Asbestfasern in Malerleistung?

  • Hallo werte Forumsmitglieder.


    Ich habe eine Frage an die Schadstoffexperten bzw. an die Experten des Gewerkes Maler:


    Wir haben einen Gebäudebestand mit diversen Baujahren (von 1890-2018), gesamt ca. 3.500 Wohnungen (Vermietung). Seit 2017 beschäftigen wir uns stark mit Gebäudeschadstoffen in Bestandsgebäuden, vor Umbau- bzw. Renovierungsmaßnahmen werden entsprechende Bauteile beprobt und ggf. saniert (unter anderem Wandflächen komplett mit Spachtel, Cushion-Vinyl-Beläge mit asbesthaltiger Pappe drunter, Floor-Flex-Platten mit asbesthaltigem Kleber drunter).

    Hier spielt mittlerweile Asbest eine übergeordnete Rolle (aufgrund der Häufigkeit der positiven Befunde). Wir haben die Situation, dass sich in Bestandswohnungen (welche vor 1994 gebaut bzw. renoviert wurden) die Wandflächen als asbesthaltig darstellen. Der (meist) Kalkzementinnenputz ist nicht belastet, sondern nach unzähligen Messungen mit versch. Methodiken fast immer die Schicht zwischen der Raufaser (oder sonstigem Belag) und dem Innenputz (auf dem REM erkennbar, mit anderer Messmethodik ebenfalls reproduzierbares Ergebnis). Verschiedenste Schadstoffgutachter konnten uns auch keine Erklärung dazu geben.


    Jetzt zur eigentlichen Frage:


    Ist euch irgendein Baustoff bekannt, welcher früher (im Zeitraum 1950-1980) eingesetzt wurde, welcher asbesthaltig sein kann und KEIN Glätt- oder Reparaturspachtel ist? Wir wissen zwar dass diese Flächen belastet sind und saniert werden müssen, können aber nicht wirklich ergründen um was für ein Material es sich dabei handelt. Wir haben schon den Kleister bzw. die Raufaser selber in Verdacht, kommen aber nicht so richtig weiter weil dieses immer in Verbindung vorgefunden wird.


    Ein sicherlich auch für andere spannendes Thema dass gerade in der Vermietungsbranche immer mehr an Bedeutung gewinnt denke ich.


    tante edit: anbei noch Bilder (Wandfläche und Nahaufnahme) einer solchen belasteten Wandfläche

  • Asbest wurde (neben Brandschutz) überwiegend als billiger Füllstoff eingesetzt. Deswegen würde ich Kleister ausschliessen wollen, da der (zumindest bei Rauhfaser + Co.) nur aus Zellulose besteht/bestand.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Naja, die Frage ist ja dann eher GEbäudespezifisch zu betrachten und ob es einen Grundputz und Ober bzw Sanierputz gibts/gab im jeweiligen Raum und Gebäude.

    Zusätzlich ist dann zu prüfen, ob in dem besagten Zeitraum nicht irgendwelche anderen Produkte im Gebäude mit Asbest verbaut/verarbeitet/saniert wurden. Mann muss auch davon ausgehen, das bei damaligen arbeiten die Fasern beim verarbeiten freigesetzt wurden und sich somit beim weiteren "Umbau" mit eingeschlichen haben. Das sollter ih aber anhand der menge und Häufigkeit der Fasern erkennen können.

    :thumpsdown:

  • Wir hatten beim IBN (Institut für Baubiologie) mal eine Diskussion darüber, ob Streichmakulatur temporär mit einem kleinem Anteil an Asbestfasern als Füllmittel gestreckt wurde. Diese These wurde aber auch Aufgrund schwieriger Nachvollziehbarkeit wieder ad akta gelegt.

    Nur so als Idee.

    Gruß Werner :)

  • Kann es sein, dass sich während der Errichtung des Gebäudes zwischen Putzauftrag und Tapezieren Asbestfasern durch eine andere Arbeit erzeugt auf dem Putz abgelagert haben? (Schneidestaub von Röhren, Dachdeckungen...)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Kann es sein, dass sich während der Errichtung des Gebäudes zwischen Putzauftrag und Tapezieren Asbestfasern durch eine andere Arbeit erzeugt auf dem Putz abgelagert haben? (Schneidestaub von Röhren, Dachdeckungen...)

    Guten Morgen,


    das ist eine Theorie, diese trifft aber so denke ich nicht zu. Die positive Befundung zeigte sich in den betroffenen Objekten meist an allen Wandflächen aller Zimmer, bis auf Badezimmer und tlw. Küche.

    Wir haben mittlerweile ca. 50+ Wohnungen untersucht / untersuchen lassen und kommen immer auf das obig beschriebene Problem. Auch Sanierputze können wir ausschließen, da sich unter der belasteten Schicht zumeist der ursprüngliche Grundputz erkennen lässt.


    Wir werden weiter "forschen", sobald wir neue Erkenntnisse haben setze ich das noch hier rein, wer sonst noch eine Idee hat gerne her damit...


    PS: sarkas : guter Hinweis, werden wir genauer untersuchen...