Neubau: Erst Parkett und dann Türzargen oder umgekehrt ?

  • Hallo zusammen,


    ich habe eine Neubau-ETW über einen Bauträger erworben, die ich in einigen Wochen beziehen möchte.

    Die Wohnung ist in folgender Bauphase:

    Estrich verlegetrocken, Wände tapeziert mit Erstanstrich.

    Der Balkonbelag fehlt noch, ebenfalls der Putz und Anstrich einer Balkontrennwand zur Nachbarwohnung.


    Da sich im Hauseingang noch eine Bautür befindet und rund um das Haus wegen anderer Neubauten noch "Baustellensituation" (ohne Pflasterung etc. ist), möchte ich gern wissen, ob als Nächstes statt des Parkettfußbodens nicht auch die Türzargen von Zimmer und Wohnungseingangstür eingebaut werden können.

    Mein Parkettleger möchte erst, dass sowohl die Zimmertürzargen als auch die Wohnungseingangstür eingebaut sind, bevor er mit seiner Arbeit beginnt, um zu vermeiden, dass der Parkettfußboden durch Baustellenschmutz (wie kleine Steinchen und andere "Schleifmittel") schon vor dem Einzug beschädigt wird.


    Mein Bauträger ist jedoch anderer Meinung:

    Die Innentüren können in der 23KW eingebaut werden, die Wohnungsabschlusstür in der 24KW.

    Wie Sie mir gestern am Telefon mitgeteilt haben möchten Sie den Oberboden erst dann verlegen wenn alle Türen montiert sind.

    Dies ist im Neubaubereich unüblich da der Abstand zwischen Türzarge und Boden dann nicht mehr variiert werden kann und es im schlechtesten Fall Probleme mit den Abständen geben kann.


    Kann ich den Bauträger bitten, erst die Türzargen und die Wohnungseingangstür einzubauen oder hat der Einbau der Türzargen (die Aufbauhöhe des Fußbodenbelags ist bekannt!) nach dem Einbau des Parketts Nachteile?


    Vielen Dank für Ihre Meinung und Ihren Expertenrat im Voraus.


    MfG Ernestos

  • Erst Bodenbelag und dann Zargen setzen halte ich für die sicherste Variante - dann passts alles. Alternativ kannst du die Aufbauhöhe dem Tischler Türzargen mitteilen und er setzt die Zargen dann mit dem Abstand, dann muss der Bodenleger halt das Parkett da runter "frickeln2, geht auch ist aber etwas fummeliger...

  • Kann ich den Bauträger bitten, erst die Türzargen und die Wohnungseingangstür einzubauen oder hat der Einbau der Türzargen (die Aufbauhöhe des Fußbodenbelags ist bekannt!) nach dem Einbau des Parketts Nachteile?

    Sicherlich kannst Du ihn bitten, aber dazu zwingen kannst Du ihn nicht.


    Die übliche Vorgehensweise wäre, zuerst der Bodenbelag und dann die Zimmerüren. Das hat mehrere Vorteile. So kann man beim Einbau der Türen sowohl den Abstand Zarge zu Bodenbelag sicherstellen, als auch den Abstand zwischen Türblatt und Bodenbelag. Man erhält einen "sauberen" Abschluss.


    Diese Variante verursacht bei beiden Parteien (Bodenleger und Schreiner) den geringsten Aufwand.


    Den Bodenbelag kann man während dieser Arbeiten schützen. Wenn später mal der Maler kommt, oder ein anderer Handwerker, dann muss der Boden ja auch vor Beschädigung geschützt werden.


    Soll zuerst die Tür gesetzt werden, dann stellt sich die Frage nach der Montagehöhe. Du schreibst zwar, dass der Bodenbelag bekannt wäre, aber was ist mit Toleranzen? Sitzt die Zarge dann zu tief, dann beginnt der Ärger. Man muss die Zarge kürzen, unter Umständen auch noch das Türblatt, also wird man sich bei der Montage auf die sichere Seite legen müssen, und die Tür lieber ein paar mm höher setzen als vielleicht notwendig.

    Abgesehen davon, dass der Bodenleger dann Schwierigkeiten hat, seinen Belag unter der Zarge zu verlegen, kann es passieren, dass diese zu hoch sitzt, so dass der Zwischenraum relativ groß wird, was optisch nicht so berauschend aussieht.

    Es wäre auch gut möglich, dass dann der Abstand zwischen Türblatt und Bodenbelag etwas größer ausfällt als notwendig.


    Machbar ist fast alles, es gibt aber gute Gründe, warum man bei der üblichen (und bewährten) Reihenfolge bleiben sollte.

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