Neuanstrich Backstube

  • Guten Tag miteinander,


    Bei uns in der Backstube steht ein neuanstrich an. Wir haben das bisher alle zwei Jahre selbst mit Baumarkt Dispersionsfarbe gemacht. Mit zweifelhaften Erfolg. So richtig sauber sah das nie aus. Unser Lebensmittelkontrolleur war auch nie sonderlich begeistert wusste aber auch von der Problematik.


    Das Problem ist der Schwaden der aus dem Ofen kommt. Alle halbe Stunde ein großer Schwall Wasserdampf. Dazu im Sommer permanent Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit.

    Die letzten Anstriche deckten kaum und blätterten teilweise wieder ab. Unten drunter ist Beton.

    Ein erster Vorschlag war nun es mit Latexfarbe zu probieren.

    Ich bin es aber Leid jedes Mal einen neuen Versuch zu starten. Deswegen soll nun ein Profi ran.

    Aber was soll ich hier beauftragen? Hat jemand Erfahrung mit sowas?


    Feiertagsgrüße

    Martin

  • Wie groß ist die zu bearbeitende Fläche?


    In der Lebensmittelindustrie werden im großen Stil 2K Epoxy (pigmentiert) oder andere spezielle Farben eingesetzt. DIese sind emissionsarm (-frei) und antifungizid eingestellt. Diese Farben überdecken auch Rückstände auf den Wänden, und verkraften bei entsprechender Grundierung auch etwas Feuchte im Mauerwerk bzw. Beton, ohne dass sie gleich abplatzen. Meist sind sie sogar beständig gegenüber einigen Chemikalien, was in Deinem Fall aber nicht so wichtig sein dürfte.


    Mag sein, dass der Eimer etwas teurer ist als normale Dispersionsfarbe, aber wenn es in Großküchen oder in der Lebensmittelindustrie funktioniert, sollte das auch bei Dir funktionieren. Ich würde meine Fühler mal in diese Richtung ausstrecken.


    Die Frage ist, wie Du Dich als Kunde ein klein wenig absichern kannst. Evtl. spielt der Hersteller und/oder Maler mit und ihr vereinbart eine zusätzliche Garantie, evtl. in Verbindung mit einer regelmäßigen Kontrolle (quasi eine Art Wartung).

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  • Latex und vermutlich auch 2K Farbe ist rel dampfdicht, könnte also zu einer "Tropfsteinhöhle" führen. Für Konvektomaten gibt es spezielle Kondenshauben, bei Dir denkbar/möglich???

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Mineralischer Putz geflilzt. ohne Anstrich, wäre aus meiner sicht bei der Klimatik das dauerhafteste.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Das mit der Tropfsteinhöhle sehe ich ähnlich. Andererseits gefällt es mir gar nicht, den Putz als Feuchtigkeitspuffer zu verwenden, denn das wird immer Spuren hinterlassen, selbst bei reinem Wasserdampf. Beim Backen oder Kochen entsteht aber nicht nur reiner Wasserdampf, sondern es werden immer auch Fette, Öle usw. im Dampf gelöst sein, und das in einer Menge, die jede Putzschicht überfordern dürfte.


    Vielleicht könnte man die anfallende Dampfmenge reduzieren, Abschirmung, kontrollierte Lüftung o.ä.


    Ich hatte mal Gebläse zur Prüfung, die für "Heißluft" geeignet waren. Die wurden eingesetzt um in solchen (ähnlichen) Fällen die Heißluft inkl. Dampf kontrolliert abzuführen.

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  • Eine Schwadenabsaugung ist am Ofen verbaut. Leider wurden die damals viel zu klein dimensioniert, die saugt kaum was weg, außerdem ist die unfassbar laut. Auf Dauer hält das niemand aus.

    Bei den modernen Öfen ist das alles wesentlich größer geplant, ob das besser funktioniert weiß ich aber auch nicht.


    Edelstahlblech war ein weiterer Vorschlag unseres lmk. Das färbt aber auch, wird schwarz. Das merken wir am Ofen. Den einmal im Jahr Grund zu reinigen ist kein Vergnügen und nur mit extrem scharfen Mitteln möglich.

    Und ist optisch natürlich keine Praline...


    Mir wäre am liebsten ein weißer Deckender Anstrich der, ich sag Mal mindestens 3 Jahre, hält.


    Ob ein Putz das aushält weiß ich nicht.

    Wir hatten letzten Samstag einen richtigen Dampfnebel bis auf Kopfhöhe runter. Konnte man gut von außen aus sehen....

    Der Untergrund ist auch nicht das Problem.. der Beton und die gespachtelten Übergänge halten. Nur die Farbe ist uns früher stellenweise wieder runter gekommen.

  • Ich denke, hier wird nichts funktionieren, was mit Sorption bzw. Feuchtepuffer arbeitet.

    Dafür ist es einfach zuviel Feuchtigkeit.


    Die Ideallösung wäre wahrscheinlich tatsächlich eine funktionierende (temporäre) Absaugung.

    Das ist aber nicht so ganz meine Baustelle


    Eine gute Dispersionsfarbe - vielleicht sogar eher eine "Fassaden"dispersionsfarbe hätte hier tatsächlich gute Dienste geleistet.


    Die Aussage: "(...) bisher alle zwei Jahre selbst mit Baumarkt Dispersionsfarbe (...)" lässt mich schon ein bisschen mit der Schulter zucken. Der Tenor ist halt wie so oft: " Jede Beschichtung kann nur so gut halten wie es der Untergrund bzw. die schwächste Schicht zulässt.


    Grundsätzlich müsste der ganze (entschuldigung) Rotz runter (Fräse oder Beize) und ein neuer Aufbau gemacht werden.


    Das heißt auf vorbereitetem Untergrund:

    - Tiefgrund zur Regulierung der Saugfähigkeit des Betons

    - Zwei Anstriche mit einer Fassadendispersionsfarbe evtl. auch Silikonharzfarbe (keine MIneralfarbe) evtl. plus ein bisschen fungizid

    - Ein bisschen Sorption wäre möglich

    - guter Untergrund für spätere Renovierungsanstriche (aber dann NIX BAUMARKTFARBE MEHR)


    oder auf entsprechenden Aufbau wie von Ralf vorgeschlagen 2K-Epoxi.

    Das könnte abgewaschen werden, wenn man das will. Ja = Tropfsteinhöhle.


    Ich würde (unabhängig von technischen Lösungen) die erste Variation bevorzugen.

    Gruß Werner :)

  • Naja, die Decke wird eh immer wieder verschmonzt. Die 2K Lösung hätte den Vorteil, dass man einmal im Monat die Decke mal durch wischt und dann sieht sie immer schön sauber aus, was auch hygienisch besser wäre.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • dass man einmal im Monat die Decke mal durch wischt und dann sieht sie immer schön sauber aus, was auch hygienisch besser wäre.

    Du glaubst noch ans Christkind? ;)

    Kein Mensch wird das in regelmäßigen Abständen wischen.


    Aber es wird die Brühe wie in einer Tropfsteinhöhle dran hängen und wenn man das (2K-Epoxi) mal wieder überarbeiten will, kommt das große Wehklagen.

    Gruß Werner :)

  • Kein Mensch wird das in regelmäßigen Abständen wischen.

    In einem EFH sicherlich nicht, aber in lebensmittelverarbeitenden Betrieben ist das gängie Praxis. Da werden Anlagen inkl. Böden und allem drum und dran auch täglich gereinigt wenn notwendig. Ich kenne einen Betrieb, da wird im 3 Schicht Betrieb gearbeitet, 2 Schichten Produktion und während der 3. Schicht sind die Putzteufel am Werk. Da wird dann auch alles mit einem (desinfizierenden?) Schaum eingesprüht usw.


    Wie sich das in einer Bäckerei im Handwerk verhält, da bin ich überfragt. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass eine regelmäßige Reinigung im Abstand x notwendig ist und auch gemacht wird.

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  • Metzgereien reinigen auch täglich, Gastroküchen auch. Die einen machen es gründlicher, die anderen weniger. Aber es wird regelmäßig geputzt. Produzierendes Gewerbe im Lebensmittelsektor macht das eh. Weiß das noch von einer Molkerei, wo es so gemacht wurde wie R.B. es beschrieben hat. Die Nachtschicht war die Schicht der Reinigungskräfte.

    Den Boden wird auch eine Bäckerei täglich wischen. Wenn man mit ähnlichem Putzwerkzeug auch noch einmal im Monat oder alle zwei Wochen die Decke wischt, dürfte das kein Problem für den Arbeitsablauf darstellen (dann hält man den Wischmob eben mal unter die Decke).

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich fasse mal zusammen


    A) Für eine dauerhftere Lösung müsste der bisherige Auftrag an Farbe abgetragen werden.


    B) nach entfernen der Altschicht eine Version mit neuer Farbe oder Putzschicht mit untergrundvorbereitung.


    Alternativ oder ergänzend:

    Einbau einer besseren Abzugshaube

    Angehängte Deckenlemente oder Blechverkleidung.

    evt Kassettendecke

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • . Wenn man mit ähnlichem Putzwerkzeug auch noch einmal im Monat oder alle zwei Wochen die Decke wischt, dürfte das kein Problem für den Arbeitsablauf darstellen (dann hält man den Wischmob eben mal unter die Decke).

    Tolle Idee! Wenn es Putz ist, ist es meist Anti-Kondens-Putz. Ich kenne den nur rauh, rauher als einen Kies Spritzbewurf. Da hängt dann der Himmel nicht voller Geigen, sondern die Decke voller Lappen - oder wie

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  • Da werden Anlagen inkl. Böden und allem drum und dran auch täglich gereinigt wenn notwendig.

    Dass das in manchen Großanlagen so gemacht wird, glaube ich gerne.

    Und ich würde auch niemals mit dem Finger auf jemanden zeigen...


    Wir haben aber regelmäßige Kunden in der Gastronomie UND im ausschließlichen Lebensmittelbereich, wo es technisch möglich wäre allumfassend zu reinigen. Da wird der Boden gewischt und die Peripherie gereinigt, aber KEIN Mensch kommt da auf die Idee eine "Decke" abzuwaschen.


    Da müssen wir alle paar Jahre den Schmöder mit Anlauger und Konsorten runter machen um da wieder was drauf zu bringen, was hält.


    Also das Wunschdenken mit dem Abwaschen von "Decken" sollte man sich abschminken.



    Aber wenns schee macht .....

    Gruß Werner :)

  • Also ich bin wahrlich Recht pingelig was die Hygiene in der Bäckerei angeht und wir hatten in der Hinsicht noch nie Probleme, aber das ich die Decke abwasche auf die Idee bin ich noch nicht gekommen:D:eek:..


    Naja gut... Die technischen Möglichkeiten sind ziemlich ausgeschöpft und stehen preislich in keiner Relation zum Problem.


    Gewünscht wird ein neuer weißer Anstrich. Wenn es nach mir ginge gerne etwas länger lebiches bzw. Ein optisches Update für den Ist Zustand.


    Also trete ich nun an den Maler meines Vertrauens Ran ob der den alten schlonz sauber ohne alle Maschinen zu verdrecken runter bekommt.

    Dann kann ein neuanstrich mit einer Fassadenfarbe erfolgen.


    Vielen Dank schonmal!:thumbsup:

  • Wie wird die Backstube gelüftet? Manuell? Fenster?


    Man könnte den Luftaustausch ja etwas unterstützen. Es gibt (bezahlbare) Sensoren die in der Lage sind, die rel. Luftfeuchtigkeit innerhalb 1 Sekunde zu detektieren. Damit könnte man auf das Öffnen des Ofens reagieren, auch ohne dass man dort irgendwelche Schalter o.ä. anbringen müsste. Mit einem entsprechenden Gebläse könnte man innerhalb weniger Sekunden die "belastete" Luft nach draußen befördern und somit eine übermäßig hohe Lufefeuchtigkeit in der Backstube vermeiden. 1.000m³/h (als Beispiel) sind selbst für eine Dustabzugshaube (egal ob mit internem oder externem Gebläse) noch keine Herausforderung.


    Die von mir in #8 erwähnten Gebläse wurden in Abkühlzonen von Fertigungsstraßen eingesetzt. Dort werden Baugruppen kontrolliert von ca. 250°C auf Raumtemperatur abgekühlt. In der Lebensmittelindustrie gibt es ähnliche Produktionslinien. Was dort funktioniert sollte auch in einer "normalen" Backstube funktionieren.


    Die Idee wäre, oberhalb der Öffnung des Backofens eine breite Ansaugöffnung zu setzen (wären nur ein paar Blechteile aus Edelstahl) und von da die Luft über ein Gebläse nach draußen befördern. Im Gegensatz zu einer Abschirmung hätte man den Vorteil, dass die Luftfeuchtigkeit gleich noch nach draußen geleitet wird.


    Dadurch sollte die Feuchtebelastung der Wand- und Deckenflächen deutlich reduziert werden. Die gleichzeitig angesaugte Frischluft würde zudem dazu beitragen, dass die Raumlufttemperatur nicht zu hoch wird.


    Ich weiß, das klingt erst einmal nach sehr viel Aufwand. Andererseits, wenn man jährlich die Wände und Decke der Backstube neu streichen muss, inkl. Untergrundvorbereitung, ist das auch nicht in wenigen Stunden erledigt.

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  • R.B.

    Klingt überzeigend für mich als Hobbybäcker. Ich würde vorschlagen, dass du eine Vor-Ort-Planung machst. Bei der Gelegenheit versorgst du dich mit Brezeln und Käskuchen-Vorrat.

    (So ein "Deal" würde auch dem Trump zusagen, allerdings nur letzteres, befürchte ich.)

  • Käsekuchen wäre dann schon Erschwerniszulage, aber bei der Komplexität der Aufgabe sehr wahrscheinlich. :D

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  • So kurzer Abschlussbericht. Der Urlaub ist vorbei, die Backstube wurde gestrichen.


    Gestrichen wurde zwei mal mit einer wässrigen Isolierfarbe. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach sehr gut.

    Alle weiteren Maßnahmen die ein komplettes Entfernen der bisherigen Farbschichten nötig gemacht hätten, wären uns zu Aufwendig gewesen.


    Ausgeführt hat das ganze sarkas , vielen Dank nochmal für die schnelle und saubere Arbeit.