Bauleitung - Welche Gegenstände dürfen nicht fehlen?

  • Hallo Zusammen,


    ich trete bald eine neue Arbeitsstelle an und soll zukünftig häufig die Bauleitung begleiten/ergänzen. Es geht um "größere" Projekte, also nicht den klassischen EFH-Bau.


    Ich möchte mir gerne eine eigene Grundausstattung an Sachen zusammen stellen, die mir das Baustellenleben erleichtern können. Technische Ausrüstung und PSA stellt natürlich der Arbeitgeber. (Wobei ich mit eigenen Schuhen liebäugel, weil ich mir in denen vom alten AG immer Blasen gelaufen hab)


    Ich dachte an so Sachen wie...


    • Fächermaßstab
    • gutes Klemmbrett, wo man nicht laufend die Aufmaßblätter verliert (im aktuellen Job hab ich nur sehr wenige Aufmaße machen müssen, aber wenn, haben mich die Dinger total genervt!)


    Was habt ihr immer dabei? Gibts für euch irgendwas total unverzichtbares, wenn ihr die Bauleitung macht und mehrere Stunden täglich da rumturnt?

    Wäre super, wenn ihr mich mal ein bisschen inspirieren könntet. Im Grunde braucht man ja nicht viel, denke ich. Vielleicht n leichten Rucksack, wo der ganze Klumpatsch rein kann?


    Vielleicht bin ich jetzt auchn bisschen übermotiviert und sollte besser einfach mal abwarten, was kommt. Aber es kribbelt echt in den Fingern. :)


    Dankeschön undn lieben Gruß


    Purple

  • Zum Fotografieren benutze ich gern Klebezettel, um Raumnummern o.ä. Angaben mitzufotografieren, damit sich das Bild später besser zuordnen lässt.





    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • mls ts, wovon träumst Du?

    Kalle ?:eek:


    Laser


    Gutes Klemmbrett mit Platz für die Stifte ist nicht dumm.


    Kreidestift o.ä. für kurze Erläuterung auf der Baustelle direkt.


    Ne Wasserwaage würde ich mir evtl überlegen, hab das aber bei den Baustellen Kirche und U-Bahn nie gebraucht. Was sagen die Kollegen dazu?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • -schwert ?

    Als Alternative zur Peitsche :D

    Zhom ( Lichtschwert an)

    *kch* ICH BIN DEIN VATER UND WENN DU DIESE MAUER NICHT GERADE HINKRIEGST, GEHTS AUF DIE DUNKLE SEITE *kch*

    (Lichtschwert aus)


    Ähm ja, räusper



    Ontopic: Respekt gegenüber anderen gehört natürlich auch ins Gepäck, ohne sich verarschen zu lassen.


    Schreien muss nicht sein, zumindest in 90% nicht.

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  • Zum Fotografieren benutze ich gern Klebezettel, um Raumnummern o.ä. Angaben mitzufotografieren, damit sich das Bild später besser zuordnen lässt.


    Die Idee ist super, danke! :thumbsup:


    Schuhe usw. krieg ich wohl gestellt, werd mir da aber selbst evtl. was komfortables raussuchen. Bisher gabs auf unseren Baustellen immer Helm- und Schutzbrillenpflicht, Sicherheitsschuhe S3 und Warnwesten-/Jackenpflicht. Weiß nicht, wie das beim neuen Arbeitgeber gehandhabt wird. Schicke Blusen sieht man darunter jedenfalls nicht mehr. :D


    Smartphone für Fotos und evtl. Diktierfunktion hab ich natürlich auch dabei. Ne Wasserwaage kann mein Smartphone simulieren, gute Idee - muss mal testen, ob das zuverlässig funktioniert oder gegenüber der echten zu ungenau anzeigt.


    Peitsche, Schwert oder gar Laserschwert hätten auch ne gewisse Klasse. Oder son Satz Wurfsterne. "TU DAS NICHT!" - swoosh!


    Ontopic: Respekt gegenüber anderen gehört natürlich auch ins Gepäck, ohne sich verarschen zu lassen.


    Schreien muss nicht sein, zumindest in 90% nicht.

    Ja, da hast du recht. Ich hab da auch schon so manchen fehlgeleiteten Ausbruch miterlebt, den ich ziemlich daneben fand. Hab aber ne relativ diplomatische Ader. Im Endeffekt wollen ja beide das selbe Ziel erreichen, irgendwie findet man ja meistens n gemeinsamen Nenner.


    und die 10% nutzen zu 100% auch nicht .....


    das allerwichtigste ist wissen/können . kann man leider nicht in einen rucksack packen.

    Und daran versuch ich zu arbeiten. Ist toll, dass du das ansprichst - da kommt mir direkt die nächste Frage in den Sinn: Woher nehmt ihr das speziellere Fachwissen? Woher wisst ihr, wie ein bestimmtes Detail regelgerecht ausgeführt wird? Schlagt ihr vorher mal schnell irgendwo was nach oder habt ihr das einfach im Kopf? Ist das quasi so ne Erfahrungssache?


    Ich hab das nämlich für viele speziellere Sachen überhaupt nicht im Kopf. Ich wunder mich immer drüber, wie man das mal so eben ausm Handgelenk schütteln kann. Ich muss vorher googlen, mir Detaillösungen von Herstellern anschauen, vielleicht sogar mal telefonieren oder n Buch aufschlagen und Glück haben, dass da zufällig was darüber drinsteht.


    Abonniert ihr Fachzeitschriften? Fortbildungen? Was ist das Geheimnis?

  • Lernen, Entwerfen, Zeichnen und in natura anschauen. Also, Erfahrung. Die kommt mit den Jahren.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Das wichtigste Werkzeug hast Du ja: Spaß an der Sache und Neugier am Wissen.

    Fortbildungen waren für mich immer wieder gut.

    Keine Scheu zu haben, dass man etwas nicht weiß. Wichtig ist zu wissen, wo man nachschlagen/ wen man fragen kann.


    Juristische Abläufe wissen ist m. E. ganz wichtig.


    Diktiergerät oder Smartphone. So habe ich meine ganzen Baustelltermine protokolliert

    Wer schreibt, der bleibt! Wichtig!


    Wasserwaage deshalb: die Länge kriegt kein Smartphone hin. So sieht man auch Unebenheiten etc.

    Aber damit hatte ich nie zu tun, daher reiche ich diesen Punkt weiter

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  • Wasserwaage deshalb: die Länge kriegt kein Smartphone hin. So sieht man auch Unebenheiten etc.

    wenn man unbedingt wissen will , wie schwer das wasser ist , der handwerker hat sowas in der regel zur hand . und für ein bitte verleiht er sowas auch ...

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Eine Zeit lang hatte ich auch die Idee, die wichtigsten Dinge immer mit mir auf der Baustelle herumzutragen. Inzwischen bin ich davon wieder weitgehend abgekommen. Ich nehme jedenfalls viel weniger und kleineres mit, als früher. Konkret ist das

    1. Der wichtigste Gegenstand bei der Bauleitung ist der Kopf der bauleitenden Person. Er enthält:
      1. die VOB/B und VOB/C der zu betreuenden Gewerke
      2. das Auftragsleistungsverzeichnis
      3. die Pläne der Ausführungsplanung und der Werk- und Montageplanung nach denen aktuell zu bauen ist
      4. alle a.R.d.T. der zu betreuenden Gewerke
      5. Augen und Ohren zum kontinuierlichen Abgleich des örtlichen vorhandenen IST mit dem vertraglich geschuldeten SOLL nach 1. - 4.
      6. einen Mund um die beim Soll/Ist-Abgleich entdeckten Abweichungen sofort mit den Ausführenden Personen aufzuklären
    2. (alters- oder erfahrungsbedingte) Schwächen von 1.1. - 1.4. lassen sich mit technischen Hilfsmitteln teilweise kompensieren, z.B. einem Tablet mit Online-Zugang zum Projektserver.
    3. Heutzutage ist es möglich und oft sinnvoll, direkt von der Baustelle Fotos oder Planausschnitte verschicken zu können. Dabei für ist ein Smartphone (mit allen relevanten Kontaktdaten der bearbeitenden Personen) mit brauchbarer Kamera und Blitz oder ein entsprechendes Tablet mit Internetzugang sehr hilfreich.
    4. Zum Messen bitte ich - wenn ich Zweifel an der Richtigkeit von Maßen habe - zuerst die Ausführenden darum, mir ihren Messweg zu zeigen. Dies ermöglich mehrere Prüfungen in einem Aufwasch: Messansatz, Messgerät, aus der Planung abgelesene (vermeintliche) Sollwerte und deren Umsetzung / Auffinden am Objekt werden gleichzeitig geprüft. Oft ist dann die Ursache der festgestellten Abweichung abschließend geklärt und man kann sich über deren Beseitigung Gedanken machen.
    5. Einen fotoablesbaren Meterstab und ein Rissbreitenlineal (wie in Fotos - aussagekräftiger durch maßstabsgebende Elemente" zu sehen) plus einen spitzen Zimmermannsbleistift und ein Schweizer Offizierstaschenmesser halte ich für obligatorisch.
    6. Weitere Messgeräte wie ein Disto mit integrierter Präzisionsmessung zur Gerätelängsneigung (entspricht Wasserwaage), Hydromette für Feuchtemessung etc. habe ich im Auto und nehme sie nur mit auf die Baustelle, wenn sie konkret benötigt werden. Die möchte ich mir auch nicht aus dem Container klauen lassen.
    7. Wenn ich sie nicht vergesse, habe ich ab etwa Beginn Ausbau dabei:
      1. eine kleine, aber leistungsfähige Taschenlampe mit mind. 250 Lumen, besser kurzzeitig 1.000 Lumen (z.B. diese von Nitecore)
      2. einen kleinen Laserpointer vom Grabbeltisch beim Discounter
      3. einen metallenen Bauschlüssel
    8. Zum Ende des Ausbaus habe ich meist zusätzlich einen Block nicht-gelber Post-Its, einige Bummsinchen und eine handvoll Einweg-Schuh-Überzieher dabei.
    9. Und wie transportiere ich alles aus 2. / 3. / 5. / 7. und 8. über die Baustelle? Da ich Anglerwesten - schon allein wegen ihrer unsäglichen Farbgebung - nicht anziehe, hat sich diese Box als nützliche Alternative herausgestellt. Da ist oft auch noch ein Notizbuch drin, für schnelle analoge Skizzen, die sich nicht mit einem Foto inklusive maßstabsgebendem Element nach 5. erledigen lassen. Leider habe ich dann aber nicht mehr beide Hände frei, für's Gerüst zum Beispiel. Papierpläne passen da übrigens auch fast ohne Ende hinein, sogar mehrere A0-Pläne in DIN-Faltung oder ein halbes Rohbau-ALV. Wegen 1.-3. habe ich heute aber meistens keine mehr auf Papier mit. Ich erwarte, dass diese bei den Ausführenden vorhanden sind.
    10. Im Baucontainer und im Auto habe ich immer je meinen vollständigen und noch nicht überlagerten eigenen Auto-Verbandskasten mit zusätzlichem Sprüh-Desinfektionsmittel und Desinfektionstüchern und meinen persönlichen Lieblingspflastern.
    11. Im Auto habe ich noch etwas für die grobe und feinere Schuhreinigung, im Baucontainer schätze ich - wenn ich den Bauherrn dazu überredet bekomme - eine Schuhputzmaschine.

    Ohne 1. bis 5. gehe ich nicht auf die Baustelle, der Rest ist fakultativ, aber auf großen Baustellen sehr praktisch, weil es viele Wege spart.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    5 Mal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: ergänzt

  • Wenn ich mich recht entsinne, hatte eins der Gründungsmitglieder unseres Vereins einen Aktenkoffer aus Holz, den man unter Missachtung des Arbeitsschutzes hervorragend als Aufstiegshilfe benutzen konnte.

    Sowas werde ich mir nun doch noch zulegen, nachdem ich ständig in Deckenkoffer reinschauen muss, die für eine Leiter zu niedrig und für mich zu hoch sind.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Wenn ich mich recht entsinne, hatte eins der Gründungsmitglieder unseres Vereins einen Aktenkoffer aus Holz, den man unter Missachtung des Arbeitsschutzes hervorragend als Aufstiegshilfe benutzen konnte.

    Ja, hatte es. Ein nettes Gimmick, auf das ich wegen der Arbeitssicherheit lieber verzichte.


    Da gibt es für meine Geschmack aber sowieso etwas besseres und das ist auch ziemlich standfest und sehr stabil. Das Ding nehme ich allerdings nur zu größeren oder längeren Abnahmen mit. Sonst steht es im Kofferraum des Autos. Für sehr sandige Baustellen gibt es übrigens auch Gelände-Räder dazu! Aber bei Abnahmen habe ich auch div. Messwerkzeuge mit dabei, die ich im Alltag der Bauleitung nicht benötige, zumindest nicht am selben Tag. Und Ausführende sind bei größeren Abnahmen auch keine mehr da.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Naja, einiges sollte doch auch das Büro stellen und muss nicht selbst beschafft werden. Also erst mal abwarten was dort so alles vorhanden ist und dann entscheiden was man dem Scheffe zur Anschaffung überreden kann und was man dann notgedrungen doch selbst beschaffen muss.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Hallo Zusammen,


    ich trete bald eine neue Arbeitsstelle an und soll zukünftig häufig die Bauleitung begleiten/ergänzen. Es geht um "größere" Projekte, also nicht den klassischen EFH-Bau.


    Bauleitung oder Bauüberwachung?

    Arbeitsstelle = Baubetrieb/Generalunternehmer oder Auftraggeber/Bauherr ?


    Ich habe einen kleinen klappbaren-Korb (aus Kunsttstoff mit 2 Bügeln, ca. 16L Inhalt); darin nehme ich im Auto die Werkzeuge und Messmittel mit. Vor Ort nehme ich meistens nur das 'raus, was ich brauche. Bei umfangreichen Aufgaben (Untersuchungen, Probenahmen, Bestandserfassungen, etc.) nehme ich auch den ganzen Korb mal mit.


    Zur Grund-Ausstattung gehören bei mir:

    - Helm (wie bei Werner)

    - Schutzbrille im Etui (wegen Zerkratzen)

    - Gehörschutz (in Zip-Lock-Tüte)


    - kleiner Hammer (für Prüfung auf Hohllagen)

    - mind. 2 Zollstöcke (amtlich Meterstäbe)

    - 1 kleiner Mini-Zollstock aus Kunststoff ( 1m Gesamtlänge) in der Jackentasche

    - Laserentfernungsmesser mit Umhängetasche (wg. Händefrei)

    - Fotoapparat in Hülle mit Gürtelschaufe (wg. Hände frei)

    - Kulis mit METALL-Clip (brechen nicht so schnell)

    - Bleistifte (schreiben auch bei Regen und Frost sowie auf staubigem Papier und auf Beton/MW und auf Mörtelsäcken)

    - Kabelbinder (für Messung von Risstiefen bei großen Rissen)

    - Klebeband, Edding,

    - Klemmbrett mit Karopapier


    Optional noch Foto-Film-Dosen für Materialproben (sofern nicht über Labor), Messschieber, Wasserwaage, Handfeger, Drahtbürste, Bewehrungssuchgerät, Magnete (weil bei meinen Auftraggebern die Klebchen nicht halten).


    Schicke und leichte Schuhe - auch in S3 - gibt es im Fachhandel bei Werkzeughändlern oder über den Katalog mit dem "afrikanischen" Emu auf der Vorderseite. Kosten aber deutlich mehr als die Sonderangebote im Baumarkt oder beim Discounter. Tipp: zusätzliche Einlegesohlen einlegen. Läuft sich weicher und bei Verunreinigungen (Baustaub, Gelände-Anteile, Sackware, Frischbeton, o.ä.) sind die Einlegesohlen schnell ausgetauscht.

    Mit den Sicherheitsschuhen, die eher aussehen wie Turnschuhe, kann man auch noch sehr gut Auto fahren, was - je nach Automodell - bei den breiten klobigen Schuhen schon mal zu einem Doppelpedadruck führen kann.


    Wer handschriftlich nicht so gut lesbar ist, kann auch noch Diktiergeräte nutzen.


    Ganz wichtig: immer die aktuellen Pläne dabei haben.




    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)