Haus wird kleiner als geplant

  • Hallo!

    Mein Mann und ich haben uns an das Projekt Hausbau gewagt und sind nun bereits vor eigentlichem Beginn schwer getäuscht worden. Eigentlich sollte unser Haus diesen Monat schon fertig sein. Bisher gibt es die Kellerbodenplatte. Außerdem mussten wir über Umwege erfahren, dass unser Haus nun 10m2 kleiner wird, als eigentlich geplant/gekauft und auch, dass es zunächst keinen bewilligten Bauantrag gab, obwohl uns dies so vermittelt wurde (deshalb auch die Verzögerung und die Änderung der Größe). Der Bauträger hat uns nun nachträglich Geld geboten (ein paar tausend Euro, für uns steht es nicht in Relation) und es ist unklar, ob er uns überhaupt informieren wollte, denn er wusste es zu dem Zeitpunkt schon zwei Monate.

    Wir fühlen uns momentan etwas hilflos. Klar ist wir brauchen einen Anwalt. Nur wann schalten wir diesen ein? Wir möchten ja jetzt das das Haus fertig wird und wissen nicht so ganz, ob das so dann eskaliert. Außerdem scheuen wir uns etwas aufgrund der zusätzlichen Kosten für einen Anwalt. Was würdet ihr also tun? Hat jemand schon was ähnliches erlebt? Wir waren einfach fassungslos. Wir haben einen Baugutachter, aber der kann ja auch nichts zum Vertragsrecht sagen. Ich hoffe wir kriegen hier einen kleinen Kompass, was wir nun Unternehmen sollten. Danke und Liebe Grüße

  • Ich hoffe wir kriegen hier einen kleinen Kompass, was wir nun Unternehmen sollten

    An sich habt Ihr nur 2 Möglichkeiten


    a.) Ihr versucht vom Vertrag zurückzutreten

    b.) Ihr akzeptiert, dass das Haus nun etwas kleiner wird, und bekommt dafür eine "Entschädigung"


    Option a.) steht wohl nicht zur Diskussion.


    Zu Option b.)

    Kein Bauträger kann 10m² herbeizaubern wenn dies aufgrund von Verordnungen, Satzungen o.ä. nicht möglich ist. Bei der aktuellen Marktlage dürfte er daran auch kaum ein Interesse haben, denn das Haus kann er auf jeden Fall verkaufen.


    Ob man die 10m² an anderer Stelle hätte gewinnen können, das ist eher unwahrscheinlich, sonst hätte er diese Karte wohl schon gespielt.


    Es ist unstrittig, dass die fehlenden 10m² einen Mangel darstellen. Das kann man nicht mehr unter Toleranz verbuchen (mehr als >2-3% Abweichung). Dem hat der BT an sich auch zugestimmt, schließlich hat er Euch bereits eine Ausgleichszahlung angeboten.,


    Ob ein Übergabetermin schriftlich fixiert war, so dass Ihr auch daraus noch eine Entschädigung fordern könnt, dazu müsste man den Vertrag studieren. Die Wahrscheinlichkeit ist gering.


    d.h. es läuft wohl auf Option b.) hinaus, wobei die Höhe der Ausgleichszahlung noch zu bestimmen wäre.


    Der Bauträger hat uns nun nachträglich Geld geboten (ein paar tausend Euro, für uns steht es nicht in Relation)

    Hier könnte man ansetzen. Ob das Angebot den Schaden abdeckt, das kann man aus der Ferne nicht sagen. Es wäre denkbar, dass der BT hier zu seinen Gunsten gerechnet hat. Ich würde die Summe überprüfen lassen. Die Ermittlung solcher Ausgleichszahlungen ist komplizierter als gedacht. Da liegen Bauherren mit ihren Hoffnungen gerne mal daneben, aber auch Firmen die meinen so eine Zahlung über den dicken Daumen peilen zu können.


    Außerdem scheuen wir uns etwas aufgrund der zusätzlichen Kosten für einen Anwalt.

    Wenn es nur noch darum geht die Höhe der Ausgleichszahlung zu ermitteln, könnte man auf einen Anwalt verzichten. Die Frage ist, ob man sich mit dem BT dann einigen kann, oder ob sich daraus ein Streitfall entwickelt.

    Ihr braucht aber jemanden der die Höhe der Ausgleichszahlung ordnungsgemäß ermitteln kann,


    Solltet Ihr Euch für Option a.) entscheiden, dann geht nichts ohne Anwalt. Das ist zu kompliziert als dass man das alleine durchziehen kann, ohne viel Geld dabei zu verlieren.


    Nebenbei bemerkt, wer hat den Vertrag mit dem BT geprüft, bevor Ihr diesen unterschrieben habt? Derjenige könnte Euch vielleicht ein paar Ratschläge geben, schließlich kennt er den Vertrag.

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