Blockbohlenhaus, Tipps und Erfahrungen erbeten

  • Hallo,

    die Idee von einem Holzhaus hat mich schon immer begeistert, und mittlerweile sagt mir ein Blockbohlenhaus am ehesten zu.

    Das Doppelwandsystem von Leonwood gefällt mirsehr und scheint auch energetisch recht gut zu sein.

    Ich habe bereits die örtlichen Sägewerke besucht und mit den Fachleuten gesprochen. Einer hat mittlerweile auf Grund des ENeV wieder damit aufgehört, ein anderer bietet "nur" hochwertige Gartenhäuser an, er würde mir aber durchaus die benötigten Bohlen inklusive Eckverbindungen nach meiner Planung anfertigen. Auch die Nachteile wie Setzung und Dichtigkeit konnte ich vor Ort in Augenschein nehmen. Deshalb bekommt während der Setzungszeit die Wetterseite einen provisorischen Schutz und im Anschluss eine Lärchenverschalung. Auch Fenster und Türen lasse ich vom Fachmann einbauen

    Ich habe einen Zimmerermeister, der mit die Planung machen würde und bereits sein eigenes Haus gebaut hat, an der Hand.

    Nun habe ich doch noch einige Fragen: Leonwood nimmt Kork als Schüttdämmung, Kork würde mir auch sehr zusagen, allerdings bin ich auch für andere Dämmstoffe zu haben. Mein Zimmerer schwört auf Einblaszellulose, aber ich könnte auch mit anderen Stoffen leben.


    Für weitere Tips bin ich ebenfalls dankbar.

  • Echt jetzt? Boah ey. Ein Haus von harten Männern für harte Männer, also echte Kerle, verstehst schon, solche die im Schweiße des Angesichts in den Wald rennen und die Stämme selbst hacken und auf der Schulter zum Bauplatz bringen. Ein Blockhaus, mitten in der Wildnis der Stadt, um sich vor Haus Erika und Haus Toskana in der Nachbarschaft zu schützen. Da steht der Hausherr hinter der Tür mit der Flinte um den wilden Bären vor der Tür zu erlegen...


    Sorry, aber das ist Kitsch aus der tiefsten Kitschkiste. Ein Kitsch, der aus den USA rüber geschwappt ist. Zuletzt haben wir in Europa, warte mal... ich glaube im Mittelalter, Blockhäuser gebaut. Wenn Du ein Holzhaus willst, dann bau ein Holzhaus aus dem 21. Jahrhundert, aber bitte keinen Kitsch aus vergangenen Zeiten.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Einer hat mittlerweile auf Grund des ENeV wieder damit aufgehört, ein anderer bietet "nur" hochwertige Gartenhäuser an, er würde mir aber durchaus die benötigten Bohlen inklusive Eckverbindungen nach meiner Planung anfertigen.

    Da verbergen sich 2 wichtige Punkte. "EnEV" und "Gartenhaus".


    Was hat ein "Blockbohlenhaus" Bj. 2019 mit einer Trapperhütte gemeinsam? Nicht mehr viel, außer halt das Rohmaterial.


    Wer also glaubt, man könnte einfach ein paar Bohlen übereinander stapeln, oder dadurch vielleicht auch noch Geld sparen, wird schnell enttäuscht.


    Deswegen ist die erste und entscheidende Frage:


    warum?

    Ich würde mir diesen Schritt sehr genau überlegen, Vor- und Nachteile abwägen, man sollte sich auch mit der Optik anfreunden können (auch mit der Optik in x Jahren) usw.


    Steht beispielsweise die Ökologie im Vordergrund, dann sollte man sich nicht von einzelnen Begriffen blenden lassen, man muss alle verwendeten Materialien betrachten. Was ist beispielsweise an einer "Korkdämmung" ökologisch? Wo wird Kork unter welchen Bedingungen "geerntet", verarbeitet, über welche Strecken transportiert?


    Stehen die Kosten im Vordergrund, dann muss man vergleichen, und wird vielleicht feststellen, dass dieser "Sonderwunsch" nicht automatisch billiger wird als vergleichbare Varianten. Auch hier gilt, Vorsicht vor einem Vergleich von Äpfeln mit Birnen (Stichworte: "Atmende Wände, Hitzeschutz usw.)


    Auch der persönliche Geschmack spielt eine Rolle, schließlich baut man das Haus für sich selbst, und da sollte es schon irgendwie den persönlichen Geschmack treffen. Nicht jeder mag Holzfassaden, nicht jeder kann sich mit den Veränderungen im Laufe der Jahre anfreunden. Ich finde beispielsweise eine neue Holzfassade sehr ansprechend, kann mich aber mit vergrautem Holz gar nicht anfreunden. Es gibt aber Menschen, die schätzen gerade diese vergraute Optik die sich nach ein paar Jahren einstellt.


    So manche Holzfassade verschwindet nach einigen Jahren hinter Putz oder (noch schlimmer) hinter Profilblechen. Warum hat man dann nicht gleich eine Putzfassade gemacht?

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  • So manche Holzfassade verschwindet nach einigen Jahren hinter Putz oder (noch schlimmer) hinter Profilblechen. Warum hat man dann nicht gleich eine Putzfassade gemacht?

    Warum baut man nicht gleich ein Steinhaus, wenn man verputzen will? Welchen Sinn macht ein verputztes Holzhaus? Schmarrn. Nach dem Kitsch jetzt der Schmarrn. Was kommt denn noch? Man muss mit dem Material ehrlich umgehen. Nur so hat man langfristige Freude am Haus. Das ist Architektur.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Warum baut man nicht gleich ein Steinhaus, wenn man verputzen will?

    Abgesehen davon, dass es auch HRB Häuser mit Putz- oder Pseudo-Putzfassade gibt, könnte es auch Gründe geben, warum ein Hausherr irgendwann seine Holzfassade nicht mehr sehen kann, und einfach etwas anderes möchte. Eine Alternative wäre natürlich das Haus entsorgen und ein neues Haus bauen.


    Das muss man nicht gut finden, deswegen habe ich das nur als Beispiel gebracht.

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  • Nachbars haben sowas und sind sehr glücklich.

    Allerdings sind sie schon beim zweiten Mal Anstreichen inklusive Anschleifen. Eine Sch****arbeit!


    Dafür ists drinnen ( auch Holzoberfläche) pflegeleichter als Putz. Wo ich dann malern muss, reicht dirt 1x abwischen.


    Die Idee hat also durchaus was und ich denke, dass es durchaus noch Anbieter gibt.


    Selbermachen? Definitiv nicht!:pfusch: Da gibts zuviele Knackpunkte, wo man was falsch machen kann. Never ever.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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