglich bekannt, beispielsweise aus der Feuerungstechnik. Dort sollen die Bleche die Temperatur auf der dem Brand abgewandten Seite auf < 85°C halten.

    Damit also eine Entzündung der Dachsparren möglich ist, bedarf es einer Brandquelle mit entsprechend hoher Leistung und eine lange Einwirkungsdauer. Erst so wäre es theoretisch möglich, dass sich das Holz irgendwann selbst entzündet.


    Eine Brandübertragung durch "Kontakt" ist ja durch das Blech als Trennung ausgeschlossen.


    Betrachtet man nun die Brandlast durch das WDVS, und was davon noch oben an der Traufe ankommt, dann wäre ein horizontaler Brandriegel < 1m Abstand zur Traufe zwar nicht schädlich, würde aber auch keinen nennenswerten Vorteil liefern.

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  • ralf, wen willst du bekehren? ;)

    Bekehren ist nicht so mein Ding, das können Pfarrer viel besser. ;)


    Wie gesagt, mir ist das beim Lesen aufgefallen, und manchmal werden bei mir dann ein paar Zahnrädchen in Bewegung gesetzt, und ich fange an zu hinterfragen. So wie es bisher aussieht muss ein oberer Abschlussriegel vorgesehen werden, egal ob sinnvoll oder nicht. Dieser verhindert ja nicht, dass der Traufüberstand in Brand gesetzt wird, da die Brandausbreitung nicht nur in der Dämmung erfolgt.


    So gesehen müsste Brandschutz an sich an der Traufe (und Ortgang) ansetzen, also Sparren, Schalung und was dort noch so an brennbarem Zeugs verbaut ist.

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