Alte Doppelfenster mit bauschaum abdichten ?

  • Hallo liebes Experten Forum,


    Ich hab ein altes Haus von 1935 mit Kastenfenstern die ich auch behalten werde nach dem wir gerade renovieren und ich die Wände alle neu verputze, hab ich mir gedacht ob ich nicht die alten Fenster aufschäumen könnte ? Da die Fenster nur „lose“ zwischen den Ziegel stehen zieht es natürlich an den freigelegten stellen ziemlich durch 🙈 jetzt dachte ich mir ob ich nicht alle 10cm ein Loch bohre und dann das Fenster einfach mit Bauschaum dicht mache im Bereich drüber ist ein verputzter Rollokasten da würde ich einfach eine Styroporplatte mit einputzen und am Ende einfach den Abschluss mit Acryl einmal ums Fenster rum in der Hoffnung das es danach nicht mehr so durch zieht. Ich habe nur etwas Angst das ich dadurch Wärmebrückeb baue und es Schimmel kommen kann ?

  • Wie tief sind die Kästen?

    Wieviel Abstand zum Mauerwerk?

    Material? (vermutlich Holz, sofern nicht irgendwann mit Kunststoff saniert wurde)

    Gibt es Bilder der kritischen Stellen?


    Ich würde wegen dem Montageschaum noch ein dickes Fragezeichen machen. Auf jeden Fall die Kästen ausspannen, damit diese keine Beulen kriegen. Bei einem geringen Abstand zwischen Kasten und Mauerwerk wird es aber unmöglich, da über "Bohrungen" ausreichend Dämmmaterial einzubringen, sofern man nicht die komplette Leibung perforieren möchte.


    Da die Fenster nur „lose“ zwischen den Ziegel stehen zieht es natürlich an den freigelegten stellen ziemlich durch


    Die vermutlich bessere Methode wäre, die Öffnung zwischen Kastenleibung und Mauerwerk freilegen, und den Bereich mit Dämmwolle stopfen. Raumseits dann ein Dichtband (Kompriband). Am Ende wieder anputzen und mit Acryl verschließen. Die Kästen sollten im Mauerwerk fixiert werden.


    Man könnte dort als Dämmung auch Montageschaum einbringen, dann aber mit viel Gefühl arbeiten. Mein Bauchgefühl sagt mir, die Variante mit Dämmwolle funktioniert einfacher und zuverlässiger, (setzt halt etwas Abstand zwischen Kasten und Mauerwerk voraus.)

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  • Sind sie garantiert

    Vermute ich zwar auch, bin mir aber nicht sicher, wie das 1939 gemacht wurde, oder ob man damals die Kästen vielleicht doch einfach nur eingemörtelt hat. Wäre zumindest theoretisch denkbar, ist schließlich fast 80 Jahre her.

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  • Nur mal als Anregung für weitere Überlegungen:


    In alten Häusern gab es früher sehr selten Probleme mit Schimmel in den Wohnungen.


    Einige Gründe sind:

    - Ofenheizungen / Kamine / Kachelöfen, welche die Raumluft nutzen zum Verbrennen (und auch Raumluft abführen, wenn der Ofen nicht an ist)

    - Fenster und Türen mit Holzrahmen, die je nach Jahreszeit auch mal aufquellen und wieder austrocknen und damit das Spaltmaß ändern

    - Fenster waren im Winter i.d.R. die kältesten Flächen, an denen Raumluftfeuchte kondensierte und sichtbar wurde

    - Schränke und andere Möbel standen auf Füßen, hatten einen offenen Sockel und die Raumluft kann zw. Wand und Schrank zirkulieren


    Heute:

    - Sparsame Brennwerttechnik im Keller, keine Schornsteinanschlüsse in Wohnräumen, die beim Lüften unterstützen

    - Doppelt gedichtete Fenster mit Isolierverlgasung und dichte Wohnungs- und haustüren

    - Gute Fenster sind nicht mehr die kältesten Flächen, Raumluftfeuchte kondensiert an nichtsichtbaren oder rauhen Flächen

    - Moderne Möbel haben oft geschlossene Sockel und weniger Abstand zur Wand. Die Luftzirkulation ist eingeschränkt


    Daher ist es sehr wichtig, bei Renovierungen / Instandsetzungen und vor allem bei Modernisierungen das Thema Lüftung zu beachten.

    Gruß
    Holger
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    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)