Stufen von Bodentreppe ausgleichen

  • Hallo an alle....


    ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen bzw. den entscheidenden Tipp geben.


    Mein aktuelles Projekt ist eine ca. 100 Jahre alte Bodentreppe die zum zukünftigen Schlafzimmer führt. Diese wurde vom Vorbesitzer mit Gibskarton und Teppich vollkommen verkleidet / verklebt. Nach mehreren Stunden Arbeit habe ich alles wieder entfernt um sie unseren Geschmack anzupassen. Nun kommt mein Problem, die letzte Stufe zum Fussboden Schlafzimmer ist 8 cm höher als die anderen ( anderen Stufen Tritthöhe 21), also ein richtiger Absatz mit 29 cm.


    Mein erster Plan war.....


    .... die anderen Stufen alle so anzugleichen das ich ein einheitliches Maß von 21,5 cm bekomme. Das heißt bei der vorletzten Stufe muss ich 7 cm auffüttern.

    Meine Treppenwange erlaubt mir aber nur eine 4,5 cm hohe Auffütterung. Sonst komme ich mit der Stufe über die Wange und das sieht meiner Meinung nach nicht so toll aus. Die Wange von der Höhe her verlängern wollte ich nicht, soll sichtbar bleiben, das sieht man ja dann.


    Der zweite Plan wäre.....


    .... oben noch eine halbe Stufe hinzuzufügen, damit würde ich mir die Arbeit mit den ganzen Ausgleichen sparen. Aber ich habe halt dann eine halbe Stufe oben.


    Beide Varianten sagen mir nicht so richtig zu, bei beiden habe ich eine Stolpenkante. Aber eine komplett neue Treppe möchte / will ich auch nicht bauen.



    Was sagt ihr dazu, komme so mit den Projekt nicht wirklich weiter...:wall:


    Vielen Dank schon einmal für eure Meinungen.


    Gruß Herr M.

  • Eigentlich wäre es besser die treppfenstufen negativ anzupassen. damit du eine stufe mehr bekommst bei gleicher höhe. Damit wäre die Tritthöhe angenehmer. Aber das kommt einen Treppenneubau gleich.

    Was du auch machst, es macht viel arbeit und deshalb stell dir die frage wie wichtig dir dieser Aufwand ind Zeit und Geld ist. und erst dann kannst du planen anfangen

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Mein erster Plan war.....


    .... die anderen Stufen alle so anzugleichen das ich ein einheitliches Maß von 21,5 cm bekomme.

    Das ist in den meisten Bundesländern in D unzulässig, da dort die DIN 18065 auch in EFH nur eine Steigung < 21 cm zulässt. (Achtung, die DIN 18065 ist u.a. in NRW und in B nicht bauaufsichtlich eingeführt, also öffentlich rechtlich nicht verbindlich!) Unabhängig davon halte ich persönlich Steigungen > 20 cm für unbequem und anstrengend und Abweichungen > 5 mm innerhalb eines Laufs für lebensgefährlich.


    Um genau Dein Problem vermeiden und auf den Neubau eines Treppenlaufs verzichten zu können, wird in diesem Forum immer auf das Problem der anzupassenden Anschlusshöhen hingewiesen, wenn nach Veränderungen der Oberkante Fertigfussboden gefragt wird.


    Bei Dir sehe ich allenfalls noch die Option der Erhöhung des gesamten obersten Fußbodens. Ein schwellenartiger Austritt der Treppe oben ist nämlich ebenfalls unzulässig (und davon abgesehen eben lebensgefährlich).


    ... oder eben die Möglichkeit des ungeliebten und teuren Neubaus einer Treppe ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Mein aktuelles Projekt ist eine ca. 100 Jahre alte Bodentreppe die zum zukünftigen Schlafzimmer führt.


    Wie umfangreich ist denn der Ausbau des zukünftigen Schlafzimmers geplant? Gibt es den Raum schon, oder wird der erst ausgebaut (Fussboden usw.)?

  • erstmal danke für die Antworten....


    der Dachboden ist bereits ausgebaut ( Vorbesitzer ) und muss nur noch neu tapeziert und gestrichen werden. Fußboden fertig, fehlt noch der Teppich.

  • Gäbe es die Möglichkeit, die letzte Stufe als Podest auszuführen? Dass also der Austritt viel später ist?


    Oder eben den Boden so aufbauen, dass die Höhe passt.


    Hatte heute so ein Erlebnis mit einer flacheren letzten Stufe. Nicht gut.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ich kenne eine sehr ähnliche Situation (ausgebauter Dachboden, zuvor steile Boden-Treppe, einläufig, einseitig "Wand" aus Holzbrettern, andere Seite Zimmerwand, ... ), da wurde eine neue Treppe eingebaut und das Treppenauge entsprechend vergrößert. Auf 3/4 der Höhe gibt es ein Zwischenpodest und einige der Stufen - vor und hinter dem Podest - sind gewendelt.

    hat ein Zimmermann passgenau das 'reingepfriemelt. Sieht schick aus, lässt sich gut laufen und ist hell und übersichtlich.


    Das Bild 111357.jpg sah an der o.g. Stelle fast genau so aus


    Unterschiedliche Stufenmaße - insbesondere auf dem Weg vom/zum Schlafzimmer - sind keine gute Idee !!!

    So ein schmaler enger Gang ist auch nicht angenehm zu laufen, wenn man da regelmäßig lang muss.

    Ein Handlauf nimmt noch mehr Platz weg. Große Gegenstände lassen sich schlecht transportieren.


    Ich würde nach meiner jetzigen Erfahrung die neue Treppe nicht so schnell ausschließen wollen.


    Wenn eine neue Treppe gar nicht geht, dann kann man auch überlegen, ob unter gewissen Umständen eine sehr flache Rampe auf dem Weg zur Treppe Teil der Lösung sein könnte.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Man bedenke, Hausfrau läuft voll beladen mit Wäsche die Treppe rauf und runter. Sehr gefährlich!

    Eine neue Treppe wäre am sinnvollsten.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich würde erstmal klären, ob der Ausbau überhaupt baurechtlich legal erfolgt ist. Solche steilen Stiegen kenne ich nur von alten Trocken(dach)bodenzugängen. Eine solch schmale Stiege im Notfall nutzen zu müssen (Person herunterbringen) ist nicht nur eine Zumutung für die Retter, sondern auch für zu rettende Person lebensgefährlich. Und nein, es sind nicht nur Ü80, die da sowieso nicht hochkommen (vermeintlich)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ralf Dühlmeyer Kann sein oder auch nicht. Kann täuschen auf den Bildern. Kann aber auch tatsächlich so eine Hühnerleiter sein, die ganz normal ins nächste Geschoss führt.

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  • Möglich, ja. Aber ich kenne solche Treppen nicht Ein/Zweifamilienhäsern, sondern MFH. Und dann wäre nicht nur das Steigungsverhältniss nicht genehmigungsfähig, sondern auch die Bretterwand des (notwendigen?) Treppenraums.

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  • Hallo und danke an alle Antworter....


    Um noch etwas mehr Licht ins dunkel zu bringen, hier noch ein paar Daten zur Treppe.


    Ralf Dühlmeyer , wie oben beschrieben handel es sich um ein 100 Jahre altes Fachwerkhaus. Die Treppe führt ins Dachgeschoss was bereits ausgebaut war. Beim Kauf des Hauses hat der Bausachverständige keine Beanstandungen an der Treppe feststellen können, außer das sie nicht mehr zeitgerecht ist. Die Tür ist 70cm danach öffnet sich der Aufgang wieder um ca. 15cm also 85cm. Das Treppenloch ist 85x180.

    Die Treppe an sich lässt sich gut begehen bis auf die letzte Stufe, was mein Problem ist. Ich kenne Raumsparteppen die sind bedeutend unbequemer begehen lassen.

    Ob dieser Ausbau Genehmigungskonform war kann ich leider nicht beurteilen.....


    ich kämpfe mit dem Ergebnis :rb: ;)



    Anda , die Idee mit dem Podest klingt garnicht verkehrt.


    Ich habe jetzt noch gesehen das ich den Fussboden im Bereich der letzten Stufe auf das Stufenmaß absenken könnte nach hinten um ein guten Meter, das dann quasi als Podest fungiert. Und wenn ich dann nach links in den Raum gehe da erst diese halbe Stufe habe :-/ ......

  • Bei uns haben wir im alten Bauernhaus auch genau so eine Treppe in den Dachboden gehabt (etwas älter und etwas abgetretener), der Dachboden wurde auch zum Elternschlafbereich ausgebaut.


    Wir hatten die Situation, dass wegen Dachschrägen der Austritt oben fix war und nicht weiter verschoben werden konnte. Also sind wir von oben nach unten gegangen und haben unten, mit einem viertelgewendelten Antritt, die Treppe verlängert. Dadurch gab es 1 oder 2 Stufen mehr und eine vernünftig begehbare Treppe. Da musste dann aber alles neu, die Tür weg, die Treppe neu etc. Der Treppenbauer kam erst als alle Höhen unten und oben feststanden. Trotzdem haben wir ca. 1mm Höhenunterschied.

    Wenn Du die Gesamtlänge der Treppe nicht veränderst, wird es immer eine schlecht begehbare Hühnerleiter bleiben, egal wie Du die Stufen auf die gegebene Treppenlänge verteilst. Gerade Treppen, die häufig benutzt werden, sollten einigermaßen bequem und sicher sein - ihr wollt da jeden Abend rauf und jeden Morgen runter.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -