Beschädigung durch Kran

  • Hallo,

    Bei mir im Hof gibt es derzeit ein kleines Problem. Mein Nachbar hat ein neues Dach bekommen und dazu kam ein LKW-Kran, der bei mit im Hof stand um die Paletten mit den Ziegeln hochzuheben. Leider musste ich einen Tag später feststellen, dass die Stützen des Krans mir wohl Dellen in den Hof gedrückt haben. Die Pflastersteine sind zum Teil gut einen cm runtergedrückt worden, dort wo offenbar die Stützen gesetzt wurden. Ich mutmaße jetzt einfach mal, dass diese blank aufs Pflaster gesetzt wurden ohne Oberflächenvergrößerung durch Kanthölzer oder ähnliches. Wer muss dafür denn gerade stehn? Der Dachdecker, der von meinen Nachbarn beauftragt wurde? Die Kranfirma, die von dem Dachdecker beauftragt wurde? Oder bin ich jetzt der gelackmeierte, weil ich den zu mir in den Hof gelassen habe?

    Wäre für schnelle Hilfe sehr dankbar!!!


    Liebe Grüße

  • Oder bin ich jetzt der gelackmeierte, weil ich den zu mir in den Hof gelassen habe?

    der bist du sowieso, denn ganz ohne Ärger wirds wohl kaum ablaufen.


    Nach § 823 Abs. 1 BGB haftet der Schädiger selbst, Fahrlässigkeit reicht.


    Dann gibts da noch

    Zitat

    § 831 Haftung für den Verrichtungsgehilfen

    (1) Wer einen anderen zu einer Verrichtung bestellt, ist zum Ersatz des Schadens verpflichtet, den der andere in Ausführung der Verrichtung einem Dritten widerrechtlich zufügt. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Geschäftsherr bei der Auswahl der bestellten Person und, sofern er Vorrichtungen oder Gerätschaften zu beschaffen oder die Ausführung der Verrichtung zu leiten hat, bei der Beschaffung oder der Leitung die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder wenn der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.
    (2) Die gleiche Verantwortlichkeit trifft denjenigen, welcher für den Geschäftsherrn die Besorgung eines der im Absatz 1 Satz 2 bezeichneten Geschäfte durch Vertrag übernimmt.


    das ist die Theorie. Du musst als Antragsteller natürlich deinen Anspruch beweisen. Kannst du das? Gibt es Zeugen? Oder objektive Beweise?



    Mein Rat:

    Rede mal mit dem Nachbarn, ganz freundlich, zeige ihm die Schäden und frage ihn ob er das nicht mit seinem Dachdecker regeln kann..

    Dem Nachbarn ist vielleicht an einer guten Nachbarschaft gelegen?

  • Das mit dem Nachbarn ist kein Problem. Der Chef vom Dachdecker kommt morgen vorbei und schaut sich das an. Daher brauche ich ja auch den schnellen Rat, damit ich überhaupt ne Idee hab, wer hierfür die Verantwortung zu tragen hat. Mein Nachbar kann wohl kaum dem Kranfahrer sagen, wie der seinen Job zu tun hat ... Von daher würde ich schon von Fahrlässigkeit ausgehn...

  • Die Versicherung des Spediteurs. Also der Kranfirma. Die sind in der Regel versichert. Normalerweise lassen die sich den Aufstellort quittieren. Im öffentlichen Raum ist das noch viel schlimmer....


    Ob der Kranmensch den Schaden anerkennt liegt an der Firma. Gibt solche und solche.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Ich mutmaße jetzt einfach mal, dass diese blank aufs Pflaster gesetzt wurden ohne Oberflächenvergrößerung durch Kanthölzer oder ähnliches.

    da dürftest du ziemlich daneben liegen , mit deiner mutmassung . ohne stützplatten (die hat jeder kranwagen am bord) wären die kuhlen in deinem pflaster nich nur einen cm tief ...

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • da dürftest du ziemlich daneben liegen , mit deiner mutmassung . ohne stützplatten (die hat jeder kranwagen am bord) wären die kuhlen in deinem pflaster nich nur einen cm tief ...

    Ich weiß es nicht. An einer Stelle... Lustigerweise da wo es nicht so sehr runtergedrückt ist, sieht man deutlich den Abdruck einer Stütze (schätze so 25×25) Also wenn da Stützplatten drunter waren, dann wohl aus Stein oder Metall und ziemlich klein

  • nur beweisen auch nur im Sinne von "Ich habs gesehen" kannst Du es nicht.

    Das ist zwar richtig, es sprechen aber einige Indizien dafür. Der zeitliche Zusammenhang, die Abmessungen der Eindruckstellen, und vermutlich auch deren Abstände. Es würde mich nicht wundern, wenn der Unternehmer im Streitfall (sehr?) schlechte Karten hätte.

    Da der entstandene Schaden überschaubar ist, sollte der Unternehmer an einer schnellen Beseitigung interessiert sein. Bei einer Verweigerung wäre es gut möglich, dass er am Ende deutlich mehr bezahlt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich würde vermuten, dass die Forderung nach einer Entschädigung leichter umzusetzen ist (bar auf die Hand), wenn man mit einer vernünftigen Preisvorstellung ankommt, als wenn das seinen Weg über ein Angebot eines Gala-Bauers macht.

  • Moin,


    a) es würde sich wenn überhaupt um einen Haftpflichtschaden handeln, was

    b) zur Konsequenz hat, dass ein Zeitwertschaden angenommen werden muss.

    c) Egal wie, es führt immer dazu, dass der Geschädigte den Schaden nachweisen muss.


    Ich werde immer skeptisch wenn bei einer Besichtigung behauptet wird: " das ist ganz neu, das war vorher nicht". Wenn ich ein fremdes Grundstück nutze oder nutzen muss, dann würde ich vor der Nutzung immer erst Bilder machen, die den vorhandenen Zustand vor der Nutzung dokumentieren.
    Selbiges kann man natürlich auch als Eigentümer selber machen.


    Die Erfahrung zeigt, dass vermeintlich Geschädigte nach einem solchen Ereignis - wie der Nutzung - immer sehr genau hinsehen und plötzlich irgendwelche, oft nicht real nachweisbare, Veränderungen feststellen, die (angeblich) vor der Nutzung nicht vorhanden waren. Das "passiert" bei/nach Sturmereignissen in der gleichen Art und Weise.


    Grüße

    stefan ibold

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • Also um das Thema mal zu entschärfen:

    Der gute Mann war heute da und hat anerkannt, dass die Absenkung eindeutig durch den Kran verursacht wurde. Hat mir angeboten, den Schaden zu beheben oder alternativ 200 auf die Kralle und ich mach es selbst ... Da ich in dem Fach jetzt auch kein Neuling bin, mach ich es natürlich selbst und beide haben was davon... Bzw er weniger Arbeit und ich 200 Euro (-25 für Material) In diesem Fall war es wirklich nicht von der Hand zu weisen, dass der Schaden davon stammte.