Aufbereitung Heizungswasser FBH mit Wärmepumpe sinnvoll/nötig?

  • Hallo zusammen,


    ist es eigentlich unbedingt nötig/sinnvoll, das Heizungswasser aufzubereiten? Bzw. von welchen Faktoren ist dies abhängig? In meinem Fall ist es eine Wärmepumpe mit FBH aus PE-Rohr. Im Technikraum wurde die Verrohrung mit Kupfer gemacht. Mikroblasenabscheider, Schlammabscheider mit Magnetitabscheider ist vorhanden. Bisher befindet sich nur Leitungswasser in der Anlage. Laut Heizungsinstallateur soll das Wasser aufbereitet werden. Habe ihn schon mehrfach hingewiesen, dass das Heizungswasser noch nicht aufbereitet wurde. Aber ist bisher noch nicht gemacht worden. Daher frage ich mich, wie sinnvoll/dringend so etwas ist.


    Vielen Dank

  • Das macht mitunter schon Sinn wenn man lange Freude an bspw. Wärmetauschern usw haben möchte. Bei einigen Herstellern ist es so dass sich die Anforderung nach Aufbereitung in Abhängigkeit von Füllvolumen und Härtegrad ergibt, es gibt auch Messsets die anzeigen ob erforderlich oder nicht. Einfach mal die Hotline des Herstellers oder im Inet schauen...

  • Daher frage ich mich, wie sinnvoll/dringend so etwas ist.

    "Sinnvoll" ist das schon, und nicht umsonst empfehlen/fordern viele Hersteller, dass das Füllwasser aufbereitet werden soll, SIe können ja nicht vorhersehen, wie die Trinkwasserqualität vor Ort ist. Also legt man sich auf die sichere Seite, und diese Forderung wird dann Vertragsbestandteil zwischen Hersteller und Kunde.


    Ob es zwingend notwendig ist, das steht auf einem anderen Blatt, hier kommt dann auch die (Trink)Wasserqualität in´s Spiel.


    Der Heizungsbauer soll das noch machen, zeitnah, schließlich wurde diese Leistung auch beauftragt. Es könnte auch sein, dass der Hersteller Deiner WP die Befüllung mit aufbereitetem Wasser fordert, eine Missachtung könnte zu Problemen im Gewährleistungsfall führen (selbst wenn das Heizungswasser nicht ursächlich ist, man liefert einen Angriffspunkt).


    Es ist jetzt nicht so, dass die Anlage über Nacht die Grätsche macht, nur weil sie mit normalem Trinkwasser befüllt wurde, aber so eine Heizungsanlage soll ja über Jahrzehnte funktionieren. Da kann das falsche Füllwasser in Verbindung mit den verwendeten Materialien schon mal zu Problemen führen. Ob das bei DIr der Fall sein wird, das sagt mir meine Glaskugel nicht.

    Andererseits gibt es auch viele Anlage (vermutlich die Mehrzahl der Kleinanlagen) deren Füllwasser nie aufbereitet wurde, und die auch über Jahrzehnte in Betrieb waren. Man könnte nun sagen, "die haben Glück gehabt", dann gibt es eben viel Glück auf dieser Welt.


    Ich würde an Deiner Stelle die Anlage mit aufbereitetem Wasser befüllen lassen. Das wurde so beauftragt, und ich vermute, dass dies auch vom Hersteller so empfohlen/gefordert wird. Damit solltest Du auf der sicheren Seite liegen, vorausgesetzt die Aufbereitung wird korrekt durchgeführt (auch da kann man einiges falsch machen), was man bei einem Fachmann voraussetzen sollte.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Guckst Du hier: Wasseraufbereitung für Heizungsanlagen


    Ich kann es Dir nur wärmstens empfehlen, das Wasser aufbereiten zu lassen. Wir haben wegen entsprechendem Pfusch bereits einmal die Wärmepumpenanlage samt Speicher neu machen lassen. Der Heizungsbauer, den der GÜ beauftragt hat, hat offenbar das falsche Wasser verwendet. Nach fünf Jahren war der Speicher durchgerostet und die Wärmetauscher der WP waren irreparabel dicht. Ich hatte das hier schon alles ausführlich geschildert...

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Es ist jetzt nicht so, dass die Anlage über Nacht die Grätsche macht, nur weil sie mit normalem Trinkwasser befüllt wurde, aber so eine Heizungsanlage soll ja über Jahrzehnte funktionieren. Da kann das falsche Füllwasser in Verbindung mit den verwendeten Materialien schon mal zu Problemen führen. Ob das bei DIr der Fall sein wird, das sagt mir meine Glaskugel nicht.

    Bei uns war die Anlage bereits nach einem Jahr voller Magnetit und Rost. Es kann also sehr schnell gehen. ;(

    Andererseits gibt es auch viele Anlage (vermutlich die Mehrzahl der Kleinanlagen) deren Füllwasser nie aufbereitet wurde, und die auch über Jahrzehnte in Betrieb waren. Man könnte nun sagen, "die haben Glück gehabt", dann gibt es eben viel Glück auf dieser Welt.

    Das sind aber meistens alte Anlagen ohne den heute üblichen Materialmix.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Wird das Wasser dann erst analysiert oder wie läuft denn so eine Wasseraufbereitung in der Praxis ab?


    Inzwischen habe ich auch schon gelesen, dass manche nur spezielles Korrosionsschutzmittel einfüllen.

  • Bei uns war die Anlage bereits nach einem Jahr voller Magnetit und Rost. Es kann also sehr schnell gehen. ;(

    Hier kommt die Wasserqualität in´s Spiel.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Wird das Wasser dann erst analysiert oder wie läuft denn so eine Wasseraufbereitung in der Praxis ab?


    Inzwischen habe ich auch schon gelesen, dass manche nur spezielles Korrosionsschutzmittel einfüllen.

    oder wird nur eine Kartusche angeschlossen und das Wasser wird dort durchgeschickt, ohne zu wissen, welche Eigenschaften das Wasser hat?

  • oder wird nur eine Kartusche angeschlossen und das Wasser wird dort durchgeschickt, ohne zu wissen, welche Eigenschaften das Wasser hat?

    Das dürfte im qualitativen Mittelfeld der Regelfall sein!X/

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • oder wird nur eine Kartusche angeschlossen und das Wasser wird dort durchgeschickt, ohne zu wissen, welche Eigenschaften das Wasser hat?

    Lies den Artikel, den ich verlinkt habe. Da steht eigentlich alles drin.

    Es ist zwingend eine Wasseranalyse erforderlich - nur durch die Patrone jagen halte ich nicht für ausreichend. Wir haben beim zweiten Versuch in Osmose-Wasser investiert und seitdem einen stabilen Leitwert. Unser Heizi macht nichts anderes mehr, weil er mit allem anderen bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht hat.

    Wir haben Wasser mit Härtegrad ca. 18 DH - nicht außergewöhnlich. Gefährlich ist aber der Materialmix in der Heizung, der bei zu hohem Leitwert des Wasser extrem Ärger machen kann.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Hier kommt die Wasserqualität in´s Spiel.

    Laut der letzten Analyse vor dem Heizungstausch war das Wasser mit irgendwas konditioniert.

    Die erste Analyse ging von Befüllung mit Leitungswasser aus.

    Zwischen den beiden Analysen haben mehrere "Nachbesserungen" stattgefunden.

    Jede Aufbereitung mit Patrone hat nur kurz den Leitwert gesenkt, um ihn danach wieder auf das alte Niveau steigen zu lassen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • also der Hersteller meiner WP schreibt folgendes vor:

    Wasserhärte 3,5-8,4°dH,

    0,624mmol/l – 1,498mmol/l
    Leitfähigkeit <=800µS/cm
    Chlorid <150 mg/l
    pH-Wert 7 – 9


    Frage mich, wer die Messgeräte hat und dementsprechende Messungen durchführt und dann das Wasser dementsprechend aufbereitet. Das kann ich mir bei meinem Heizungsinstallateur nicht vorstellen.

  • also der Hersteller meiner WP schreibt folgendes vor:

    Wasserhärte 3,5-8,4°dH,

    0,624mmol/l – 1,498mmol/l
    Leitfähigkeit <=800µS/cm
    Chlorid <150 mg/l
    pH-Wert 7 – 9


    Frage mich, wer die Messgeräte hat und dementsprechende Messungen durchführt und dann das Wasser dementsprechend aufbereitet. Das kann ich mir bei meinem Heizungsinstallateur nicht vorstellen.

    Für Wasserhärte, Chlorid und pH-Wert gibt es für jeweils Cent-Beträge Teststreifen, für die elektrische Leitfähigkeit Messgeräte für deutlich weniger Geld als ein billiges Smartphone. Das sollte bei Installateuren ebenso drin sein, wie Messgeräte für Baustofffeuchte bei Bauleitern: Kostenpunkt 2 - 3 Stundensätze. Wie will ich denn sonst die Einhaltung der VOB/C überschlägig kontrollieren, durch Handauflegen?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Naja, was sagen die Werte des Lieferanten? Eigentlich nix konkretes.

    Es ist eine Momentaufnahme.. und wenn etwas nicht konstant ist, dann ist es die Natur.

    Die meisten Schwankungen entstehen aber vorallem durch den Betrieb mehrer Brunnen mit unterschiedlichen Wasserqualitäten.


    Teststreifen sind nur bedingt einsetzbar. Je nach bisheriger Wasserbehandlung, reagieren die nicht, oder nur sehr sehr verzögert. Auch durch gewisse Zusätze sind einfache Streifentest nicht mehr qualitativ einsetzbar.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Naja, was sagen die Werte des Lieferanten? Eigentlich nix konkretes.

    Die Schwankungsbreite hier in den letzten 5 Jahren lag unter +-5%. Wenn man natürlich knapp an einem Grenzwert ist, müsste man ggf. nachmessen.

    Ich kenne aber niemanden, der das wirklich gemacht hat oder machen lässt. Scheint wieder die übliche DIskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu sein.