Honorarmehrforderung eines Architekten

  • Ein Architekt ist in einem Projekt mit den meisten Grundleistungen mehrerer Leistungsphasen nach HOAI beauftragt. Dafür hat er ein adäquates Teilhonorar nach einer der gängigen Teilleistungstabelle errechnet und vereinbart, weil zu Projektbeginn die Erbringung aller Grundleistungen nicht erforderlich erscheint. Im Laufe der mehrjährigen Bearbeitung stellt sich heraus, dass aus verschiedenen unvorhergesehenen Gründen doch praktisch alle Teile der Grundleistungen erforderlich sind, um das Werk der Planung fertigzustellen. Der Architekt meldet wenige Tage nach Bekanntwerden der neuen Umstände sein Begehren um Anpassung der Honorarhöhe an. Er gibt an, dass er die Grundleistungen der LP 5 nach § 34 HOAI nicht mehr reduziert auf 23 Prozentpunkte abrechnen kann, sondern in voller Höhe von 25 Prozentpunkten honoriert haben möchte. Hieraus resultiert eine Erhöhung des Gesamthonoars um knappe 2 Prozent - absolut um einen vierstelligen Eurobetrag.


    Die Vertretung des (privaten) Bauherrn ist erwartungsgemäß hiervon spontan nicht sonderlich begeistert und teilt dies auch deutlich mit. Der Architekt wiederholt seine Forderung und belegt umfangreich und differenziert deren Berechtigung. Die Bauherrenvertretung entgegnet, sie sei nicht bereit, dieses Honorar zu bezahlen, das Budget werde dadurch (marginal) überschritten. Nach einigem Hin und Her folgt der Vorschlag, sich das Honorar von einer Versicherung zu holen. Auf Nachfrage des Architekten wird erläutert: Der Architekt habe doch sicherlich eine Haftpflichtversicherung und könne dieser einen Schaden melden. "Aber ich habe doch nicht einmal ansatzweise einen Schaden verursacht! Weshalb soll ich meine Haftpflichtversicherung einschalten? Es gibt keine Haftung durch mich bzw. meine Versicherung!" "Na, Sie wollen doch Geld. Da können Sie es sich holen!" "Ich habe - wie fast alle Versicherten in solchen Fällen - eine Selbstbeteiligung, die höher ist, als der von mir heute geforderte Mehrbetrag!" "Das ist doch nicht mein Problem, Sie wollen Geld, nicht ich!"

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Der Architekt habe doch sicherlich eine Haftpflichtversicherung und könne dieser einen Schaden melden.

    Da würde ich mal mit der Versicherung sprechen, so vonwegen Aufforderung zum Versicherungsbetrug. Egal, ob die Summe gedeckt ist oder nicht

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Und Du meinst, das Sparbrötchen steht zu seinem unmoralischen Vorschlag?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Nachfrage des Architekten bei der Geschäftsführung des Auftraggebers, wie die kryptischen Worte der Vertretung vom Vortag zu verstehen seien. Knappe Antwort: „Die Person, mit der Sie gestern sprachen, hat die Situation nicht ansatzweise verstanden und ist außerdem nicht befugt, für uns zu sprechen. Betrachten Sie bitte das Gesagte als nicht gesagt, jedenfalls nicht als ernstgemeinte Aussage Ihres Auftraggebers. Ich bitte um Entschuldigung für das Missverständnis!“

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Leute aus dem mittleren Management, die blöd daher schwätzen kennt man zuhauf... X/

    Viel banaler: um Coolness bemühter Miteigentümer mit begrenztem Intellekt, aber ganz großer Klappe!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.