Welche Dämmlösung bei Dachneueindeckung

  • Hallo liebe Forummitglieder,


    wir wollen unser Dach neu eindecken und auch gleich gut Isolieren.

    Bevor ich mich jetzt an die Dachdeckerfirmen wende, wollte ich mal ein paar Erfahrungsberichte einholen.

    Es handelt sich um ein Reiheneckhaus mit Satteldach und einer Gesamtfläche von ca- 70-80 qm.

    Der Dachboden ist schon von innen entkernt und die Sparren liegen frei.

    Da wir das Dach auch neu eindecken möchten, bietet sich vielleicht eine Aufdachdämmung an in kombination mit einer Zwischensparrendämmung.

    Ich bin jetzt auf die Bauder PIR/PUR Aufsparrendämmung gestoßen. Die Dämmwerte sollen super sein, nur habe ich aber in anderen Foren gelesen, dass der Schallschutz nicht so vorhanden ist.

    Unsere Sparren haben nur eine Höhe von 120 mm und nach Innen möchte ich nicht aufdoppeln, wegen dem Verlust der Raumhöhe.

    Um die ENEV erfüllen zu können, müssten wir mindesten eine Zwischensparrendämmung von 20 cm aufweisen.

    Der Dachboden wird zu einem Schlafzimmer ausgebaut. Daher war meine Überlegung eine Bauder Aufsparrendämmung in Höhe von 10cm zu machen und zusätzlich für den Schallschutz eine 12cm Zwischensparrendämmung mit Glaswolle.

    Hat jemand von euch Erfahrung in dieser Kombination? Gibt es vielleicht auch bessere Lösungen?

    Für eure Antworten im voraus schon mal vielen Dank.


    Gruß Markus

  • zusätzlich für den Schallschutz eine 12cm Zwischensparrendämmung mit Glaswolle.

    Auch "Glaswolle" bewirkt keinen hohen Schallschutz, zumindest für tiefere Frequenzen.

    Ich würde auch über das Thema Hitzeschutz nachdenken, gerade bei Räumen unter dem Dach.


    PU erzielt eine hohe Wärmedämmung, liefert aber ansonsten eher nur mittelmäßige Ergebnisse (Hitze, Schall). Ich würde mir daher überlegen, ob man der Wärmedämmung wirklich oberste Priorität geben sollte, oder ob es nicht besser wäre, wenn man Schall- und Hitzeschutz höher gewichtet.


    Ein möglicher Aufbau wäre ansonsten, Holzfaserplatten auf die Sparren, Zwischensparrendämmung, und raumseits dann Dampfsperre und Gipskarton doppelt beplankt. Sicherheitshalber sollte vorher die Statik überprüft werden, Sparren mit nur 12cm Höhe könnten bei einem schweren Aufbau schnell an ihre Grenzen kommen.


    Bei der Dacheindeckung wäre Hinterlüftung ein Thema, und man sollte überlegen, ob man unbedingt eine Farbe wählt, die das Dach bei Sonneneinstrahlung extrem aufheizt.


    Die Überlegung hinter dem o.g. Aufbau wäre, dass die Holzfaserplatte die Hitze aus dem Dachaufbau bestmöglich fern hält. Dazu braucht es eine funktionierende Hinterlüftung der Eindeckung, und die Dachziegel sollten eine Farbe haben, die dafür sorgt, dass sich diese nicht so extrem aufheizen. So wird die Wärmeübtragung zwischen Außenwelt, sprich Dacheindeckung, und Holzfaserplatte minimiert, und zwar sowohl hinsichtlich der Übertragung über die Luft, als auch IR.


    Für die Wärmedämmung wäre dann hauptsächlich die Zwischensparrendämmung zuständig. Die verfügbare Sparrenhöhe sollte augenutzt werden. Möchte man hier noch ein wenig die Schalldämmung optimieren, dann wäre zu überlegen, ob man "Glaswolle" nimmt. Evtl. erzielt man mit Steinwolle (dichter) ein besseres Ergebnis. Wolle hat gegenüber Platten den Vorteil der leichteren Verarbeitung. Man kann diese einfacher an die Sparren anpassen.


    Raumseits dann die bereits erwähnte Dampfsperre, Unterkonstruktion (evtl. auch ausgedämmt) und dann die Beplankung. Eine doppelte Beplankung mit Gipskarton unterstützt durch das Mehr an Masse den Hitzeschutz, und verbessert die Schalldämmung.


    Nicht vergessen, ob so ein Aufbau am Ende auch wirklich funktioniert, hängt nicht nur von den Materialkennwerten ab. Die Verarbeitung entscheidet über Erfolg ode MIsserfolg.

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