Thermische Spannungen überdämmter Rahmen

  • Hallo,

    im Rahmen der Sanierung sollen neue Fenster eingebaut werden. Neben den Holz-Alu-Fenstern im Wohnbereich kommen sonst überall Kunststofffenster mit optisch sehr ähnlichem Profil zum Einsatz. Wegen des Dehn-/Schrumpfverhaltens durch Einstrahlung wollte ich ja eigentlich auf Kunststofffenster verzichten, da wir uns mit Anthrazit für eine sehr dunkle Farbe entschieden haben, geht aber bei den vielen Fenstern aus Kostengründen nicht anders.

    Nun werden wir anders als ursprünglich geplant, wo doch eine Außendämmung machen. Wenn dabei der Rahmen 2-3 cm überdämmt wird, wie wirkt sich das dann aus? Eher positiv, weil weniger Rahmenfläche besonnt wird und sich aufheitzen kann, oder eher negativ, weil sich ein Teil aufheitzt und der andere Teil kalt bleibt, sodass innerhalb des Kunststoffs Spannungen entstehen?

    Danke und Gruß,

    LP

  • Wir haben hier ebenfalls Kunstofffenster mit erhöhtem Schallschutz, außen anthrazit foliert und ebenfalls ein paar Zentimeter überdämmt.

    Jetzt beginnt der 6. Sommer und außer einem Glasbruch einer VSG-Scheibe noch keinerlei Probleme gehabt. Die Fenster der einen Hausseite sind von Sonnenaufgang bis 14.00 ungeschützt der Sonne ausgesetzt und die der anderen Seite 15.00 bis Sonnenuntergang.

    Soweit ich weiß, kommt es nicht nur auf den Dunkelton der Farbe an, sondern auf den Rückstrahleffekt (mir fällt i.M. der Fachbegriff nicht ein).




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Einer der beiden Fensterbauer in der engeren Wahl hatte auch davon gesprochen und mitgeteilt, dass das von ihm verarbeitete Profil (Hersteller mit “G“) diesbezüglich sehr günstig sei und statt Folie irgendwie anders beschichtet sei (hatte derzeit sogar gegoogelt und von der Messreihen in der kalifornischen Wüste gelesen), aber trotzdem hatte er vor dunkler Farbe gewarnt. Bei uns geht es aber auch um einige 2m breite Fenster, die dafür anfälliger seien.

    Da geht es (bei ohne Rolläden schon fast 40T€) um eine Investition, an die ich so schnell nicht mehr ran will, weil es nicht mehr dicht ist...

    Wie verhält es sich denn thermisch (ursprüngliche Frage), weiß das jemand?

    Ich könnte nämlich wegen guten Bestandsmauerwerks wegen des reduzierten Lichteinfalls gut auf die Überdämmung verzichten.

    Anschrägen der Laibung geht angeblich nicht (hinterlüftete VHF).

  • Klar, sieht aber bescheiden aus... Bebauungsplan erlaubt nur helle Fassade, und wenn's für meine Frau und mich passen soll, landen wir immer bei weiß oder einem leichten Sandton. Da passt nicht wirklich was helles dazu. Ein paar Häuser nebendran graue Fenster bei weißer Fassade, für mich zwar noch ok, aber für meine Frau nicht...

    Eine Überlegung war, ggf. bis 50cm neben den Fenstern die Fassade dunkel zu gestalten und dann einfach weiße Fenster zu nehmen (würde bei den Kunststofffenstern auch einiges sparen), sieht auf dem Papier ok aus, traue der Sache aber nicht so ganz und habe keine große Lust mich mit dem Amt rumzuplagen.

  • Klar, sieht aber bescheiden aus... Bebauungsplan erlaubt nur helle Fassade, und wenn's für meine Frau und mich passen soll, landen wir immer bei weiß oder einem leichten Sandton. Da passt nicht wirklich was helles dazu. Ein paar Häuser nebendran graue Fenster bei weißer Fassade, für mich zwar noch ok, aber für meine Frau nicht...

    sehe ich zwar nicht so, spiegelt aber die vielfach sichtbare aktuelle Mode bei Hausgestaltungen wider.


    btw: ich habe schon völlig verzweifelte Bauherren erlebt (wirklich verzweifelt!), weil der Bebauungsplan nur rote Dächer zulässt.

  • Bebauungsplan erlaubt nur helle Fassade, und wenn's für meine Frau und mich passen soll, landen wir immer bei weiß oder einem leichten Sandton.

    Die Gestaltungsmöglichkeiten (von Fassaden) sind unendlich. Ich empfehle, innerlich mal diese Festlegung zur Seite zu legen und weitere Optionen zuzulassen. (Zeitliche) Distanz hilft!

    ich habe schon völlig verzweifelte Bauherren erlebt (wirklich verzweifelt!), weil der Bebauungsplan nur rote Dächer zulässt.

    Zu frühe Festlegungen sind viel schlimmer als Bebauungsplan oder Gestaltsatzung!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ganz ehrlich, mal aus der Sicht der Häuslebauerin: Ich kann das verstehen, dass man beispielsweise für den Gang zum Amt weniger Lust hat in diesem Moment. Die Kräfte gehen vermutlich bei Euch aktuell zuende und dann trifft man eine Entscheidung, die aktuell nicht so viel Kraft kostet (dunkle Fenster).


    Aus der Sicht der Häuslebauerin, 5 Jahre später: Diese Entscheidungen waren meist die schlechtesten. Die Entscheidungen, wo wir ohnehin Bauchgrummeln hatten und uns dann nochmal aufgeraffft hatten, die waren wirklich zufriedenstellend.


    Aus der fachlichen Sicht: Diese unsäglichen dunklen Fenster, die die Fensterbauer in Verzweiflung bringen. Ihr habt das schon richtig erkannt mit den Bewegungen, zudem bei großen Fensterelementen. Das ist die technische Seite.

    Die optische ist: Es ist Mode, genauso wie Schulterpolster und Glitzer in den 80er Jahren Mode war. Und ich sortiere die superdunklen Fenster wirklich auch qualitativ Richtung Schulpterpolster ein. (also, naja)


    Mein Tip aus Studium und Beruf: Wirklich mal, wenns zeitlich möglich ist, das ganze weglegen, nicht darüber nachdenken, nicht darüber diskutieren.

    Und dann nochmal mit frischen Kopf darüber. Evtl andere mit einbeziehen, die mit anderem Blick darauf schauen. Dann hängt man nicht immerin derselbsen Schleife fest.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Eher positiv, weil weniger Rahmenfläche besonnt wird und sich aufheitzen kann, oder eher negativ, weil sich ein Teil aufheitzt und der andere Teil kalt bleibt, sodass innerhalb des Kunststoffs Spannungen entstehen?

    Ich würde mal behaupten, dass Letzteres zutrifft. Das Aufheizen des Rahmens geschieht ja primär über die direkte Sonneneinstrahlung, sprich IR. Dieser Anteil wird durch die Überdämmung etwas abgeschirmt. Der Bereich unterhalb der Überdämmung erwärmt sich somit überwiegend (nur) durch Wärmeleitung im Kunststoff, und es kommt zu Differenzen in der Oberflächentemperatur.


    Ob das gleich zu einem Schaden führt, darüber kann man streiten.

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  • Dieser Anteil wird durch die Überdämmung etwas abgeschirmt. Der Bereich unterhalb der Überdämmung erwärmt sich somit überwiegend (nur) durch Wärmeleitung im Kunststoff, und es kommt zu Differenzen in der Oberflächentemperatur.

    ... und dann, bei Kunststoffprofilen, zur bogenförmigeN Durchbiegung wie bei jedem Bimetallthermometer.


    Bei Holzfenstern ist das weniger stark ausgeprägt, aber auch die mögen keine unnötig große Differenzen in der Oberflächentemperatur.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ... und dann, bei Kunststoffprofilen, zur bogenförmigeN Durchbiegung wie bei jedem Bimetallthermometer.

    Richtig.

    Die Frage ist, wie stark sich das auswirkt, da ja nur ein "kleiner" Teil des Rahmens überdämmt wird.

    Das Profil wird sich erwärmen und ausdehnen (inkl. Stahlkern). Da stehen dann 5-7cm "bestrahlte" Oberfläche den 1-2cm überdeckten Oberfläche gegenüber.

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  • ...Da stehen dann 5-7cm "bestrahlte" Oberfläche den 1-2cm überdeckten Oberfläche gegenüber.

    So ist es und ich möchte meine dunklen Fensterprofile auf weißer Fassade nicht missen.

    Wie ich eingangs schon schrieb, ist die Kombination technisch lösbar und wird millionenfach ausgeführt.

    Die Entscheidung kann also ausschließlich nach architektonischen Gesichtspunkten getroffen werden.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ja, es ist Mode. Ja, es ist technisch schwieriger, anfälliger und teurer.

    Trotzdem, nach 5 Jahren in unserem Haus mit anthrazitfarbenen Kunststoff-Fenstern: Ja, ich würde mich jederzeit wieder so entscheiden.

    Die wenigen Häuser in unserem Neubaugebiet mit weißen Fenstern in weißer Fasade sehen irgendwie fast alle aus wie "da hat das Geld nicht mehr für was Schönes gereicht" aus.

  • Es gibt auch Abstufungen ( oder gar andere Farben:eek:) zwischen anthrazit und weiß.

    Ich hab ja auch in die Richtung: Telegrau 2 . Setzt sich ab, aber erhitzt sich nicht zu sehr.

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  • Ja, es ist Mode.

    Übrigens, es ist noch gar nicht so lange her, da waren bunte Fassaden in Verbindung mit weißen Fenstern "in".

    weißen Fenstern in weißer Fasade sehen irgendwie fast alle aus wie "da hat das Geld nicht mehr für was Schönes gereicht" aus.

    Da hat es nicht einmal für einen Eimer Farbe gereicht. ;)


    Es gab auch Zeiten, da waren Meranti Fenster "in", wenn möglich dann noch mit Lasur dunkler gemacht. Und innen am besten noch "Eiche rustikal".


    Wer weiß, wer sich heute "weiße Fenster" einbauen lässt, in weißer Fassade, setzt vielleicht auf den Trend in der Zukunft. :D


    Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, und Trends wechseln so alle 10 Jahre (nach meinem Gefühl). Interessant ist, dass man sich dadurch trotzdem beeinflussen lässt, von sehr wenigen Ausnahmen mal abgesehen.

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  • Ergänzung: Zu einer Fassade in gebrochenen weiß kann ich mir auch gut was Sandfarbenes beispielsweise vorstellen.Kürzlich gesehen. Wirkte gut und ncith aufdringlich.


    Wie würdest Du Dir das mit den dunklen Fassadenteilen vorstellen? Skizze? Warum musst Du deshalb zum Amt?

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  • Ich will da widersprechen. Dunkle Fensterrahmen gab es schon immer. Es mag vielleicht in manchen Häuslebauerkreisen Mode sein, aber eine allgemeine Mode ist es nicht und wurde und wird immer gemacht. Nicht der Modeaspekt sollte eine Rolle spielen, sondern der Ästhetische. Es ist eines Architekten unwürdig den einfacheren Weg zu gehen nur weil er einfach ist, statt den gestalterisch zufriedenstellenderen aber steinigeren Weg. Deswegen sieht ja alles so gleich aus, weil es sich jeder nur einfach machen will.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Mann müsste nur mal mit offenen Augen durch alte und neue Wohnsiedlungen laufen/fahrenm dann würde man sehen das es viele möglichkeiten gibt Fenster in Weiss oder Farbe, mit Fassaden und Dachfarben schön zu kombinieren. selbst das WWW gibt schon viele Varianten her.

    Antrazit macht doch schon so gut wie jeder. Vor 30-40 Jahren war hier Mahagonifarben (Holzfenster) gefragt.


    Ein Fenster ist vorwiegend erstmal ein technisches Bauteil welches 30 Jahre + X überdauern sollte. (Ist ja kein Wegwerfmist)

    Um es solange zu erhalten und darüber hinaus, muss des technisch vernüftig gewählt sein und auch sauber verarbeitet sein inkl. etwas Pflege.

    Kann ich im zuge der Auswahl noch ein optisches Plus zum Hausstil rausholen, wäre es eine perfekte wahl.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Hui, ich dachte schon da kommt nichts mehr, und dann ging's richtig los hier. Also erstmal danke für die Klarstellung und Bestätigung der grundsätzlichen Gedanken hinsichtlich der Belastung der Rahmen.


    Dazu muss ich wohl noch ergänzen: Alle Südfenster werden als Holz-Alu-Fenster ausgeführt. Die Kunststoffenster befinden sich nur auf den restlichen Hausseiten. So richtig der Sonne ausgesetzt mangels Beschattung durch umgebende Bäume sind eigentlich nur ein Ostfenster (1,4m hoch / 1,5m breit) und ein Westfenster mit einseitig zu öffnendem Flügel (1,9m hoch / 1,5m breit). Die Teile mit 7m umlaufendem Rahmen und mehr sind entweder auf der Nordseite oder vom Balkon überdacht. Kann ich davon ausgehen, dass man dadurch (kein Südfenster) dann eher auf der sicheren Seite ist?


    Was die Farben betrifft: Mode war und ist mir relativ schnurz. Ich weiß nur, wie es sich mit dem Wandel von Geschmäckern (auch meinem) verhält, daher will ich etwas "Neutraleres", dass zur Not auch mal zu einer anderen Fassadenfarbe passt, sollte es uns später doch mal packen... Außerdem finde ich es schöner, wenn sich das Fenster mit etwas Kontrast abhebt. Daher ein recht dunkles Grau zu heller Fassade (muss nicht Anthrazit sein, ist halt günstiger und in der niedrigesten Aufpreisstufe gegenüber weiß zu haben), oder eben weiße Fenster, die dann durch eine dunkle Fassadenfarbe gerahmt werden, was wegen des helle-Farbe-Gebots aber bloß als eine Art "vertikaler Streifen" nur um die Fenster möglich wäre.


  • ...sind eigentlich nur ein Ostfenster (1,4m hoch / 1,5m breit) und ein Westfenster mit einseitig zu öffnendem Flügel (1,9m hoch / 1,5m breit). Die Teile mit 7m umlaufendem Rahmen und mehr sind entweder auf der Nordseite oder vom Balkon überdacht. Kann ich davon ausgehen, dass man dadurch (kein Südfenster) dann eher auf der sicheren Seite ist?...

    Du kommst immer wieder auf die Hitzeausdehnung zurück.

    Hat bisher ein Einziger der Antworter davor gewarnt?

    Die, die es selbst besitzen, haben berichtet, dass es keine Probleme gibt und die Anderen haben nur von der Ästhetik geschrieben. Gehst Du also nur einem Gerücht nach?

    Im Übrigen ist es ein Irrtum, dass senkrechte Fassadenelemente am exponiertesten auf der Südseite sind. Dort sind sie wesentlich geschützter als auf der Ost- und der Westseite.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Naja... Du hast von Deinen gesagt, dass Sie seit 5 Jahren keine Probleme machen. Das habe ich auch zur Kenntnis genommen und werfe es in die Waagschale. Sonst gibt es nur 2 weitere Stellungenahmen dazu:


    Zitat Anda:

    "Aus der fachlichen Sicht: Diese unsäglichen dunklen Fenster, die die Fensterbauer in Verzweiflung bringen. Ihr habt das schon richtig erkannt mit den Bewegungen, zudem bei großen Fensterelementen. Das ist die technische Seite."

    Zitat R.B.:

    "Ich würde mal behaupten, dass Letzteres zutrifft. Das Aufheizen des Rahmens geschieht ja primär über die direkte Sonneneinstrahlung, sprich IR. Dieser Anteil wird durch die Überdämmung etwas abgeschirmt. Der Bereich unterhalb der Überdämmung erwärmt sich somit überwiegend (nur) durch Wärmeleitung im Kunststoff, und es kommt zu Differenzen in der Oberflächentemperatur."

    ....wobei R.B. einschränkend sagt, dass man sich darüber streiten kann, ob es zu Schäden führt.

  • Ja und - meinst Du, die "Rufer in der Wüste" haben hier nen Maulkorb bekommen.

    Oder eher, das es keinen gibt, der Deine Ängste bestätigen kann?


    Oder möchtest Du eine genaue Berechnung auf den 1/10mm genau?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Die Zielführende Antwort ist: Mach deine Fenster in einem Hellen Farbton, ideal weiss, dann gibt es die Bedenken nur noch in stark abgeschwächter form. :thumbsup:

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • mal einen anderen Denkansatz: die äusseren 2cm unserer anthrazitfarbenen Kunststofffenster sind zwar nicht überdämmt, aber da sitzen Rolladen- bzw. Raffstore-Führungsschienen davor. Die halten vermutlich ähnlich viel Strahlungswärme vom Fensterprofil ab.

    Probleme gibt es damit wohl eher keine, sonst gäbe es die Konstruktion vermutlich in dieser Form nicht (mehr).

  • ...und wenn keien Rolladenschienen dran sind? sondern Fensterläden oder Führungsseile für Raffstore?

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Ich finde diese Überlegungen etwas...naja...akademisch?


    Grundsätzlich: Fenster hat seine Funktion zu erfüllen (dicht/ transluzent/ schließend/…). Kann der Hersteller dies bei dunklen Farben nicht gewährlisten (weil sich das Fenster zB durch starker Erwärmung zu sehr verzieht), so darf er solche Fenster eben nicht anbieten. Aber dunkle Fenster anbieten/ verkaufen und hinterher sagen "naja...sind halt verzogen, weil so dunkle Farbe. Pech!" geht natürlich nicht.


    Will sagen: wenn der/ die Hersteller solche Fenster (landauf - landab) anbieten und verbauen, haften sie auch für deren Tauglichkeit. Kann das nicht gewährleistet werden, dürfen solche Farben nicht "verkauft" werden.

  • Der allgemeine Tenor scheint ja doch zu sein: Nicht zu viel Kopf drum machen.


    Zu den überängstlichen gehöre ich sicher nicht, meine Bedenken kamen vom Fensterbauer selbst, der insgesamt sehr kompetent beraten hat, mitgedacht und von sich aus ein paar gute Vorschläge eingebracht hat. Und der meinte eben, er sei mit den sehr dunklen Fenstern vorsichtig, weil diese langfristig eher zum Verziehen neigen (wie gesagt zu einem Zeitpunkt, als die Außendämmung und damit die teilweise Überdämmung des Rahmens noch nicht vorgesehen war). Wenn das jemand sagt, obwohl er bei potenziellem Schadenseintritt schon längst aus Garantie- und Gewährleistungsansprüchen raus ist, neigt man ja eher dazu, ihm zu glauben...

  • Das ist doch ganz einfach: Wenn das der Fensterbauer sagt, dann hör auf ihn oder such Dir einen anderen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Und der meinte eben, er sei mit den sehr dunklen Fenstern vorsichtig, weil diese langfristig eher zum Verziehen neigen

    Das ist ja auch korrekt. Deine Frage war aber nicht, ob es zu einer Längenausdehnung der Profile kommen kann, sondern


    Wenn dabei der Rahmen 2-3 cm überdämmt wird, wie wirkt sich das dann aus? Eher positiv, weil weniger Rahmenfläche besonnt wird und sich aufheitzen kann, oder eher negativ, weil sich ein Teil aufheitzt und der andere Teil kalt bleibt, sodass innerhalb des Kunststoffs Spannungen entstehen?

    Es ist unstrittig, dass es bei Fenstern aufgrund der Sonneneinstrahlung zu einer thermischen Ausdehnung kommt. Fenster verhalten sich dabei nicht anders als alle anderen Bauteile auch.


    Auch weiße Kunststoffprofile dehnen sich bei Erwärmung aus, doch deren Oberflächentemperatur ist bei direkter Sonneneinstrahlung niedriger (man geht von bis zu 45°C aus), während sich Profile in dunklen Farben auf 80°C oder gar 85°C aufheizen können. Dieser Unterschied führt auch zu einer unterschiedlichen Längenausdehnung, die bei weißen Profilen bei etwa 1,6mm/m liegt, und bei dunklen Profilen bei bis zu 2,4mm/m. Hier spielt auch der verwendete Kunststoff eine Rolle.


    Meine Aussage, dass man sich über einen möglichen Schaden streiten könnte, beruht darauf, dass die "Längenausdehnung aufgrund der Wärmeausdehnung" reversibel ist. Bewegungen der Profile sind also unvermeidlich und müssen über die Montage abgefangen werden. Ähnlich verhält es sich mit Fensterbänken aus Alu, selbst Fensterglas (Fensterscheiben) bleibt davon nicht verschont.


    Es gibt noch einen weiteren Effekt der aber zu einer dauerhaften Verformung führen kann, aber den lassen wir jetzt einmal beiseite.


    Nun war die eigentliche Fragestellung aber nicht, ob es zu einer Längenausdehnung kommt, sondern wie sich das Überdämmen auswirkt.


    Der Blendrahmen eines Fensters hat bei den typischen Profilen eine Ansichtsbreite von etwa 70-80mm. Montiert werden diese mit typ. 10-15mm Abstand zum Mauerwerk, entweder außen bündig mit dem Mauerwerk, oder mit Leibung, also in die Öffnung im Mauerwerk. Bei hohen Dämmstärken auch vorgesetzt,.

    Unabhängig davon, ob mit Leibungsplatten gedämmt, oder bei vorgesetzter Montage die Dämmplatten bis über den Blendrahmen gezogen werden, wird ein kleiner Teil des Rahmens überdämmt, typ 10-20mm. Das betrifft die Seiten des Fensters, eher selten die obere Kante, und unten befindet sich eine Fensterbank die entweder am Rahmen befestigt ist, oder das Fenster wurde auf eine vorhandene Fensterbank gesetzt und die Fuge mit einer Leite abgedeckt.


    Betrachtet man die Einbausituation, dann geht es also primär um die Seiten des Fensters (Leibungen).


    Es ist unvermeidlich, dass ein Fensterrahmen manchmal nur teilweise von der Sonne beschienen wird (Sonnenstand, Verschattung). Das darf niemals zu Schäden führen (Gebrauchstauglichkeit).

    Im Fall der Überdämmung stellt sich die Frage, wie hoch die Temperaturdifferenz werden kann. Nehmen wir den direkt von der Sonne bestrahlten Teil der Oberfläche mit 80°C an, und den überdämmten Teil mit 30°C, dann ergibt sich daraus eine Temperaturdifferenz von 50K. Die Frage wäre, ob diese Temperaturdifferenz tatsächlich auftritt bzw. auftreten kann.

    Kunststoff ist zwar kein guter Wärmeleiter, aber trotzdem wird sich der verdeckte Teil der Oberfläche über Außentemperatur hinaus erwärmen (Wärmeleitung im Kunststoff).

    Die Temperaturdifferenz wird in der Praxis also deutlich geringer ausfallen als die o.g. 50K vermuten lassen.


    Es wäre also falsch, wenn man mit der absoluten Längenausdehung der Profile rechnen würde, sondern es interessiert die Differenz zwischen der von der Sonne bestrahlten Fläche (gut 2/3 -3/4 der Fläche) und der vom Sonnenlicht abgeschirmten Fläche.


    Die Auswirkungen wurden oben mit einem Bimetall verglichen, was die Sache ziemlich genau trifft. In diesem Fall wird jedoch der Unterschied der Längenausdehnung gering ausfallen, einfach weil die Temperaturdifferenz nicht so hoch ist.


    Das ist auch der Grund, warum ich geschrieben habe, dass man über einen möglichen Schaden streiten kann. Bei den praktischen Temperaturdifferenzen, und der Tatsache, dass der Effekt reversibel ist, fällt es mir schwer zu schreiben, dass dadurch ein Schaden verursacht werden könnte.

    Niemand wird die Längenausdehnung bestreiten können, man könnte auch mal ein konkretes Beispiel rechnen, aber das bedeutet noch lange nicht, dass daraus ein Schaden entstehen wird.

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